Konferenz

Im westlichsten Bundesland Österreichs Vorarlberg, im Vierländereck Österreich-Schweiz-Liechtenstein-Deutschland trifft sich die deutschsprachige Citizen-Science-Community, um sich zu den neuesten Entwicklungen rund um Citizen Science auszutauschen. In der Tradition der Österreichischen Citizen Science Konferenz sind wieder explizit alle Fachrichtungen und Vertreter*innen mit unterschiedlichsten institutionellen Hintergründen und natürlich auch bereits aktive bzw. zukünftige Citizen Scientists eingeladen, teilzunehmen und sich auszutauschen.

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Die inatura Erlebnis Naturschau in Dornbirn ist das naturkundliche Kompetenzzentrum Vorarlbergs. Als naturkundliches Museum orientiert sie sich an den internationalen ethischen Richtlinien eines Museums (siehe: ICOM – Ethikkodex für Naturhistorische Museen, 2013). Damit ist die inatura die wichtigste, regionale Einrichtung zur naturwissenschaftlichen Forschung, Sammlung, Bewahrung, Dokumentation, Ausstellung, Information und Beratung zu naturkundlichen Themen und Phänomenen in Vorarlberg.

Eckpunkte

Datum: 23.-25.02.2022
Ort: Dornbirn, Vorarlberg
Gastgebende Institution: inatura Erlebnis Naturschau Dornbin

 

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Motto: “Citizen Science: Anspruch und Bedeutung”

14.-16. September 2020

Konferenzwebsite (inkl. Videos der Vorträge): Onlinekonferenz mit neuer Konferenzwebsite

Koordination (Citizen Science Network Austria): Didone Frigerio, Tobias Reckling (Universität Wien) & Daniel Dörler, Florian Heigl (Universität für Bodenkultur Wien)

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Konferenzbericht

Bereits zum sechsten Mal  trafen sich fast 300 Citizen-Science-Begeisterte, Forschende, Studierende, Praktikerinnen und Praktiker, bei dieser transdisziplinären Konferenz, um sich auszutauschen, neue Erfahrungen zu sammeln und die Ergebnisse ihrer Studien zu präsentieren. “Citizen Science: Anspruch und Bedeutung” war das Motto der diesjährigen Konferenz, und das wirklich vielfältige Programm zeigte uns, dass dieses Motto guten Widerhall in den Citizen Science Communities im deutschsprachigen Raum gefunden hat, und nicht nur dort, sondern auch weit darüber hinaus. Die Teilnehmenden kamen u.a. aus den USA, Brasilien, Spanien, Schweden und aus England. Organisiert wurde die Konferenz in einer Kooperation aus Universität Wien, Österreich forscht, Universität für Bodenkultur Wien, Zentrum für Citizen Science, Bürger schaffen Wissen und Schweiz forscht. 

Gerade in diesen Zeiten, in denen die Wissenschaft so präsent wie selten zuvor in den Medien erscheint, war es wichtig über den Anspruch und die Bedeutung von Citizen Science zu sprechen. 

Anspruch von Citizen Science

Ein Anspruch ist laut Duden unter anderem eine berechtigte Forderung an etwas oder jemanden. Nun gibt es partizipative Methoden und die Einbindung von Bürger*innen in die Forschung zwar schon seit langer Zeit, aber der Begriff Citizen Science hat sich erst in den letzten Jahren etabliert, und er ist ein Sammelbegriff für viele partizipative, offene Forschungsmethoden geworden. Dennoch gibt es schon einige Ansprüche, die an Citizen Science gestellt werden. Nur ein paar Beispiele: Citizen Science soll das Verständnis der Gesellschaft für Wissenschaft erhöhen; Citizen Science soll dabei helfen, dass Bürger*innen vielleicht unpopuläre Lösungen für gesellschaftliche Probleme akzeptieren, weil sie in den Prozess eingebunden wurden; Citizen Science soll neue Daten und Ergebnisse liefern, die vorher nie möglich waren. Doch kann Citizen Science diese und viele andere Ansprüche wirklich erfüllen? Und welche Ansprüche stellt Citizen Science an sich selbst? Werden diese Ansprüche auch erreicht bzw. evaluiert?

In ihrer Keynote hat Heidi Ballard von der UC Davis in Kalifornien sich den Themen Lernen und Identitätsstiftung in Citizen-Science-Projekten angenommen. Oft stellen Citizen-Science-Projekte den Anspruch an sich selbst, dass die Citizen Scientists durch die Teilhabe etwas lernen und ein größeres Verständnis für den wissenschaftlichen Prozess erwerben bzw. sich selbst als Teil der Wissenschaft sehen. Lernen funktioniert allerdings nur in bestimmten Settings und passiert nicht von selbst, wie Heidi Ballard darlegte. Eine wichtige Erkenntnis war auch, dass das Lernen nicht nur in eine Richtung funktioniert (die Citizen Scientists lernen von den Projektleiter*innen), sondern in beide Richtungen (also auch die Projektleiter*innen lernen von den Citizen Scientists). Sich selbst als jemanden zu sehen, der oder die Wissenschaft betreibt, passiert ebenfalls nur unter bestimmten Voraussetzungen, und wird nur selten von Projekten evaluiert. Das Fazit aus dieser großartigen Keynote war, dass Citizen-Science-Projekte diesen Ansprüchen des Lernens und Teilhabens zwar gerecht werden können, sie dafür allerdings auch entsprechend gestaltet sein müssen. 

Die zweite Keynote, vorgetragen von Dick Kasperowski von der Universität Göteborg, beschäftigte sich mit den ethischen Ansprüchen an Citizen Science, ein Bereich, der eher selten Beachtung findet. Welche ethischen Fragen und Ansprüche ergeben sich an Projekte durch die Einbindung von Citizen Scientists? Gerade dieser Aspekt veranschaulicht ein Dilemma der konventionellen Wissenschaft gegenüber Citizen Science: in konventionellen wissenschaftlichen Projekten gibt es in den letzten Jahren eine Entwicklung hin zur Einhaltung ethischer Standards, die sich je nach Disziplin unterscheiden. Allen gemeinsam ist, dass die Projektleitung sich der ethischen Probleme, die mit einem konkreten Projekt verbunden sind, bewusst ist und diese nach Möglichkeit schon vor Projektbeginn adressiert bzw. Maßnahmen setzt, um diesen Problemen zu begegnen. Doch wie sieht das bei Citizen-Science-Projekten aus, die nicht von Forscher*innen von wissenschaftlichen Institutionen durchgeführt werden? Gelten für diese keine ethischen Regeln, müssen sie sich an die ethischen Regeln der professionellen Wissenschaft halten oder braucht es neue ethische Kriterien, die von solchen Projekten eingehalten werden müssen? Diese in der Citizen-Science-Community immer stärker werdende Diskussion hat auch bei der Österreichischen Citizen Science Konferenz für Diskussionsstoff gesorgt. 

