Aktuelle Blogger

Marika Gruber
0 Beitrag
Marika Gruber hat noch keine Informationen über sich angegeben
Harald Vacik
0 Beitrag
Harald Vacik hat noch keine Informationen über sich angegeben
Heidemarie Weinhäupl
2 Beiträge
Heidemarie Weinhäupl hat noch keine Informationen über sich angegeben
Gabriele Weigelhofer
1 Beitrag
Gabriele Weigelhofer hat noch keine Informationen über sich angegeben
SabineM
0 Beitrag
SabineM hat noch keine Informationen über sich angegeben
In einer neuen Publikation im Journal Citizen Science: Theory and Practice  berichten wir über die Ergebnisse unserer Evaluation im Projekt CAPTOR. Wir haben untersucht, ob  und wie sich die Beteiligung an einem Citizen Science Projekt zur Messung der Luftverschmutzung durch bodennahes Ozon für die Citizen Scientists und ih...
Die Coronasicherheitsmaßnahmen beherrschen derzeit alle Medien und vor allem auch unser tägliches Leben. Veranstaltungen sind abgesagt oder verschoben, nach draussen darf man nur noch alleine, mit den Personen aus dem eigenen Haushalt und vor allem nur um sich kurz die Beine zu vertreten. Universitäten, Schulen, Restaurants, Museen, Theater und die...

Durch den Verlust von Lebensräumen, Artenvielfalt und den Klimawandel verschmelzen immer mehr Lebensräume miteinander. Die Umweltzerstörung bedroht dabei nicht nur die regionalen Lebensgrundlagen, sondern auch die kulturelle und sprachliche Vielfalt auf der Erde. Welchen Einfluss hat eine globale Konzentration von Sprache und Kultur auf die Fähigkeit menschlicher Gemeinschaften nachhaltig und im Einklang mit der Umwelt zu leben?

Die Vereinten Nationen haben sich 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung gesetzt (UN Sustainable Development Goals, SDGs), unter anderem für Wohlstand, Frieden und Gerechtigkeit. Um das biokulturelle Erbe mit seinem lokalen sprachlichen und ökologischen Wissen zu schützen sowie alternative wirtschaftliche Praktiken, sind jedoch zusätzliche Anstrengungen nötig.

Der Allgemeinen Erklärung zur kulturellen Vielfalt der UNESCO folgend, rufen wir daher zur Teilnahme an unserem Buchsprint zum Thema #BioCulturalDiversity auf. Gemeinsam verfassen wir im exploration space des Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) einen Beitrag zum Thema Biodiversität in Verbindung mit sprachlicher und kultureller Vielfalt und “sprinten” dabei in zwei Tagen zu einem Manifest. Ziel ist es, in einem gemeinschaftlichen Schreibprozess einen Text zu entwickeln, der später Teil eines Buches sein wird, frei geteilt und online diskutiert werden kann.

Unabhängig von einer Teilnahme am Buchsprint sind alle Schreibfreudigen ebenfalls herzlich dazu eingeladen, einen eigenständigen Text zu unserem Buch Biodiversity in Connection with Linguistic and Cultural Diversity beizutragen - je größer die Vielfalt und Perspektiven umso besser!

Sendet dazu bitte bis Ende September einen kurzen Abriss über euer Thema an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Seit mittlerweile fünf Jahren organisieren wir auf der Jahresversammlung der Gesellschaft für Ökologie Deutschland, Österreich und der Schweiz (GfÖ) eine Session zu Citizen Science in der Ökologie. In diesen Session wird jedes mal ein ausgewählter Schwerpunkt aus diesem Themenbereich präsentiert. In diesem Jahr war der Schwerpunkt auf Bedenken zu Datenqualität und Methoden und Lösungen um diesen Bedenken zu begegnen. Denn die Zuverlässigkeit und Qualität der Daten ist ein wichtiger Aspekt jedes wissenschaftlichen Projekts. Basierend auf den in einem Projekt gesammelten Daten erstellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Modelle, Analysen und Interpretationen, die sowohl politische und gesellschaftliche Entscheidungen als auch den wissenschaftlichen Fortschritt beeinflussen können.  Daher müssen von Anfang an gründliche Qualitätskontroll- und Managementsysteme vorhanden sein, um falsche Annahmen auf der Grundlage fehlerhafter Daten zu vermeiden. In Citizen Science Projekten, in denen Freiwillige an mindestens einem Schritt des wissenschaftlichen Prozesses beteiligt sind, sind solche Qualitätskontrollmechanismen äußerst wichtig, insbesondere wenn wir an Massenbeteiligungsprojekte denken, in denen Tausende von Teilnehmerinnen und Teilnehmer Daten sammeln. Daher wollten wir in dieser Session unter anderem folgende Fragen diskutieren: Wie können wir sicherstellen, dass Daten auf wissenschaftlich korrekte Weise erhoben werden? Welche Best-Practice Beispiele für das Datenqualitätsmanagement gibt es in ökologischen Citizen Science Projekten? Welche Voraussetzungen und Einschränkungen gibt es für die Datenqualität in Citizen Science Projekten? 

Am 11. September zeigten schließlich fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihren Vorträgen Ansätze um die oben beschriebenen Fragen zu beantworten. So zeigte zum Beispiel Diane Bowler eine Modellierung von Libellenvorkommen in Deutschland, welche komplett auf Citizen Science Daten beruht. Diese Modellierung zeigte, unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte wie die aufgewandte Zeit von Citizen Scientists, dass die Daten eine sehr robuste Aussage über die Populationstrends von 77 Libellenarten in Deutschland zulassen. Trotzdem wurde geschlussfolgert, dass eine standardisierte Datenerhebung besser wäre. 

Ein weiterer Vortrag gab Einblick in die Datenerhebung zu Vogel-Zugstrecken mit Citizen Science in Ost-Asien basierend auf dem Projekt ebird. Dort wird die Vogelbeobachtung derzeit zum Trend, wobei Beobachter natürlich in dichter besiedelten Gebieten wie Peking weitaus häufiger sind, als am Land, was immer wieder zu einer Verzerrung der Datenlage führt. Wieland Heim zeigte jedoch, wie man durch einen Vergleich mit anderen Datensätzen dieser Verzerrung begegnen kann.

Moira McKee wählte einen komplett anderen Zugang zur Thematik der Session und zeigte, wie man bereits in der Ausbildung zukünftiger Ökologinnen und Ökologen ansetzen kann um diese nicht nur auf eine akademische Karriere vorzubereiten, sondern auch in Karrieren außerhalb der Universität wie Naturschutzvereinen oder ähnliches. Ein starker Fokus wurde hier auf angewandtes Lernen gelegt.

Wer kennt es nicht, man steht auf einer Wiese oder in einem Wald und würde gerne wissen, welche Pflanze vor einem wächst. Alice Deggelmann und ihr Team möchten dieser Wissenslücke mit einer App begegnen. Dazu sollen Millionen Fotos von Pflanzen und Pflanzenteilen gesammelt werden, um diese durch Expertinnen und Experten bestimmen zu lassen und damit Algorithmen beizubringen, diese Erkennung automatisch durchzuführen. So soll in Zukunft diese App anhand eines Fotos einer Pflanze sagen können, um welche Art es sich handelt. Der Aufruf zur Fotosammlung funktionierte so gut, dass die Gruppe bereits über 25.000 Einsendungen bekommen und bestimmt hat.

Zum bereits dritten Mal wird in Wien ein kostenloses Trainingsprogramm für Crowdfunding angeboten. Initiiert wird dieser Kurs vom Wissenstransferzentrum Ost, einer Plattform für Wissenstransfer, Wissensverwertung und Wissenschaftskommunikation aller österreichischen Universitäten und Fachhochschulen. Um eine Teilnahme bewerben können sich Absolvent_innen, Forscher_innen und Studierende in der Abschlussphase aller österreichischen Hochschulen – bis 25. September 2019.

www.bit.ly/crowdcall19

Ihr seid zum Beispiel ein interdisziplinäres Team (z.B. BOKU Absolvent_innen und Grafik Designer_innen) und wollt eine Agentur für Beratung und Vermittlung von Themenstellungen rund um die Sustainable Development Goals (SDGs) betreiben. Die Crowdfunding Kampagne hilft euch dabei, ein Portfolio für die ersten Zielgruppen aufzubauen und einen Webauftritt für die Agentur zu finanzieren.

Ihr seid ein Team aus Sozialarbeiter_innen, Architekt_innen und Genderforscher_innen und entwickelt mobile Wohneinheiten für Obdachlose und Katastrophenopfer. Die Crowdfunding-Kampagne soll als erster Schritt zur Aufbereitung der Inhalte und zur Markterschließung genutzt werden.

Eine Lebensmittellogistikerin an der Fachhochschule und ein Doktorand im Bereich Kommunikationswissenschaften erarbeiten neuartige Konzepte um „Food Waste“ zu verringern. Mit der Crowdfunding-Kampagne werden erste Konzepte getestet und einzelne Projekte via einer Onlineplattform entwickelt und umgesetzt.

Wir suchen die schönsten Bilder rund um das Thema Citizen Science!

Citizen-Science Fotochallenge im Rahmen der European Researchers‘ Night

Am 27. September findet die European Researchers‘ Night europaweit statt. Unter dem Titel „Forschung für uns alle“ wird diese auch in Wien abgehalten. Im Vorfeld dieser Veranstaltung laden wir Sie ein, Ihre besten Fotos zum Thema Citizen Science einzureichen und tolle Preise zu gewinnen (z.B ein Reisegutschein im Wert von bis zu 150€). Schickt uns euer Foto, welches zeigt, wie ihr euch bei einem Citizen Science-Projekt beteiligt, eure schönste oder skurrilste Entdeckung, euren Aha-Moment oder ähnliches. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt ;-)

So funktioniert‘s:
Ladet euer bestes Foto auf der Facebook-Seite der European Researchers‘ Night (https://www.facebook.com/sci4all.eu/) mit einer kurzen Bildbeschreibung und dem Hashtag #citizensciencechallenge bis zum 26. September 2019 hoc–h.
Die Gewinner mit den schönsten Bildern werden durch eine Jury bestimmt. Die Anzahl der Likes für die Bilder auf der Facebookseite der European Researchers‘ Night fließt in die Jurybewertung mit ein.
So oder ähnlich kann eure Einsendung aussehen:

Mit der Einsendung erklärt ihr euch einverstanden, dass euer Bild honorarfrei und unter Nennung eures Namens in den Userfotos und auf den Social-Media-Kanälen des Sci4All-Konsortiums veröffentlicht werden darf.

Im wunderschönen Lissabon fand die diesjährige Konferenz der European Ecological Federation (EEF) statt, der wir Ende Juli einen Besuch abstatteten. Die EEF hat das Ziel, die Zusammenarbeit in Europa im Bereich Ökologie zu stärken und zu fördern. Dazu arbeiten 18 verschiedene ökologische Gesellschaften (darunter auch die Gesellschaft für Ökologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz) in der EEF zusammen. Ähnlich wie die Österreichische Citizen Science Konferenz, veranstaltet auch bei der EEF ein Mitglied die Konferenz, wie es dieses Jahr die Portugiesische Ökologische Gesellschaft (SPECO) getan hat.

Das übergreifende Thema dieser Konferenz, Embedding Ecology in Sustainable Development Goals, sollte Diskussionen und Interaktionen darüber fördern, wie Grundlagen- und angewandte ökologische Forschung und ihre transdisziplinären Auswirkungen für die effektive Umsetzung der UN Sustainable Development Goals integriert werden können. Forscherinnen und Forscher und verschiedene Interessengruppen hatten die Möglichkeit, Ergebnisse und innovative Lösungen unter anderem in Debatten, Roundtables und Symposien auszutauschen. Das Treffen stand allen offen: Studentierenden, Forscherinnen und Forschern aus dem öffentlichen und privaten Sektor sowie Interessengruppen, die in den Bereichen Ökologie und Naturschutz, Evolution, Genetik, Umweltwissenschaften, Klimawandel, Agroforstwirtschaft, Sozialökologie, Wirtschaft, Manager und verwandten Fachgebieten tätig sind.

In vielen verschiedenen Session und Keynotes wurden unterschiedlichste Aspekte ökologischer Forschung diskutiert. Dabei stellte sich schnell heraus, dass ökologische Forschung alle Aspekte des Lebens betrifft: vom klassischen Naturschutz, über Gesundheit, Wirtschaft und auch Politik. In einer Session zu Wissenschaftskommunikation und Citizen Science konnten wir unsere Ergebnisse aus Österreich in Form von Postern präsentieren. Dabei stellte sich schnell heraus, dass zumindest bei dieser Konferenz Citizen Science ein eher weniger beachtetes Thema war. Die meisten Beiträge drehten sich um Wissenschaftskommunikation und neben uns gab es nur noch ein weiteres Citizen Science-Projekt, das sich dem interessierten Fachpublikum präsentierte.

