Rezensionen - Citizen-Science.at

Citizen Science

Citizen Science wird weltweit unterschiedlich definiert. Einen Überblick der Konzepte und Ideen finden Sie unter "Was ist Citizen Science?"

 

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Rezensionen

Hier möchten wir Ihnen persönliche Vorschläge zur Citizen Science Literatur präsentieren. Wenn auch Sie eine Rezension schreiben möchten, schicken Sie uns diese gerne an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Reading a book at the beach
CC BY 2.0 Simon Cocks

Dienstag, 14 November 2017

Citizen Science: Zeit für eine Definition

Florian Heigl und Daniel Dörler rufen in einem Text im Bereich "Correspondence" im Fachjournal Nature dazu auf, Citizen Science klarer zu definieren.

Sie argumentieren, dass nur dadurch die Qualität, die Offenheit, die Kommunikation, die Zusammenarbeit und die Einhaltung von geltenden Gesetzen (z.B. Datenschutz) gewährleistet werden kann. Obwohl Citizen Science ständig weiter wächst, gibt es derzeit noch keine weltweit einheitliche Definition. Darum wurde auf "Österreich forscht" die Arbeitsgruppe für Qualitätskriterien gegründet um die Qualität von Citizen Science in Österreich zu sichern und weiter auszubauen. Mit diesem Schritt möchten sie auch andere Plattformen und Netzwerke dazu animieren in die selbe Richtung zu gehen.

Zum Volltext gelangen Sie hier: https://www.nature.com/articles/d41586-017-05745-8

Dienstag, 26 September 2017

Evaluation von Citizen Science Projekten

Evaluation von Citizen Science Projekten

In einem Artikel mit dem Titel "The Challenge of Evaluation: an Open Framework for Evaluating Citizen Science Activities" haben wir gemeinsam mit Kolleginnen des Zentrums für Soziale Innovation und von iDiv in Deutschland einen offenen Evaluationsrahmen entwickelt, der es sowohl Fördergebern als auch Projektleiterinnen und -leitern ermöglichen soll, eine kritische Betrachtung auf Citizen Science Aktivitäten zu werfen und diese auch zu bewerten. Hier eine kurze Zusammenfassung:

In der heutigen wissensbasierten Gesellschaft erlebt Citizen Science einen enormen Aufstieg. Die Ziele von Citizen Science sind neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die Beantwortung von gesellschaftsrelevanten Fragen, die Förderung der Fähigkeit zum Verständnis von wissenschaftlichen Texten in der Gesellschaft und die Veränderung von Wissenschaftskommunikation.

Diese Ziele werden jedoch oft nicht evaluiert, und sowohl Projektleiter als auch potenzielle Förderer stehen oft im Dunkeln wenn es um die Bewertung von Qualität und Wirkung von Citizen Science geht. Um die Qualität der Ergebnisse von Citizen Science Projekten zu sichern und zu steigern werden Evaluationsmethoden für Planung, Selbstevaluation und Trainingsentwicklung sowie zur Erstellung von Förder- und Auswirkungsberichten benötigt.

Mit diesem Artikel, basierend auf einer tiefgehenden Analyse der Charakteristiken und der Vielfalt von Citizen Science Aktivitäten und derzeitigen Evaluationsmethoden, haben wir einen offenen Rahmen entwickelt, der auf die verschiedensten Citizen Science Aktivitäten, von Bürgerbewegungen bis hin zu Projekten, welche von WissenschaftlerInnen geleitet werden, anwendbar ist. Dieser Rahmen beinhaltet soziale, wissenschaftliche und sozio-ökologische/ökonomische Perspektiven von Citizen Science und bietet damit eine umfassende Sammlung von Indikatoren.

Die Indikatoren können von allen dieser drei Perspektiven sowohl auf der Prozess-, als auch auf der Auswirkungsebene ausgewählt und schwerpunktmäßig eingesetzt werden, je nach spezifischem Kontext und Ziel. Der Rahmen dient daher der kritischen Bewertung von Citizen Science Projekten in Bezug auf die gewählten Ziele sowohl für externe Bewertung und Förderung als auch für die interne Projektentwicklung.

Der Volltext kann hier auf englisch heruntergeladen und gelesen werden.

Mittwoch, 13 September 2017

Citizen Science in the Social Sciences

Der Beitrag “Citizen Science in the Social Sciences: A Call for More Evidence.” ist in der Fachzeitschrift GAIA – Ökologische Perspektiven für Wissenschaft und Gesellschaft erschienen. Darin beleuchten die Autoren das Thema Citizen Science aus der Perspektive der Sozialwissenschaften und setzen sich mit den spezifischen Herausforderungen auseinander, die bei der Umsetzung von sozialwissenschaftlichen Citizen Science Projekten entstehen.

