Florian Heigl - Citizen-Science.at

Citizen Science

Citizen Science wird weltweit unterschiedlich definiert. Einen Überblick der Konzepte und Ideen finden Sie unter "Was ist Citizen Science?"

 

Citizen Science Austria auf Facebooksocial media 06

Florian Heigl

Vom 26.-28. Juni 2019 fand im wunderschönen Obergurgl die 5. Österreichische Citizen Science Konferenz in wildromantischer Alpenidylle statt. Auf fast 2000m Seehöhe versammelten sich ca. 150 Citizen Science Akteurinnen und Akteure hauptsächlich aus Österreich, Deutschland und der Schweiz um gemeinsam über Citizen Science  und das Motto “Grenzen und Übergänge” zu diskutieren. 

Das Citizen Science Network Austria bewies wieder einmal, dass es mehr ist als nur die Summe seiner Teile. Das Organisationskommittee bestand aus Vertretern der Universität Innsbruck, der Universität für Bodenkultur Wien, dem Zentrum für Citizen Science am OEAD, Schweiz forscht (CH), Bürger schaffen Wissen (D) und Partizipative Wissenschaftsakademie an der Universität Zürich und ETH Zürich. Dementsprechend vielfältig waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die wissenschaftlichen Beiträge. So kamen Vertreter von Universitäten, Fachhochschulen, Vereinen, Museen, Förderorganisationen und vielen mehr um sich disziplinenübergreifend auszutauschen.

Kaum ein anderer Ort ist für die Frage nach den Grenzen von Citizen Science so geeignet wie Obergurgl. Durch seine geografische Lage an politischen wie natürlichen Grenzen inspirierte der Ort dazu Citizen Science auszuloten. In und um Obergurgl ließen sich verschiedenste Grenzen und Übergänge finden und man konnte den Umgang mit diesen Schnittstellen eingehend kennenlernen. Viele Grenzen sind in Obergurgl präsent, wie die Schneegrenze, die Waldgrenze, eine Staatsgrenze oder auch die Baumgrenze. Diese Grenzräume konnten nicht nur als Begrenzung, sondern auch als Bereiche des Übergangs und des Austausches kennengelernt werden. In diesem Umfeld wurde nun diskutiert wie man die Grenzen und Übergänge in Citizen Science zu anderen Methoden und Disziplinen am besten gestaltet und möglicherweise auch die Grenzspannungen positiv für sich nutzen kann.

Viele verschiedene Aspekte und Blickwinkel wurden rund um das Konferenzmotto in angeregter und wertschätzender Weise diskutiert. Bei diesen Diskussionen war vor allem die Diversität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz sehr vorteilhaft, weil dadurch sehr oft neue Perspektiven ein bestimmtes Thema neu beleuchteten, und so neue kritische Fragestellungen ermöglichten. Vor allem die Figur des Wissenschaftlers Hans, welche durch die erste Keynote Susanne Hecker zum Beginn der Konferenz eingeführt wurde, wurde immer wieder diskutiert. Bei Hans handelt es sich um einen Wissenschaftler, der durch äußere Umstände auf das Thema Citizen Science gebracht wurde, dieses spannend fand und sich dachte: so schwer kann das ja nicht sein. Wo dann die Grenzen von Citizen Science sind, und welche Übergänge es zu anderen Bereichen wie z.B. Wissenschaftskommunikation, Bildung und Ermächtigung von Bürgerinnen und Bürgern gibt, war ein sich durch die Konferenz ziehendes Thema. 

Generell war die Konferenz von vielen Highlights gekennzeichnet: So gab es den höchst gelegenen und zudem den ersten Citizen Science Slam, welchen zwei Maturanten aus Lienz mit einem Lied und einem Gedicht über ihre Vorwissenschaftliche Arbeit gewannen. Das Conference Dinner wurde mit einer unglaublichen Torte zum fünfjährigen Jubiläum der Konferenz versüßt und das Gruppenfoto wurde gleich zu einem ganzen Video durch eine Drohne ausgebaut. Ein Höhepunkt für viele war sicher auch die Speed-Postersession, welche in äußerst kurzer Zeit zu höchst anregenden und fruchtbaren Diskussionen geführt hat. Diese Session wurde von der Stiftung Blühendes Österreich unterstützt und trug so besonders zur hervorragenden Stimmung auf der Konferenz bei. 