Natürlich nutzten wir die Gelegenheit auch, um unsere Citizen Science-Kolleginnen aus Portugal, die selber nicht an der Konferenz teilnehmen konnten, zu treffen und uns mit ihnen über Citizen Science in Portugal auszutauschen. Auch dort ist gerade eine Plattform ähnlich zu Österreich forscht und eine Konferenz im Entstehen, und so konnten wir über unsere Erfahrungen in Österreich berichten. Wir sind schon sehr gespannt auf die Entwicklungen Portugal und hoffen, dass wir bald mehr über Citizen Science In Portugal berichten können.

Obwohl wir leider nur knapp zwei Tage bleiben konnten, haben wir sehr viel neue Eindrücke mitnehmen können und freuen uns sehr, dass wir die Entwicklungen von Citizen Science in Portugal vielleich ein bißchen mitprägen konnten.

Vom 26.-28. Juni 2019 fand im wunderschönen Obergurgl die 5. Österreichische Citizen Science Konferenz in wildromantischer Alpenidylle statt. Auf fast 2000m Seehöhe versammelten sich ca. 150 Citizen Science Akteurinnen und Akteure hauptsächlich aus Österreich, Deutschland und der Schweiz um gemeinsam über Citizen Science  und das Motto “Grenzen und Übergänge” zu diskutieren. 

Das Citizen Science Network Austria bewies wieder einmal, dass es mehr ist als nur die Summe seiner Teile. Das Organisationskommittee bestand aus Vertretern der Universität Innsbruck, der Universität für Bodenkultur Wien, dem Zentrum für Citizen Science am OEAD, Schweiz forscht (CH), Bürger schaffen Wissen (D) und Partizipative Wissenschaftsakademie an der Universität Zürich und ETH Zürich. Dementsprechend vielfältig waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die wissenschaftlichen Beiträge. So kamen Vertreter von Universitäten, Fachhochschulen, Vereinen, Museen, Förderorganisationen und vielen mehr um sich disziplinenübergreifend auszutauschen.

Kaum ein anderer Ort ist für die Frage nach den Grenzen von Citizen Science so geeignet wie Obergurgl. Durch seine geografische Lage an politischen wie natürlichen Grenzen inspirierte der Ort dazu Citizen Science auszuloten. In und um Obergurgl ließen sich verschiedenste Grenzen und Übergänge finden und man konnte den Umgang mit diesen Schnittstellen eingehend kennenlernen. Viele Grenzen sind in Obergurgl präsent, wie die Schneegrenze, die Waldgrenze, eine Staatsgrenze oder auch die Baumgrenze. Diese Grenzräume konnten nicht nur als Begrenzung, sondern auch als Bereiche des Übergangs und des Austausches kennengelernt werden. In diesem Umfeld wurde nun diskutiert wie man die Grenzen und Übergänge in Citizen Science zu anderen Methoden und Disziplinen am besten gestaltet und möglicherweise auch die Grenzspannungen positiv für sich nutzen kann.

Viele verschiedene Aspekte und Blickwinkel wurden rund um das Konferenzmotto in angeregter und wertschätzender Weise diskutiert. Bei diesen Diskussionen war vor allem die Diversität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz sehr vorteilhaft, weil dadurch sehr oft neue Perspektiven ein bestimmtes Thema neu beleuchteten, und so neue kritische Fragestellungen ermöglichten. Vor allem die Figur des Wissenschaftlers Hans, welche durch die erste Keynote Susanne Hecker zum Beginn der Konferenz eingeführt wurde, wurde immer wieder diskutiert. Bei Hans handelt es sich um einen Wissenschaftler, der durch äußere Umstände auf das Thema Citizen Science gebracht wurde, dieses spannend fand und sich dachte: so schwer kann das ja nicht sein. Wo dann die Grenzen von Citizen Science sind, und welche Übergänge es zu anderen Bereichen wie z.B. Wissenschaftskommunikation, Bildung und Ermächtigung von Bürgerinnen und Bürgern gibt, war ein sich durch die Konferenz ziehendes Thema. 

Generell war die Konferenz von vielen Highlights gekennzeichnet: So gab es den höchst gelegenen und zudem den ersten Citizen Science Slam, welchen zwei Maturanten aus Lienz mit einem Lied und einem Gedicht über ihre Vorwissenschaftliche Arbeit gewannen. Das Conference Dinner wurde mit einer unglaublichen Torte zum fünfjährigen Jubiläum der Konferenz versüßt und das Gruppenfoto wurde gleich zu einem ganzen Video durch eine Drohne ausgebaut. Ein Höhepunkt für viele war sicher auch die Speed-Postersession, welche in äußerst kurzer Zeit zu höchst anregenden und fruchtbaren Diskussionen geführt hat. Diese Session wurde von der Stiftung Blühendes Österreich unterstützt und trug so besonders zur hervorragenden Stimmung auf der Konferenz bei. 

Das Junior Biologicum-forsche Jugend diskutiert

Die Konrad Lorenz Forschungsstelle für Verhaltens- und Kognitionsbiologie der Uni Wien veranstaltet heuer zum ersten Mal ein Junior Biologicum für SchülerInnen ab der 9. Schulstufe:
Alles dreht sich an diesem Donnerstag um die Themen Evolution und Citizen Science, was übersetzt so viel heißt, wie Bürgerwissenschaft. Du erfährst, wie Du dich als „BürgerIn“ direkt an der Wissenschaft beteiligen kannst und wie du es damit Charles Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie nachmachst.
Über den Tag verteilt erzählen Dir TOP WissenschaftlerInnen, was es an der Evolutionstheorie noch zu erforschen gilt, wie sie wissenschaftlich arbeiten und wie sie persönlich an die Themen herangehen. So bekommst Du direkt aus erster Hand einen Einblick in die moderne Wissenschaft.
Im Science Cafe hast Du danach die Möglichkeit, dich in kleinstem Rahmen mit den WissenschaftlerInnen zu unterhalten, nachzuhaken und zu diskutieren. Das Junior Biologicum soll dir ermöglichen, die heutige Wissenschaft kennenzulernen und dir Wege zeigen, wie du auch in Deinem Alltag mitforschen kannst.

 

Termin: Do. 3. Oktober 2019; von 10 bis 16 Uhr;
Registrierung ab 9 Uhr
Ort: Veranstaltungszentrum Pfarrhof Grünau
Wer kann teilnehmen: SchülerInnen ab der 9. Schulstufe
Kosten: 35€ (Mittagessen inklusive)

Nähere Informationen und Anmeldung unter:
https://biologicum-almtal.univie.ac.at/junior-biologicum/
Bitte schreib uns bei der Anmeldung in ein paar Sätzen, warum Du gerne beim Junior Biologicum dabei wärst!

Beim Abschlussfest zum Projekt `SMiLE- Scheidung mit Illustrationen erforschen´ im Festsaal der Volksschule Kolonitzgasse 15 (1030 Wien) am 03.06.2019 von 15:30-18:00 Uhr werden die Ergebnisse aus zwei gemeinsamen Forschungsjahren in einer Ausstellung präsentiert. Unter dem Motto „Partizipative Forschung mit Kindern zum Thema Trennung und Scheidung“ werden die erstellten Comics, Bilder, Spiele und weiteres Material gemeinsam mit den Kindern und Lehrerinnen gezeigt. Es kann an einigen Tischen auch selbst noch etwas zum Thema erstellt werden. Das Projektteam des Instituts für Soziologie der Universität Wien (Ulrike Zartler, Raphaela Kogler, Marlies Zuccato-Doutlik) freut sich auf Ihr Kommen.

Drei Pilotprojekte erkunden Möglichkeiten der Beteiligung von BürgerInnen an Forschungsprojekten der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie. Die Ergebnisse der Vorstudien aus der Meteorologie, Paläontologie sowie Geographie werden Ende 2019 im Rahmen einer Infoveranstaltung präsentiert.

„Mit unserer Fakultätsinitiative ,Exploring Citizen Science‘ wollen wir die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen von Citizen Science in den verschiedenen Forschungsfeldern ausloten“, erklärt Dekanin Petra Heinz, „und zudem die Vernetzung interessierter WissenschafterInnen fördern“. Bis Februar 2019 konnten Forschende dafür Projektskizzen einreichen. „Da gab es durchwegs gute Ideen, die Auswahl ist uns nicht leicht gefallen“, so Heinz. Drei der eingereichten Pilotstudien wird die Fakultät nun mit jeweils 5.000 Euro unterstützen: Ein Projekt zur Entwicklung von Forschungsprotokollen im Biodiversitätsbereich von Paolo Albano und Martin Zuschin (Paläontologie), „Hydrometeors View“ von Manfred Dorninger und Thomas Aistleitner (Meteorologie und Geophysik) sowie die Studie „Revealing Donau City’s landcape through photo-elicitation“ von Sandra Guinand und Yvonne Franz (Geographie und Regionalforschung).

„Brauchen großes Sample in der Biodiversitätsforschung“

Paolo Albano und Martin Zuschin möchten im Rahmen ihrer Pilotstudie ein gemeinsames Forschungsprotokoll entwickeln, um BürgerInnen verstärkt in das Sortieren von Proben einbinden zu können. Konkret untersuchen sie das Verschwinden einheimischer Mollusken – Weichtiere – im südöstlichen Mittelmeer. Durch invasive Arten, die über den Suezkanal eindringen, und den Klimawandel seien viele Arten unter Druck. „Gerade in der Biodiversitätsforschung brauchen wir aber oft eine große Menge an Proben, um die Muster und zugrundeliegenden Prozesse erfassen zu können“, erklärt Paolo Albano. Gleichzeitig fehlt es an professionellen TaxonomInnen: „Taxonomie wird immer weniger unterrichtet – zudem braucht es Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, um sich das Wissen aufzubauen, um Arten zuverlässig bestimmen zu können“, so der Paläontologe. Es gebe nur wenige Fachleute, „obwohl wir gerade angesichts des derzeitigen großen Artenschwundes diese Phänomene genau verfolgen müssten und die Vielfalt beschreiben, bevor sie unwiederbringlich verloren geht“, sagt Albano.

Eine Lösung sei es, Citizen Scientist in Projekte mit einzubeziehen: „Diese beweisen oft großes Interesse, haben ein gutes taxonomisches Wissen und engagieren sich stark, um große Mengen an Arten zu sammeln, untersuchen und zu bestimmen“, erklärt Albano. Gleichzeitig würden sie aber gezielt seltene Arten und gut erhaltene Proben sammeln, statt wie die WissenschafterInnen streng zufallsbasiert vorzugehen. Im Rahmen der nun von der Fakultät geförderten Vorstudie entwickeln daher die Wissenschafter gemeinsam mit Citizen Scientists ausführliche Forschungsprotokolle, in denen jeder Schritt genau beschrieben wird. Auf dieser Basis könne eine breitere Studie angedacht werden, so Zuschin und Albano.

Wolken-Fotos von Citizen Scientists

Manfred Dorninger und Thomas Aistleitner vom Institut für Meteorologie und Geophysik führen eine Pilotstudie im Bereich der Wolkenbeobachtung durch: Sie untersuchen Hydrometeore, also flüssige oder feste Partikel in der Atmosphäre wie Wolken, Nebel, Regen, Schnee oder Hagel. „Früher haben gut ausgebildete Wetterbeobachter die Wolkentypen, die Größe, Wolkenhöhe oder den Niederschlagstyp erfasst – und stellten diese Informationen im sogenannten SYNOP-Report weltweit zur Verfügung“, erklärt Manfred Dorninger. Dadurch erhielten die Prognostiker wichtige Grunddaten und Informationen, wo derzeit mit Schnee, Regen oder Hagel zu rechnen sei. Doch die Wetterbeobachtung wird vielerorts eingespart: „Heute gibt es jedoch nur noch wenige Wetterbeobachter“, so der Meteorologe Dorninger. Zwar hätte man heute auch Daten von Satelliten und Bodeninstrumenten, doch es fehlen Parameter, die nur durch die Augenbeobachtung gewonnen werden können.

Am 12. April 2019 hatten wir das Vergnügen eine Session zu "Citizen Science and Open Science: bridging the science-society-gap by finding emerging environmental issues and empowering citizens" (Citizen Science und Open Science: Überbrückung der Kluft zwischen Wissenschaft und Gesellschaft durch die Suche nach sich abzeichnenden Umweltproblemen und die Stärkung der Bürger) auf der Jahresversammlung der EGU (European Geosciences Union) in Wien durchzuführen.