Neben diesen Keynotes beschäftigten sich noch zahlreiche weitere Vorträge und Workshops mit dem Thema Anspruch: im Workshop “Das Open in Citizen Science: offene Daten, offene Hardware, offene Software” wurde die Offenheit von Citizen-Science-Projekten näher beleuchtet und es wurden mögliche Lösungen für die Öffnung vorgestellt. In der “Citizen Science Fail Session” wurde offen über das Scheitern von und in Citizen-Science-Projekten diskutiert. Der Workshop “EU-Citizen.Science: Plattform der unbegrenzten Möglichkeiten” stellte eine neue EU-weite Plattform für Citizen Science vor, auf der sich Trainingsressourcen, Projekte und Organisationen befinden, und in einer Podiumsdiskussion wurde das Spannungsfeld von Citizen Science zwischen Demokratisierung der Wissenschaft und globalen Herausforderungen mit einem hochkarätig besetzten Panel diskutiert. 

Bedeutung von Citizen Science

Der Anspruch, der an Citizen Science gestellt wird, und der auch von Citizen Science an sich selbst gestellt wird, ist oftmals direkt verbunden mit der Bedeutung, die Citizen Science zugemessen wird. Citizen Science wird dann bedeutend sein, wenn sie erfolgreich ist, wenn sie Ziele erreicht, wenn sie ihrem Anspruch gerecht wird, und wenn sie bedeutende und/oder zahlreiche Fürsprecher*innen gewinnt. Bedeutung kann aber auch etwas anderes heißen: Bedeutung kann auch heißen: was ist Citizen Science überhaupt? Was macht ein Citizen Science Projekt aus? Was bedeutet es, ein Citizen Scientist zu sein? Und mit diesen Fragen sind wir mitten in einer intensiven internationalen Debatte um die Definition von Citizen Science, die wir in Österreich mit unseren Qualitätskriterien für Citizen Science Projekte auf Österreich forscht angestoßen haben. 

Auch diesem Thema nahmen sich Sessions an: im Workshop “Würden Sie das Citizen Science nennen?” wurde eine internationale Initiative vorgestellt, die durch die Bewertung von 50 verschiedenen, kurzen Fallstudien durch zahlreiche Citizen-Science-Akteur*innen versucht zu beschreiben, welche Charakteristiken Citizen-Science-Projekte aus der Perspektive der sehr heterogenen internationalen Citizen-Science-Community haben. Der Workshop “Mentoringprogramm zur Umsetzung der Qualitätskriterien für Citizen Science Projekte auf Österreich forscht” befasste mich mit der offenen Gestaltung eines Mentoringprogrammes, mit Hilfe dessen Citizen-Science-Projektleiter*innen in Zukunft einfach, schnell und regional Ansprechpartner*innen finden sollen, die ihnen bei der Umsetzung der Qualitätskriterien behilflich sind. 

Neben diesen Workshopbeispielen fanden sich in den vier inter- und transdisziplinären Vortragssessions zahlreiche Projekte, die sich ebenfalls mit dem Motto “Anspruch und Bedeutung” auseinandersetzen. Auch die Postersession mit über 30 Postern zeigte die Bandbreite auf, mit der sich Citizen-Science-Projekte aus dem gesamten deutschsprachigen Raum diesem Motto annahmen. Die Videos der Keynotes, aller Vortragssessions und der Postersession stehen übrigens auf der Konferenzwebsite zum Nachschauen zur Verfügung.  

Auch das Rahmenprogramm war dieses Jahr von diesem Motto geprägt: den Anfang machte eine Podiumsdiskussion, in dem die Bedeutung von Citizen Science für die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften näher beleuchtet wurde. Dabei wurde klar, dass Citizen Science gerade in diesen Wissenschaftsdisziplinen noch viel Potential hat. In einem abendlichen Online-Citizen-Science-Slam kombiniert mit einer Online-Bierverkostung konnten sich die Teilnehmer*innen der Konferenz von der humoristischen Seite von Citizen Science überzeugen.

Die Österreichische Citizen Science Konferenz 2020 gab also auch dieses Jahr wieder zahlreiche Inputs, lieferte Diskussionsstoff, zeigte Außergewöhnliches und machte viel Vorfreude auf die nächste Österreichische Citizen Science Konferenz, welche von 23.-25. Februar 2022 in Dornbirn stattfinden wird!

Wissenschaftlicher Beirat der Österreichischen Citizen Science Konferenz 2020

Der wissenschafltiche Beirat unterstützte das Organisationsteam der Österreichischen Citizen Science Konferenz bei der Erstellung des Programms und war damit ein zentraler Bestandteil der Konferenzorganisation. Er bestand aus nationalen und internationalen Expert*innen im Bereich Citizen Science und setzte sich aus folgenden Personen zusammen:

  • Florian Heigl (Universität für Bodenkultur Wien, Citizen Science Network Austria)
  • Daniel Dörler (Universität für Bodenkultur Wien, Citizen Science Network Austria)
  • Didone Frigerio (Universität Wien, Citizen Science Network Austria)
  • Alexandra Lenz (Universität Wien, Citizen Science Network Austria)
  • Jörg Matthes (Universität Wien, Citizen Science Network Austria)
  • Katharina T. Paul (Universität Wien, Citizen Science Network Austria)
  • Petra Siegele (Zentrum für Citizen Science, Citizen Science Network Austria)
  • Katrin Vohland (Bürger schaffen Wissen, Deutschland)
  • Susanne Tönsmann (Partizipative Wissenschaftsakademie, Schweiz)
  • Petra Biberhofer (Partizipative Wissenschaftsakademie, Schweiz)
  • Tiina Stämpfli (Schweiz forscht, Schweiz)

 

Die Konferenz wurde organisiert durch

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Die Konferenz wird unterstützt von

UniWien Logo 2016 logo partner boku BMBWF Logo  LBG  ma22 logo

 

 

Kooperationspartner

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Vom 26.-28. Juni 2019 fand im wunderschönen Obergurgl die 5. Österreichische Citizen Science Konferenz in wildromantischer Alpenidylle statt. Auf fast 2000m Seehöhe versammelten sich ca. 150 Citizen Science Akteurinnen und Akteure hauptsächlich aus Österreich, Deutschland und der Schweiz um gemeinsam über Citizen Science  und das Motto “Grenzen und Übergänge” zu diskutieren. 