Für uns als Citizen Science Network Austria zeichnet die jährlich stattfindende Konferenz vor allem aus, dass Citizen Science Akteurinnen und -Akteure, aus verschiedensten Fachrichtungen und Institutionen an einem Ort zusammenkommen und jedes Jahr ein fachlich höchst anspruchsvolles Programm in einem fast freundschaftlichen Umfeld kreieren. So ist diese Konferenz schon zu einer Tradition geworden, die außergewöhnliches in sich vereint.  Hier möchten wir uns für den unermüdlichen Einsatz aller Menschen bedanken, die es ermöglicht haben, dass wir die Konferenz nun schon fünf Jahre als Ort der Begegnung und des Austauschs erleben dürfen und das an verschiedensten Orten Österreichs. 

Die nächste Konferenz findet übrigens vom 05.-08. Mai 2020 in Wien statt. Mehr Informationen dazu finden Sie in den nächsten Monaten natürlich auf Österreich forscht.

Blogbeiträge zur 5. Österreichischen Citizen Science Konferenz

Wissenschaft im Dialog: https://www.wissenschaft-im-dialog.de/blog/blogartikel/beitrag/grenzen-und-uebergaenge-eindruecke-von-der-5-oesterreichischen-citizen-science-konferenz/

Monica Peters:

https://monicalogues.com/2019/07/03/oecsk2019-blog-1-borders-frontiers-citsci-definitions-benefits/

https://monicalogues.com/2019/07/03/oecsk2019-blog-2-citscinz-biodiversity-monitoring-co-design/

https://monicalogues.com/2019/07/04/5th-austrian-citizenscience-conference-funding-open-science-socio-cultural-citsci-gamification/

Zentrum für Citizen Science: https://www.zentrumfuercitizenscience.at/de/read-story/id-5-oesterreichische-citizen-science-konferenz-2019

Pressespiegel:

https://www.dolomitenstadt.at/2019/07/06/gymnasiasten-punkten-mit-slam-zum-thema-garten/

https://www.krone.at/1951994

Fotogallerie

(um Fotos zu vergrößern bitte auf das jeweilige Foto klicken)

Montag, 22 Juli 2019 14:46

ÖCSK 2020

6. Österreichische Citizen Science Konferenz

“Citizen Science: Anspruch und Bedeutung”

6. - 8. Mai 2020

Ort: Universität Wien, Campus

Koordination (Citizen Science Network Austria): Didone Frigerio, Tobias Reckling (Universität Wien) & Daniel Dörler, Florian Heigl (Universität für Bodenkultur Wien)

Das Citizen Science Network Austria organisiert 2020 die nunmehr bereits 6. Österreichische Citizen Science Konferenz. Die jährlich stattfindende Konferenz zum Thema Citizen Science, der aktiven Beteiligung von BürgerInnen in wissenschaftlichen Projekten, wird jedes Jahr an einem anderen Ort und von einer anderen Institution ausgerichtet. 2020 wird die Universität Wien diese transdisziplinäre Konferenz unter dem Motto “Citizen Science: Anspruch und Bedeutung” vom 6.-8. Mai am Campus im Herzen Wiens organisieren. Im Anschluss an die Konferenz wird die Universität Wien auch die Lange Nacht der Forschung 2020 am 8. Mai der Einbindung von BürgerInnen in Forschungsprojekte widmen.

Die Österreichische Citizen Science Konferenz ist für alle wissenschaftlichen Fachrichtungen und Institutionen offen und ist die größte Citizen Science Konferenz im deutschsprachigen Raum. Neben der Universität Wien und dem Citizen Science Network Austria sind auch Citizen Science-Netzwerke aus Deutschland und der Schweiz an der Organisation beteiligt. 

Unter dem Motto “Citizen Science: Anspruch und Bedeutung” wird die Österreichische Citizen Science Konferenz 2020 der Frage nachgehen, welche Erwartungen an diese Methode herangetragen werden - und was Citizen Science am Ende zu leisten vermag.

Dieses und weitere Themen sollen über zwei Tage in Vorträgen und unterschiedlichen Workshopformaten erörtert werden. Neben WissenschafterInnen sollen sich auch in Citizen Science Projekten aktive BürgerInnen an diesen Diskussionen beteiligen. Die Fachtagung wird ergänzt um ein vielfältiges Rahmenprogramm. Dazu gehören u.a. Exkursionen zu laufen Citizen Science Projekten und ein Science Slam.