Übersetzung der EGU Website:

Die EGU, die Europäische Geowissenschaftsunion, ist Europas führende geowissenschaftliche Union, die sich dem Streben nach Exzellenz in den Erd-, Planeten- und Weltraumwissenschaften zum Wohle der Menschheit weltweit widmet. Sie wurde im September 2002 als Zusammenschluss der European Geophysical Society (EGS) und der European Union of Geosciences (EUG) mit Sitz in München gegründet.

Die EGU ist eine gemeinnützige internationale Vereinigung von Wissenschaftlern mit rund 17.000 Mitgliedern aus der ganzen Welt. Die Mitgliedschaft steht Einzelpersonen offen, die sich beruflich mit Geowissenschaften, Planeten- und Raumwissenschaften und verwandten Studien befassen oder damit in Verbindung stehen, einschließlich Studenten und älteren Menschen im Ruhestand.

Die jährliche Generalversammlung der EGU ist die größte und bedeutendste geowissenschaftliche Veranstaltung Europas und zog in den letzten Jahren über 14.000 Wissenschaftler aus der ganzen Welt an. Die Sitzungen des Treffens decken ein breites Themenspektrum ab, darunter Vulkanologie, Planetenerkundung, die innere Struktur und Atmosphäre der Erde, Klima sowie Energie und Ressourcen.

Am 02. April 2019 fand die Generalversammlung der European Citizen Science Association (ECSA) in Brüssel statt. Auch wir von Österreich forscht waren wieder dabei, und möchten in diesem Blogbeitrag einen kurzen Einblick in diese Versammlung bieten.

Die ECSA mit Sitz am Museum für Naturkunde in Berlin ist ein Verein deutschen Rechts mit Mitgliedern aus ganz Europa. Das Ziel dieses Vereins ist es, die Citizen Science Akteurinnen und Akteure in Europa zu vernetzen und die Methode Citizen Science in Arbeitsgruppen weiterzuentwickeln. Jedes Jahr findet eine Generalversammlung an einem anderen Ort statt (2017 war sie beispielsweise an der Universität für Bodenkultur Wien) und bietet neben einem Formalakt auch die Möglichkeit, bei einer Reihe von Workshops teilzunehmen. Diese Workshops werden von Arbeitsgruppen innerhalb der ECSA organisiert. Dieses Jahr wurden Workshops zu Luftqualität, BioBlitzes, Empowerment, Lernen und Bildung, Daten und Technologien und Infrastrukturen und Best Practices geboten. Auch eine neue Arbeitsgruppe, geleitet von uns selbst, wurde in Brüssel ins Leben gerufen. Die Arbeitsgruppe “Citizen Science Networks” möchte die verschiedenen Citizen Science Plattformen und Netzwerke, die (oft auf nationaler Ebene) Citizen Science Projekte für eine interessierte Öffentlichkeit präsentieren und die mittlerweile in mehreren europäischen Ländern entstanden sind, miteinander verbinden und gemeinsame Herausforderungen angehen. In einem ersten Workshop wurde das Ziel der AG Citizen Science Networks definiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops kamen aus Deutschland, England, Belgien, Tschechien, Dänemark, Portugal, Italien und Österreich. In einer kleinen Vorabumfrage wurden verschiedene Ziele der Arbeitsgruppe vorgeschlagen, und die zwei Ziele mit den meisten Stimmen wurden in der Arbeitsgruppe diskutiert.

Das erste Ziel war es, Minimumstandards für Citizen Science Projekte auf den verschiedenen Plattformen zu etablieren, um Projekte vergleichbar und auch zwischen verschiedenen Netzwerken austauschbar zu machen. Bisher ist es so, dass Projekte jeweils unterschiedliche Aufnahmekriterien durchlaufen müssen, wenn sie auf mehreren Plattformen gelistet werden wollen. Dieser Prozess soll in Zukunft durch gemeinsame Minimumstandards erleichtert und beschleunigt werden. Dadurch wird auch die Zusammenarbeit zwischen den Netzwerken erhöht und gestärkt. Als zweites Ziel sollte ein Policy Brief formuliert werden, der die Vorteile von nationalen Citizen Science Netzwerken beleuchten sollte, um gerade für jene Länder, in denen noch keine Netzwerke vorhanden sind oder diese nicht etabliert sind, eine Unterstützung auch auf politischer Ebene zu ermöglichen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Arbeitsgruppe stimmten einstimming dafür, zuerst das erste Ziel (Minimumstandards), und das zweite Ziel (Policy Brief) zu einem späteren Zeitpunkt zu verfolgen, anstatt beide simultan zu bearbeiten. In der Generalversammlung wurde dem Plenum die neue Arbeitsgruppe dann von uns vorgestellt. Das Plenum stimmte ebenfalls einstimmig dafür, diese Arbeitsgruppe auch formal in die ECSA aufzunehmen. Damit kann nun ganz offiziell die Arbeit aufgenommen werden.

Neben dieser für uns sehr wichtigen Abstimmung wurden auch die Budgetpläne der ECSA vorgestellt, Berichte aus den bereits bestehenden Arbeitsgruppen abgesegnet und auch zwei neue Chairs wurden gewählt, nachdem die bisherige Vorsitzende Lucy Robinson in Karenz geht. Mit Muki Haklay und Luigi Ceccaroni wurden zwei Personen mit langer Citizen Science- und ECSA-Erfahrung gewählt.

Wir freuen uns nun schon auf die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa in unserer neuen europäischen Arbeitsgruppe und sind schon sehr gespannt, welche Schwerpunkte die beiden neuen ECSA-Chairs in Zukunft setzen werden. Wir wünschen beiden viel Erfolg!

Citizen Science europaweit zu stützen und weiter zu bringen – das ist das Ziel des neuen Projekts EU-Citizen.Science. Es soll zur zentralen europäischen Anlaufstelle für Citizen Science AkteurInnen werden – eine Plattform als Ort des Austausches, wo man Anweisungen, Erfahrungen, Werkzeuge, Best Practice Beispiele und Trainingsmaterial findet, sowie Zugang zu einem großen Netzwerk an Citizen Science AkteurInnen, Initiativen und Portalen. Aus Österreich sind das Zentrum für Soziale Innovation (ZSI) und IIASA Partner im Projekt und auch Österreich forscht wird in Zukunft auf der Plattform zu finden sein.

Das Projekt wird von der europäischen Kommission im Programm Science with and for Society (SwafS) in Horizon 2020 gefördert und startete im Januar 2019 mit einer Laufzeit von 3 Jahre. Koordiniert wird das Projekt vom Museum für Naturkunde und ECSA, der European Citizen Science Association. Im Februar 2019 fand das Kick-off meeting statt, das von Johannes Vogel, dem Direktor des Museums, eröffnet wurde. Er betonte die Rolle des Projekts in Hinblick auf die europäische Ratspräsidentschaft Deutschlands in 2020 und die Möglichkeit Citizen Science mittels verschiedenster Aktivitäten den BürgerInnen sowie den politisch Verantwortlichen näher zu bringen.   

Linden Farrer von der Europäischen Kommission, DG RTD, gab eine gute Übersicht über derzeit gefördertet Citizen Science Projekte in Horizon 2020 und betonte, dass Citizen Science weiterhin einen sehr wichtigen Stellenwert in der europäischen Forschungslandschaft hat und es eine wachsende Anzahl an Projekten gibt, die Citizen Science als wissenschaftliche Methode einsetzen. Nur die Projekte, die vom ERC dem European Research Council, gefördert werden, setzten bisher Citizen Science noch nicht ein. Colombe Warin, die für EU-Citizen.Science zuständige Project Officerin, betonte die Wichtigkeit der Kommunikation des Projekts an die verschiedenen Zielgruppen. Hilfreich war ihre Darstellung, was die europäische Kommission als Dissemination und was als Communication verstanden wird.

Katrin Vohland, die Koordinatorin des Projekts, verwies auf die Komplexität von Citizen Science, die verschiedenen Einbindungsmöglichkeiten, Ausrichtungen und methodische Herangehensweisen.

 

OPEN NANOSCIENCE CONGRESS 

Was kann die Nanotechnologie?

Zu diesem Thema tauschten sich am 26. Februar 2019 über 450 internationale ExpertInnen und SchülerInnen aus Salzburg, Oberösterreich, Kärnten und Bayern beim Open NanoScience Congress (ONSC) im Unipark Nonntal in Salzburg aus. Auch die breite Öffentlichkeit wurde dazu eingeladen am Kongress und der Nano-Ausstellung teilzunehmen. SchülerInnen aus dem Sparkling Science Projekt „Nan-O-Style" wirkten aktiv mit und präsentierten ihre Arbeiten in Form von Postern, Experimenten und einem kurzen Theaterstück. Organisiert wurde dieses Event vom ForscherInnen-Team um Assoz. Univ.-Prof. Dr. Martin Himly am FB Biowissenschaften und dem Citizen Science Büro der Universität Salzburg.

Der ONSC wurde nach Grußworten von Landesrätin Mag. Andrea Klambauer und Bürgermeister-Stellvertreterin Mag. Anja Hagenauer von Dekan Prof. Arne Bathke eröffnet.

Zuerst sprachen zwei „keynote speaker" Univ.-Prof. Albert Duschl (Uni Salzburg) und Dr. Nira Shimoni-Ayal (ORT Moshinsky R&D, Tel Aviv) über „Nanotechnik: Physik und Biologiebegegnen sich auf Augenhöhe" bzw. „Nanomimicry - What we learn from nature".

Ein Bericht zum Workshop „Kooperieren oder nicht kooperieren?“ während der Österreichischen Citizen Science Konferenz 2018

Kooperation ist das Kernstück von Citizen Science. BürgerInnen kooperieren mit ForscherInnen, um wissenschaftliche Fragestellungen in einem Projekt zu beantworten. Derartige Projekte im Bereich Bürgerwissenschaften gibt es viele. Im Vordergrund dieser Projekte steht häufig die Sammlung von Daten, sei es Sichtungen von verschiedenen Tier- oder Pflanzenarten oder die Meldung von Vorkommnissen in der Lebenswelt des Menschen. In manchen Projekten werden auch Meldungen gemacht, die für ein anderes Projekt von Relevanz sein können. Einige Projekte behandeln ein Subthema eines anderen Projekts. So z.B. werden in Projekten, die sich auf eine bestimmte Tier- oder Pflanzenart konzentrieren, auch Daten gesammelt, die für Projekte, die sich mit Biodiversität im Allgemeinen beschäftigen, von Bedeutung sind. Es läge also nahe, derartige Projekte zu kombinieren bzw. eine Kooperation anzubahnen.

Warum sollten Citizen-Science-Projekte kooperieren?

Welche Gründe für oder gegen eine derartige Kooperation zwischen Projekten oder für oder gegen eine Kombination von Projekten sprechen und welche Formen der Kooperation überhaupt möglich sind, standen beim Workshop „‘Kooperieren oder nicht kooperieren?‘ – das ist hier die Frage. Wie kann Zusammenarbeit und Austausch zwischen Citizen-Science-Projekten gelingen?“ während der Österreichischen Citizen Science Konferenz 2018 (ÖCSK 2018) im Mittelpunkt.

Workshop zum Thema Zusammenarbeit zwischen Projekten

Am 7. Februar fand in Barcelona (Spanien) ein Workshop der Citizen Science COST-Action zum Thema “City & Citizen Science” statt. Das Ziel des Workshops war es, Antworten auf die Fragen, wie Citizen Science in Städten angewandt wird, welchen Einfluss es auf Stadtpolitik haben kann und in welchen Wissenschaftsbereichen Citizen Science verbreitet ist, zu finden.

Eingeleitet wurde der Tag durch eine inspirierende Rede von LeeAnne Walters, der Gründerin der Flint Water Initiative. Sie wurde weltweit bekannt durch den Kampf für sauberes Trinkwasser in Flint, Michigan (USA). In ihrer Rede berichtete sie über die Hürden, die ihr von Behörden gestellt wurden, und von der Zusammenarbeit besorgter Bürgerinnen und Bürger, die sich nicht einschüchtern ließen, und gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern erfolgreich für sauberes Wasser mit Hilfe eines eigens dafür aufgestellten Citizen Science Projektes kämpften.

Im ersten Teil des Workshops wurden drei Beispiele im Bereich Stadtökologie aus Barcelona (Spanien), Wien (Österreich) und Bogota (Kolumbien) vorgestellt. In Barcelona arbeitet das Gesundheitsamt gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern um die invasive Tigermoskito zu monitoren und zu kontrollieren, um die Ausbreitung von Krankheiten wie Nestwilvirus oder Malaria zu verhindern. Aus Wien wurden die Projekte StadtWildTiere und Wiener Gebäudebrüter vorgestellt, die einerseits das Zusammentreffen von Füchsen mit Menschen in der Stadt untersuchen, andererseits Nistplätze von Mauerseglern beobachten und schützen. Aus Bogota wurde ein Projekt zur Wasserqualität dargestellt, das gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung durchgeführt wurde.