Zum Inhalt: In den Naturwissenschaften ist Citizen Science bereits etabliert und wird immer populärer. Dort wird Citizen Science in auflagenstarken Fachzeitschriften (Nature, Science) diskutiert und Ressourcen über große Organisationen gebündelt (ECSA, CSA). Sozialwissenschaftliche Citizen Science Projekte sind bis heute höchstens eine Randerscheinung. Dies ist verwunderlich, da viele sozialwissenschaftliche Themen, z.B. die Effektivität sozialer und politischer Institutionen, in der Gesellschaft viel diskutiert werden und einen großen Einfluss auf das Leben von Bürger/innen haben.

Die Autoren argumentieren, dass die zurückhaltende Umsetzung von Citizen Science in den Sozialwissenschaften einerseits mit der normativen Perspektive derselben, andererseits aber auch mit ganz konkreten praktischen Herausforderungen zusammenhänge. Dazu zählt etwa die Mobilisierung von Ansprechgruppen. Sozialwissenschaftliche Forschung ist oft stark kontextgebunden, der direkte Erkenntnisgewinn aufgrund der Kontextgebundenheit schwer vermittelbar und konkrete Hobbyorganisationen nur schwer zu identifizieren. Zweitens ist die Sicherung der Datenqualität eine besondere Herausforderung. Sozialwissenschaftliche Forschung basiert meist auf menschlicher Beobachtung und ist daher fehleranfälliger als objektive naturwissenschaftliche Messungen, z.B. mit technischen Messgeräten. Drittens existieren auch besondere ethische Herausforderungen, da die Sozialwissenschaften sich mit menschlichen Untersuchungssubjekten beschäftigen. Die ethischen Standards der sozialwissenschaftlichen Forschung müssen deshalb erfolgreich vermittelt und von den Freiwilligen mitgetragen werden.

Trotz dieser Herausforderungen sei es wichtig, dass Projekte mit Citizen Science experimentieren. Denn die Kooperation zwischen Wissenschaftsinstitutionen und Bürger/innen erlaubt den Zugriff auf „versteckte“ und große Datenmengen, etwa im Bereich Social Media. Citizen Science birgt daher großes Innovationspotential, dem sich die Sozialwissenschaft nicht verschließen darf.

Der Artikel ist Open Access, also frei zugänglich: http://www.ingentaconnect.com/contentone/oekom/gaia/2017/00000026/00000001/art00008

 

Donnerstag, 13 Juli 2017

Simplified and still meaningful

Simplified and still meaningful

In dem im Juli 2017 im Journal of Insect Conservation erschienen Fachartikel mit dem Titel ‚Simplified and still meaningful: assessing butterfly habitat quality in grasslands with data collected by pupils‘ berichten Johannes Rüdisser, Erich Tasser, Janette Walde, Peter Huemer, Kurt Lechner, Alois Ortner und Ulrike Tappeiner über wichtige Ergebnisse aus dem Projekt Viel-Falter. In diesem Sparkling Science Projekt wurde untersucht, ob und wie Schulklassen einen Beitrag zu einem systematischen Monitoring heimischer Tagfalter leisten können. Hierfür wurde ein speziell für Schulklassen entwickeltes Erhebungssystem für siedlungsnahe Schmetterlingslebensräume verwendet. Über 500 Schüler und Schülerinnen aus 14 Tiroler Schulen führten damit drei Jahre lang Beobachtungen an 35 verschiedenen Standorten durch. Evaluiert wurden die Ergebnisse der Schulklassen mit Hilfe unabhängiger Expertenbeobachtungen an denselben Standorten. Es zeigte sich, dass die von den Schulklassen gesammelten Daten über das Vorkommen bestimmter Tagfaltergruppen - trotz fehlender Artbestimmung - wichtige Informationen über die Qualität der untersuchten Schmetterlingslebensräume liefern. Diese erfreulichen Ergebnisse veranlasste das Team das Projekt im Rahmen der Top Citizen Science Initiative mit freiwilligen Schmetterlingsbeobachtern fortzusetzen.

Der englischsprachige Artikel ist hier frei zugänglich (Open Access).