Weitere Informationen erhalten Sie auch in unserem Newsletter, zu dem Sie sich hier anmelden können: https://www.citizen-science.at/about

Die Konferenz wird organisiert durch

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Freitag, 05 Juli 2019 14:52

AG Schule

Arbeitsgruppe für Citizen Science an/mit Schulen

Marika Cieslinski & Petra Siegele (Zentrum für Citizen Science, OEAD)

Im Rahmen des Plattformtreffens am 26. Juni 2019 in Obergurgl wurde die AG „Citizen Science an/mit Schulen“ gegründet.

Besonders in den letzten zehn Jahren konnten in Österreich zahlreiche Kompetenzen und Wissen rund um die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Schule aufgebaut werden, nicht zuletzt auch durch das Sparkling Science-Forschungsförderprogramm des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung oder den seit 2015 vom Zentrum für Citizen Science organisierten Citizen Science Award, in dem jedes Jahr im Frühjahr v.a. Schulen zum Mitforschen bei verschiedenen Projekten eingeladen werden.

Ziel dieser AG ist es, die bisherigen Erfahrungen im Rahmen von Citizen Science-Projekten mit Schulen zu bündeln und Empfehlungen  für Forschende & Lehrpersonen ggf. mit Best Practice-Beispielen auszuarbeiten. Dabei soll es zum einen um Herausforderungen und Gelingfaktoren für eine erfolgreiche Partnerschaft gehen, zum anderen sollen wichtige Faktoren für eine langfristige Zusammenarbeit ausgelotet werden. Ein Austausch mit anderen internationalen AGs zu diesem Thema wird auch angestrebt.

Bei Interesse an einer Mitarbeit kontaktieren Sie bitte Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vom 26.-28. Juni 2019 fand im wunderschönen Obergurgl die 5. Österreichische Citizen Science Konferenz in wildromantischer Alpenidylle statt. Auf fast 2000m Seehöhe versammelten sich ca. 150 Citizen Science Akteurinnen und Akteure hauptsächlich aus Österreich, Deutschland und der Schweiz um gemeinsam über Citizen Science  und das Motto “Grenzen und Übergänge” zu diskutieren. 

Das Citizen Science Network Austria bewies wieder einmal, dass es mehr ist als nur die Summe seiner Teile. Das Organisationskommittee bestand aus Vertretern der Universität Innsbruck, der Universität für Bodenkultur Wien, dem Zentrum für Citizen Science am OEAD, Schweiz forscht (CH), Bürger schaffen Wissen (D) und Partizipative Wissenschaftsakademie an der Universität Zürich und ETH Zürich. Dementsprechend vielfältig waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die wissenschaftlichen Beiträge. So kamen Vertreter von Universitäten, Fachhochschulen, Vereinen, Museen, Förderorganisationen und vielen mehr um sich disziplinenübergreifend auszutauschen.

Kaum ein anderer Ort ist für die Frage nach den Grenzen von Citizen Science so geeignet wie Obergurgl. Durch seine geografische Lage an politischen wie natürlichen Grenzen inspirierte der Ort dazu Citizen Science auszuloten. In und um Obergurgl ließen sich verschiedenste Grenzen und Übergänge finden und man konnte den Umgang mit diesen Schnittstellen eingehend kennenlernen. Viele Grenzen sind in Obergurgl präsent, wie die Schneegrenze, die Waldgrenze, eine Staatsgrenze oder auch die Baumgrenze. Diese Grenzräume konnten nicht nur als Begrenzung, sondern auch als Bereiche des Übergangs und des Austausches kennengelernt werden. In diesem Umfeld wurde nun diskutiert wie man die Grenzen und Übergänge in Citizen Science zu anderen Methoden und Disziplinen am besten gestaltet und möglicherweise auch die Grenzspannungen positiv für sich nutzen kann.