Im zweiten Teil ging es um Gesundheitsprojekte in Städten. Den Beginn machte ein Beispiel aus London (England). Das Institut Mapping for Change erstellt Projekte gemeinsam mit besorgten Bürgerinnen und Bürgern zu verschiedensten Gesundheitsthemen, z.B. Luftqualität. Zwei konkrete Beispiele zu Projekten zum Thema Luftqualität aus London (England) und Kampala (Uganda) zeigten, wie diese Umsetzung konkret funktionierte. Im folgenden Beitrag aus Budapest (Ungarn) wurde Invisible Citizen Science erörtert, also warum Citizen Science dort nicht sichtbar ist. Projekte bezeichnen sich in Ungarn oft nicht als Citizen Science, oder die Teilnahme von Bürgerinnen und Bürgern wird verschwiegen. Im vorgestellten Projekt járókelö können Bürgerinnen und Bürger ihre Stadt verbessern, indem sie z.B. Schlaglöcher oder Müllansammlungen melden. Diese Probleme werden dann gemeinsam mit den lokalen Behörden gelöst. Das Projekt hat auch gezeigt, dass die Menschen ihr Verhalten durch die Teilnahme verändert haben. Sie schlagen proaktiv Lösungen vor, und melden nicht mehr nur Probleme, sondern werden Teil der Lösung. Dennoch läuft das Projekt nicht unter dem Stichwort Citizen Science. Auch aus Oslo (Norwegen) wurde ein Projekt zur Luftqualität präsentiert. Dieses Projekt konnte zeigen, dass auch mit vergleichsweise günstigen Sensoren durch die Masse an teilnehmenden Bürgerinnen und Bürgern eine Datenqualität erreicht werden konnte, die auch von Behörden verwendet werden kann. Auch ein europäisches Projekt names D-Noses aus Spanien präsentierte sich beim Workshop. In diesem Projekt, das gerade erst begonnen hat, geht es um Geruchsbelästigung in neun Ländern (Spanien, UK, Österreich, Griechenland, Portugal, Deutschland, Italien, Bulgarien und Chile).

Im Teil „Citizen Science and the Civic Movement“ wurde über das Public Lab (USA) berichtet, welches erfolgreich zeigte, dass die in Projekten verwendete Methodik immer den wirtschaftlichen Gegebenheiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer angepasst werden muss. Startpunkt für die Arbeit des Public Labs war die Deep Water Horizon Katastrophe im Golf von Mexiko. Public Lab benutzt Open Source Tools oder entwickelt sie selbst, um Daten zu sammeln, und um Communities bei der Durchführung eigener Projekte zu unterstützen. Im nächsten Projekt, beepath (Barcelona), zeichneten Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Schulwege mit einer App auf und analysierten diese. Diese Analysen wurden an die lokalen Behörden weitergeben, damit diese die Mobilitätsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger im entsprechenden Stadtviertel verbessern konnten. Im nächsten Projekt ging es um psychische Gesundheit in Katalonien. In diesem Projekt wurde ein Gamification-Ansatz gewählt, um die Einstellung verschiedener Gruppen (Patienten, Pflegende, Freunde) zu verschiedenen Themen rund um psychische Gesundheit herauszufinden. Als nächstes Projekt wurde Captor vorgestellt, das auch in Österreich durchgeführt wird. In Captor geht es um Ozonmessungen in verschiedenen Städten Europas (u.a. Barcelona und Wien). Bürgerinnen und Bürger führen mit selbstgebauten Sensoren Ozonmessungen durch.

Im Rahmen eines Workshops diskutierten ForscherInnen der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie mit Experten vom Citizen Science Network Austria und der IIASA die Vorteile und Grenzen der Integration von BürgerInnen in Forschungsprojekten. Durchgeführt wurde der Workshop in Kooperation mit der DLE Forschungsservice und Nachwuchsförderung der Universität Wien.

Die Beteiligung von interessierten BürgerInnen am Forschungsprozess eröffnet neue Wege des Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft „Daneben ist Citizen Science aber auch als Methode interessant, die bei manchen Fragestellungen – wenn auch nicht bei allen – für die Geowissenschaften, die Geographie und Astronomie Möglichkeiten bietet“, erklärte Dekanin Petra Heinz bei der Eröffnung des Workshops „Exploring Citizen Science“, der am 5. Dezember 2018 an der Fakultät stattfand. Der Workshop ist Teil einer neuen Förderinitiative der Fakultät im Bereich Citizen Science, im Rahmen derer auch drei Vorstudien gefördert werden.

Möglichkeiten und Grenzen

Projektideen für Citizen Science in ihren jeweiligen Forschungsfeldern diskutierten dabei elf WissenschafterInnen der Fakultät mit drei Experten: Daniel Dörler und Florian Heigl vom Citizen Science Network Austria, das an der Universität für Bodenkultur Wien koordiniert wird und in dem die Universität Wien Mitglied ist, sowie Ian McCallum vom Center for Earth Observation and Citizen Science am International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA).

Prinzipiell sei Citizen Science als Methode in allen Wissenschaftsbereichen anwendbar, erklärte Daniel Dörler vom Citizen Science Network Austria. „Die Citizens sollten dabei allerdings nicht die Forschungsobjekte sein – also nicht beforscht werden, sondern selber forschen.“ Über die Fördermöglichkeiten von Citizen Science-Projekten informierte Tobias Reckling vom Forschungsservice der Universität Wien.

Diskutiert wurden neben konkreten Projektideen auch die Möglichkeiten, Menschen zu motivieren, an Citizen Science-Projekten teilzunehmen. Dafür sei es zentral zu wissen, wo man seine Zielgruppe findet. Teilweise seien diese bereits in Vereinen oder Vereinigungen organisiert; teilweise seien Medienpartnerschaften eine gute Idee. Auch während des Projektes gelte es, mit den Citizen-Scientists zu kommunizieren: „Um ein Citizen Science Projekt durchzuführen, baut man eine Community auf – und muss auch mit ihr kommunizieren“, betonte Florian Heigl vom Citizen Science Network Austria die Bedeutung von Community Management.

Vom 15. bis 19. Oktober 2018 fand in Grünau im Almtal (Oberösterreich) eine Summer School zum Thema "Citizen Science in Theorie und Praxis" statt. Die Veranstaltung wurde von 2 Doktorandinnen und 1 Doktoranden der Vienna Doctoral School CoBeNe der Universität Wien organisiert: Lara Iaiza und Verena Pühringer-Sturmayr untersuchen das Sozialverhalten von Graugänsen und Waldrappen an der Core Facility Konrad Lorenz Forschungsstelle für Verhaltens- und Kognitionsbiologie in Grünau im Almtal, während Arno Cimadom am Department für Verhaltensbiologie in Wien an der Ökologie der Darwinfinken arbeitet.

Insgesamt 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 16 Ländern (4 Kontinente!) und 26 verschiedenen Institutionen (von Universitäten über Nationalparks bis hin zu NGOs) nahmen an der Summer School teil. Nicht nur die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zahlreich und mit vielfältigen Interessen, auch das Programm bot umfassende verschiedene Ansätze und Phasen eines Citizen Science-Projekts. Insgesamt bot die Summer School ihren Teilnehmerinnen und Teilnehmern 15 Präsentationen, 4 Workshops und 2 Rundgespräche.

Citizen Science ist ein wachsender Ansatz in der Wissenschaft, der Laien in den Forschungsprozess miteinbezieht. Citizen Science kann in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, von der Erfassung der Biodiversität bis hin zu den Sozialwissenschaften. Ziel dieser Summer School war es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das grundlegende Verständnis der Methode und die notwendigen Werkzeuge für die Entwicklung eines eigenen Projekts von der Datenerhebung bis zur Veröffentlichung zu vermitteln.

Die 8 geladenen Referentinnen und Referenten (aus 4 Ländern und 7 Institutionen) diskutierten die folgenden Themen:

  • Peter BROWN von der Anglia Ruskin University (Cambridge) sprach über Citizen Science in den Bereichen Biodiversitätserfassung sowie Datenvalidierung, Verifizierung und Qualitätskontrolle. Darüber hinaus diskutierte er mit uns das Thema Citizen Science und begutachtete Publikationen.

Forschen mit Hilfe interessierter Bürgerinnen und Bürger? Das ist gerade ein heißes Thema an der Konrad Lorenz Forschungsstelle (KLF; seit 2012 eine Core Facility der Universität Wien) in Grünau im Almtal (Oberösterreich). Die KLF wurde 1973 vom Nobelpreisträger – aber zuallererst Zoologen, Ethologen und Ornithologen – Konrad Lorenz (damaliger Direktor des Deutschen Max-Planck-Instituts für Verhaltensphysiologie in Seewiesen) gegründet. Zu dieser Zeit trat der damals 70-jährige seinen Ruhestand an und suchte einen Platz, an dem er die Forschung an seinen über 100 Graugänsen fortsetzen konnte. Das alte Mühlengebäude in Grünau im Almtal war der geeignete Ort dafür, da es nicht weit vom Cumberland Wildpark gelegen ist, welcher vom Herzog von Cumberland gegründet wurde. Allerdings musste zuerst das Gebäude umgebaut und Teiche gegraben werden, bevor die Graugänse von Seewiesen nach Grünau gebracht werden konnten. Seither wird an der KLF Verhaltensforschung betrieben. Allerdings haben sich die Methoden der Verhaltensbiologie seit damals verändert und weiterentwickelt. Ein brandneues Thema ist es zum Beispiel, Bürgerinnen und Bürger in die Forschung mit einzubeziehen und ihnen diese näher zu bringen – die sogenannte Bürgerwissenschaft bzw. Citizen Science. Vor kurzem wurde ein Review über die Stärken und Herausforderungen von Citizen Science in der Wildbiologie in der Zeitschrift Ethology veröffentlicht. Der Artikel präsentiert mehrere Fallstudien, die zeigen, dass Citizen Science erfolgreich auf Forschungsprojekte im Bereich der Wildbiologie angewendet werden kann (hier zum Nachlesen). Die internationale Vernetzung mit Wissenschaftlern, welche Citizen Science als Forschungsmethode verwenden, machte es Dr. Didone Frigerio möglich, das Department Ökosystemleistungen in Leipzig mit einem COST Action-Stipendium zu besuchen, um im Rahmen eines 10-tägigen Workshops die Bedeutung des Geschichtenerzählens für Citizen Science genauer zu untersuchen (hier zum Nachlesen).

Ein Höhepunkt ist auch die diesjährige Summer School zum Thema „Citizen Science in Theory and Practice“, welche vom 15. bis 19. Oktober in Grünau im Almtal abgehalten wird. Diese wird von PhD Kandidaten der Core Facility KLF, des Departments für Verhaltensbiologie der Universität Wien und der Vienna Doctoral School CoBeNe organisiert und von Letzterer finanziell unterstützt. Wir freuen uns das die Summer School ein großes internationales Interesse geweckt hat (Teilnehmer aus 16 Ländern) und diese bereits ausgebucht ist. Uns erwarten 5 Tage voller interessanter Vorträge, Workshops und Diskussionen.

Derzeit beschäftigt sich die KLF Arbeitsgruppe „GreyBis4socs“ (Team bestehend aus Post Docs, PhD Kandidaten und Forschungsassistentinnen) mit drei Citizen Science Projekten: „Visible Science“, „NBI goes Citizen Science“ und dem Sparkling Science Projekt „GRASS – Graugänse als Tiermodell für soziale Systeme“. Die beiden erstgenannten Forschungsprojekte werden mittels einer App („Forschen im Almtal“ und „WaldrApp“, downloadbar für Android und Apple: (1) Visible Science – Android, Apple (2) NBI goes Citizen Science – Android, Apple) unterstützt, in denen Citizen Scientists ihre Beobachtungen „spotten“ können. Das Projekt „Visible Science – Citizen Science als Interface zwischen Top-Verhaltensforschung und einem Tierpark“ beschäftigt sich mit dem Vergleich von Brut, Aufzucht und Betreuung von Jungtieren bei drei Modell-Vogelarten (Graugänsen, Kolkraben und Waldrappen). Dabei wird eng mit dem Cumberland Wildpark Grünau zusammengearbeitet. Anhand der App werden Verhaltensbeobachtungen sowie Sichtmeldungen über die individuell markierten Vögel ermöglicht und Informationen über die Qualität der Paarbindung, sowie über lokale Traditionen betreffend Rast- und Nahrungsplätze erworben. Im Rahmen des heurigen Citizen Science Awards (Preisverleihung am 12.11.2018) des Zentrums für Citizen Science nahmen im Mai und Juni Schulklassen und andere interessierte Wildparkbesucher an diesem Citizen Science Projekt teil. Mehr als 1400 Sichtmeldungen wurden bis 31.08.2018 bereits mit Hilfe der App gemeldet. Das Projekt „NBI goes Citizen Science – Wissen schaffende Bürgerinnen und Bürger“ untersucht, welche Eigenschaften die Nahrungsgebiete der Waldrappe aufweisen. Anhand der App könnt ihr Informationen über den Verbleib der Waldrappe und die ökologischen Eigenschaften der besuchten Areale aufnehmen. Das Sparkling Science Projekt „GRASS – Graugänse als Tiermodell für soziale Systeme. Die Modulation circannualer Aktivitätsmuster im sozialen Kontext: Das Modell Graugans (Anser anser)“ beschäftigt sich mit der Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Aktivitätsmustern, Verdauungseffizienz und Sozialverhalten, also die Modulation der Rhythmen durch den sozialen Status bzw. die Rangordnung bei einem hoch-sozialen und langlebigen Wirbeltier, der Graugans.

