Alexas Fotos, Pixabay Lizenz (https://bit.ly/2UJMBTg)

Arbeitsgruppe für Open Science Trainings

Leiter:
Daniel Dörler, Universität für Bodenkultur Wien
Benjamin Missbach, Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Die Arbeitsgruppe Open Science Trainings befasst sich mit konkreten Open Science Tools und ihrer disziplinenspezifischen Anwendung. In regelmäßigen Treffen werden Tools, die im gesamten Forschungszyklus zur Anwendung kommen, gesammelt. Die identifizierten Tools bilden die Grundlage für Trainingsworkshops, in deren Rahmen die Handhabung einzelner Tools vermittelt wird. Dazu werden Expert*innen eingeladen, die die Trainingsworkshops leiten. Die Ergebnisse werden gesammelt, aufbereitet und wenn möglich online zur Verfügung gestellt.

Die AG Open Science Trainings hat sich zum Ziel gesetzt, die Verbreitung von Open Science Methoden zu fördern und deren Implementierung in den wissenschaftlichen Arbeitsalltag zu erleichtern. Oft fehlt Projektleiter*innen die Kenntnis zu konkreten Tools bzw. deren Anwendung. Die Trainingsworkshops, die allen interessierten Personen offen stehen, folgen einem “train-the-trainer”-Ansatz, bei dem die Absolvent*innen das nötige Wissen erwerben sollen, um selbst den Umgang mit konkreten Tools an andere weitergeben zu können. Ziel ist, disziplinspezifische Trainingsworkshops anzubieten. Die Ankündigung der Workshops findet auf Österreich forscht statt.

Die Arbeitsgruppe wurde 2018 in Zusammenarbeit mit dem Open Innovation in Science Center der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und dem Open Science Network Austria (kurz OANA) realisiert. Im Juli 2019 wurde die Arbeitsgruppe in ein Kooperationsvorhaben im Rahmen des Wissenstransferzentrum Ost (WTZ Ost) überführt. Durch die damit verbundene Finanzierung wird eine regelmäßige Abhaltung von Trainingsworkshops und ein intensiveres Trainingsangebot bis Ende 2021 ermöglicht. Wenn Sie Interesse an der Arbeitsgruppe haben, dann wenden Sie sich gerne jederzeit an Daniel Dörler (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder Benjamin Missbach (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Bisher organisierte Trainings:

GitHub 4 Newbies (25.10.2018):

Trainer: Stefan Kasberger

Bei dem Workshop GitHub 4 Newbies ging es darum, Wissenschaftler*innen, die nicht aus einer technisch-affinen Richtung kommen, das Konzept der Versionsverwaltung anhand der Plattform GitHub zu vermitteln. Dies soll die Teilnehmer*innen ermöglichen, ihre eigenen Projekte, Events und sonstigen Tätigkeiten mit der Community zu teilen und selber an anderen GitHub-Projekten teilzunehmen.

Finding and getting found: a workshop on academic literature search (26.04.2019):

Trainer: Peter Kraker

In diesem Workshop wurden Fragen rund um die Suche nach wissenschaftlicher Literatur und wie innovative Tools auf Basis von Open Content helfen können, diese Probleme zu lösen, diskutiert. Konkret wurde Open Knowledge Maps, eine visuelle Schnittstelle zu wissenschaftlichem Wissen, genauer vorgestellt. Suchmaschinen und sogenannte Discovery-Tools sind auch eine Möglichkeit für andere Menschen, Forschung zu finden. Die Teilnehmer*innen erfuhren mehr darüber, wie diese Tools funktionieren und wie sie dieses Wissen zu ihrem Vorteil nutzen können. Dr. Peter Kraker gab praktische Tipps, um endlich die Frage zu beantworten: Wie bringe ich meine Forschung dazu, in Suchmaschinen und Discovery-Tools aufzutauchen?

Wie mache ich meine Daten FAIR? (27.06.2019):

Trainer*innen: Daniel Spichtinger und Susanne Blumesberger

Was sind offene Daten und sind diese Daten zwangsläufig auch gute Daten? Mittlerweile sind offene Daten bei der Registrierung von CS Projekten auf Österreich forscht eine Voraussetzung um als Projekt auf der Plattform gelistet zu werden. Zudem kommt, dass auf Fördergeberseite mittlerweile die Aufbereitung von Daten durch das FAIR Data Konzept (Findable – Accessible – Interoperable – Reproducible) geregelt wird. Was sind FAIRe Daten und wie kann ich meine Daten „fair“ aufbereiten, sind Fragen, die sich immer mehr Forscher*innen stellen. In diesem Hands-on-Workshop ging es darum, die eigenen Daten genauer unter die Lupe zu nehmen. Daniel Spichtinger und Susanne Blumesberger leiteten diesen Workshop gemeinsam und leiteten die Workshop-Teilnehmer*innen dabei an, die eigenen Daten auf FAIRe Prinzipien zu überprüfen. Ziel des Workshops war, die eigenen Forschungsdaten so aufzubereiten, dass sie diesen Prinzipien entsprechen.