Viele verschiedene Aspekte und Blickwinkel wurden rund um das Konferenzmotto in angeregter und wertschätzender Weise diskutiert. Bei diesen Diskussionen war vor allem die Diversität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz sehr vorteilhaft, weil dadurch sehr oft neue Perspektiven ein bestimmtes Thema neu beleuchteten, und so neue kritische Fragestellungen ermöglichten. Vor allem die Figur des Wissenschaftlers Hans, welche durch die erste Keynote Susanne Hecker zum Beginn der Konferenz eingeführt wurde, wurde immer wieder diskutiert. Bei Hans handelt es sich um einen Wissenschaftler, der durch äußere Umstände auf das Thema Citizen Science gebracht wurde, dieses spannend fand und sich dachte: so schwer kann das ja nicht sein. Wo dann die Grenzen von Citizen Science sind, und welche Übergänge es zu anderen Bereichen wie z.B. Wissenschaftskommunikation, Bildung und Ermächtigung von Bürgerinnen und Bürgern gibt, war ein sich durch die Konferenz ziehendes Thema. 

Generell war die Konferenz von vielen Highlights gekennzeichnet: So gab es den höchst gelegenen und zudem den ersten Citizen Science Slam, welchen zwei Maturanten aus Lienz mit einem Lied und einem Gedicht über ihre Vorwissenschaftliche Arbeit gewannen. Das Conference Dinner wurde mit einer unglaublichen Torte zum fünfjährigen Jubiläum der Konferenz versüßt und das Gruppenfoto wurde gleich zu einem ganzen Video durch eine Drohne ausgebaut. Ein Höhepunkt für viele war sicher auch die Speed-Postersession, welche in äußerst kurzer Zeit zu höchst anregenden und fruchtbaren Diskussionen geführt hat. Diese Session wurde von der Stiftung Blühendes Österreich unterstützt und trug so besonders zur hervorragenden Stimmung auf der Konferenz bei. 

Für uns als Citizen Science Network Austria zeichnet die jährlich stattfindende Konferenz vor allem aus, dass Citizen Science Akteurinnen und -Akteure, aus verschiedensten Fachrichtungen und Institutionen an einem Ort zusammenkommen und jedes Jahr ein fachlich höchst anspruchsvolles Programm in einem fast freundschaftlichen Umfeld kreieren. So ist diese Konferenz schon zu einer Tradition geworden, die außergewöhnliches in sich vereint.  Hier möchten wir uns für den unermüdlichen Einsatz aller Menschen bedanken, die es ermöglicht haben, dass wir die Konferenz nun schon fünf Jahre als Ort der Begegnung und des Austauschs erleben dürfen und das an verschiedensten Orten Österreichs. 

Die nächste Konferenz findet übrigens vom 05.-08. Mai 2020 in Wien statt. Mehr Informationen dazu finden Sie in den nächsten Monaten natürlich auf Österreich forscht.

Blogbeiträge zur 5. Österreichischen Citizen Science Konferenz

Wissenschaft im Dialog: https://www.wissenschaft-im-dialog.de/blog/blogartikel/beitrag/grenzen-und-uebergaenge-eindruecke-von-der-5-oesterreichischen-citizen-science-konferenz/

Monica Peters:

https://monicalogues.com/2019/07/03/oecsk2019-blog-1-borders-frontiers-citsci-definitions-benefits/

https://monicalogues.com/2019/07/03/oecsk2019-blog-2-citscinz-biodiversity-monitoring-co-design/

https://monicalogues.com/2019/07/04/5th-austrian-citizenscience-conference-funding-open-science-socio-cultural-citsci-gamification/

Zentrum für Citizen Science: https://www.zentrumfuercitizenscience.at/de/read-story/id-5-oesterreichische-citizen-science-konferenz-2019

Pressespiegel:

https://www.dolomitenstadt.at/2019/07/06/gymnasiasten-punkten-mit-slam-zum-thema-garten/

https://www.krone.at/1951994

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Montag, 24 Juni 2019 09:12

Wilde Nachbarn

Nisten an Ihrem Haus oder in Ihrem Stall Schwalben? Haben Sie mitten im Ort einen Dachs gesehen? Oder beobachten Sie regelmäßig einen Turmfalken in Ihrem Garten? Wir interessieren uns für Ihre Beobachtungen im ländlichen Siedlungsraum!

Verschiedene Vögel und andere Wildtiere bevölkern als unsere unmittelbaren Nachbarn unsere Siedlungsräume. Über Ihr Vorkommen und Ihre Verbreitung in der Nähe der Menschen ist oft nur wenig bekannt. Das Projekt Wilde Nachbarn hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Wissenslücken mit Hilfe der Bevölkerung zu schließen. Werden auch Sie Teil eines Forschungsprojektes!

