Neuer Fachartikel liefert Hinweise über mehrere Einwanderungs-Events der Asiatischen Mörtelbiene
Durch den wertvollen Beitrag der Bevölkerung konnten erneut neue Erkenntnisse über die erste invasive Wildbiene Europas gewonnen werden.
Im Fachjournal „BMC Ecology and Evolution" wurden die ersten Ergebnisse unserer DNA Untersuchungen der invasiven Wildbiene veröffentlicht. Dabei konnten wir zeigen , dass die Asiatische Mörtelbiene mit großer Wahrscheinlichkeit mehrmals, unabhängig nach Europa verschleppt wurde. Wir konnten klare genetische Unterschiede zwischen der Population aus Wien und den Populationen aus Südfrankreich, Frankreich und der Schweiz feststellen. Mehrere unabhängige Einführungen und folglich mehr genetische Variabilität könnte die enorme Anpassungsfähigkeit der Wildbiene erklären und der Grund für die erfolgreiche Etablierung in Europa sein. Die populationsgenetischen Untersuchungen basieren größtenteils auf Bienen, welche von Teilnehmern des Citizen Science Projektes gefangen und bereitgestellt wurden.
Der Artikel ist Open Access unter folgendem Link abrufbar: https://bmcecolevol.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12862-020-01729-x
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Kommentare 2
Ich finde es extrem spannend, dass in diesem Projekt gemeinsam mit engagierten Citizen Scientists die Verbreitung dieser Art in Österreich beobachtet wird. Weiß man eigentlich, wie die Asiatische Mörtelbiene eingeschleppt wird, also welches die dominierenden Vektoren sind?
Hi Daniel,
Merci für deinen Kommentar und die Frage. Genau weiss man es nicht und wird man auch nicht mehr rückverfolgen können. Wir können hier nur spekulieren. Da die Asiatische Mörtelbiene ganz in der Nähe von einem wichtigen Handelsumschlagplatz gefunden wurde in Süd-Frankreich, geht man davon aus, dass sie mind. einmal über den Seeweg nach Europa kam. Das ist übrigens auch der häufigste Vektor für invasive Arten. Es gibt mittlerweile eine zweite eingeschleppte Wildbiene, interessanterweise eine sehr nahe verwandte Art von der Asiatischen Mörtelbiene, Megachile disjunctiformis (sie hat noch keinen deutschen Namen) wurde in Nord-Italien ebenso in der Nähe eines großen Handelsumschlagplatz gefunden.
Da unsere CitScis noch sehr viel mehr Bienen überall auf in der nördlichen Hemisphäre gefangen haben, werden wir im nächsten Schritt versuchen herauszufinden, woher die Asiatische Mörtelbiene eigentlich gekommen ist: Aus ihrem Ursprungsgebiet Ost-Asien oder aus Nord-Amerika wo sie in den 90er Jahren eingeführt wurde.
Ich hoffe ich konnte deine Frage beantworten.
LG Julia