Open Science & Pflege: Chancen und  Barrieren - ein Dialog (25.11.2019)

Trainer*innen: Petra Sallaba, Barbara Kieslinger, Jakob Doppler

Pflege spielt eine bedeutende Rolle in einer alternden Gesellschaft. Mit steigendem Durchschnittsalter in der Gesellschaft steigt der Pflegebedarf, und somit die Kosten für die Pflege. Häufig werden Untersuchungen im Bereich der Pflege vor allem aus dieser Perspektive der steigenden Kosten durchgeführt. Bei Pflege handelt es sich jedoch nicht nur um eine medizinische Dienstleistung, die Kosten und Mehrwert für die Gesellschaft erzeugen kann, sondern vor allem auch um eine soziale Komponente zwischen Pflegenden und Gepflegten, die oft ausser Acht gelassen wird, aber einen großen Einfluss auf den Erfolg von Pflege hat. Umso wichtiger ist es, Forschungsprojekte zu initiieren, die sich am Bedarf der zu Pflegenden und der Pflegenden orientieren. Dies kann nur unter der Einbindung von Pflegenden und Gepflegten passieren. Deshalb ist eine partizipativ und offen gestaltete Forschung im Bereich Pflege besonders wichtig. Dennoch werden nur vergleichsweise wenige Forschungsprojekte im Bereich Pflege partizipativ und offen gestaltet, vor allem weil partizipative und offene Forschung neue Herausforderungen an Projektleitende stellt. Im Rahmen des 3-stündigen Workshops wurde ein Einblick in die offene und partizipative Forschung gegeben, ein Dialog zwischen Forschenden und Pflegenden bzw. Gepflegten gestartet und aufzeigt, welche Möglichkeiten es gibt, offene Methoden für die eigene Forschung nutzbar zu machen. Alle Informationen und Ergebnisse zu diesem Workshop sind frei einsehbar. 

Webinar: Digitalisierung und Partizipation in der Gesundheitsforschung (07.07.2020)

Trainer*innen: Barbara Prainsack, Pietro Michelucci, Johannes Oberzaucher

Corona stellt uns alle vor unterschiedliche Herausforderungen. Sehr oft wird derzeit das Schlagwort Digitalisierung verwendet, um scheinbar neue Formen der Zusammenarbeit und Partizipation zu ermöglichen. In diesem Webinar, das im Rahmen des Wissenstransferzentrum Ost organisiert wird, sollte aufgezeigt werden, welche Digitalisierungsschritte und Partizipationsmöglichkeiten in diesem Bereich schon seit längerer Zeit vorhanden sind, wie sie aufgenommen wurden, welche Möglichkeiten sich dadurch ergaben, welche Hürden überwunden wurden aber auch aufzeigen, was wir für die Zukunft daraus lernen können. In der Einleitung wurden kritische Fragen aufgeworfen: Was bedeutet Digitalisierung in diesem Bereich der Forschung, der sich ja auch sehr stark auf sensible und höchstpersönliche Daten stützt? Wird Forschung aufgrund von Digitalisierung und Partizipation auch automatisch günstiger, weil keine Räumlichkeiten und auch weniger Personal benötigt wird? Wo sind die Grenzen von Digitalisierung und Partizipation abseits der laborgestützten Forschung? Auch die durch Digitalisierung und Partizipation entstehenden Möglichkeiten und Chancen wurden in der Einleitung diskutiert: personalisierte Medizin ist durch die Digitalisierung in greifbare Nähe gerückt. Neue Fragestellungen, welche die Lebenswelten von Patient*innen betreffen, die vorher nicht bearbeitet wurden, können nun gehört und umgesetzt werden. Im Anschluss wurden zwei Projekte vorgestellt, die zeigen, wie Digitalisierung und Partizipation konkret ausschauen kann:

  • Stall Catchers von EyesOnAlz: Stall Catchers ist ein Online-Spiel, das jeder spielen kann - Erfahrung ist nicht erforderlich. Im Spiel schaut man sich Filme aus den Gehirnen von Mäusen an und versucht, Gefäße als offen oder blockiert zu identifizieren. Dies trägt dazu bei, die Alzheimer-Forschung an der Cornell-Universität zu beschleunigen.
  • Smart VitAAlity: Im Rahmen von Smart VitAAlity wird ein integriertes Active and Assisted Living-System im Smart City Setting „Health, Inclusion and Assisted Living" gemeinsam mit 230 Senior*innen evaluiert. Das Service zielt auf einen langfristigen Erhalt der Lebensqualität und deren Dimensionen (Gesundheit, Soziale Inklusion) sowie auf einen positiven Einfluss des subjektiven Wohlbefindens ab.