Wo sich Wege kreuzen…

Auf der Internetplattform „www.wildenachbarn.at“ können Beobachtungen gemeldet und andere Beobachtungen eingesehen werden. Sie können sich über aktuelle Sichtungen in ihrer Nähe informieren und weiterführende Informationen zur Biologie der Art und ihrer Verbreitung im ländlichen Siedlungsraum, aber auch Hilfestellungen in Konfliktfällen und für das Auffinden von hilflosen oder verletzten Wildtieren abrufen. Bei einer Registrierung können zusätzlich Fotos der Beobachtungen hochgeladen werden, Sie erhalten die Möglichkeit einer Übersicht über Ihre Meldungen und können unseren Newsletter abonnieren.

Forschungsplattform

Wir erhoffen uns eine breite Datengrundlage auf Grund der Sichtungsmeldungen, um die Verbreitung diverser Vögel und anderer Wildtiere in Österreichs Siedlungsräumen besser einschätzen zu können und auch adäquate Managementvorschläge im Konflikt- oder Schadensfall bereitstellen zu können. Ein räumlicher Schwerpunkt der Plattform liegt in der Region Wagram in Niederösterreich. Die Plattform ist in Österreich bisher einzigartig in ihrer Art: spezialisiert auf das Vorkommen von Vögeln und Wildtieren im ländlichen Siedlungsraum und mit wissenschaftlicher Forschung verknüpft.

 

Freitag, 14 Juni 2019 11:22

Pilzfinder

Pilzfinder - darum geht es

Noch bis vor wenigen Jahrzehnten war die Kenntnis wildwachsender Speise- und Giftpilze weit verbreitet. Vor allem in der älteren Bevölkerung wusste man über das jahreszeitliche Auftreten der Pilze Bescheid. Pilzesuchen ist ein beliebtes Hobby bei Alt und Jung, das mit großer Erfahrung einhergeht. Um dieses Wissen zu erhalten, zu erweitern und vor allem auch der jungen Generation näher zu bringen, gibt es jetzt den Pilzfinder. Durch die Klimaerwärmung der letzten Jahre verschiebt sich auch zunehmend das Pilzvorkommen und das Artenspektrum. Von den Folgen der Klimaerwärmung sind besonders höhere Lagen betroffen. Viele Pilzarten haben Ausbreitungs- und Anpassungsstrategien, um auf Klimaveränderungen zu reagieren, ein unmittelbares Gefährdungsrisiko besteht jedoch in Hinblick auf die arktisch-alpin verbreiteten Pilzarten. Funddaten von Pilzen aus verschiedenen Ländern Europas zeigen, dass die Erscheinungszeit der Fruchtkörper in Folge der Klimaerwärmung zunimmt, also Pilze heute im Jahresverlauf über einen längeren Zeitraum auftreten. Auch verschiebt sich häufig die Erscheinungszeit nach weiter hinten im Jahresverlauf. Durch die aktive Mithilfe im Pilzfinder sollen diese Veränderungen der Pilzwelt jetzt erfasst werden können und in wissenschaftliche Auswertungen einfließen. Denn Pilze reagieren unmittelbar auf die wörtlich verrückte Temperaturentwicklung.

Im Rahmen dieses Projektes erheben Citizen Scientists pilzfloristische und phänologische Daten. Über Pilzfinder werden die wissenschaftlich fundierten Daten in die Datenbank der Pilze Österreichs der Österreichischen Mykologischen Gesellschaft beim jeweils nächsten update übernommen. Das Projekt Pilzfinder hat zum Ziel, das Vorkommen und die Verbreitung der Pilze in Österreich und darüber hinaus umfassend zu dokumentieren und die verfügbaren Daten darzustellen und auszuwerten. Beim Vergleich der Verbreitungsdaten können Zusammenhänge zwischen Temperaturverlauf und Auftreten der Pilzarten erforscht und so Auswirkungen der Klimaänderung analysiert werden.