In unserem Blog finden Sie auch die Proceedings zur Konferenz zur freien Verwendung: https://www.citizen-science.at/blog/proceedings-oesterreichische-citizen-science-konferenz-2019

Das Citizen Science Network Austria bewies wieder einmal, dass es mehr ist als nur die Summe seiner Teile. Das Organisationskommittee bestand aus Vertretern der Universität Innsbruck, der Universität für Bodenkultur Wien, dem Zentrum für Citizen Science am OEAD, Schweiz forscht (CH), Bürger schaffen Wissen (D) und Partizipative Wissenschaftsakademie an der Universität Zürich und ETH Zürich. Dementsprechend vielfältig waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die wissenschaftlichen Beiträge. So kamen Vertreter von Universitäten, Fachhochschulen, Vereinen, Museen, Förderorganisationen und vielen mehr um sich disziplinenübergreifend auszutauschen.

Kaum ein anderer Ort ist für die Frage nach den Grenzen von Citizen Science so geeignet wie Obergurgl. Durch seine geografische Lage an politischen wie natürlichen Grenzen inspirierte der Ort dazu Citizen Science auszuloten. In und um Obergurgl ließen sich verschiedenste Grenzen und Übergänge finden und man konnte den Umgang mit diesen Schnittstellen eingehend kennenlernen. Viele Grenzen sind in Obergurgl präsent, wie die Schneegrenze, die Waldgrenze, eine Staatsgrenze oder auch die Baumgrenze. Diese Grenzräume konnten nicht nur als Begrenzung, sondern auch als Bereiche des Übergangs und des Austausches kennengelernt werden. In diesem Umfeld wurde nun diskutiert wie man die Grenzen und Übergänge in Citizen Science zu anderen Methoden und Disziplinen am besten gestaltet und möglicherweise auch die Grenzspannungen positiv für sich nutzen kann.

Viele verschiedene Aspekte und Blickwinkel wurden rund um das Konferenzmotto in angeregter und wertschätzender Weise diskutiert. Bei diesen Diskussionen war vor allem die Diversität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz sehr vorteilhaft, weil dadurch sehr oft neue Perspektiven ein bestimmtes Thema neu beleuchteten, und so neue kritische Fragestellungen ermöglichten. Vor allem die Figur des Wissenschaftlers Hans, welche durch die erste Keynote Susanne Hecker zum Beginn der Konferenz eingeführt wurde, wurde immer wieder diskutiert. Bei Hans handelt es sich um einen Wissenschaftler, der durch äußere Umstände auf das Thema Citizen Science gebracht wurde, dieses spannend fand und sich dachte: so schwer kann das ja nicht sein. Wo dann die Grenzen von Citizen Science sind, und welche Übergänge es zu anderen Bereichen wie z.B. Wissenschaftskommunikation, Bildung und Ermächtigung von Bürgerinnen und Bürgern gibt, war ein sich durch die Konferenz ziehendes Thema. 

Generell war die Konferenz von vielen Highlights gekennzeichnet: So gab es den höchst gelegenen und zudem den ersten Citizen Science Slam, welchen zwei Maturanten aus Lienz mit einem Lied und einem Gedicht über ihre Vorwissenschaftliche Arbeit gewannen. Das Conference Dinner wurde mit einer unglaublichen Torte zum fünfjährigen Jubiläum der Konferenz versüßt und das Gruppenfoto wurde gleich zu einem ganzen Video durch eine Drohne ausgebaut. Ein Höhepunkt für viele war sicher auch die Speed-Postersession, welche in äußerst kurzer Zeit zu höchst anregenden und fruchtbaren Diskussionen geführt hat. Diese Session wurde von der Stiftung Blühendes Österreich unterstützt und trug so besonders zur hervorragenden Stimmung auf der Konferenz bei. 

Für uns als Citizen Science Network Austria zeichnet die jährlich stattfindende Konferenz vor allem aus, dass Citizen Science Akteurinnen und -Akteure, aus verschiedensten Fachrichtungen und Institutionen an einem Ort zusammenkommen und jedes Jahr ein fachlich höchst anspruchsvolles Programm in einem fast freundschaftlichen Umfeld kreieren. So ist diese Konferenz schon zu einer Tradition geworden, die außergewöhnliches in sich vereint.  Hier möchten wir uns für den unermüdlichen Einsatz aller Menschen bedanken, die es ermöglicht haben, dass wir die Konferenz nun schon fünf Jahre als Ort der Begegnung und des Austauschs erleben dürfen und das an verschiedensten Orten Österreichs. 

Die nächste Konferenz findet übrigens vom 05.-08. Mai 2020 in Wien statt. Mehr Informationen dazu finden Sie in den nächsten Monaten natürlich auf Österreich forscht.

Blogbeiträge zur 5. Österreichischen Citizen Science Konferenz

Zusammenfassung und Archiv der Konferenz der Universität Innsbruck: https://www.uibk.ac.at/projects/citizenscience/konferenz2019/

Wissenschaft im Dialog: https://www.wissenschaft-im-dialog.de/blog/blogartikel/beitrag/grenzen-und-uebergaenge-eindruecke-von-der-5-oesterreichischen-citizen-science-konferenz/

Monica Peters:

https://monicalogues.com/2019/07/03/oecsk2019-blog-1-borders-frontiers-citsci-definitions-benefits/

https://monicalogues.com/2019/07/03/oecsk2019-blog-2-citscinz-biodiversity-monitoring-co-design/

https://monicalogues.com/2019/07/04/5th-austrian-citizenscience-conference-funding-open-science-socio-cultural-citsci-gamification/

Zentrum für Citizen Science: https://www.zentrumfuercitizenscience.at/de/read-story/id-5-oesterreichische-citizen-science-konferenz-2019

Pressespiegel:

https://www.dolomitenstadt.at/2019/07/06/gymnasiasten-punkten-mit-slam-zum-thema-garten/

https://www.krone.at/1951994

Fotogallerie

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Von 1. - 3. Februar 2018 fand an der Universität Salzburg die vierte Österreichische Citizen Science Konferenz statt. Hier finden Sie das abwechslungsreiche Programm als pdf zum Download.

