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Fragen über Fragen - Was brennt Jugendlichen unter den Nägeln?

(c) by Konrad Lorenz Forschungsstelle

Und: Was und wie wollen wir gemeinsam Forschen? - Jugendliche geben Antworten Auswertung des Science Cafés im Rahmen des 1. Junior Biologicum 2019 in Grünau im Almtal

Anett Richter, Gudrun Gegendorfer und Didone Frigerio

Hintergrund
Am Donnerstag, den 03.10.2019 fand in Grünau im Almtal in Österreich das 1. Junior Biologicum statt. Über 150 OberstufenschülerInnen aus neun Schulen aus drei österreichischen Bundesländern sind der Einladung der Konrad Lorenz Forschungsstelle der Universität Wien gefolgt, um aus erster Hand Einblicke in aktuelle Forschungsbereiche zu erhalten. Nach der Eröffnung des Junior Biologicums durch die Bürgermeister und VertreterInnen der Forschungseinrichtungen stellten zehn WissenschaftlerInnen aus Österreich, Deutschland und Israel ihre Forschung aus den Gebieten Verhaltensbiologie, Paleogenetik, Epigenetik, Citizen Science und Phänologie in kurzen Impulsvorträgen (10 Minuten) vor.

Nach einer kulinarischen Stärkung zu Mittag folgte das Science Café, bei dem die SchülerInnen in 4 x 30 Minuten in Kleingruppen (max. 17 Personen) mit den Vortragenden ins Gespräch kommen konnten.

Was ist ein Science Café?

Science Cafés sind interaktive Veranstaltungen, die den direkten Austausch zwischen WissenschaftlerInnen und der Öffentlichkeit ermöglichen. Zu einem bestimmten Thema stimmen ExpertInnen mit kurzen Vorträgen ein. Anschließend stellen die TeilnehmerInnen in großer Runde oder an einzelnen Tischen Fragen. Teilnehmende eines Science Cafés tauschen gemeinsam Wissen und führen lebhafte Diskussionen.

Wie wurde das Science Café im Rahmen des Junior Biologicums durchgeführt?

Im Science Café erhielten die SchülerInnen die Möglichkeit, sich mit WissenschaftlerInnen in einen gemeinsamen Austauschprozess zu begeben. Fragen der SchülerInnen wurden direkt an die Forschenden adressiert und gemeinsam wurde nach Antworten gesucht. Gleichzeitig bot sich die Gelegenheit auch Fragen der Jugendlichen aufzugreifen, die sie an die Wissenschaft allgemein richten und als besonders wichtig erachten.

Dr. Anett Richter, Wissenschaftlerin am Thünen Institute in Braunschweig, ist in ihren vier Science Café Runden zum Thema Citizen Science gemeinsam mit den Jugendlichen auf die Suche nach Motiven und Themen der Jugendlichen gegangen. In insgesamt vier moderierten Runden von jeweils 25 bis 30 Minuten wurden die SchülerInnen ermuntert, Motive für die Beteiligung an Forschung und Themen für die Forschung zu formulieren und vorzustellen.

Motive von Jugendlichen gemeinsam zu forschen

Die offene Diskussionsrunde zu den Motiven der Jugendlichen an einer Beteiligung an Forschungsphasen zeigte, dass ein hohes Bewusstsein über die Bedeutung von Datenerhebung bei den Jugendlichen vorliegt. Datenerfassung durch Jugendliche sei besonders wichtig, da die Generierung von Daten ein wichtiger Beitrag der Jugendlichen sein kann, um gegenwärtige globale Probleme zu lösen. Ein weiteres Motiv von Jugendlichen sich an einer wissenschaftlichen Fragestellung zu beteiligen, ist der Wunsch und die Hoffnung einen Diskurs entlang der Disziplinen zu führen. So wurde vielfach erwähnt, dass gemeinsames Forschen das Zusammenführen von Argumenten aus unterschiedlichen Disziplinen und Forschungsbereichen beinhaltet (z.B. Religion vs. Evolution). Hierzu besteht bei den Jugendlichen ein großes Interesse, welches vielfach im schulischen Kontext nicht erfüllt wird.

Welche Fragen stellen Jugendliche?

Insgesamt 36 Fragen haben die Jugendlichen formuliert und mit der Gruppe geteilt. Wir haben die Fragen in 4 Fragenkomplexe (Abb. 1) eingeteilt:

  • Im ersten Komplex vereinen sich Fragen der Kategorie „Wie funktioniere ich?". Fragen dieser Kategorie basieren auf einem genuinen Bedürfnis der Jugendlichen nach mehr Wissen über physiologische und psychologische Funktionsweisen des eigenen Körpers (z.B. Alterungsprozesse im Menschen, Interaktionen mit der Umwelt, Gedanken und Gefühle, Stärken und Schwächen).
  • Im zweiten Komplex vereinen sich Fragen der Jugendlichen in der Kategorie „Woher komme und wohin gehe ich?". Diese Kategorie an Fragen ist durch eine stark philosophische und theologische Betrachtung und Herangehensweise gekennzeichnet. So wurde von den Jugendlichen zum Ausdruck gebracht, dass sie sich bei Forschung über das „Wer bin ich, woher komme ich und welchen Ursprung des Lebens gibt es" einbringen möchten (z.B. Existenz von ewigem Leben, Entstehung von Leben). Dieser Fragenkomplex enthält Fragen, die sich mit den Vorstellungen von richtig und falsch auseinandersetzen und zur Meinungsbildung der Jugendlichen beitragen.
  • Im dritten Fragenkomplex sind Fragen zusammengefasst, die sich mit „Warum wissen wir so wenig?"beschäftigen. Persönliche Betroffenheit über ein Defizit an Wissen stellt die Basis dieser Kategorie dar. Fragen wie z.B. „Warum gibt es noch keine Maßnahmen gegen Krebserkrankungen, … kein Wohl für alle, …wenig Verwendung von pflanzlichen Stoffen, …warum und wie entsteht Rassismus" stehen stellvertretend für diese Kategorie.
  • Der vierte Fragenkomplex bündelt Fragen, die sich auf die Beobachtungen von natur- und sozialwissenschaftlichen Phänomenen aus der näheren Um- und Lebenswelt der Jugendlichen beziehen. Die Jugendlichen sind interessiert gemeinsam mit Forschenden den Fragen nach den Zusammenhängen zwischen Menschen und Sprachentwicklung, Mensch und Klimawandel oder Mensch und Weltraum zu beschäftigen.
Abb. 1: Die Fragen der Jugendlichen können in vier Fragenkomplexe eingeteilt werden.

Insgesamt stellten wir fest, dass die Jugendlichen ein breites Fragenspektrum aufwiesen, welches sie gerne gemeinsam mit Forschenden beantworten würden. Vielfach wurde erwähnt, dass im schulischen Alltag wenige Möglichkeiten bestehen, interdisziplinäre Herangehensweisen zu nutzen und Fragen der Jugendlichen zu adressieren. Neue Formate, wie z.B. Citizen Science oder Co-Learning (https://colearning.at/) können hier ansetzen, um gemeinsam die Entwicklung von Forschungsfragen und Forschungsdesign bis hin zur Auswertung und Kommunikation von Forschungsergebnissen umzusetzen und neue Lernstrategien auszuprobieren.

Übereinstimmungen mit der Agenda 2030

Die von den Jugendlichen erfassten Fragen und Anliegen decken sich mit den Forderungen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben sich verpflichtet die Agenda 2030 umzusetzen und auf die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene bis zum Jahr 2030 hinzuarbeiten.Ziele wie die Beseitigung extremer Armut, die Bekämpfung von Ungleichheit und Ungerechtigkeit, Maßnahmen zum Klimaschutz und hochwertige Bildung sind angeführt und wurden ebenso von den Jugendlichen als wichtige Fragen formuliert. Die Methode Citizen Science, in der Anwendung im schulischen und außerschulischen Bereich, kann somit auch einen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 Ziele darstellen.

Reflexion: Science-Cafés und Junior Biologicum 2019

Das Science- Café war ein erfolgreiches Format (Abb. 2), in welchem sich ExpertInnen und SchülerInnen auf Augenhöhe begegnen konnten. Die SchülerInnen interessierten sich für Forschung und wünschen verstärkt den gemeinsamen Austausch mit den Forschenden. Jugendliche haben vielfältige Fragen(komplexe) und wünschten sich mehr Disziplinenvielfalt im Unterricht. Entgegen den Erwartungen haben sich in den moderierten Gesprächsrunden zahlreiche Dialoge ergeben, was unter dem Aspekt, dass sich die SchülerInnen teilweise untereinander nicht kannten, als ein besonderer Erfolg des Formates gesehen werden kann. Es wäre wünschenswert, wenn die Fragen der SchülerInnen verstärkt zur Diskussion und zur Beantwortung im schulischen Kontext aufgegriffen werden und auch Forschende sich den Fragen der Jugendlichen annehmen und gemeinsame Formate wählen, um sie zu beantworten. Das Junior Biologicum 2019 hat hierzu initiale Impulse für gemeinsames Forschen gegeben.

Abbildung 2: Feedbackrunde des 1. Junior Biologicums durch eine menti.com Abfrage mit dem Ergebnis dass die Veranstaltung spannend, lehrreich, interessant und informativ gewesen ist.

Danksagung 

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich beim Organisationsteam der Konrad Lorenz Forschungsstelle bedanken. Ohne die finanzielle Unterstützung vom Bundesministerium für Bildung Wissenschaft und Forschung (Programm Sparkling Science) und vom Land Oberösterreich wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen. Besonderer Dank geht auch an die Volksschule Grünau im Almtal, die uns ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat. Für das leibliche Wohl haben Christian K. und sein Team gesorgt.

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