Trusted Spotter Network - Citizen-Science.at

Was ist Citizen Science?

Citizen Science bezeichnet eine Arbeitsmethode der Wissenschaft, mit der Projekte unter Mithilfe oder komplett von interessierten Amateurinnen und Amateuren [lat. amator “Liebhaber”] durchgeführt werden.

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Trusted Spotter Network

20120719_KarlWiedenhofer_Unwetterchasing_Oststeiermark8 (c) Karl Wiedenhofer

Das TRUSTED SPOTTER NETWORK ÖSTERREICH, TSN, ist eine Kooperation zwischen SKYWARN AUSTRIA (www.skywarn.at), dem European Severe Storms Laboratory ESSL in Form der

European Severe Weather Database ESWD (http://www.eswd.eu) und der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ZAMG (www.zamg.ac.at).

Ein Trusted Spotter ist, ehrenamtlich tätig, zugleich aktives Mitglied bei SKYWARN AUSTRIA, an der ZAMG geschult und leitet bei Unwetterereignissen und Schäden durch Extremwetter wichtige Informationen in Echtzeit an den Wetterdienst weiter.

Eine besondere Stellung nehmen dabei die Amateur Radio Spotter (ARS) ein. Hierbei handelt es sich ebenfalls um aktive Mitglieder von Skywarn, die eine Amateurfunkausbildung absolviert haben und auch beim Österreichischen Versuchs Sender Verband (ÖVSV) aktiv sind.

Diese Gruppe an Spottern sichert den Informationsfluss selbst bei massiven Ausfällen von Kommunikationsinfrastruktur im Katastrophenfall.


Die ZAMG hat als nationaler Wetterdienst die gesetzliche Verpflichtung, die österreichische Bevölkerung mit Wetterprognosen und Wetterwarnungen zu versorgen. Um diese Aufgaben bestmöglich zu erfüllen, betreibt die ZAMG ein dichtes Stationsnetz in Österreich und setzt eine Vielzahl an Messsystemen, Wettermodellen und langjährige Expertise der Vorhersagemeteorologen ein. Dennoch gibt es immer noch Probleme, das Wetter und seine unmittelbaren Auswirkungen im gesamten Bundesgebiet lückenlos zu erfassen.

Diese Lücken werden durch mobile „Chaser“ (Gewitterjäger) als auch durch ortsgebundene „Spotter“ (Beobachter) des Trusted Spotter Netzwerkes in Echtzeit gefüllt.

Was macht also das TSN einmalig in Europa?

1. Die Ausbildung:

Die ZAMG bietet den Mitgliedern von SKYWARN ein individuelles Besuchs- und Trainingsprogramm (Shadowing) an allen ZAMG KS – Regionalstellen. Hier bekommt der Trusted Spotter eine individuelle Schulung und wird so für die Bedürfnisse des Meteorologen in Warnsituationen sensibilisiert, im Abschätzen und Messen von meteorologischen Größen geschult.

Für seine Aktivität steht dem Spotter eine Echtzeit-Wetterinformation via Internet über eine ZAMG Datenplattform zur Verfügung, deren Interpretation ebenfalls Thema bei den Schulungen ist.

2. Der fachliche Austausch:

Die ZAMG bietet drei jährliche Workshops in ihren KS – Regionalstellen Wien, Salzburg und Graz an, die von den TSN Mitgliedern zahlreich genützt werden. Durch Vorträge, Fallstudien, Schadensanalysen und intensive fachliche Diskussionen erfolgt umfangreicher wissenschaftlicher Austausch, der sowohl für die Wetterenthusiasten als auch für die hauptberuflichen Meteorologen immer einen Gewinn darstellt.

3. International gültige Melderichtlinien

Die offene, internationale Unwetterdatenbank European Servere Weather Database (ESWD) des European Severe Storms Laboratory (ESSL) bietet eine wichtige Schnittstelle für die abgegebenen Meldungen und Berichte. Dem Meteorologen an der ZAMG stehen daraus alle europaweit eingehenden Unwettermeldungen im Allgemeinen sowie die TSN Meldungen im Speziellen in Echtzeit zur Verfügung.

Die Meldungen des Trusted Spotter Network orientieren sich streng an ESWD Melderichtlinien und Schwellwerten. Die Melderichtlinien wurden auf diesem Wege einem internationalen Standard angepasst, die Reporte der Trusted Spotter werden in der ESWD auch unter der hohen Qualitätsstufe QC1 akzeptiert (Qualitätsstufen: QC0/Meldung eingegangen, QC0+/plausibel, QC1/bestätigt, QC2/verifiziert).

Die Besonderheit der ESWD liegt somit in der internationalen Vergleichbarkeit der Daten, diese Tatsache ist ebenfalls von hohem wissenschaftlichem Wert um langjährige Trends abzuschätzen.
Die Meldeparameter decken alle möglichen Extremereignisse über das ganze Jahr ab (zum Beispiel Hagel, Schadensblitz, Windschäden, Starkniederschläge, Vereisung, Lawinen, Tornados und andere Ereignistypen)

In der operationellen Wettervorhersage der ZAMG steht nun ein verlässliches Echtzeit-Informationsnetzwerk durch TSN zur Verfügung, um die ausgegebenen Warnungen während kritischer Wettersituationen mit geringster möglicher Verzögerung zu evaluieren, zu verifizieren und gegebenenfalls auch zu modifizieren.

Ebenfalls können unter Einbeziehung aller Teile des TSN rasch gemeinsame Fallstudien und entsprechende Aussendungen über extreme Wetterereignisse an die Öffentlichkeit gemacht werden.
Um in weiterer Folge die Meldungen auch von der Öffentlichkeit dem Netzwerk zugänglich zu machen wurde eine gemeinsame Melde-Webpage eröffnet

http://www.zamg.ac.at/cms/de/aktuell/ihre-unwettermeldung

Auf diesem Weg unterliegen nun auch die Meldungen aus der breiten Öffentlichkeit den ESWD Kriterien.

Weitere wichtige Anwendungen der TSN Berichte sind beispielsweise die Abschätzung klimatologischer Unwettertrends im Alpenraum sowie gemeinsame wissenschaftliche Auswertungen. So konnte eine gemeinsame ausführliche Fallstudie und Schadensanalyse zum Tornado vom 22. August 2016 im Waldviertel erstellt werden, die wichtige Erkenntnisse für den Bereich der auswirkungsorientierten Wetterwarnungen ermöglicht hat.

Auch ist mit dem Bild- und Videomaterial der Spotter eine rasche und professionelle Öffentlichkeitsarbeit möglichst zeitnah zum Unwetterereignis gemeinsam zu bewerkstelligen.

Das Netzwerk steht allen Interessierten und Wetterenthusiasten offen, allerdings ist mit der Ausbildung zum Trusted Spotter sowie der Kontinuität der Berichterstattung einiger Aufwand verbunden.

In seiner Intensität der Kooperation zwischen Wetterdienst, Hobbymeteorologen und Wissenschaft ist das TSN in Europa bisher einzigartig und in diesem Zusammenhang auch ein „Best Practise“ Beispiel der European Meteorological Society EMS.

http://www.emetsoc.org/resources/best-practice/outreach-and-communication

Bildergallerie

(Zum Vergrößern auf Bilder klicken)

Projektpartner

eswd

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Projektleitung

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
Hohe Warte 38
1190 Wien

Gelesen 187 mal| Letzte Änderung am Montag, 30 Januar 2017 15:34
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