In einer abschließenden Gruppendiskussion wurden die Erfahrung und Erkenntnisse reflektiert und es bestand für das Onlinepublikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Das Webinar und alle Folien der Vortragenden sind nun auf der Open Science Framework-Seite des WTZ Ost frei verfügbar.

Workshop: senseBox - Citizen Science mit Open Hardware für SDG 11 - Nachhaltige Städte und Siedlungen (18.12.2020)

Trainer: Thomas Bartoschek, Mario Pesch

Die Zahl der Menschen, die in Städten leben, wird bis zum Jahr 2030 auf über 5 Milliarden ansteigen. Mit diesem Anstieg treten auch bereits vorhandene Herausforderungen noch stärker in den Fokus. Gemeinsam mit Bürger*innen müssen Konzepte entwickelt und Bewusstsein für nachhaltiges Wohnen geschaffen werden. Die Teilhabe von Bürger*innen an der Ausgestaltung Ihres Wohnraums steigert die Lebensqualität und Identifikation mit der eigenen Stadt bzw. dem eigenen Bezirk. So kann durch das Beobachten der Luftqualität im Bezirk ein Verständnis für die Zusammenhänge von Verkehr, Heizen bzw. Nutzen von Kaminöfen und einer hohen Feinstaubbelastung aufgebaut werden und im besten Fall eine Anpassung des eigenen Handelns zum Wohle der gesamten Stadt passieren. SDG 11 der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen hat das Ziel lebenswerte Städte und Siedlungen zu schaffen. Dabei ist Luftqualität ein wichtiger Faktor. Hierfür sind Methoden aus dem Kontext Open Science, insb. die Anwendung von Open Source Hardware und Software sowie das Generieren von Open Data von Vorteil. Denn so wird Transparenz garantiert und ein Vergleich verschiedener Bezirke wird möglich. Die senseBox bietet hier ein Tool, das es Bürger*innen ermöglicht, sich an dieser Generierung von Daten zu beteiligen und zählt auch zu offen verfügbarer Hardware.

Im Workshop am 18.12.2020 selbst, welcher im Rahmen des Wissenstransferzentrums Ost online durchgeführt wurde, wurden drei Sensoren verbaut, die im Kontext Gesundes Wohnen wichtig sind: ein Umweltsensor, ein Feinstaubsensor und ein CO2-Sensor für den Innenbereich. Der CO2 Sensor kann z. B. in der Zeit der Coronapandemie eingesetzt werden, um sich anzeigen zu lassen, wann ein Raum gelüftet werden muss. Der Umweltsensor kann mehrere Werte wie Luftfeuchte oder Temperatur messen. Der Feinstaubsensor wird zur Messung von Feinstaubpartikeln unterschiedlicher Größe eingesetzt. Der Workshop bot eine zwar herausfordernde, aber sehr lohnende Einführung in das senseBox-Ökosystem mit all seinen Möglichkeiten. Die Teilnehmer*innen konnten so Einblick in ein offenes Tool bekommen und nutzten den Workshop auch, um Fragen zu stellen und zu diskutieren. Damit hoffen wir, eine gute Basis für weiterführende Projekte mit der senseBox gelegt zu haben.

Alle Folien der Vortragenden sind nun auf der Open Science Framework-Seite des WTZ Ost frei verfügbar.

Workshop: Open Education: Vorträge, Folien und offene Lizenzen

Trainer: Sandra Schön, Joachim Losehand

Durch die derzeitige Situation hat Online-Bildung stark an Bedeutung gewonnen. Die meisten Besprechungen, Fortbildungen oder Lehrveranstaltungen finden heute per Videokonferenz statt. Lehrende und Vortragende stehen dabei immer wieder vor der Herausforderung, Ressourcen für ihre (Lehr-)Veranstaltungen zu finden und diese so anzupassen, dass sie für die Bedürfnisse der Zuhörenden geeignet sind. Dazu kommt, dass jedes Werk durch das Urheberrecht geschützt ist und nicht ohne die Erlaubnis der Urheber*innen verändert oder wiederveröffentlicht werden darf. Dadurch wird die bereits herausfordernde Aufgabe, passende Materialien zur Verfügung zu stellen, erneut komplexer. Dr. Sandra Schön (Forum Neue Medien in der Lehre Austria, kurz fnma, für das Projekt „Open Education Austria Advanced") stellte in einem dreistündigen Workshop offene Bildungsressourcen, auch Open Educational Resources (OER) genannt, als eine Lösung für die oben beschriebene Problematik vor. Dr. Joachim Losehand, M.A., M.A. (Creative Commons Austria) gab einen Überblick über das österreichische Urheberrecht und erklärte wie offene Lizenzierung durch Creative Commons auch für online Vorträge verwendet werden kann.

Alle Folien der Vortragenden sind nun auf der Open Science Framework-Seite des WTZ Ost frei verfügbar.