© Felix Deiters
Institution: Akademie der bildenden Künste Wien
Projektleitung: Marina Gržinić
Lehargasse 8, 1060 Wien
eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: +43 (1) 588 16-6600

Erinnerung und Imaginäres

Demokratische Bürger*innenschaft

„Erinnerung und Imaginäres“ erforscht mit Schüler*innen in Österreich kritisch was es heißt, Bürger*in zu sein. Wer kann oder darf an politischer Gemeinschaft aktiv teilnehmen? Wer kann oder darf das nicht? Diesen Fragen widmen wir uns mit dem Ziel, gemeinsam Strategien zu finden, die den Zustand der Ausgrenzung verändern.

Ziel der Forschung ist es, erfahrbar zu machen, welche Rolle das Erinnern, Nacherzählen und Neuvorstellen von Vergangenheit und Zukunft für das Leben in einer politischen Gemeinschaft einnimmt. 

In jeder Gemeinschaft gibt es unterschiedliche Geschichten von Zugehörigkeit und Ausschluss. Der besondere Fokus wird auf migrantische, queere und jüdische Erinnerungen und Vorstellungen gelegt. Sie alle stellen auf ihre eigene Weise Geschichten der Ausgrenzung aus der österreichischen Gesellschaft dar.

Wir erforschen wie demokratische Bürger*innenschaft funktioniert, indem wir sie im kleinen Rahmen praktizieren: Schüler*innen, Künstler*innen und Forscher*innen kommen zusammen, um über migrantische, queere und jüdische Erinnerungen und Vorstellungen zu lernen, sich auszutauschen, zuzuhören. Eigene Erfahrungen der Ausgrenzung werden womöglich auch von den Citizen Scientists selbst mitgebracht und geteilt. 

Das Projekt setzt neue Impulse im Feld der Citizen Science, da es Citizen Science mit kunstbasierter Forschung verbindet. Erinnerungen und Vorstellungen sind kollektive und relationale Formen des Wissens, die erfahrungsbasiert, räumlich und zeitlich vielschichtig sind. Citizen Science und kunstbasierte Forschung sind innovative Wege, um Einblicke in solche Vorstellungen und ihr Potenzial für demokratische Bürger*innenschaft zu gewinnen.

erinnerungimaginaeres logo2text

© Felix Deiters

Wie kann man mitforschen? 

Im Mitforschzeitraum von Mai bis Juni finden insgesamt drei „Erinnerungs-Labs“ (Mai) und eine Generalversammlung (Juni) statt. Die Mitforschenden nehmen jeweils an einem der drei Labs statt, die inhaltlich gleich gestaltet sind. Zur Generalversammlung sind alle Mitforschenden eingeladen. 

Die Zwischenergebnisse aller drei Labs, in Form von graphic recordings und stenografischen Protokollen, werden Ende Juni in einer gemeinsamen Generalversammlung gemeinsam reflektiert und gesammelter Output verifiziert.

Die Labs führen auf künstlerische Weise durch die Vergangenheit und Gegenwart der drei ausgewählten Gemeinschaften und ermöglichen ein kollektives Nachdenken darüber, wie wir Situationen der Ausgrenzung teilen und wie wir sie uns vorstellen können, wenn wir sie selbst nicht erfahren haben oder wenn wir uns selbst nicht daran erinnern (etwa, weil wir zu jung sind). 

Gemeinsames Essen wird genauso Bestandteil der kollektiven Erfahrung sein wie die gedankliche und körperlich-affektive Teilnahme an drei gruppendynamischen, künstlerisch angeleiteten Übungen.

In jedem Erinnerungs-Lab werden künstlerische Inputs gegeben, an denen die Citizen Scientists auch eingeladen sind, aktiv teilzunehmen: 

  • Rap-poetry mit Esra Özmen aka EsRap zum Thema Migration
  • Gemeinschaft bilden durch Performatives Erzählen mit Künstlerin Ndidi Iroh,
  • Biografiearbeit: Mehrfachmarginalisierung aus jüdischer Perspektive

Zu jedem Erinnerungs-Lab wird außerdem jeweils eine Expert*in eingeladen und einen kurzen Input für die Diskussion vorbereiten. Sie kommen von zwei wichtigen Organisationen der Zivilgesellschaft:

  • Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW),
  • Wiener Wiesenthal-Institut für Holocaust-Studien. 

Ort: Alle drei Labs finden in Wien statt (genaue Orte werden noch bekannt gegeben; sollte es die aktuelle COVID-19 Lage erforderlich machen, können die Labs draußen stattfinden).

Teilnehmer*innen: An jedem Lab nimmt jeweils eine Schulklasse teil (6.-8. Schulstufe). Weitere Teilnehmer*innen sind die drei wissenschaftlichen Projektmitarbeiterinnen und jeweils zwei studentische Mitarbeiter*innen der Akademie der bildenden Künste, die eingeladenen Künstler*innen und jeweils eine Expert*in unserer Partnerinstitutionen. 

Was passiert mit den Beiträgen der Citizen Scientists?

Die Aktivitäten während der Labs werden visuell und textlich mittels graphic recording (Künstler Felix Deiters) und einem stenografischen Protokoll dokumentiert. 

Die grafischen und stenografischen Protokolle werden in die Buchpublikation „Erinnerung und Imaginäres: Demokratische Bürger:innenschaft“ aufgenommen. Das Buch wird in der letzten Projektphase produziert (Herbst 2022) und bei einer Abschlussveranstaltung im Jänner 2023 präsentiert. 

Die Citizen Scientists sind dazu eingeladen, an der Erstellung und Präsentation der Publikation mitzuwirken.

Kontakt und Forschungsteam der Akademie der bildenden Künste Wien

Univ.-Prof. Dr. Marina Gržinić: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Dr. Sophie Uitz: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dr. Jovita Pristovšek: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Schlagwörter
  • geschichte
  • Kultur
  • politik
  • sprache
Gelesen 681 mal| Letzte Änderung am Montag, 25 Juli 2022 18:06