Die Konferenz wurde am 1. Tag durch VR Fatima Ferreira Briza (Universität Salzburg), Florian Heigl (Citizen Science Network Austria), LR Martina Berthold (Land Salzburg) und Vizepräsidentin Artemis Vakianis (FWF) feierlich eröffnet. Anschließend präsentierte Helmut Jungwirth, Prof. für Wissenschaftskommunikation und Science Buster, die erste Keynote mit dem Titel “Über Wissenschaft darf nicht gelacht werden, oder doch?”, welche auf großen Zuspruch beim Publikum fiel. Der 1. Tag war gefüllt mit Vortragssessions und Workshops zu so unterschiedlichen Themen wie “Peer-Review Publikationen in Citizen Science”, “Gamification in Citizen Science”, “Kunst- und Kulturvermittlung” oder “Evaluierung von Citizen Science Projekten”. Das atemberaubende barocke Gala-Dinner mit barocken Speisen und Kammermusik war der perfekte Ausklang eines intensiven ersten Konferenztages und dieses wurde natürlich genutzt um alte Freunde zu treffen und das eigene Netzwerk auszuweiten. Aber es wurde auch genug Energie getankt um den 2. Tag mit voller Kraft zu bewältigen.

Der 2. Tag wurde also frisch von VR Fatima Ferreira Briza (Universität Salzburg), Petra Siegele (Zentrum für Citizen Science), Bernhard Auinger (Vizebürgermeister Stadt Salzburg) und Daniel Dörler (Citizen Science Network Austria) eröffnet. Auch dieser Tag war gespickt mit unterschiedlichsten Aktivitäten und Themen. So lernten wir unter anderem Citizen Science in den Geistes-, Sozial- und Kunstwissenschaften kennen. Citizen Science in Schulen war ein großer Schwerpunkt an diesem Tag gewidmet. Daneben wurden verschiedenste Poster präsentiert und auch über den Einsatz von Medien wurde referiert. Auch dieser Tag hatte einen besonderen Ausklang zu bieten. So besuchten wir archäologische Ausgrabungen in den Katakomben Salzburgs, besuchten die Salzburger Residenz und genossen einen Sektempfang in der Abgusssammlung der Universität Salzburg.

Im 3. Tag wurde Citizen Science wörtlich genommen und die Konferenz öffnete sich für die ganze Stadt. Vielfältige Aktionen und Events wurden verteilt in der Stadt Salzburg ausgetragen, um die Wissenschaft zu den Bürgerinnen und Bürgern zu bringen. Vom Unipark Nonntal über das Cafe Tomaselli bis hin zu einem O-Bus in dem mikroskopiert wurde, war die Stadt trotz intensivem Schneefall auf Citizen Science eingestellt.

Eine ausführliche Fotodokumentation finden Sie im Flickr Account der Universität Salzburg:

Tag 1: https://www.flickr.com/photos/uni-salzburg/albums/72157691227871371
Tag 2: https://www.flickr.com/photos/uni-salzburg/albums/72157691266419051
Tag 3: https://www.flickr.com/photos/uni-salzburg/sets/72157691384159201

In unserem Blog finden Sie auch die Proceedings zur Konferenz zur freien Verwendung: https://www.citizen-science.at/blog/proceedings-der-oesterreichischen-citizen-science-konferenz-2018

Wir danken der Universität Salzburg, Bürger schaffen Wissen, Science et Cité, dem Zentrum für Citizen Science, dem FWF und der Wissensstadt Salzburg für die ausgezeichnete Zusammenarbeit! Spezieller Dank gebührt auch allen Förderern der Österreichischen Citizen Science Konferenz 2018:

  • Land Salzburg
  • Ludwig Boltzmann Gesellschaft
  • Leopold Kohr Akademie
  • Miele GmbH
  • Progress Aussenwerbung GmbH
  • Salzburg AG
  • Stiftung Blühendes Österreich
  • Tourismusschule Klessheim

Vom 02.-04. März 2017 fand an der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und dem Naturhistorischen Museum Wien (NHM) die dritte Österreichische Citizen Science Konferenz 2017 unter dem Motto "Expanding Horizons" statt. 200 WissenschaftlterInnen, PraktikerInnen und Interessierte tauschten sich während der ersten beiden Konferenztage an der AGES zu unterschiedlichsten Themen und Disziplinen aus. Ganz bewusst wurde die ÖCSK 2017 als interdisziplinäre Konferenz angelegt, um ein Lernen und den Erfahrungsaustausch auch über Disziplinengrenzen hinweg zu ermöglichen. Waren die letzten beiden Konferenzen vor allem von den Naturwissenschaften geprägt, so konnte die dritte Konferenz eindrucksvoll belegen, dass auch die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften mit der Methode Citizen Science sehr erfolgreiche Forschung betreiben.

Acht Vortragssessions und elf Workshops ermöglichten einen intensiven Austausch, und die drei Keynotes rundeten das Programm ab. Details zu den einzelnen Sessions, aber auch zum Citizen Science Day, können Sie im umfangreichen Konferenzbericht finden. Beinahe alle SessionleiterInnen fassen darin ihre jeweiligen Sessions zusammen und ermöglichen so für alle, die leider nicht an der Konferenz teilnehmen konnten, einen Einblick in die Vielfalt des Programmes.

Die Fotos zur Konferenz können Sie hier finden: http://tinyurl.com/oecsk2017

Hier finden Sie den ausführlichen Bericht zur Konferenz mit Zusammenfassungen beinahe aller Sessions als pdf zum Download.

In unserem Blog finden Sie auch die Proceedings zur Konferenz zur freien Verwendung: https://www.citizen-science.at/blog/proceedings-der-oesterreichischen-citizen-science-konferenz-2017

Wir danken der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), dem FWF und dem Naturhistorischen Museum Wien für die ausgezeichnete Zusammenarbeit! Spezieller Dank gebührt auch allen Förderern der Österreichischen Citizen Science Konferenz 2017:

  • Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
  • Bundesministerium für ein lebenswertes Österreich
  • Wirtschaftsagentur Wien - ein Fonds der Stadt Wien
  • FWF - der Wissenschaftsfonds
  • Ludwig Boltzmann Gesellschaft
  • Universität Salzburg

 

gruppenbildIm Bild (von links nach rechts): Christoph Unger (AGES), Taru Sandén (AGES), Friedrich Polesny (AGES), Florian Heigl (BOKU, Österreich forscht), Daniel Dörler (BOKU, Österreich forscht), Gerit Oberraufner (FWF), Rudolf Novak (FWF), Ina Matt (FWF); CC: BY-NC 2.0 AGES, IMG_6903 via flickr (http://tinyurl.com/yb6bkcu5)

 

 

Am 18. & 19.02.2016 fand am WasserCluster Lunz in Lunz am See die zweite Österreichische Citizen Science Konferenz statt. Unter dem Motto “Citizen Science - Quo vadis?” versammelten sich ca. 50 Teilnehmer/-innen im WasserCluster Lunz und diskutierten über Entwicklungen im Bereich Citizen Science. Dabei präsentierten Vertreter/-innen unterschiedlichster Disziplinen – Kunst und Kultur, Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Wirtschaft, Technik – ihre Ideen und Projekte zum Thema Citizen Science. Der Fokus der Veranstaltung lag auf der Qualitätssteigerung von Citizen Science in Österreich und auf der Präsentation von Methoden und Projekten. In zwei Workshops und einem MiniBarCamp wurden Strategien zur Qualitätssteigerung erarbeitet.