Haben wir euer Interesse geweckt? Dann schaut rein und forscht mit!

 

Einladung zum Forum Citizen Science 2018 vom 6.-7.September in Frankfurt am Main
Autoren: Bürger schaffen Wissen-Team

Das Forum Citizen Science bietet alljährlich der Citizen-Science-Community eine Plattform für Diskussion, Erfahrungsaustausch und Vernetzung. Wir laden alle Vertreter*innen aus Gesellschaft, Wissenschaft und Politik ein, hier gemeinsam die Zukunft der Bürgerforschung in Deutschland mit uns zu gestalten. Das diesjährige Forum Citizen Science findet vom 6. – 7. September 2018 in Frankfurt am Main unter dem Motto „Gemeinsam mehr erreichen“ statt.

Wir freuen uns sehr, dass wir Frau Prof. Dr. Dr. Martina Schäfer (TU Berlin, Zentrum für Technik und Gesellschaft) und Herrn Dr. Matthias Nuss (Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden) für zwei spannende Keynotes gewinnen konnten. Darüber hinaus erwartet die Teilnehmenden an den zwei Tagen ein interessantes und abwechslungsreiches Programm. Neben einer Vielzahl von spannenden Projektvorstellungen aus der Welt der Bürgerforschung können sich Teilnehmende beispielsweise zum Workshop “Citizen Science with Cultural Probes? - Kreative Methodenentwicklung am Beispiel des Projekts Repara/kul/tur” oder zu einem Panel über Citizen Science und Bildung anmelden. Abgerundet wird das Programm mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion am Donnerstagabend von Seiten der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung. Am Freitagnachmittag haben alle Interessierten zudem die Möglichkeit, an einer Führung durch das Senckenberg-Museum teilzunehmen. Natürlich wird es darüber hinaus auch ausreichend Zeit und Raum geben, sich mit anderen Akteur*innen zu vernetzen und auszutauschen.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme am Forum Citizen Science 2018 vom 6.-7. September 2018 in Frankfurt am Main!

Hier geht es zum Programm / zur Anmeldung!

Vom 3.-5. Juni fand in Genf die zweite Konferenz der European Citizen Science Association (ECSA) statt. Diese Tagung, die alle zwei Jahre in einer anderen europäischen Stadt stattfindet, ist immer ein großer Anziehungspunkt für Citizen Science Akteurinnen und Akteure aus der ganzen Welt. Fast 400 Personen nahmen dieses Jahr teil und wurden von Science et Cité und der Universität Genf, den heurigen Gastgebern, in einem Theater in der Innenstadt begrüßt. Während bei der 1. ECSA Konferenz in Berlin 2016 “nur” sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Österreich kamen, stellte Österreich nun die drittgrößte Teilnehmergruppe.

Natürlich nutzten auch wir von Österreich forscht die Gelegenheit, unsere Entwicklungen seit der letzten Konferenz 2016 in Berlin vorzustellen. Wir organisierten einen Workshop zu unseren Qualitätskriterien, waren Teil einer sogenannten Dialogue Session zu nationalen Netzwerken und organisierten eine Netzwerksession mit dem Titel “Sharing the Knowledge - Sharing the Love” mit.

Zu unserem Workshop fanden sich ca. 40 Personen ein, um ihre Sicht auf unsere Qualitätskriterien mit uns zu teilen und konstruktive Kritik zu üben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus unterschiedlichsten Ländern, wie z.B. China, Deutschland, Schweiz, USA, UK, Frankreich, Spanien. Sehr positiv wurde aufgenommen, dass die Kriterien viele verschiedene Bereiche abdecken, so ein Kommentar eines Teilnehmers aus der Schweiz. Eine Teilnehmerin aus Spanien, die gerade erst mit einem Projekt angefangen hatte, war sehr erfreut darüber, dass es nun Kriterien gibt, da ihre beiden Betreuer sich uneinig darüber sind, ob ihr Projekt ein Citizen Science Projekt ist oder nicht. Eine andere Teilnehmerin aus Frankreich äußerte sich ähnlich, da sie und ihr Team sich immer unsicher waren, ob sie ihr Projekt zu Ernährungsgewohnheiten als Citizen Science Projekt bezeichnen konnten.

Wie schon bei unserer Österreichischen Citizen Science Konferenz in Salzburg wünschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einzelnen Kriterien eine klarere Formulierung, um Missverständnissen vorzubeugen. Einzelnen gingen die Kriterien nicht weit genug, sie wünschten sich in einzelnen Bereichen, wie z.B. Open Science, die Aufnahme weiterer Kriterien.

Zum Abschluss des Workshops gab es noch ein Kommentar einer Kollegin aus den USA, die in Citizen Science Kreisen bereits einige Bekanntheit erlangt hat, nämlich Jennifer Shirk. Sie fand die Kriterien mutig und ambitioniert, eine wichtige Entwicklung, die jedoch nicht zur Überregulierung führen dürfe, um die Offenheit von Citizen Science nicht zu gefährden. Dieses Kommentar und natürlich auch alle anderen freuten uns sehr und wir werden die nächsten Tage und Wochen nun damit verbringen, dieses Feedback zusammenzufassen und in die Weiterentwicklung der Kriterien einfließen zu lassen.

RRI, also Responsible Research and Innovation, ist eine Querschnittsmaterie in Horizon 2020, dem großen Forschungsförderungsprogramm der Europäischen Union. Kurz gesagt, binden Projekte, welche nach RRI-Prinzipien durchgeführt werden, die Gesellschaft in den Forschungs- und Innovationsprozess mit ein und richten sich damit oft auch an gesellschaftlichen Herausforderungen aus. Sie berücksichtigen Fragen zur Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern, Geschlechtergleichstellung, zum freien Zugang zu Forschungsergebnissen, zur Wissenschaftsvermittlung, zur Ethik und zur Steuerung von Forschungsprojekten. Zur tatsächlichen Anwendbarkeit von RRI Kriterien in Forschungsprojekten organisierte das Projekt New Horrizon ein Social Lab in Berlin, zu dem auch ich als Vertreter für das Citizen Science Network Austria, von der Vereinigung deutscher Wissenschaftler eingeladen war.

Dieses Social Lab stand unter dem Fokus von „Climate Action, Environment, Resource Efficiency and Raw Materials” und brachte 24 Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen aus verschiedenen Ländern zusammen. Es waren Vertreter von öffentlichen und privaten Forschungsorganisationen, NGOs, Förderinstitutionen und Unternehmen. Alle brachten ihren jeweiligen Kenntnisstand zu RRI und auch ihre persönlichen Erwartungen und Interessen in den Workshop ein.

Am ersten Tag tauschten wir uns intensiv zu RRI in unserem beruflichen Umfeld aus. Dabei wurde sehr schnell deutlich, wie unterschiedlich der Wissensstand zu RRI war und welche verschiedenen Erwartungen an dieses Konzept gestellt wurden. Oft stellten Teilnehmerinnen und Teilnehmer fest, dass sie zwar noch kaum etwas zu RRI gehört hatten, aber dieses Konzept dennoch schon seit vielen Jahren in ihrer täglichen Arbeit leben. Gerade NGOs, aber auch Unternehmen, hoffen durch RRI einen offeneren Zugang zu Forschungsergebnissen, aber auch zu Forschung an sich. In der Zusammenarbeit mit Forschungsinstitutionen stoßen sie oft auf starre Strukturen, die Kooperationen erschweren. Durch RRI erwarten sie eine erhöhte Flexibilität im Forschungsprozess, welche das schnelle Reagieren auf unerwartete Ereignisse ermöglichen.

Forscher auf der anderen Seite sehen damit vor allem eine Möglichkeit die Relevanz ihrer Forschung zu erhöhen, die Sichtbarkeit zu steigern und durch neue Kooperationen neue Forschungsfragen zu generieren.

Die Risiken des Konzeptes sahen viele in der Überforderung der handelnden Personen durch wieder ein neues Kriteriensystem. Zusätzlich sahen viele der anwesenden Personen RRI noch als eine Art Feigenblatt, da in den meisten Fällen RRI zwar erwünscht ist, die Umsetzung in Projekten jedoch nur selten evaluiert wird.

Forschung mitgestalten: SCIENCE4YOUTH startet im Herbst!

Das neue Ausbildungsprogramm "SCIENCE4YOUTH" der Ludwig Boltzmann Gesellschaft gibt Jugendlichen die Möglichkeit, Einblicke in Forschung im Bereich psychischer Gesundheit zu erhalten. Dabei unterstützen sie WissenschaftlerInnen bei ihrer Arbeit und können selbst Forschungsprojekte entwickeln und durchführen.

Im Rahmen der Initiative „Open Innovation in Science“ können junge Menschen ab 16 Jahren in Schule oder Ausbildung ab Herbst 2018 im zweisemestrigen Ausbildungsprogramm „SCIENCE4YOUTH – Forschung mitgestalten“ Grundbegriffe der Forschung, Innovation und den Ablauf von Forschungsprojekten kennenlernen. Gemeinsam mit WissenschaftlerInnen, die sich mit der Frage beschäftigen, wie Kindern psychisch kranker Eltern am besten geholfen werden kann, entwickeln die JungforscherInnen ihre eigene Forschungsfrage und setzen ein Forschungsprojekt in die Tat um.

Das Ausbildungsprogramm, das mit einem Zertifikat abschließt, richtete sich insbesondere an alle SchülerInnen, die Einblicke in Forschung gewinnen möchten, Interesse und/oder eigene Erfahrungen im Bereich psychischer Gesundheit haben und/oder sich auf die Vorwissenschaftliche Arbeit vorbereiten möchten.

In sechs Modulen lernen die jungen ForscherInnen spielerisch mittels einer Onlineplattform und regelmäßigen Treffen mit ihren Peers und MentorInnen in Wien wesentliche Begriffe aus der Forschung und Forschungsmethoden kennen, entwickeln eigene Forschungsfragen und ein Forschungsprojekt und unterstützen WissenschaftlerInnen bei ihrer Arbeit. Darüber hinaus haben die SchülerInnen die Möglichkeit, Ideen für ihre schulische Abschlussarbeit zu sammeln, den SCIENCE4YOUTH -Award zu gewinnen und ein zweiwöchiges Forschungspraktikum im Sommer 2019 an einem der beiden Forschungsstandorte in Krems oder Innsbruck zu absolvieren.

Nähere Informationen: https://ois.lbg.ac.at/en/methods-projects/science4youth

Am Freitag den 13. April 2018 fand die österreichweite "Lange Nacht der Forschung" statt. Österreichweit luden 2.600 Stationen Besucherinnen und Besucher dazu ein, Forschung hautnah kennen zu lernen. In diesem Rahmen organisierte das Citizen Science Netzwerk Austria gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museuem Wien, dem Science Center Netzwerk und dem Zentrum für Citizen Science einen Schwerpunkt im Museum zu Citizen Science.

Auszug aus der APA-OTS des NHM-Wien vom 26. März 2018:

Der „Citizen Science Marktplatz“ bietet an 13 Stationen zum Mitmachen die Möglichkeit, mehr über Forschungsprojekte namhafter Institutionen zu erfahren, bei denen Besucherinnen und Besucher als Citizen Scientists aktiv werden können. Das NHM Wien ist mit acht unterschiedlichen Citizen Science-Projekten vertreten.

Außerdem laden die Universität Wien, die BOKU Wien, MedUni Wien, VetMed Wien, GLOBAL 2000, BirdLife Österreich, die Österreichische Mykologische Gesellschaft, die AGES, die Plattform Österreich forscht, das Zentrum für Citizen Science und die ÖAW zum Mitforschen ein.

Daneben bietet das „Science Café“ (im Café des NHM Wien) die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre in die Welt von Forscherinnen und Forschern einzutauchen und mehr über ihren Alltag zu erfahren.  