 

Dienstag, 06 Juni 2017

Citizen Science Terminology Matters: Exploring Key Terms

Citizen Science Terminology Matters: Exploring Key Terms

Am 05. Juni 2017 wurde ein neues internationales Paper im Fachjournal "Citizen Science: Theory and Practice" veröffentlicht, in dem ForscherInnen rund um den Globus beschreiben, welche verschiedenen Terminologien es für Citizen Science gibt und welche Auswirkungen diese auf die Praxis von Citizen Science haben. Theoretische, historische, geopolitische und disziplinenabhängige Definitionen von Citizen Science flossen in dieses Paper mit ein. Es ist frei verfügbar und kann unter diesem Link heruntergeladen werden. Wir freuen uns, dass auch Daniel Dörler und Florian Heigl von "Österreich forscht" an diesem Paper mitschreiben durften! Hier eine kurze Zusammenfassung auf deutsch:

Um Citizen Science zu definieren, sollte sehr auf die Worte geachtet werden, die zur Beschreibung dieser Methode verwendet werden, denn die Terminologie bestimmt wie Wissen erzeugt wird. Citizen Science ist ein sich rasch entwickelndes Feld, welches auf der Einbeziehung der Bevölkerung in den Bereichen Informationsentstehung, sozialem Handeln, sozialer Gerechtigkeit und Informationserfassung beruht. Derzeit wird eine Vielzahl von Ausdrücken und Begriffen verwendet, um auf das Konzept Citizen Science und die darin handelnden AkteurInnen zu verweisen. In diesem Artikel erkunden wir diese Begriffe um Leitlinien für die weitere Entwicklung dieses Feldes zu geben. Wir tun dies in dem wir

  • den theoretischen, historischen, geopolitischen und disziplinenabhängigen Kontext bewerten; 
  • diskutieren, was Citizen Science bedeutet;
  • verwandte Begriffe überprüfen;
  • eine Sammlung von möglichen Begriffen für Citizen Science und jene Menschen, die in Citizen Science Projekten tätig sind, zur Verfügung stellen.

Diese Sammlung von Begriffen wurde in erster Linie durch das breite Wissen der AutorInnen, die sehr viel Erfahrung mit Citizen Science in ihrer täglichen Arbeit sammeln konnten, erstellt. Außerdem wurden mögliche Probleme mit verschiedenen Terminologien festgehalten. Obwohl unsere Beispiele nicht systematisch oder vollständig sein können, sollen sie künftige Untersuchungen anregen. In unserer kollektiven Erfahrung mit Citizen Science Projekten ist kein Einzelbegriff für alle Kontexte angemessen. Wir schlagen deshalb vor in einem Citizen Science Projekt verwendete Begriffe und Terminologien sorgfältig zu wählen und ihre Verwendung zu erklären; direkte Kommunikation mit den TeilnehmerInnen eines Projektes über die Terminologien, wie sie dadurch in ihrer Tätigkeit beeinflusst werden können und wie sie selbst bezeichnet werden möchten, sollten ebenfalls stattfinden. Zusätzllich  empfehlen wir, dass eine systematische Untersuchung der Terminologietrends in Citizen Science durchgeführt wird. 

Donnerstag, 02 Februar 2017

Neuer Fachartikel aus dem Projekt Roadkill

Neuer Fachartikel aus dem Projekt Roadkill

Am 10. Oktober 2016 wurde ein wissenschaftlicher Fachartikel aus dem Projekt “Roadkill” publiziert. Dieser Artikel mit dem Titel "Comparing Road-Kill Datasets from Hunters and Citizen Scientists in a Landscape Context" wurde von Florian Heigl, Carina R. Stretz, Wolfgang Steiner, Franz Suppan, Thomas Bauer, Gregor Laaha und Johann G. Zaller geschrieben und ist frei zugänglich. Wir bedanken uns hiermit sehr herzlich für die enge Zusammenarbeit mit den TeilnehmerInnen des Projekts und mit drei Instituten der Universität für Bodenkultur, und freuen uns auf viele weitere Publikationen und Erfolgsgeschichten.

Als kleine Hintergrundinformation: Dieser Artikel wurde am 30. Juli 2016 beim Verlag eingereicht, von vier internationalen Fachgutachtern überprüft und bis zur fertigen Publikation vier mal überarbeitet. Die Publikation hat durch diesen peer-review Prozess an Qualität gewonnen und ist eine entscheidende Anerkennung für das Projekt, alle Projektbeteiligten und für Citizen Science im Allgemeinen.