In unserem Blog finden Sie auch die Proceedings zur Konferenz zur freien Verwendung: https://www.citizen-science.at/blog/proceedings-der-oesterreichischen-citizen-science-konferenz-2016

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Workshops

Datenqualität in Citizen Science Projekten: Können Freiwillige wirklich Wissenschaft betreiben?

Die Teilnehmer/-innen definierten drei Themenbereiche:

  • Kommunikation: Die Teilnehmer/-innen empfanden das Erreichen der entsprechenden Zielgruppen, deren Motivation, die Komplexität von Versuchsprotokollen und die daraus resultierende Datenqualität als herausfordernd in Citizen Science Projekten. Als mögliche Lösungsansätze dafür wurden interdisziplinäre Teams, Pilottests, klar verständliche Versuchsprotokolle (sowohl schriftliche Protokolle, als auch Videos) und Teilnehmertrainings genannt.
  • Qualitätskontrolle: Hier wurden mehrere Problemfelder definiert: die fehlende Implementierung von robusten Evaluationsmethoden für Datenqualität; unterschiedliche Datenstandards; ungenaue Daten aufgrund nicht-standardisierter Datensammlung. Mögliche Lösungen wären Datenevaluationsmethoden gleich in die Datensammlung einzubauen (z.B. nur Einträge mit Fotos in der Auswertung zu berücksichtigen), Fähigkeiten der Teilnehmer/-innen vor Projektbeginn zu überprüfen (z.B. über Spiele) und Lernalgorithmen einzufügen.
  • Fehlende Objektivität: Es wurde darüber diskutiert, inwieweit Daten von Teilnehmer/-innen, welche die Datensammlung nicht ernst nehmen, falsch-positive Daten durch übermotivierte Teilnehmer/-innen und fehlende Daten die Datenqualität insgesamt beeinflussen. Hier wurden als mögliche Lösungswege Überprüfungen der Fähigkeiten Teilnehmer/-innen und der Einbau von „Hintergrunddaten“ (z.B. Wetter, Habitatbeschreibungen etc.) genannt.

Citizen Science - Quo vadis?

In drei Gruppen wurden in jeweils ca. 25 Minuten drei Fragen diskutiert:

1. Entwicklungen in und um Citizen Science: welche wurden registriert und wie werden diese bewertet?

Gerade im Schulbereich ist diese Entwicklung für die Teilnehmer/-innen spürbar. Hier ist auch das Interesse von den Schulen hoch, obwohl noch viel Unsicherheit da ist. Schüler werden zu Multiplikatoren und Mentoren im Bereich Citizen Science. Aber auch außerhalb von Schulen gibt es einen Boom bei Citizen Science Projekten. Hier sehen die Teilnehmer/-innen allerdings ein großes Risiko, dass Projekte gestartet werden, die nicht für Citizen Science geeignet sind. Kritisch gesehen werden viele verwirrende Begrifflichkeiten, die alle Citizen Science meinen. Hier sollte eine Vereinheitlichung stattfinden, gerade weil Citizen Science sich auch zu einer Marke entwickelt hat. Die Qualitätssicherung ist allen Teilnehmer/-innen sehr wichtig. Potentiale, diese zu steigern, werden bei der Usability und auch bei Anreizsystemen gesehen. Derzeit wird “science to public” nicht honoriert und damit oft auch nicht gemacht. Auch die Flexibilität für teiloffene Prozesse ist noch nicht gegeben. Daher gab es vor allem viele “low-level”-Projekte in den letzten Jahren, was für die weitere Entwicklung von Citizen Science als gefährlich gesehen wird. Die Teilnehmer/-innen sehen daher Österreich im Bereich Citizen Science Europa hinterherhinken. Hier sollten Fördergeber stärker eingreifen. Der Überhang bei naturwissenschaftlichen Citizen Science Projekten liegt aus Sicht der Teilnehmer/-innen vor allem darin, dass Geisteswissenschaften glauben, sie könnten die Methode nicht verwenden. Hier bedarf es einer Aufklärung und der Vermittlung von Handwerkszeug.

 2. Wie soll ein dezentrales Netzwerk für Citizen Science in Österreich gestaltet sein?

Grundsätzlich wurde von allen TeilnehmerInnen die Etablierung eines dezentralen Netzwerks für Citizen Science in Österreich als positiv erachtet, da die Vorteile einer Vernetzung und des Wissensaustauschs überwiegen. Die Konkurrenz um Fördergelder oder die Angst, dass Ideen gestohlen werden könnten wurde als nicht wichtig erachtet, vielmehr stand die Zusammenarbeit und die gemeinsame Förderung von Citizen Science im Vordergrund.

Ein dezentrales Netzwerk sollte laut TeilnehmerInnen vor allem aus Institutionen und weniger aus Einzelpersonen bestehen, da dies die Kommunikation innerhalb des Netzwerks vereinfachen würde. Die Finanzierung eines solchen Netzwerks sollte über Beiträge der Institutionen gewährleistet werden, wobei die Institutionen abhängig von ihrem jeweiligen Budget Beiträge einzahlen sollten um zu gewährleisten, dass kleinere Institutionen dieselben Chance erhalten wie größere.

Generell sollte ein solches Netzwerk den Gap zwischen Wissenschaftscommunity und Gesellschaft schließen und daher auch BürgerInnen einbinden durch Vereine oder ähnliches. Ein Netzwerk für Citizen Science aufzubauen ohne die BürgerInnen miteinzubinden wäre Fehler.