Bei der diesjährigen Jahresversammlung der European Geosciences Union (EGU), die im Austria Center in Wien stattfand, organisierten wir gemeinsam mit Taru Sandén vom Projekt Tea Bag Index, Steffen Fritz vom IIASA mit den Projekten Fotoquest Go, Picture Pile und GeoWiki, und einigen anderen internationalen Forscherinnen und Forschern (u.a. von der NASA)  eine Session (d.h. einen Vortragsblock) zum Thema “Citizen Science im Zeitalter von Big Data”.

Die EGU ist eine weltweite Vereinigung von Geowissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern. Der Begriff Geowissenschaften wird hier ganz bewusst breit angelegt. Darunter fallen nicht nur Geologen (Gesteinsforschung), sondern etwa auch Hydrologen (Gewässerforschung) oder Meteorologen (Wetterforschung). Insgesamt fanden sich mehr als 15.000 Forscherinnen und Forscher aus 106 Ländern im Wiener Austria Center ein, um über ihre aktuellen Forschungserkenntnisse zu diskutieren und sich zu neuen Methoden auszutauschen.

Neben den bereits oben erwähnten Projekten von Taru Sandén und Steffen Fritz finden sich auf Österreich forscht noch einige andere Projekte, die unter diese Kategorie der Geowissenschaften fallen. Was viele dieser Projekte (und auch einige andere, die nicht unter den Begriff der Geowissenschaften fallen) gemeinsam haben, ist die Verarbeitung riesiger Datenmengen, so genannter Big Data. Das Ziel unserer Session war es, gängige Verarbeitungs- und Analysemethoden darzustellen und Projekten auch die Möglichkeit zu geben, die Grenzen von Big Data aufzuzeigen.

Insgesamt präsentierten sich 12 Projekte mit den unterschiedlichsten Inhalten in unserer Session. Da ging es von der Auswertung von Social Media Daten nach Katastrophen zur genaueren Analyse von Ort, Zeit und Ausmaß der Zerstörung, über den Vergleich von Satelliten- und vor-Ort-Daten bei Landnutzungsanalysen bis hin zu Kohlenstoffzyklen in unserer Erde. Jedes Projekt stellte sich in 2 Minuten vor, und das interessierte Publikum konnte danach an interaktiven Touchscreens mit den jeweiligen Projektleiterinnen und -leitern in Austausch treten.

Das Interesse an unserer Session war sehr groß. Es fanden sich zahlreiche interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein und diskutierten nach den kurzen Projektvorstellungen eine Stunde lang intensiv über Big Data und Citizen Science. Wir vom Organisationsteam waren sehr erfreut über die hohe Qualität der Beiträge und auch über die zahlreichen Besucherinnen und Besucher, und möchten daher auch nächstes Jahr wieder eine Session zu Citizen Science bei der EGU organisieren.

Am 19.3.2018 fand an der Universität Lissabon ein Meeting im Rahmen der COST “Citizen Science to promote creativity, scientific literacy, and innovation throughout Europe” zu nationalen Citizen Science Strategien statt. Citizen Science Akteurinnen und Akteure aus ganz Europa kamen zusammen, um in diesem ganztägigen Workshop herauszufinden, welche Bedingungen es braucht, damit eine nationale Strategie zu Citizen Science entstehen kann. Es waren sowohl Länder vertreten, die bereits eine nationale Strategie besitzen, als auch solche, die noch keine haben bzw. gerade erst eine Strategie entwickeln. In diesem Rahmen nahm ich als Vertreter für das Citizen Science Network Austria und Österreich forscht teil. In diesem Blogbeitrag möchte ich mich vor allem auf die unterschiedlichen Ländersituationen konzentrieren und diese kurz vorstellen: 

In einer ersten Runde wurden in kurzen Präsentationen bereits bestehende Strategien vorgestellt. Katrin Vohland, Vertreterin für die deutsche Plattform Bürger schaffen Wissen, sprach über die Beweggründe des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung, die Schaffung einer solchen Plattform zu fördern, und was dieser Top-Down Ansatz (also ein Ministerium als Ausgangspunkt für die Organisation der Citizen Science Bewegung in Deutschland) in der konkreten Umsetzung bedeutet. Durch die Positionierung des Ministeriums konnte damit vor allem ein Grünbuch für eine offizielle nationale Strategie für Citizen Science in Deutschland für das Jahr 2020 erreicht werden.

In der nächsten Präsentation konnte ich Österreich forscht als Bottom-Up Initiative von Citizen Science Akteurinnen und Akteuren für Citizen Science Akteurinnen und Akteure dem deutschen Ansatz gegenüberstellen. Während in Deutschland durch vorab definierte Dialogveranstaltungen ein Fahrplan zur Erstellung einer Strategie vorgegeben war, wurde Citizen Science in Österreich vor allem durch die Motivation der einzelnen Mitglieder im Netzwerk geprägt. Durch die Anwendung einer sogenannten Do-ocracy, bei der jedes Mitglied im Netzwerk dieses prägen kann, wenn er bzw. sie bereit ist, Zeit und Arbeit zu investieren, konnte trotz in vielen Bereichen noch fehlender finanzieller Förderung sehr viel erreicht werden. Vor allem die Qualitätskriterien für Citizen Science Projekte auf Österreich forscht sind ein best-practice Beispiel für die Selbstorganisation dieses Netzwerks. Auch Petra Siegele, Leiterin des Zentrums für Citizen Science, war bei diesem Treffen dabei und konnte vor allem auch Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu offiziellen Positionen des österreichischen Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung beantworten.

Férmin Serrano stellte danach die spanische Bewegung vor, die vor allem durch die Stiftung Ibercivis geprägt wurde. Diese nahm sich schon relative früh dem Thema Citizen Science an. Während in Deutschland und Österreich die Entwicklung hin zu Citizen Science Strategien führte, die unter anderem auch festlegen, was unter dem Begriff Citizen Science verstanden wird, ist in Spanien vor allem die Offenheit für verschiedene Konzepte prägend. Dies ermöglicht es viele Initiativen und Projekte zu versammeln, führt aber auch manchmal zu Schwierigkeiten in der Abgrenzung von Bürgerbewegungen zu Citizen Science.

Christina Luís aus Portugal präsentierte dann auch die Citizen Science Bewegung in einem Land, in dem es keine nationale Strategie und auch kein Citizen Science Netzwerk gibt. In Portugal existieren zwar einige Dutzend Citizen Science Projekte, doch eine Vernetzung zwischen diesen fand bisher noch nicht statt. In einem ersten Projekt konnten verschiedene Stakeholder identifiziert werden, die in Zukunft auch angesprochen werden sollen, wenn es um einen Austausch zu diesem Thema geht. Eine große Hürde für ein solches Netzwerk in Portugal ist vor allem die fehlende Finanzierung. Das portugiesische Wissenschaftssystem leidet sehr unter der Budgetknappheit, die seit der Finanzkrise im ganzen Land herrscht.

People - Places - Stories
The role of storytelling in Citizen Science

Autorinnen: Didone Frigerio & Andrea Sieber

Geschichten lenken Aufmerksamkeit, Emotionen und Verstehen. Die narrative Methode „Storytelling“ bedeutet in der Citizen Science- Praxis wie auch für die wissenschaftliche Analyse eher ein „in die Geschichte hinein erzählen“ als ein „Geschichte erzählen und zuhören“. Die wissenschaftliche Betrachtung der Relevanz des Storytelling für Citizen Science Projekte verbunden mit der Entwicklung eines gemeinsames Modell für die Anwendung der narrativen Methode in unterschiedlichen Wissenschafts-Bereichen (von Sozial- über Natur- und Bildungswissenschaften) ist Ziel unseres 10-tägigen COST Action „Citizen Science to promote creativity, scienctific literacy, and innovation throughout Europe“- Forschungsaufenthaltes in der Arbeitsgruppe von Aletta Bonn und Anett Richter im Department Ökosystemleistungen/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ/iDiv in Leipzig.

In diesem Rahmen initiierten wir einen Workshop mit ExpertInnen aus der Natur- und Sozialwissenschaften, das Verhältnis zwischen Storytelling und „Narration“, die Einsatzmöglichkeiten des Narrativen so wie das große Potential von Narration in Citizen Science Aktivitäten zu eruieren. Insgesamt zeichneten sich dabei die Teilnehmenden einig über die Tatsachen, dass Storytelling im Rahmen von Citizen Science Projekte in verschiedenen Forschungsphasen vorkommen kann, jedoch bildet es ein Kernelement des Prozesses. Zudem ist Storytelling multifunktional, da es sowohl als Objekt (z.B. Geschichten als Wissensträger/Datenquelle) als auch als Methode (z.B. Kommunikation nach innen/außen) verwendet wird. Dieser Ansatz wollen wir in den nächsten Zeit vertieft untersuchen und in einer wissenschaftlichen Publikation aufbereiten. Wir berichteten aus Österreich von unseren Sparkling Science Projekten und der Rolle von Storytelling darin:

Ich (Didone) nutze in meiner  Forschung zur Verhaltensbiologie Storytelling als Tool für wissenschaftliche Kommunikation. Unser Slambeitrag zum Projekt „Sozialer Zusammenhalt beim Waldrapp“ mit SchülerInnen der 4. Klasse der Volksschule Mühldorf/Oberösterreich war Publikumsliebling beim Sparkling Science Slam in Wien (https://www.youtube.com/watch?v=6UlIIvdgD8M).

Ich (Andrea) erläuterte die bedeutende Rolle des Zuhörers beim Storytelling und teilte meine Erfahrungen im Lesachtal zum Thema Oral History zur Erfassung und Transfer von Immateriellen Kulturerbes im intergenerationellen Dialog mit. In meinen Projekten bilden Narrative in allen Forschungsphasen ein Kernelement der partizipativen Forschung mit BürgerInnen. Sie sind sowohl Erhebungsgegenstand durch Schreibaufrufe, Erzählcafes, intergenerationelle Interviews…als auch Mittel bei der kreativ-performativen Ergebnispräsentation in Form von Animationsfilmen, Raps, Ausstellungen… zu den Forschungserkenntnissen (www.lesachtalerbrot.wordpress.com, www.lesachtalerflachs.wordpress.com).

Im Workshop berichtete Victoria Miczajka-Russmann (Universität Leipzig, Erziehungswissenschaften) über ihre Erfahrungen mit Grundschulkindern als Ökosystemforscher und Jörg Zabel (Universität Leipzig, Biologiedidaktik) über die Rolle von Geschichten bei der Vermittlung von naturwissenschaftlichen Fakten wie z.B. der Evolutionsgeschichte.

Am 21.11.2017 fand Österreichs erstes Citizen Science Pub Quiz namens "Pub forscht" statt, und es war ein großer Erfolg! In der Beaver Brewing Company versammelten sich mehr als 80 quizbegeisterte Personen um mitraten zu dürfen. Doch der Reihe nach: wie kam es zu dieser Veranstaltung und was war das Ziel?

Es begann alles bei einer kleinen Feier nach der letzten Österreichischen Citizen Science Konferenz (ÖCSK) gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und dem österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF). Diese ÖCSK war mit 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die größte Konferenz bisher. Wir alle freuten uns sehr über diesen Erfolg, dennoch hatten wir das Gefühl, dass es noch niederschwelligere Angebote für Bürgerinnen und Bürger geben muss, damit Citizen Science bekannter wird. Unsere Kollegen von der AGES kamen dann auf die Idee eines Citizen Science Pub Quizes.

Zuerst haben wir noch gescherzt, doch ziemlich schnell entwickelte sich aus den Scherzen ein vernünftiges Konzept. Mit der Beaver Brewing Company war auch sehr schnell ein Lokal gefunden, mit dem sich aufgrund unserer Vorerfahrungen solch ein Vorhaben unkompliziert umsetzen ließ. Also beschlossen wir, diese Idee in die Tat umzusetzen. Das wichtigste waren natürlich die Fragen, die alle irgendwie mit Wissenschaft zu tun haben mussten und nicht zu leicht und nicht zu schwer sein durften. In einer kollektiven Anstrengung schafften wir es die 13 Fragen zu finden, die durch den Abend führen sollten und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor Augen führen sollten, dass Wissenschaft spannend, interessant und an den ungewöhnlichsten Orten anzutreffen ist.

Als dann der Tag der Veranstaltung kam, waren wir überwältigt vom großen Interesse an "Pub forscht". Wir rechneten mit ca. 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, und stellten erstaunt fest, dass es 80 Reservierungen gab, und die Beaver Brewing Company damit fast aus allen Nähten platzte. Sogar an der Bar saß eine quizbegeisterte Gruppe aus Slowenien! Bei erfrischenden Getränken und ausgezeichnetem Essen warteten alle auf den Start des Quizzes.