Mit dem Pilzfinder könnt ihr durch Beobachten und Fotografieren aktiv zur Erhebung des Vorkommens und der Verbreitung der Pilze beitragen. Auf Anfrage stellen wir für nichtkommerzielle Zwecke Meldungen gern zur Verfügung, natürlich auch für die Melder_innen selber. Alle wissenschaftlichen Ergebnisse werden in open Access/und peer-reviewed Journalen veröffentlicht. Es wird auch einen jährlichen Bericht über die Meldungen in den Mitteilungen der Österr. Mykolog. Ges. geben. https://www.univie.ac.at/oemykges/publikationen/mitteilungen-der-oesterr-mykolog-gesellschaft/

Interaktive Karte:

 

Bildergallerie

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Donnerstag, 13 Juni 2019 04:03

Virenmonitoring

Welches sind die häufigsten Bienenviren in Österreich und stehen diese Viren in Verbindung mit Winterverlusten heimischer Bienenvölker? Zur Beantwortung dieser Fragen arbeiten 200 Imkerinnen und Imker aus ganz Österreich als Citizen Scientists drei Jahre lang im „Virenmonitoring“ mit (2018-2020). Dabei sammeln sie im September jedes Jahres Bienen aus fünf ihrer Bienenvölker und schicken diese an die AGES, Abteilung Bienenkunde und Bienenschutz. Zusätzlich übermitteln sie uns die Winterverluste ihrer Völker. Wir analysieren die Proben auf acht wichtige Bienenviren und überprüfen, ob das Auftreten und die Stärke der Virusinfektionen mit Winterverlusten in Zusammenhang stehen. Die Imkerinnen und Imker bekommen die Virusanalysen ihrer Völker zur Verfügung gestellt und erfahren so mehr über die Gesundheit ihrer Bienenvölker.

Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft sind Bienenviren, wie beispielsweise das Flügeldeformationsvirus und das Akute Bienenparalyse Virus, mitverantwortlich für hohe Winterverluste. Aber auch andere Viren, wie das Sackbrutvirus oder das Chronische Bienenparalyse Virus, machen den Bienenvölkern sehr zu schaffen. Leider haben wir derzeit erst punktuelle Kenntnisse über das Vorkommen und die Häufigkeit dieser Bienenviren in Österreich. Untersuchungen auf Viren erfolgten bisher meist erst, wenn schon ein Schaden am Bienenvolk entstanden war. Forschungsergebnisse aus den USA und europäischen Nachbarländern zeigten, dass viele Viren ebenso häufig in unauffällig erscheinenden Völkern wie in deutlich geschädigten vorkommen. Um eine Aussage über die Häufigkeit von Bienenviren zu treffen, müssen daher sowohl auffällige als auch unauffällige Völker untersucht werden (= eine repräsentative Auswahl).

Das „Virusmonitoring“ ist ein Modul des Projektes „Zukunft Biene 2“, das von 2017-2021 die Bienengesundheit Österreichs unter Leitung von Prof. Karl Crailsheim von der Karl-Franzens-Universität Graz untersucht. Forschungspartner in dem Projekt sind die Universität Graz, die AGES und die Vetmeduni Wien. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT), den Bundesländern, dem Imkerdachverband „Biene Österreich“ sowie Eigenmitteln der Karl-Franzens-Universität Graz, der Vetmeduni Wien und der AGES finanziert.

Projektteam:

  • Citizen Scientists (Proben- und Datensammlung): 200 Imkerinnen und Imker aus ganz Österreich
  • Projektleitung (Kommunikation, Berichtlegung): Linde Morawetz
  • Projektdurchführung (Ausarbeitung, Vorbereitung Materialien): Katharina Etter, Irmgard Derakhshifar, Hemma Köglberger, Rudolf Moosbeckhofer
  • Analytiklabor (Methodenentwicklung, Analyse): Adi Steinrigl, Sigrid Träger
  • Statistikerin (statistische Analyse): Antonia Griesbacher
  • Projektleitung Gesamtprojekt „Zukunft Biene 2“ (Projektmanagement): Karl Crailsheim
  • Kooperationspartner „Zukunft Biene 2“ (Beratung): Robert Brodschneider, Benjamin Lamp
Donnerstag, 02 Mai 2019 14:49

Categories to come

Worum geht es in dem Projekt konkret?

