(c) by Klaus Schindler; bearbeitet von Philipp Hummer (SPOTTERON)
Institution: Institut für Zoologie, Universität für Bodenkultur Wien
Projektleitung: Florian Heigl
Gregor-Mendel-Straße 33
1180 Wien
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In diesem Citizen Science Projekt möchten wir mit wissenschaftlichen Methoden in Österreich einen Überblick schaffen, wo welche Tiere überfahren werden und welche Gründe es dafür geben könnte. Mit Ihren Meldungen versuchen wir, Hotspots zu identifizieren und diese gemeinsam mit unseren Partner*innen zu entschärfen.

Ziele

Unser klares Ziel ist die Anzahl an Roadkills soweit wie möglich zu reduzieren, indem wir den Ursachen der Roadkills auf den Grund gehen.

Der erste Schritt dazu ist, einen Überblick über Anzahl, Umfang und Verbreitung von Roadkills in Österreich zu bekommen. Durch das Zusammentragen von vielen einzelnen Daten zu einem großen Datensatz, versuchen wir festzustellen, zu welchen Bedingungen (Wetter, Uhrzeit, …), an welchen Standorten (Wald, Wiese, Ortsgebiet, …), auf welchen Straßen, welche Tiere Opfer von Roadkill werden.

Neben der Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragestellungen möchten wir „Hotspots“ identifizieren, also Orte an denen es besonders häufig zu Roadkill kommt. In Zukunft versuchen wir, diese Hotspots in Zusammenarbeit mit Behörden, NGOs und Gemeinden zu entschärfen.

Übergeordnet soll das Projekt Roadkill zur Sensibilisierung im Thema Roadkill aller Teilnehmer*innen beitragen.

Teilnahme

Die Teilnahme im Projekt Roadkill ist so gestaltet, dass sowohl der Einstieg ins Projekt, wie auch die Teilnahme so einfach wie möglich sind. So brauchen Sie bei der Registrierung nur einen Benutzernamen und ein Passwort und die Dateneingabe kann per Apps für iOS und Android Smartphones erfolgen, oder ganz einfach über den Internetbrowser. Unsere Website und Apps werden von Spotteron entwickelt. Wenn Sie bereits ein Benutzerkonto bei einer Spotteron App haben, können Sie dieses auch in unserem Online-Eingabeformular oder in den Apps verwenden.

Sind Sie auf einer Straße in Österreich unterwegs und beobachten ein totes Tier, das von einem Fahrzeug erfasst wurde, melden Sie dies einfach über unsere App für Android oder iOS oder über das Online-Formular in der Dateneingabe. Sie können dies an Ort und Stelle tun, oder Sie notieren sich die Stelle und geben die Daten zuhause an einem Computer mit Internetverbindung ein.

Achten Sie jedoch stets auf Ihre eigene Sicherheit! Tragen Sie keine Spots ein, während Sie selbst am Steuer sitzen; machen Sie kein Foto auf unübersichtlichen Straßenabschnitten; achten Sie stets auf den Straßenverkehr und riskieren Sie nichts, um einen neuen Spot einzutragen! Ihre Sicherheit steht immer an erster Stelle!

Genaue Informationen zur Teilnahme finden Sie auf unserer Projektwebsite.

Hintergrund

In diesem Citizen Science Projekt der Universität für Bodenkultur Wien, möchten wir mit wissenschaftlichen Methoden einen Überblick schaffen, wo welche Tiere in Österreich überfahren werden und welche Gründe es dafür geben könnte. Mit Ihren Meldungen versuchen wir Hotspots zu identifizieren und diese gemeinsam mit unseren Partner*innen zu entschärfen.

Was bedeutet Roadkill?

Als Roadkill werden alle im Straßenverkehr zu Tode gekommenen Tiere bezeichnet. Der deutsche Begriff Wildunfall greift als Übersetzung zu kurz, denn er bezieht sich in der Regel nur auf größere Säugetiere und gelegentlich Vögel. Dies schlägt sich auch in offiziellen Statistiken wieder – Daten zu getöteten Tieren im Straßenverkehr werden hauptsächlich zu sogenanntem „jagdbarem Wild“ erhoben. Daten zu allen anderen Tierarten – auch zu gefährdeten Tierarten, wie zum Beispiel Amphibien – fehlen.

Welche Relevanz hat Roadkill?

Straßen zerschneiden die Lebensräume vieler Tierarten. Auf menschliche Wohnräume umgelegt würde dies bedeuten, dass z. B. die Verbindung zwischen Küche und Wohnzimmer durch eine Straße durchquert wird. Tiere überqueren Straßen, wenn sie z. B. auf Nahrungssuche sind, sich Paarungspartner suchen oder wenn sie zwischen Winterquartier und Sommerquartier wechseln (wie beispielsweise Kröten bei ihrer Wanderung im Frühjahr). Tierarten, die diese Wanderungen durchführen sind daher  besonders häufig von Roadkill betroffen.

Auch für den Menschen hat Roadkill Relevanz – Tiere auf der Fahrbahn stellen für Autofahrer*innen eine große Gefahr und auch eine große ethische Belastung dar. Nicht nur Zusammenstöße mit großen Wildtieren wie Hirsch, Wildschwein und Co verursachen jährlich Personen- und Sachschäden – auch kleine Tiere wie Igel und Kröte können Schäden verursachen, da immer wieder Unfälle durch Ausweich- und Bremsmanöver passieren.

Schlagwörter
  • Tiere
  • Landnutzung
  • verkehr
Gelesen 14590 mal| Letzte Änderung am Mittwoch, 07 April 2021 13:51