Eine weitere zentrale Idee der TeilnehmerInnen zu der oben genannten Frage war, dass das Netzwerk eine Art Gütesiegel für Citizen Science Projekte ausstellen könnte, welches Projekte mit besonders hoher Qualität auszeichnet. Die Kriterien des Gütesiegels würden transdisziplinär im Netzwerk ausgearbeitet werden.

3. Qualitätsstandards in Citizen Science Projekten: wie kann Qualität von bereits bestehenden Projekten erhöht werden?

Diese Frage wurde als spezielle Herausforderung wahrgenommen, da bereits alle TeilnehmerInnen über Qualitätsstandards in Citizen Science Projekten Bescheid wussten, jedoch keine konkrete Strategie zur Implementierung in bereits bestehende Projekte erarbeiten konnten. Die Herausforderung liegt hier vor allem auch in der Diversität der bearbeiteten Themen und Laufzeiten der Projekte in Österreich. So sehen NGOs, welche oft langjährige Projekte betreuen andere Herausforderungen als etwa Universitäten, die ein drei Jahre gefördertes Projekt durchführen. In einem dreijährigen Projekt ist es kaum möglich während der Durchführung Anpassungen vorzunehmen, wohingegen in einem langjährigen Projekt speziell darauf geachtet werden muss besonders aktive TeilnehmerInnen durch Veränderungen im Projektablauf nicht zu verlieren.

Generell sahen die TeilnehmerInnen eine etwaige Anpassung in der Kommunikation als einfacher an als in der Methode der Datenerhebung oder der Datenverwaltung.

Einstimmig war die Meinung der TeilnehmerInnen auf das noch vorhandene Potential zur Steigerung der Qualität in Citizen Science Projekten in Österreich und dass gemeinsame Standards hier durchaus hilfreich sein könnten.

Citizen Science MiniBarCamp

Zentrale Themen waren Datenschutz und Urheberrecht. Beides ist bei Citizen Science Alltag und etwas komplexer als bei herkömmlichen wissenschaftlichen Projekten. Hier war viel Angst und Unklarheit zu sehen. Weiters war die Verantwortung gegenüber den Citizens wichtig. Deren Erwartungen an das Projekt, welche den Ausgleich der Interessen und mögliche Probleme komplizierter machen kann. Auch ganz wichtig: fairer Umgang mit Citizens. Rückführung der Ergebnisse an die Citizens, respektvoller und ehrlicher Umgang.

Wir danken dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und der Ludwig Boltzmann Gesellschaft sehr für die finanzielle Unterstützung.

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Dieser Bericht ist das Ergebnis dieser Konferenz, deren Ziel es war, die unterschiedlichen österreichischen Citizen Science AkteurInnen zu vernetzen und gemeinsame Strategien zur Stärkung dieser Methode in Österreich zu erarbeiten. Die in diesem Bericht geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht mit denen der beteiligten Organisationen übereinstimmen. Die in diesem Bericht geäußerten Ansichten geben ausschließlich die Haltung der Autoren wieder und sind keinesfalls als offizieller Standpunkt der beteiligten Organisationen zu betrachten.

 

Das Programm

08:00-09:00 Registrierung Kaffee/Tee
09:00-09:03 Assoc. Prof. Johann Zaller
Universität für Bodenkultur Wien
Eröffnung
09:03-09:13 Prof. Josef Glössl
Universität für Bodenkultur Wien
Eröffnung
09:13-09:23 MinR. Dr. Christian Smoliner
Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
Eröffnung
09:23-09:25 Dipl.-Ing. Florian Heigl
Universität für Bodenkultur Wien
Eröffnung
09:25-09:30 David Ziegler, M.A.
Museum für Naturkunde Berlin
GEWISS
09:30-09:40 Claudia Magdalena Fabian, M.A.
Zentrum für Soziale Innovation, Wien
Citizen Science Whitepaper
09:40-10:00 Dr. Robert Brodschneider
Universität Graz
C.S.I. Pollen und bienenstand.at
10:00-10:20 Dr. Jutta Leskovar, Ph.D.
Oberösterreichisches Landesmuseum, Leonding
Citizen Science und Archäologie
10:20-10:30 Mag. Pamela Bartar, MAS
Zentrum für Soziale Innovation, Wien
Citizen Science und Wissenschafts-PR
10:30-11:00 Pause Kaffee/Tee und Snacks
11:00-11:20 Dr. Veronika Ruzsanyi
Medizinische Universität Innsbruck
Citizen Science in der Medizin
11:20-11:40 Mag.a Sylvia Petrovic-Majer
Open Knowledge Foundation Austria, Wien
Citizen Science in Kunst und Kultur
11:40-12:00 Dr. Peter Kraker
Know Center, Graz
Citizen Science und Open Science
12:00-12:20 Priv.-Doz. Dr. Karl-Heinz Leitner
TU Wien, AIT Wien
Citizen Science und Wirtschaft
12:20-13:30 Mittagspause Buffet
13:30-14:30 Workshop  
parallel dazu Projektpräsentation  
14:30-15:00 Präsentation Workshopergebnisse  
15:00-15:45 Pause Kaffee/Tee und Snacks
15:45-16:05 Arbeitsgruppe Citizen Science
Universität für Bodenkultur Wien
Österreich forscht
16:05-17:00 Ausklang Sekt

 

Österreichische Citizen Science Konferenz 2015

Am 26.02.2015 fand an der Universität für Bodenkultur Wien die erste Österreichische Citizen Science Konferenz unter dem Motto „Österreich forscht“ mit gut 80 Teilnehmern statt. Finanziell unterstützt wurde die Konferenz vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW), vom Department für Integrative Biologie und Biodiversitätsforschung der BOKU und von der Naturschutzabteilung der Stadt Wien (MA22). Die Veranstaltung war als ÖkoEvent zertifiziert, was bedeutete, dass auf einen möglichst schonenden Ressourcenumgang geachtet und eine Anreise der Konferenzteilnehmer mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen wurde. Auch das Catering wurde von www.bookacook.at als ein vegetarisches Biocatering durchgeführt.

In seiner Eröffnungsrede erklärte Prof. Johann Zaller, Leiter der Arbeitsgruppe Citizen Science am Institut für Zoologie an der Universität für Bodenkultur Wien, die Beweggründe für die Organisation dieser ersten transdisziplinären Citizen Science Konferenz Österreichs. Ziel war es die unterschiedlichen Citizen Science AkteurInnen in Österreich zu vernetzen und einen Austausch über die Disziplinen hinweg zu ermöglichen, denn oft stehen Citizen Science Projekte vor ähnlichen Herausforderungen und Problemen.