So Vieles dreht sich um das Eine - und doch fehlen uns manchmal die Worte. Wie sprechen wir mit wem über unsere Körper, unsere Vorlieben, Handlungen und Bedürfnisse, wenn es um Sex und sexuelle Befriedigung geht? Jede*r ist nicht nur dazu eingeladen die eigene Sexualität in Worte zu fassen, sondern auch neue Worte und Fantasien zu schaffen. Ziel des Projektes ist es, eine Plattform und Ressourcen zu schaffen, die bisher unbenannte Themengebiete der Sexualität im interdisziplinären Kontext besprech- und erforschbar machen.  

Wie können die Bürger mitforschen?

Bürger*innen gestalten aktiv das künftige sexualsprachliche Vokabular mit und geben der Forschung wichtige Impulse. Bürger*innen können eigene Begriffe & Beschreibungen für intime Handlungen & eigenes sexuelles Verlangen aufschreiben. Außerdem können sie Stellen aus Liedern, Büchern oder Filmen, die sexuell erregend sind, sammeln und benennen. Sie können Filme & Fotos und andere kulturelle Werke anschauen und be­schreiben, was dort zu sehen ist und diese verschlagworten. Sie können Bücher & Texte lesen und Stellen mit sexuellen Handlungen herausfiltern & sie verschlagworten

Was passiert mit den Ergebnissen?

Die Ergebnisse bilden eine Ressource, um bisher unbenannte Themengebiete der Sexualität abzubilden. Diese Datensammlung wird öffentlich bereitgestellt und kann für linguistische, sozial- und sexualwissenschaftliche, gender-, medien- oder literaturbezogene Forschungsfragen sowie zur Kunstproduktion herangezogen werden.

Wozu trägt die Forschung bei?

Categories to Come hilft dabei eine neue Ressource für die Erforschung von Sexualität in verschiedenen Disziplinen aufzubauen. Dies basierend auf zwei Annahmen, nämlich dass 1) das bestehende sexualsprachliche Vokabular nur in Teilen erfasst ist und 2) durch die gesellschaftliche Visualität und der im Erfahrungsraum angesiedelten Sexualität (und somit häufig fehlenden Sprachlichkeit), viele Handlungen und Fantasien noch nicht dem Versuch unterzogen wurden, sie in Worte zu fassen. Künstlerische Forschung verbindet künstlerisches und wissenschaftliches Erkenntnisinteresse miteinander. Anders als bei rein wissenschaftlicher Forschung erlaubt es das künstlerische Element auch kreativ zu werden und neue Worte zu schöpfen. So trägt Categories to Come dazu bei, die Forschung in Bezug auf Sexualsprache und sexuelles Verlangen vielfältiger zu machen. An diesem Projekt wird deutlich, was der künstlerische Anteil in einem Forschungszusammenhang sein kann, wie er eine andere Art von Wissen produziert als rein wissenschaftliche Forschung und wie dies im interdisziplinären Kontext einen Beitrag liefern kann. Dadurch, dass die Ergebnisse öffentlich zugänglich sind, können Bürger*innen selbst die Datenbank nutzen und neue Arten und Begriffe finden, um über Sexualität zu sprechen. Hierdurch wird einer Tabuisierung entgegengewirkt und eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität befördert.

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Donnerstag, 18 April 2019 13:42

Blog: Citizen Science auf der EGU

Am 12. April 2019 hatten wir das Vergnügen eine Session zu "Citizen Science and Open Science: bridging the science-society-gap by finding emerging environmental issues and empowering citizens" (Citizen Science und Open Science: Überbrückung der Kluft zwischen Wissenschaft und Gesellschaft durch die Suche nach sich abzeichnenden Umweltproblemen und die Stärkung der Bürger) auf der Jahresversammlung der EGU (European Geosciences Union) in Wien durchzuführen.

Übersetzung der EGU Website:

Die EGU, die Europäische Geowissenschaftsunion, ist Europas führende geowissenschaftliche Union, die sich dem Streben nach Exzellenz in den Erd-, Planeten- und Weltraumwissenschaften zum Wohle der Menschheit weltweit widmet. Sie wurde im September 2002 als Zusammenschluss der European Geophysical Society (EGS) und der European Union of Geosciences (EUG) mit Sitz in München gegründet.

Die EGU ist eine gemeinnützige internationale Vereinigung von Wissenschaftlern mit rund 17.000 Mitgliedern aus der ganzen Welt. Die Mitgliedschaft steht Einzelpersonen offen, die sich beruflich mit Geowissenschaften, Planeten- und Raumwissenschaften und verwandten Studien befassen oder damit in Verbindung stehen, einschließlich Studenten und älteren Menschen im Ruhestand.