Nach einer kurzen Begrüßung durch unsere Moderatoren Christoph Unger und Taru Sandén ging es dann auch schon los, und zwar zweisprachig auf deutsch und englisch. Zugegeben, manche Fragen waren nicht leicht. So lautete z.B. eine Frage:

Blogbeitrag: Tornado & Hagelunwetter bei Wien-Schwechat

Glück im Unglück hatten zahlreiche Personen am 10.7.2017 insb. am Flughafen Schwechat, ohne es zu wissen. Am Tag genau 101 Jahre nach der größten Wirbelsturm-Katastrophe in Österreich ereignete sich im Raum Wien-Schwechat ein Unwetter, welches auch einen Tornado hervorbrachte. Bei dem Tornado 1916 in Wiener Neustadt gab es 34 Todesopfer und mehr als 300 Schwer- & Mittelschwerverletzte!  Dieses Mal zog ein Tornado jedoch nur über Felder und Straßen, so kamen keine Personen zu Schaden. Der Wirbelsturm löste kurz vor den Landespisten des Flughafen Schwechats auf – nicht auszumalen, was passiert wäre, wäre der Tornado nur 1 Kilometer weitergezogen. Hier ein Rückblick der Ereignisse und wie es dazu kam.

Der 10. Juli beginnt wie zahlreiche Tage im Juli, schon am Vortag gibt es im Radio, Fernsehen & Internet die Wetteransage: „Gewitter sind im Tagesverlauf möglich, einzelne können auch kräftiger sein“. Tatsächlich befindet sich über Westeuropa ein Trog (Gebiet mit geringem Luftdruck), dadurch kommt von Südwest feuchte und warme Luft nach Österreich. Relativ unerwartet gibt es bereits in den Morgenstunden im Wiener Becken einige Schauer und Gewitter. Durch den Regen ist es in der bodennahen Luft sehr feucht. Nach den Schauern scheint überall wieder die Sonne – die Temperaturen steigen vielerorts über 30°C – es wird sehr dunstig und schwül.

Um Mittag herum lassen Meteorologen der ZAMG auf der Hohen Warte in Wien einen Wetterballon steigen, der Wetterdaten aus unterschiedlichen Höhen erfasst. Dabei wird immer klarer: heute sind heftige Gewitter möglich. Neben der hohen „Labilitätsenergie“ und der bodennahen Feuchtigkeit, herrscht auch eine ausgeprägte Winddrehung und Änderung der Windstärke in unterschiedlichen Luftschichten. All diese Indizien lassen Meteorologen & und auch die Sturmjäger und Beobachter von Skywarn vorsichtig werden – in solch einer Luft sind neben Hagelunwettern auch Tornados nicht ausgeschlossen.

Zeitlicher Ablauf:

Gegen 14 Uhr wird die Luft durch Winde gezwungen aufzusteigen. Insb. feuchte Luft strömt nun im Wiener Becken zusammen und wird gegen die Hügel vom Wiener Wald gedrückt – mächtige Haufenwolken und Gewitter entstehen. Ab 15 Uhr zieht ein kräftiges Gewitter vom Wiener Wald über den Bereich Vösendorf (SCS) im Bezirk Mödling und verstärkt sich weiter. In diesem Bereich bildet sich bereits eine rotierende abgesenkte Wolke (sogenannte Wallcloud) aus. Diese saugt immer mehr feuchte und warme Luft in das Gewitter.

CODE IT! – Gemeinsam Impfpolitik verstehen (FWF TCS14)
September 2016 – Juni 2017

Als politikwissenschaftliches Projekt war CODE IT! gewissermaßen ein Pionierprojekt – denn Citizen Science-Ansätze sind – anders als in den Naturwissenschaften –  in den Sozialwissenschaften nicht sehr verbreitet. Als TeilnehmerInnen konnten vorrangig Jugendliche gewonnen werden, die eine umfassende Analyse zur österreichischen Impfpolitik auf Basis diskursanalytischer Methoden durchführen konnten. Eine weitere Besonderheit des Projekts war, dass es mit Hilfe eines Online Tools durchgeführt wurde, welches durch das Projektteam gestaltet wurde und nun im Sinne der „open science“ Prinzipien frei verfügbar ist (citizenscience.univie.ac.at).

Einerseits war es das Ziel des Projektes, die empirische Datenbasis zur Debatte rund um die Impfung gegen die durch Geschlechtsverkehr übertragenen und in manchen Fällen krebsauslösenden Humane Papilloma Viren (HPV) zu erweitern. Dabei wurde untersucht, mit welchen Argumenten Fachinstitutionen – etwa politische, ökonomische oder wissenschaftliche Akteure – den öffentlichen Diskurs um die HPV-Impfung in Pressemeldungen gestaltet haben. Andererseits sollte analysiert werden, inwieweit Citizen Science zur Analyse von politischen Debatten bzw. für sozialwissenschaftliche Fragestellungen im Allgemeinen herangezogen werden kann. Als Datengrundlage dienten Pressemeldungen, die einen Schwerpunkt auf der HPV-Impfung hatten und sich auf dem APA Science-Portal befanden (n= 473). Diese Pressemeldungen wurden mithilfe eines dafür entwickelten Tools online kodiert und analysiert – daher auch das Acronym CODE IT!

Die Ergebnisse bestätigen Erkenntnisse aus dem Vorprojekt zur HPV-Impfdebatte in Österreich (Paul 2016). Beispielsweise beobachten wir eine Ausklammerung von bestimmten Aspekten (Geschlecht; sexuelle Übertragung von HPV) und eine diskursive Transformation der Impfung von einer „Mädchenimpfung“ hin zu einer scheinbar neutralen, und daher politisch weniger riskanten Kinderimpfung. Zugleich bietet der entstandene Datensatz weitere Möglichkeiten zur inhaltlichen Analyse (bspw. zur politischen Kommunikation zu Gesundheitsthemen, zur Wissenschaftskommunikation in der Impfpolitik). Weiters liefert das Projekt Einsichten zur Machbarkeit von „citizen social science“ und Herausforderungen wie beispielsweise Validierung von Daten. Die Ergebnisse des Projektes, sowie die entstandene Datenbank, als auch die dafür erstellte Infrastruktur, also das Online-Tool zum kodieren, wurde offen auf der Projekthomepage (citizenscience.univie.ac.at) zur Verfügung gestellt. Der Quellcode, der die Basis bietet, ist ebenfalls online verfügbar und kann – und soll – in anderen Forschungsprojekten weiterentwickelt werden.

Paul KT (2016) “’Saving lives’: Adapting and adopting HPV vaccination in Austria.Social Science & Medicine 153:193-200. (open access)

„Inside Trading Cultures“ Projekt mit Vorbereitungsworkshops zur BürgerInnen Ethnographie der Frankfurter Buchmesse gestartet

In dem vom FWF in der Programmlinie Top Citizen Science geförderten Projekt „Inside Trading Cultures“, was man mit „Innensicht von Handelskulturen“ übersetzen könnte, sind BürgerInnen aus St. Pölten und Umgebung Teil von sozialwissenschaftlicher Forschung des Instituts für Medienwirtschaft der FH St. Pölten auf der Frankfurter Buchmesse 2017. Das Projekt untersucht mit ethnographischen Feldforschungsmethoden die Rolle und Bedeutung von jährlich stattfindenden internationalen Handelsmessen im globalen Buchmarkt. Die Frankfurter Buchmesse als größte Messe ihrer Art nimmt dabei eine besondere Stellung ein und steht deshalb im Zentrum des Projekts.

Bewerbungs- und Auswahlverfahren achtet auf Diversität

Da für die Feldforschungsreise nach Frankfurt nur begrenzte Mittel zur Verfügung stehen und ein starker und nachhaltiger Partizipationsgrad im Projekt angestrebt wurde, konnten sich Bürgerinnen und Bürger bis zum 31. März 2017 zur Teilnahme am Projekt bewerben. Voraussetzung war ein grundsätzliches Interesse an den Themen Literatur und Buch bzw. der damit verbundenen Frage, wie internationale Buchmärkte oder Mediensysteme funktionieren. Die interessierten BürgerInnen mussten zudem einen kurzen Beitrag zu der Frage „Welche Rolle spielen Bücher in der heutigen Medienwelt?“ verfassen. Bei der Auswahl der TeilnehmerInnen durch die beteiligten SozialwissenschafterInnen wurde auf die vielfältigen Hintergründe (etwa bzgl. Alter, Geschlecht oder Herkunft) geachtet, da das Ziel des Citizen Science Projekts eine „Ethnographie aus unterschiedlichen Blickwinkeln“ ist. Dabei geht es vor allem darum, die komplexe gesellschaftliche Realität auf der Buchmesse unter Einbindung von Personen mit unterschiedlichen Wissens- und Erfahrungshorizonten in allen Phasen des Forschungsprozesses (v. a. Beobachtung auf der Buchmesse, Analyse, Schreibprozess) zu erreichen.

Erster Workshop: Kennenlernen, Organisieren und eine Einführung in Medienwirtschaft und Buchmarkt

Beim ersten von zwei vorbereitenden Workshops an der FH St. Pölten im Mai 2017 hatten die zwölf mitforschenden BürgerwissenschafterInnen und die beteiligten SozialwissenschafterInnen die Möglichkeit sich untereinander kennenzulernen und über das Citizen Science Projekt auszutauschen.

Blogbeitrag: Immaterielles Kulturerbe im Fokus - dialogische Formen der Datengenerierung und Ergebnispräsentation

Gegenstand des Sparkling Science Forschungsprojekts „BrotZeit. Lesachtaler Brot im intergenerationellen Dialog“ ist Brot, genauer: „der lebendige Prozess des Tradierens, der Weitergabe von Können und Wissen der Brotherstellung im Lesachtal bei gleichzeitiger Überprüfung auf die gegenwärtige Gültigkeit und Zukunftsfähigkeit“, ausgezeichnet als immaterielles Kulturerbe der Österreichischen UNESCO-Kommission. Es war Forschungsgegenstand in vielfältiger Weise, sowohl das Brot, das duftend aus dem Backofen geholt wird, als auch das Erfahrungswissen um seine Herstellung, ein nachhaltiges Element der regionalen Identität des Lesachtals. Die Erhebungsmethoden knüpften an die Alltagserfahrungen der Teilnehmenden an und ermöglichten dadurch ein Verständnis des konkreten Vorgehens. Es wurden Erhebungsmethoden entwickelt, die der konkreten Forschungssituation und den ForschungspartnerInnen im Alter von zehn bis 88 Jahren angemessen waren. So wurde der materielle Gegenstand Brot, gebacken von LesachtalerInnen, aus selbst gemahlenem Mehl von Getreide, das wieder zunehmend im Lesachtal angebaut wird, wurde „Trägerstoff“ des Projekts. Gemeinsames Tun von der Vorbereitung des Ackers, dem Säen und Ernten, Dreschen und Mahlen des Korns bis zum Backen und Verkosten des Brotes ist mit diesem „Trägerstoff“ verbunden und ermöglicht die Weitergabe und den Erwerb von Erfahrungswissen in unmittelbarer Wahrnehmung.


Als immaterielles Kulturerbe, bestehend aus dem traditionellen Wissen und den handwerklichen Fähigkeiten seiner Herstellung, ist Brot Teil der spezifischen Kultur des Lesachtales und wurde Gegenstand der Forschung,  im praktischen Tun, in ZeitzeugInneninterviews, bei einem Schreibaufruf und Diskussionen in öffentlichen Erzählcafes über das Zusammenspiel zwischen Dynamik und Kontinuität der Weitergabe. Das Wissen um das Brot stand im Mittelpunkt der intergenerationellen Kommunikation zwischen SchülerInnen und BäuerInnen, die gleichzeitig als Erhebungsmethode diente und als Projektziel angepeilt wurde.


Darüber hinaus wurde die Brottradition und Brotkultur im Kontext des immateriellen Kulturerbekultur als regionale Inwertsetzung untersucht. Die nachhaltige und lebendige Bewahrung von lokalem Erfahrungswissen und ihr Beitrag zu regionaler Identität ist Ergebnis reflektierten Handelns lokaler AkteurInnen, die den Getreideanbau im Lesachtal wieder aufnehmen, Mühlen instand setzen, Backöfen restaurieren, Brot backen und Feste zum Brot veranstalten. Das Projekt hat dieses Handeln zum Projektgegenstand gemacht und in Partnerschaft mit diesen lokalen AkteurInnen die lebendige Traditionen zur Lesachtaler Brotkultur in die Schule getragen und gemeinsam mit LehrerInnen und SchülerInnen wissenschaftlich untersucht und dokumentiert. Die Darstellung, Verbreitung und Nutzung der partizipativ gewonnenen Ergebnisse zeigen eine Reihe von Besonderheiten. Die Multiperspektivität und Mehrstimmigkeit soll dabei erhalten bleiben. Ferner sollte- wie bei der Datenerhebung- visuelle und performative Darstellungsformen einen Schwerpunkt bilden. Neben einem Science Slam Beitrag entstanden von unterschiedlichen ProjektpartnerInnen Medienprodukte.


