Schwebfliege auf Kornblume, Christina Bischof, Juni 2020, HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Institution: HBLFA Raumberg-Gumpenstein Stabstelle für Akquisition
Projektleitung: Verena Mayer
Altirdning 11
8952 Irdning-Donnersbachtal
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Telefon: 0676/9232306

PolliDiversity

Das Citizen Science Projekt „PolliDiversity“ beschäftigt sich mit folgender Frage: „Welche Bestäuber, insbesondere Wildbienen und Honigbienen, bevorzugen die vier ausgewählten Pflanzenarten – Wiesenklee (Trifolium pratense), Kornblume (Cyanus segetum), Klatschmohn (Papaver rhoeas) und Leindotter (Camelina sativa) – in unterschiedlich strukturierten Landschaften als Futterquelle und wie groß ist der Anteil an beobachteten Honigbienen (Apis mellifera)?“

Diese vier Pflanzenarten wurden gewählt, da sie unterschiedliche Blütenformen aufweisen und unterschiedlichen Familien zuzuordnen sind. 

Der Wiesenklee (Trifolium pratense) zählt zur Familie der Schmetterlingsblütler, besitzt einen ährigen Blütenstand aus vielen kleinen Blüten, die verwachsene Kron- und Kelchblätter aufweisen und zählt zu den nektarführenden Blütenpflanzen. Die rot- und blau- reflektierenden Blüten – Bienen können davon nur den Blauanteil wahrnehmen – weisen eine Röhrenlänge von ca. 9 mm auf, sodass der Nektar nur langrüsseligen Hummeln zugänglich ist, die ihn auch in der Regel bestäuben. Honigbienen können an Wiesenklee nur Pollen sammeln. 

Die Kornblume (Cyanus segetum) gehört zur Familie der Korbblütler und weist somit einen Blütenkorb auf, der aus vielen Röhrenblüten besteht. Die Blütenblätter reflektieren durchgehend im Blaubereich, zusätzlich außen mit UV, sodass für UV-wahrnehmende Insekten wie Bienen ein deutlicher Rand-Mitte-Kontrast entsteht. Das Nektarangebot ist bei einer Corollalänge von ca. 3 mm auch für kurzrüsselige Bienen und manche Fliegen zugänglich, Pollen für alle Blütenbesucher.

Der Klatschmohn (Papaver rhoeas) zählt zur Familie der Mohngewächse und wurde ausgewählt, da er eine offene rot- und UV-reflektierende Blüte besitzt. Der Klatschmohn besitzt keinen Nektar, ist aber sehr pollenreich und wird von Honigbienen und Hummeln vor allem am Vormittag sehr intensiv besucht.

Der Leindotter (Camelina sativa) zählt zu den Kreuzblütengewächsen, reflektiert im Gelb-, Rot- und UV-Bereich und hat ein reiches Angebot von Nektar und Pollen, weshalb er von diversen Bestäubern gerne besucht wird (vgl. Flügel, 2018).

Versuchsaufbau: 

Citizen Scientists erhalten Saatgut für ca. 4 m² Fläche (im eigenen Garten oder am Balkon in Töpfen) zur Aussaat der vier Pflanzenarten: Wiesenklee (Trifolium pratense), Kornblume (Cyanus segetum), Klatschmohn (Papaver rhoeas) und Leindotter (Camelina sativa). Die Aussaat sollte im besten Fall schon Ende März 2021 (sobald die ersten Frühblüher sichtbar werden), aber bis spätestens Ende April 2021 erfolgen. 

Versuchsvorbereitungen

Um den Citizen Scientists eine Bestimmung und eine Projektteilnahme zu ermöglichen, werden folgende Materialien mit der fachlichen Unterstützung von Wildbienenexperten Dr. Johann Neumayer erstellt und digitalisiert bereitgestellt: 

  • Einführender Workshop via Zoom
  • Informationsmappe: 
    • Versuchsanleitung
    • Informationsmaterialien zum Thema Bestäuber
  • Einfacher Bestimmungsschlüssel für ausgewählte Bestäuberarten (Wildbienen, Hummeln – 6 häufigste Arten, häufige Tagfalter, Schwebfliegen, häufige blütenbesuchende Käfergruppen)

Die Materialien werden in unterschiedlicher fachlicher Tiefe erstellt und fachdidaktisch an unterschiedliche Altersgruppen angepasst. 

Versuchsdurchführung:

Die Aufgabe der Citizen Scientists ist es, an mehreren Tagen von Mai bis Ende Juli (abhängig von der Blütezeit der Pflanzen) zu ermitteln, welche Pflanzenart von bestimmten Bestäubern bevorzugt als Futterquelle angeflogen wird. 

Da die Strukturen der Landschaft in der Umgebung in einem Umkreis von bis zu 150 m ausschlaggebend für das Vorkommen von Bestäubern sind, sollen Teilnehmer*innen zu Beginn des Monitorings eine Standortanalyse durchführen. Eine Anleitung, wie diese durchzuführen ist, wird ebenfalls im Workshop und in der Versuchsanleitung thematisiert; eine Vorlage wird bereitgestellt. Bei der Standortanalyse soll vor allem darauf geachtet werden, ob es Waldränder oder (Feld-)hecken mit Totholz gibt und ob Streuobstwiesen, Magerwiesen, staudenreiche Gewässerränder oder andere Blühflächen vorhanden sind. Auch das Vorhandensein von trockenen hohlen Pflanzenstängeln, Totholz, vegetationsfreien Bodenstellen oder Insektenhotels sollte dokumentiert werden. 

Das Monitoring sollte an möglichst vielen Tagen an drei unterschiedlichen Tageszeiten bei Tageslicht durchgeführt werden. Auch das Wetter spielt eine Rolle, da viele Wildbienen wie die meisten anderen Blütenbesucher bei sonnigem Wetter häufiger anzutreffen sind, dagegen bei Regen oder starkem Wind aber kaum. Daher werden Wetterdaten von den Standorten begleitend ausgewertet. 

Preise werden in zwei unterschiedlichen Kategorien vergeben: Schulklassen und Privatpersonen. In beiden Kategorien werden die Preise unter den fünf besten Teilnahmen mit den meisten qualitativ hochwertigen Meldungen (gut dokumentierte Beobachtungen mit Bildbeweisen) verlost. 

In der Kategorie "Schulklassen" gibt es Geldpreise für die Klassenkasse zu gewinnen: 1. Platz: 1000 Euro, 2. Platz: 750 Euro, 3. Platz: 500 Euro

In der Kategorie "Privatpersonen" gibt es tolle Sachpreise zu gewinnen, wie zum Beispiel eine Systemkamera und Kurzurlaube am Bauernhof. 

Schlagwörter
  • pflanzen
  • Tiere
Gelesen 332 mal| Letzte Änderung am Mittwoch, 07 April 2021 13:48