Die jährliche Generalversammlung der EGU ist die größte und bedeutendste geowissenschaftliche Veranstaltung Europas und zog in den letzten Jahren über 14.000 Wissenschaftler aus der ganzen Welt an. Die Sitzungen des Treffens decken ein breites Themenspektrum ab, darunter Vulkanologie, Planetenerkundung, die innere Struktur und Atmosphäre der Erde, Klima sowie Energie und Ressourcen.

So kamen auch heuer über 16.000 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus 113 Ländern zusammen um über 6.000 Vorträge zu halten und fast 10.000 wissenschaftliche Poster zu präsentieren. Eine Konferenz der superlative und eine großartige Umgebung um sich Citizen Science zu widmen und sich darüber auszutauschen. So freut es uns, dass wir (Daniel Dörler und Florian Heigl) diese Session gemeinsam mit Taru Sanden (AGES - Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit), Steffen Fritz (IIASA), Amanda Whitehurst (NASA - Earth Science Programs) und Martin Hammitzsch (GFZ Potsdam) organisieren durften.

Die 14 Vorträge und 29 Poster in unserer Session spannten sich über vielschichtige Themen und Länder. So wurden unter anderem neue Anwendungen zum Datenaustausch vorgestellt, es wurde gezeigt, wie gut die Datenerhebung zu 3D Landschaftsparametern mit Drohnen funktioniert, ein Projekt zu Geruchsbelästigung auf europäischer Ebene wurde beschrieben oder auch die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in unterschiedlichsten Projekten von Hagelmonitoring in der Schweiz oder in Landwirtschaft in Indonesien wurde gezeigt. Die unheimlich große Fülle an Eindrücken wurde von Menschen aus Deutschland, Schweiz, Nepal, Indonesien, Mexiko und vielen weiteren Ländern aufgezeigt. Alle Zusammenfassungen der Beiträge können online eingesehen werden: https://meetingorganizer.copernicus.org/EGU2019/session/30778

Eindrücke von der EGU2019:

Mittwoch, 20 März 2019 08:40

NestCams

In diesem Projekt können Bürgerinnen und Bürger an einem wissenschaftlichen Projekt zur Erforschung des Brutverhaltens von Graugänsen und Waldrappen mitarbeiten.

Die Konrad Lorenz Forschungsstelle (KLF, eine Core Facility der Universität Wien) widmet sich seit ihrer Gründung im Jahr 1973 u.a. der Erforschung der sozialen Systeme von freifliegenden Vögeln. Insbesondere drei Vogelarten werden als Modelle verwendet: Graugänse, Raben und Waldrappe.

Worum geht es?

Mit diesem Projekt werden die Zusammenhänge zwischen den Verhaltensmustern und dem Bruterfolg bei zwei Vogelarten (Graugänse, Waldrappe) untersucht. Die ausgewählten Arten verwenden unterschiedliche Strategien: Graugänse sind langzeitmonogam, das Nest wird ausschließlich vom Weibchen betreut und die Jungtiere sind Nestflüchter. Bei den saisonal-monogamen Waldrappen wird das Nest von beiden Paar-Partnern betreut und die Jungen sind Nesthocker.

Ziele des Projekts NestCams

Gemeinsam mit Citizen Scientists wird erforscht, warum es innerhalb einer Schar bzw. Kolonie Paare gibt, die bei der Brut und der Aufzucht der Jungtiere erfolgreich sind und welche, die keinen Erfolg haben.

Wer kann teilnehmen?

Für die Teilnahme am Projekt NestCams benötigen Sie einen Computer mit Internetzugang.

Wie kann man teilnehmen?

Um teilnehmen zu können, besuchen Sie bitte die Plattform birdscience.net. Anschließend ist eine Anmeldung/Registrierung auf der Online-Plattform Zooniverse.org nötig. Nach Auswahl des Projekts „NestCams“ sind kurze Videosequenzen von brütenden Waldrappen und Graugänsen zu finden. Citizen Scientists sollen beschreiben (= kodieren), was die Vögel gerade am Nest machen. Eine Teilnahme ist nur in englischer Sprache möglich.

Bei Fragen zum Projekt kontaktieren Sie uns bitte.

 

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