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Gesichter der Migration

(C) Projektteam Gesichter der Migration

Gesichter der Migration. Jugendliche aus Tirol erforschen gemeinsam ihre familiale Migrationsgeschichte

Sozialhistorische Studien haben vielfach belegt, dass Migrationen seit jeher zur menschlichen Existenz gehören. Wenn Migrationsbewegungen so alt sind wie die Menschheit selbst, kann die Weltgeschichte als Mobilitätsgeschichte gelesen werden. In der heutigen Zeit sind weltweite Bezüge zur Alltagsnormalität geworden – ob wir einkaufen, in einem Restaurant essen, fernsehen, ins Kino gehen, einen bestimmten Lebensstil pflegen oder politisch handeln. Die Alltagssituationen, in denen wir uns bewegen, in denen wir handeln, unsere Biografien und familialen Bezüge konstruieren, sind also in vielfältiger Weise in Ereignisse involviert, die nicht ausschließlich lokal definierbar sind, auch wenn sie sich lokalspezifisch manifestieren.

Vor diesem Hintergrund erforschen Jugendliche aus Tirol gemeinsam mit ihren (Groß)Eltern, Lehrer*innen und Freund*innen ihre familialen Migrationsgeschichten und suchen nach Spuren der Mobilität in ihrer Umgebung. Sie erfahren dabei eine breite Unterstützung aus dem universitären und zivilgesellschaftlichen Bereich. Zum aktiven Netzwerk des Projektes, welches am Institut für Erziehungswissenschaft im Lehr- und Forschungsbereich Migration und Bildung angesiedelt ist, gehören: 

Ebenso beteiligen sich Bürger*innen aus den Tiroler Forschungsgebieten Innsbruck/Pradl und Fulpmes und schreiben Berichte zur Migrationsgeschichte ihres Wohngebietes oder stellen projektrelevante Dokumente zur Verfügung (z.B. Gegenstände der Migration). 

Migrationserfahrungen der eigenen Familie erforschen

Warum nicht einmal den Blick auf die eigene Familiengeschichte richten? Man kann von familialen Migrationserfahrungen sprechen, wenn beispielsweise ein Onkel beruflich nach Kanada ausgewandert ist, oder wenn die Großeltern durch Binnenmigration aus der Hauptstadt nach Tirol gekommen sind. Unsere Erfahrungsräume sind von weltweiter Reichweite. Auf diese Weise werden mehrere Zugehörigkeiten möglich und dazu gibt es die unterschiedlichsten Beispiele aus dem mehrheimischen Alltagsleben:   

Eine Schülerin aus Tirol trifft sich mit ihrer besten Freundin – per Skype und über Ländergrenzen hinweg. Ein Universitätsassistent pendelt jede Woche zwischen Wohn- und Arbeitsort. Unter der Woche arbeitet er in Wien, am Wochenende verbringt er die Zeit mit seiner Familie in Innsbruck. Die Autofahrt von Tirol nach Serbien ist lang, vor allem dann, wenn die Kinder voller Vorfreude auf Omas Baklava sind. Ein Jugendlicher taucht täglich in mehrere Sprachen ein: mit der Schwester redet er Deutsch, mit der Mama Kurdisch und mit dem besten Freund Dialekt.

In dem Forschungsprojekt sind die Jugendlichen Expert*innen ihrer Lebenspraxis und gestalten den gesamten Forschungsprozess aktiv mit: Sie entwickeln ihre eigenen Forschungsfragen, die sie dann mit Hilfe offener Interviews mit ihren Eltern und Verwandten beantworten. Darüber hinaus suchen die Jugendlichen mittels ethnografischer Feldforschung nach Spuren von Migration in ihrer näheren Umgebung und im Stadtteil.

Was bedeuten familiäre Migrationsgeschichten für mich?

Aus wissenschaftlicher Sicht wird danach gefragt, wie Migrationserfahrungen in den einzelnen Familien wahrgenommen und bewertet werden und ob über Migration ein Wissen bzw. Bewusstsein vorhanden ist. Im Projektunterricht an den Schulen helfen dabei u.a. mitgebrachte Gegenstände der Migration.

Abbildung 2 Azras Schüssel

Gegenstand der Migration: Azras Schüssel

Auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse über die familialen und ortbezogenen Migrationsgeschichte organisieren die Jugendlichen eine Abschlussveranstaltung in Innsbruck. Darüber hinaus fließen die Forschungsergebnisse in ein Online-Heft ein, welches sich primär an Schulen und an die allgemeine Öffentlichkeit richtet. Mit diesem Projekt wird somit einerseits ein wichtiger Beitrag zur Erforschung von familialen Migrations- und Stadtgeschichten geleistet werden. Andererseits sollen die Erkenntnisse des Projektes dazu dienen, ein anderes Bewusstsein über Migration und Diversität vor Ort zu schaffen.

Aktuelle Informationen und Ankündigungen finden Sie auf dem Projektblog:

https://www.uibk.ac.at/iezw/migration-bildung/ (21.08.2018)

Bildergalerie:

(Für Vergrößerung bitte auf ein Foto klicken)

Projektleiter:

Prof. Dr. Erol Yildiz und Ass.-Prof. Dr. Marc Hill (Forschungs-Bildungs-Kooperationen), beide Universität Innsbruck, Institut für Erziehungswissenschaft/Migration und Bildung

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wissenschaftliche Projektmitarbeiterinnen: Mag. Miriam Hill, Anita Rotter MA

Studentischer Mitarbeiter: Alexander Böttcher, BA

Projektblog: https://www.uibk.ac.at/iezw/migration-bildung/

Wissenschaftliche Kooperationspartner:

Partner aus der Zivilgesellschaft, Kunst, Kultur und Politik

Beteiligte Schulen:

  • NMS Vorderes Stubai, Fulpmes (Direktion: OSR Josef Wetzinger)
  • UNESCO NMS Gabelsberger, Pradl/Innsbruck (Direktion: Brigitte Winkler-Greimel, MEd BEd)

Projektlaufzeit:

  • 01.07.2017 – 30.06.2019

Fördergeber:

Sparkling Science/BMBWF

Projektpräsentation:

https://www.sparklingscience.at/de/projects/show.html?--typo3_neos_nodetypes-page[id]=1138

Projektleitung

Projektleiter: Erol Yildiz und Marc Hill

Institut für Erziehungswissenschaft
Universität Innsbruck
Liebeneggstraße 8
6020 Innsbruck

 

Gelesen 1574 mal| Letzte Änderung am Freitag, 14 September 2018 13:15
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