Auch Prof. Josef Glößl, Vizerektor für Forschung der Universität für Bodenkultur Wien, verwies nach einem kurzen geschichtlichen Abriss, auf die Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft und wie die Universität für Bodenkultur Wien diese verantwortungsvolle Forschung schon heute, auch in Form von Citizen Science, einsetzt.

Ministerialrat Dr. Christian Smoliner vom BMWFW betonte in seiner Rede die Bedeutung, die Citizen Science in Zukunft in der Forschungslandschaft in Österreich haben soll, und bezog sich dabei auf den tags zuvor veröffentlichten „Aktionsplan für einen wettbewerbsfähigen Forschungsraum“.

In einer kurzen Einführung sprach M.A. David Ziegler vom deutschen GEWISS Konsortium über die deutsche Plattform www.buergerschaffenwissen.de. Zudem stellte er die European Citizen Science Association (ECSA) vor und zeigte die Stärkung von Citizen Science aus deutscher Sicht auf.

Im ersten Beitrag berichtete M.A. Claudia Magdalena Fabian vom Zentrum für Soziale Innovation (ZSI) vom Projekt Socientize und dem „Weißbuch: Citizen Science in Europa“, welches die wichtigsten Empfehlungen für Wissenschaftspolitik, die Citizen Science Community und Projekte in Europa beinhaltet und unter der Leitung des ZSI entstand.

Der nächste Vortrag von Dr. Robert Brodschneider von der Universität Graz beschäftigte sich mit den Projekten bienenstand.at und C.S.I. Pollen, welche die Bienengesundheit in Österreich unter der Mitwirkung von Imkern untersucht.

Dr. Jutta Leskovar vom Oberösterreichischen Landesmuseum in Leonding erzählte von ihren Erfahrungen in der Archäologie mit geleiteten und ungeleiteten AmateurInnen in Bezug auf archäologische Funde.

In ihrem Vortrag über Citizen Science und Wissenschafts-PR sprach Mag. Pamela Marjan Bartar, MAS über den Wunsch nach Lebensnähe und einer engen Kollaboration mit BürgerInnen seitens Wissenschaft und Forschung.

Dipl.-Ing. Florian Heigl und Benjamin Dauth, Bsc., berichteten über die Erfahrungen der Arbeitsgruppe Citizen Science im Einsatz von Citizen Science in der Lehre an der Universität für Bodenkultur Wien.

Mag.a Sylvia Petrovic-Majer nahm sich dem Thema Citizen Science im Kunst- und Kulturbetrieb, im Besonderen in Museen und Gallerien, an und erwähnte dabei spannende Projekte wie zum Beispiel Grazwiki.

Dr. Peter Kraker vom Know Center in Graz ging auf einen weiteren wichtigen Aspekt von Citizen Science, nämlich Open Science, d.h. der Öffnung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft, ein.

Im letzten Vortrag sprach Priv.-Doz. Dr. Karl-Heinz Leitner von der TU Wien und dem AIT Wien über den Einsatz von Citizen Science in der Wirtschaftsforschung und von Spannungsfeldern in Open Science und Open Innovation.

Nach der Mittagspause wurde die Strategie für Citizen Science in Österreich von den TeilnehmerInnen im Rahmen eines World Cafes erarbeitet. Die Resultate des World Cafés finden Sie weiter unten.

Parallel dazu konnten alle, die nicht am World Cafe teilnehmen konnten oder wollten, sich über aktuelle und zukünftige Citizen Science Projekte in Österreich im Rahmen einer Postersession informieren.

Im abschließenden Vortrag präsentierte die Arbeitsgruppe Citizen Science ihre Vision von Citizen Science in Österreich. Prof. Johann Zaller fasste den Tag kurz zusammen, Mag. Daniel Dörler ging im Detail auf die Ziele der Arbeitsgruppe ein, und Dipl.-Ing. Florian Heigl und Benjamin Dauth, Bsc., präsentierten die neu gestaltete Website für Citizen Science Projekte in Österreich: www.citizen-science.at.

Wir danken allen Vortragenden für ihre interessanten Präsentationen im Vortragsteil und in der Postersession. Allen TeilnehmerInnen danken wir für die regen Diskussionen und die tollen Ergebnisse im Workshop. Wir freuen uns schon jetzt auf die Österreichische Citizen Science Konferenz 2016.

 

 

World Café

Im Rahmen eines World Cafés diskutierten knapp 40 TeilnehmerInnen im Rahmen der Österreichischen Citizen Science Konferenz 2015 über eine Citizen Science Strategie für Österreich. Der folgende Text fasst die Aussagen der TeilnehmerInnen zusammen und soll als Grundlage für die Diskussion der weiteren Entwicklung von Citizen Science in Österreich dienen.

Citizen Science als Baustein der Wissensgesellschaft?

Eine der Kernfragen dabei war, wie die Gesellschaft von Citizen Science profitieren kann. Der wohl wichtigste Aspekt dabei war, dass sowohl Bevölkerung, als auch Kunst und Wissenschaft gleichermaßen voneinander profitieren können. Durch die verstärkte Kommunikation wird eine Bewusstseinsbildung auf beiden Seiten erreicht. Bei der Bevölkerung führt dies zu Wissensgenerierung und zum Hinterfragen von Prozessen, bei Kunst und Wissenschaft zum Ändern von Blickwinkeln und Fragestellungen. Die Grenzen zwischen Gesellschaft und Kunst und Wissenschaft verschwimmen und die Gesellschaft kann aktiv an Problemlösungen teilnehmen.

Doch wo sind die Grenzen bzw. ist die Bevölkerung überhaupt an Citizen Science interessiert? Großer Klärungsbedarf besteht hier für die TeilnehmerInnen bei den Datennutzungsrechten, welche alle Citizen Science Projekte betreffen. Dazu kommen projektspezifische ethische und/oder rechtliche Fragen. Grenzen sehen die TeilnehmerInnen in zu komplexen Fragestellungen, die ein großes Maß an Vorwissen voraussetzen, oder in Methoden, bei denen nicht alltägliches oder nicht leicht zu beschaffendes Equipment benötigt wird.

Vorhandene Projekte und Kooperationsmöglichkeiten

Die Fragen, welche Citizen Science Projekt es in Österreich gibt und ob es Möglichkeiten der (transdisziplinären) Kooperation gibt, war für die TeilnehmerInnen nur sehr schwer zu beantworten. Es gibt eine Reihe von kleinen Projekten in Österreich, die von Vereinen, NGOs, Servicestellen oder ähnlichem getragen werden, doch meist kennen sich diese Projekte untereinander nicht. Man bleibt in seinem Fachgebiet und hat daher keine Informationen über andere Projekte, mit denen eine potentielle Kooperation möglich wäre. Dadurch entsteht keine Kommunikation, welche aber Grundvoraussetzung für Kooperation ist.

