(C) AGES
Institution: AGES Abteilung für Bienenkunde und Bienenschutz
Projektleitung: Linde Morawetz
Abteilung für Bienenkunde und Bienenschutz
Spargelfeldstraße 191
1220 Wien

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Telefon: 05055 – 33120

Virenmonitoring

Welches sind die häufigsten Bienenviren in Österreich und stehen diese Viren in Verbindung mit Winterverlusten heimischer Bienenvölker? Zur Beantwortung dieser Fragen arbeiten 200 Imkerinnen und Imker aus ganz Österreich als Citizen Scientists drei Jahre lang im „Virenmonitoring“ mit (2018-2020). Dabei sammeln sie im September jedes Jahres Bienen aus fünf ihrer Bienenvölker und schicken diese an die AGES, Abteilung Bienenkunde und Bienenschutz. Zusätzlich übermitteln sie uns die Winterverluste ihrer Völker. Wir analysieren die Proben auf acht wichtige Bienenviren und überprüfen, ob das Auftreten und die Stärke der Virusinfektionen mit Winterverlusten in Zusammenhang stehen. Die Imkerinnen und Imker bekommen die Virusanalysen ihrer Völker zur Verfügung gestellt und erfahren so mehr über die Gesundheit ihrer Bienenvölker.

Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft sind Bienenviren, wie beispielsweise das Flügeldeformationsvirus und das Akute Bienenparalyse Virus, mitverantwortlich für hohe Winterverluste. Aber auch andere Viren, wie das Sackbrutvirus oder das Chronische Bienenparalyse Virus, machen den Bienenvölkern sehr zu schaffen. Leider haben wir derzeit erst punktuelle Kenntnisse über das Vorkommen und die Häufigkeit dieser Bienenviren in Österreich. Untersuchungen auf Viren erfolgten bisher meist erst, wenn schon ein Schaden am Bienenvolk entstanden war. Forschungsergebnisse aus den USA und europäischen Nachbarländern zeigten, dass viele Viren ebenso häufig in unauffällig erscheinenden Völkern wie in deutlich geschädigten vorkommen. Um eine Aussage über die Häufigkeit von Bienenviren zu treffen, müssen daher sowohl auffällige als auch unauffällige Völker untersucht werden (= eine repräsentative Auswahl).

Das „Virusmonitoring“ ist ein Modul des Projektes „Zukunft Biene 2“, das von 2017-2021 die Bienengesundheit Österreichs unter Leitung von Dr. Robert Brodschneider von der Karl-Franzens-Universität Graz untersucht. Forschungspartner in dem Projekt sind die Universität Graz, die AGES und die Vetmeduni Wien. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT), den Bundesländern, dem Imkerdachverband „Biene Österreich“ sowie Eigenmitteln der Karl-Franzens-Universität Graz, der Vetmeduni Wien und der AGES finanziert.

Projektteam:

  • Citizen Scientists (Proben- und Datensammlung): 200 Imkerinnen und Imker aus ganz Österreich
  • Projektleitung (Kommunikation, Berichtlegung): Linde Morawetz
  • Projektdurchführung (Ausarbeitung, Vorbereitung Materialien): Katharina Etter, Irmgard Derakhshifar, Hemma Köglberger, Rudolf Moosbeckhofer
  • Analytiklabor (Methodenentwicklung, Analyse): Adi Steinrigl, Sigrid Träger
  • Statistikerin (statistische Analyse): Antonia Griesbacher
  • Projektleitung Gesamtprojekt „Zukunft Biene 2“ (Projektmanagement): Karl Crailsheim
  • Kooperationspartner „Zukunft Biene 2“ (Beratung): Robert Brodschneider, Benjamin Lamp
Schlagwörter
  • Nahrungsmittel
  • Tiere
Gelesen 3187 mal| Letzte Änderung am Samstag, 13 Juni 2020 16:09