So haben die JuniorforscherInnen (SchülerInnen im Alter von 10 bis 20 Jahren) ihre Forschungsaktivitäten in einem Blog dokumentiert und reflektiert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

www.lesachtalerbrot.wordpress.com

Blogbeitrag: Citizen Science Award 2017: Jeder kann mitforschen!

Bereits über 7.000 Personen unterstützten in den letzten beiden Jahren die österreichische Forschung im Rahmen des Citizen Science Awards. Auch dieses Jahr sind Einzelpersonen und ganz besonders Schulklassen eingeladen, Daten an Forschungsteams zu übermitteln. Die Engagiertesten werden mit Geld- und Sachpreisen ausgezeichnet.

Vielfältige Forschungsthemen

Interessierte können an vielfältigen Fragestellungen mitarbeiten: Wie viele Eichhörnchen leben in Österreichs Landeshauptstädten? Welche Möglichkeiten der politischen Partizipation gibt es? Wie steht es um die Wasserqualität in Österreichs Bächen? Weitere Forschungsbereiche sind das Leben und Schicksal der jüdischen Bevölkerung im Zentralraum Niederösterreich, die Verbreitung von Amphibien- und Reptilien sowie Strategien gegen Cyber-Attacken. Zwei weitere Projekte richten sich an spezifische Zielgruppen: Imker/innen können die Überwinterungserfolge von Bienenvölkern melden und Elementarpädagog/innen sind eingeladen, sich mit Entwicklungsauffälligkeiten bei Kleinkindern aufgrund des "Fragilen X Syndroms" zu befassen.

Beobachten und gewinnen

Mitforschen ist ganz einfach: Die Teilnehmer/innen übermitteln ihre Daten über Online-Plattformen, mit der Post oder persönlich an die Forschungsteams für die wissenschaftliche Auswertung. Besonders engagierte Citizen Scientists werden im Rahmen einer Festveranstaltung am 21. November mit den Awards prämiert. Das BMWFW stellt Schulklassen Geldpreise von bis zu 3.000 Euro für die Klassenkassa zur Verfügung. Einzelpersonen werden von den Forschungseinrichtungen mit Sachpreisen ausgezeichnet.

Wissenschaft und Gesellschaft

Als Citizen Science wird eine Arbeitsmethode bezeichnet, bei der wissenschaftliche Projekte partizipativ mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt werden. Der Citizen Science Award wird vom Zentrum für Citizen Science koordiniert. Die Service-und Informationsstelle zielt auf die Bekanntmachung und Weiterentwicklung von Citizen Science, Open Innovation und Responsible Science ab. Sie wird vom BMWFW finanziert und ist bei der OeAD-GmbH angesiedelt.

Informationen zum Mitforschen: https://www.zentrumfuercitizenscience.at/de/award

Österreich - Wasserreich

In Österreich sind wir stolz auf unsere sauberen Bäche. Und im Vergleich zu manch anderen europäischen Staaten sind sie das ja auch. Aber wie gut ist denn tatsächlich die Qualität unserer Bäche?

Gerade in unserem Land werden immer mehr Flächen als Siedlungsgebiete oder für die (Land)wirtschaft genützt. Das führt dazu, dass zunehmend Schmutzstoffe über diffuse Wege, wie Oberflächenabfluss, Straßenentwässerungen oder Erosion, in die Bäche eingetragen werden – Eintragspfade, die weder kontrolliert noch gelenkt werden können. Wird den Bächen dann zusätzlich noch jener Raum weggenommen, den sie für die Aufrechterhaltung ihrer Selbstreinigung benötigen (Uferrandstreifen, Auen, ein breites Bachbett), dann wird es kritisch.

Was können wir tun? Oft zeigt sich eine Belastung am schnellsten in den Sedimenten der Bäche. Im Projekt Wasserschafft sammeln wir deshalb Daten zur Sedimentqualität unterschiedlicher Bäche. Vor allem interessiert uns, ob sich eine Verbesserung der Gewässergestalt in belasteten Bächen positiv auf die Sedimentqualität auswirkt. Unser Projekt richtet sich an Lehrer. Wenn Sie mit Ihrer Klasse mitmachen, besuchen Sie unsere Projekthomepage: www.wasserschafft.at

Alle Klassen, die bis 31.5.2017 bei unserem Projekt mitmachen, können am Citizen Science Award des BMWFW teilnehmen. Nähere Informationen sind ab April auf zentrumfuercitizenscience.at/de/Award2017 zu finden.

Blogbeitrag: IDEAS LAB der Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Nach dem erfolgreichen Crowdsourcing-Projekt „Reden Sie mit!“ startet die Ludwig Boltzmann Gesellschaft ein IDEAS LAB zur „Psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“.

Sie ist erst acht Jahre alt. Wenn Mama wieder nicht aus dem Bett kommt und die Wand anstarrt, macht sie Kakao für sich und ihren kleinen Bruder. Dann zieht sie ihn an – Haube und Fäustlinge nicht vergessen! Schnell in die Schule, damit niemand schimpft. Irgendwann wird auffallen, dass sie nie Jause isst und dass ihr Bruder seit über einer Woche dasselbe anhat. Davor hat sie Angst. Aber Mama kann nicht! Dabei versteht sie kaum das Wort – Depression. Seelische Erkrankungen sind eine riesige Belastung für unsere Gesellschaft. Oft drücken sie auf die Kinder, die aufhören müssen, Kinder zu sein. Solche Kinder brauchen Hilfe – auch wenn das nicht von heute auf morgen geht. „Reden Sie mit!“ war das erste Crowdsourcing-Projekt im Bereich psychischer Erkrankungen in Europa. Gemeinsam mit anderen Menschen aus 83 Ländern haben Betroffene, Angehörige, Pflegende und viele mehr Themen zu psychischen Erkrankungen definiert, die von der Wissenschaft erforscht werden sollen. Jetzt folgen Taten! Die Ludwig Boltzmann initiiert das Forschungsprogramm „Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ mit einem Fokus auf: Kinder von psychisch erkrankten Eltern. Der Startpunkt dafür ist ein IDEAS LAB für das sich WissenschafterlerInnen verschiedener Disziplinen ab sofort und bis 8. März bewerben können. In diesem Ideas Lab werden 25 bis 30 Forschende für mehrere Tage zusammentreffen. Ziel ist es gezielt freies, vorbehaltloses Denken zu ermöglichen und disziplinäre Grenzen auflösen. Aus diesem Ideas Lab heraus sollen schließlich neue Forschungsprogramme entstehen denen für eine Laufzeit von vier Jahren pro Jahr EUR 1,5 Mio. zur Verfügung stehen.

Blogbeitrag: Habichtskauz trifft GeoMaus – Kooperation zwischen Projekten

Mit einer Spannweite von bis zu 125cm ist der Habichtskauz die größte waldbewohnende Eule in Österreich. Heute sind die Begegnungen mit diesen Eulen ein Glücksfall, denn der Habichtskauz verschwand vor rund 50-70 Jahren aus den österreichischen Wäldern. Neben ungewöhnlich kurzen Fluchtdistanzen und damit einhergehenden Abschüssen, wurde die Intensivierung der Waldbewirtschaftung den Käuzen zum Verhängnis. Durch eine frühere Entnahme der Bäume aus dem Wald verblieben immer weniger uralte Baumriesen mit ausreichend großen Baumhöhlen auf die der Habichtskauz zur Jungenaufzucht angewiesen ist. Im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes am Alpennordrand werden seit dem Jahr 2009 wieder junge Eulen in die österreichischen Wälder entlassen. Mit Erfolg: mehr als 60 Käuze sind bisher im Freiland ausgeflogen.

Heute stehen Eulen und Greifvögel unter Schutz und durch die Montage von rund 400 Nistkästen in Zusammenarbeit mit diversen Grundeigentümern in Wirtschaftswäldern stehen die Chancen auf eine Rückkehr des großen „Urwaldbewohners“ in Österreich gut. Bei der Erfolgskontrolle des Projektes spielen die Nistkästen neben anderen Methoden eine wichtige Rolle. Mittels Seilklettertechnik werden die Kästen in Höhen von 5 bis 25 Metern befestigt. Im Frühjahr werden die Nistkästen mehrmals kontrolliert und die Ergebnisse in einer Datenbank zusammengeführt. Über einen Spiegel, der im Einflugloch des Kastens montiert ist, sind Einblicke in den Nistkasten vom Boden möglich ohne die Brut der Käuze zu stören. Rund 50 Personen helfen als ehrenamtliche Nistkastenbetreuer mit und behalten im Lauf einer Brutsaison einen oder mehrere Standorte im Auge. Ohne die Hilfe dieser Citizen Scientists wäre eine komplette Kontrolle aller Nistkästen nicht mehr möglich.

Bei der zweiten Österreichischen Citizen Science Konferenz 2016 in Lunz am See traf nun das Habichtskauz Team auf Dr. Christine Blatt vom Projekt GeoMaus (www.kleinsaeuger.at). Bekanntlich ist das Verhältnis zwischen Eulen und Kleinsäugern eher angespannt. Die bevorzugte Nahrung der Käuze in Form von Wald- und Rötelmäusen stellt die Verbindung dieser beiden Projekte dar. Unsere Bekanntschaft erwies sich allerdings als sehr produktiv! Bei der Kontrolle der Nistkästen werden unterhalb bzw. in der Nähe oftmals Gewölle gefunden. In diesen von Eulen hochgewürgten unverdaulichen Nahrungsresten finden sich neben Haaren und Federn auch Knochen – diese Knochen lassen sich mit Expertenwissen unterschiedlichen Kleinsäugern zuordnen. Das Team von GeoMaus analysiert nun als Folge dieses Treffens derzeit Gewölle aus dem Habichtskauz Projekt.

Wie profitieren die beiden Projekte von dieser Zusammenarbeit? Wir vom Habichtskauz Projekt freuen uns genauer zu erfahren, wovon sich unsere Käuze ernähren. Das GeoMaus Team erhält verortete Nachweise diverser Mäuse, denn bei jedem Gewölle wird notiert wo es genau gefunden wurde. Natürlich fliegen die Eulen ihre Jagdflüge nicht nur genau dort, wo die Gewölle gefunden werden. Doch allzu weit ist es meistens nicht. Wir sind schon gespannt auf die Ergebnisse und freuen uns sehr über die Kooperation!

Falls auch Sie interessiert sind, als NistkastenbetreuerIn im Habichtskauzprojekt tätig zu sein, freuen wir uns unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! über Ihre Anfrage!

www.GenTeam.eu  – ein Citizen-Science-Projekt

(c) by Felix Gundacker, 2016

Der Beginn von GenTeam geht in die Anfangsphase meines Berufes als Genealoge zurück: 1990 traf ich in Großschönau bei einem Symposium Prof. Walter Pongratz, der an meiner Idee, Indexe von Kirchenbüchern und genealogisch relevanten Quellen zu erstellen, sofort großen Gefallen fand. Und so entstanden im Laufe der Jahre, zu Beginn mit Excel mit 8192 Zeilen, etliche Datenbanken und Bücher.

Aber erst das Internet machte es möglich, die Daten viel mehr Benutzern als Lesern zur Verfügung zu stellen, und als ich mit Freunden darüber sprach, meine Daten als Datenbank ins Internet zu stellen, kam spontan das Angebot: da mache ich mit.

Unser Konzept stand von vornherein fest: kein Verein, eine kostenlose Seite für alle (etwas von dem zurück zu geben, was man selbst konsumiert hatte und laufend konsumiert), keine Gebühren, keine Lockangebote, und eine übersichtliche Gestaltung ohne Werbung. Besonders wichtig erschien uns eine Anmeldung zum Schutz vor Datenmissbrauch sowie die Qualitätssicherung – im Dienste der Wissenschaft.

Und so konnten wir am 15.1.2010 mit 10 Mitarbeitern 1.3 Millionen Datensätze online stellen. Nach nur 3 Tagen waren mehr als 1000 Benutzer angemeldet – heute sind es über 200 Mitarbeiter und über 34.500 Benutzer, die auf mehr als 14.4 Millionen Daten zugreifen können. Alleine 2016 gab es in den ersten 6 Monaten rund 2 Millionen Einzelabfragen. Rund 46% der Benutzer kommen aus Österreich, 36 aus Deutschland, der Rest aus vielen Ländern der Welt. Die Mitarbeiter leben in Österreich, Deutschland, Tschechien, Slowakei, Schweiz, Frankreich, Niederlande, Israel, Afrika, USA und Australien – ein globales Projekt!