Herausforderungen

Hürden beim Aufbau eines Citizen Science Projektes wurden vielfach erlebt. Ganz allgemein ist der Übergang von der traditionell institutionalisierten Wissenschaft und Kunst hin zu Citizen Science ein Kulturbruch, der manchen Angst macht. Aber durch die neuen Technologien kann Citizen Science ein Weg zu weiterer Demokratisierung in Kunst und Wissenschaft sein. Auch die Finanzierung und das Zusammenführen verschiedener Partner sind Herausforderungen, vor denen Citizen Science steht. Beim Aufbau eines Projektes sollten die Projektleiter neben der jeweiligen Fachkompetenz auch EDV-Skills, Erfahrung in Projektmanagement und Medienarbeit, Projektkoordination und Social Skills zur Interaktion mit den TeilnehmerInnen besitzen. Durch partizipatives Projektdesign können sich Projektziele ändern, es entsteht das Risiko des Kontrollverlustes. Das macht das budgetieren schwer, da sich das Projekt erst entwickeln muss.
Nach dem Start des Projektes stellen Datenschutz und Urheberrechte die nächste Hürde dar. Hier orten die TeilnehmerInnen juristischen Beratungsbedarf. Die Daten müssen aber auch organisiert und deren Qualität validiert werden, z.B. durch andere User oder Crowd Rating.

Werkzeuge

Die eingesetzten Methoden bei Citizen Science Projekten sind vor allem projekt- und zielgruppenabhängig. Das Spektrum reicht von Papier und Bleistift bis zu Smartphone-Apps und Onlineformularen. Dazu muss der Projektleiter wissen, mit welcher Methode er seine Zielgruppe am besten erreicht. Für Kooperationen besonders wichtig sind kompatible Daten. Dazu soll es Standards geben, die von einer übergeordneten Instanz erstellt und überwacht werden. Wichtig ist der gegenseitige Respekt von Wissenschaft, Medien und Technik.

Citizen Science in der Lehre

Klare Empfehlungen gibt es für den Einsatz von Citizen Science an Schulen und Universitäten in der Lehre. Dabei können und sollen empirische Daten erhoben werden, um damit das Interesse an Wissenschaft schon bei Schulkindern zu wecken. So kann die Heimat über verschiedene Projekte kennengelernt oder bereits vorhandenes Wissen vertieft werden. Lokales Wissen von Kindern und Jugendlichen kann bereits beim Planungsprozess gesammelt und eingebunden werden. Daten können über eine spielerische Anwendung gesammelt werden, auch eine Art Wettbewerb wäre denkbar. Durch die erhöhte Affinität von Kindern und Jugendlichen zu moderner Technik kann diese dort auch sinnvoll eingesetzt werden.

Citizen Science und Kommunikation

Doch nicht nur Kinder und Jugendliche sollen erreicht werden. Potentiell sind alle BürgerInnen, abhängig von den jeweiligen Projekten, Fragestellungen und vom Level der Betroffenheit, Citizen Scientists. Über Vereine, in denen jeweilige Zielgruppen vielleicht schon organisiert sind, können TeilnehmerInnen leichter erreicht werden.

Welches genau die Zielgruppen sind, lässt sich nicht nur schwer allgemein definieren. Einzelne Projekte werden die Untersuchung so niederschwellig ansetzen, dass möglichst viele Menschen mitmachen. Andere Projekte wollen eher Spezialisten erreichen und nicht die große Masse. Es kommt auch darauf an, wer das Thema initiiert. Sind es WissenschaftlerInnen oder Vereine? Über eine Umweltanalyse könnten mehr Informationen zu den möglichen Zielgruppen gewonnen werden. Auch die Form der Kommunikation ist entscheidend um den Austausch zwischen Wissenschaft/Kunst und Citizen Scientists zu erhöhen.

Um TeilnehmerInnen zum Mitmachen zu motivieren, gibt es verschiedene Ansätze. Generell sollten die Beiträge der TeilnehmerInnen sichtbar gemacht werden. Sie sind nicht nur Datenroboter, sondern Subjekte im Forschungsprozess. Die soziale Komponente sollte dabei nie vergessen werden (z.B. das gemeinsame Bier nach der Aktivität). Man soll sich in die TeilnehmerInnen hineinversetzen (Empathie), sie dort abholen, wo sie Interessen haben und vorhandene Strukturen nutzen.

Politische Rahmenbedingungen

Zur Vereinfachung bereits bestehender bzw. zukünftiger Citizen Science Projekte bedarf es bestimmter politischer Rahmenbedingungen, wie z.B. Zugang zu Ressourcen wie Internationale Literatur (Open Access). Es sollte eine Citizen Science Koordinationsstelle geben, die nicht nur Anlaufstelle für BürgerInnen ist, sondern auch social skills an die WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen weitergibt. Dazu braucht es aber eine nationale Strategie und eine ministerienübergreifende Zusammenarbeit. Von öffentlicher Seite müssen Daten freigegeben werden, und der Stellenwert von Kunst und Wissenschaft in der Bevölkerung sollte über Imagekampagnen erhöht werden. Open Source Technologien sollten gefördert werden.

Visionen

Wie könnte/sollte Citizen Science nun in 10 Jahren in Österreich gestaltet sein? Es soll eine nationale und institutionelle Koordinationsstelle für Citizen Science geben, die einen möglichst niederschwelligen Zugang ermöglicht. Zusätzlich soll es an jeder Institution ab einer bestimmten Größe eine für Citizen Science verantwortliche Person geben. Citizen Science soll dezentral gefördert werden, d.h. es soll viele Zentren in ganz Österreich geben (nicht nur in Wien). Engagierte BürgerInnen haben freien Zugang zu Forschungsressourcen und sind in Citizen Science integriert. Es herrscht ein ethischer Umgang mit Rechten und Ergebnissen der BürgerInnen. Citizen Science ist in der Bevölkerung bekannt und die BürgerInnen wissen, an welche Stellen bzw. Personen sie sich bei Bedarf wenden können. Wissenschaft und Kunst sind in der Bevölkerung wieder mehrheitlich positiv besetzt. Es gibt open source frameworks, die allen Initiativen zur Verfügung stehen.

 

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