Der Artikel ist auf englisch für jeden unter dem folgenden Link frei zugänglich:  http://www.mdpi.com/2072-4292/8/10/832/htm

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Hier die deutsche Zusammenfassung des Artikels:

Der Vergleich von Roadkill Datensätzen, welche von Jägern und Citizen Scientists stammen, im Kontext der umgebenden Landschaft

Autoren: Florian Heigl 1,*, Carina R. Stretz 1, Wolfgang Steiner 2, Franz Suppan 3, Thomas Bauer 3, Gregor Laaha 4 and Johann G. Zaller 1

1 Institut für Zoologie, Universität für Bodenkultur Wien

2 Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, Universität für Bodenkultur Wien

3 Institut für Vermessung, Fernerkundung und Landinformation, Universität für Bodenkultur Wien

4 Institut für angewandte Statistik und EDV, Universität für Bodenkultur Wien

Der Straßenverkehr hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Populationen von Wildtieren, vor allem durch Roadkills. In vielen Ländern stammen offizielle Roadkill Daten von Jägern oder der Polizei; aber es gibt auch Roadkill Beobachtungen durch Citizen Scientists. Das Ziel der vorliegenden Studie war es zu prüfen, ob Roadkill-Meldungen von Jägern aus Gegenden mit ähnlicher Landschaftsbedeckung stammen, wie jene von Citizen Scientists. Wir analysierten die umliegende Landschaft von 712 gemeldeten überfahrenen Feldhasen in Niederösterreich. Unsere Daten zeigten, dass Roadkills von Hasen überwiegend von Ackerland umgeben sind, egal ob diese von Jägern oder von BürgerInnen gemeldet wurden. Zwischen diesen beiden Gruppen konnte kein Unterschied bei den Strukturen Hecken und Einzelbäumen festgestellt werden. Allerdings gab es signifikante Unterschiede in den Landbedeckungsklassen. Jäger meldeten Hasen aus Landschaften mit deutlich höherem Anteil an Ackerland und Nebenstraßen. Im Gegensatz dazu meldeten Bürger Hasen aus Landschaften mit deutlich höherem Anteil an Stadt- oder Industriegebieten und mehr Autobahnen, Hauptverkehrsstraßen und Wohnstraßen. Daraus folgern wir, dass Jäger vor allem aus ihren Jagdgebieten Daten melden, während Citizen Scientists Daten auf dem Weg zum/von der Arbeit melden. Wir schließen daraus, dass Citizen Science eine wichtige Quelle für Roadkill Daten ist, wenn sie zusätzlich zu offiziellen Daten verwendet wird, um einen Überblick über die Roadkills auf Landschaftsebene zu erlangen.

 

Freitag, 03 Februar 2017

Learning and Creativity in Citizen Science

Sonderausgabe: Learning and Creativity in Citizen Science

Journal: Human Computation

Zum Volltext: http://hcjournal.org/ojs/index.php?journal=jhc&page=issue&op=view&path%5B%5D=10.15346%2Fhc.v3i1

In dieser Sonderausgabe eines wissenschaftlichen Journals in englischer Sprache, welches erst 2014 gegründet wurde, steht die Abschlussveranstaltung 2015 des Citizen CyberLab (CCL) im Mittelpunkt. CCL war ein Drei-Jahres Projekt gefördert durch das FP7 Rahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem Ziel die Kreativität und das Lernen in Citizen Science zu erforschen. Daher finden wir in dieser Ausgabe keine neuen Forschungsergebnisse aus klassischen Citizen Science Projekten, sondern Erkenntnisse darüber, welche Rolle die Kreativität und das Lernen in Citizen Cyberscience Projekten spielt.

FRANÇOIS GREY schreibt in der eher patetischen Einleitung zur Sonderausgabe, dass ein Ziel von Citizen Science Projekten, welche ja Bildung und Kreativität anbieten, sein sollte BürgerInnen zu helfen kritisch zu sein und alles zu überprüfen und nicht einfach zu akzeptieren, was ihnen angeboten wird. Wissenschaft werde ja oft mit wissenschaftlichen Fakten gleichgestellt. Aber die wissenschaftliche Methode beschreibt eine Reise, keinen Zielpunkt. In der Wissenschaft geht es  darum sich vorsichtig weiterzubewegen, wie der Kapitän eines Schiffes, ständig die Methode und die Ergebnisse hinterfragend. Es geht nicht darum Gewissheit und Wahrheit zu erreichen, sondern darum unaufhörlich und mutig zu zweifeln.
(A goal of citizen science should be, through the learning and creativity that such projects offer, to help citizens “...be critical and verify, and not accept, everything they are offered”. Science is often identified with scientific facts. Yet the scientific method describes a journey, not a destination. It is about moving forward cautiously, like the pilot of a ship, constantly questioning methods and results. It is not about achieving certainty and truth, but about ceaselessly daring to doubt.)

In einer Zeit, wo die Meinungen von wissenschaftlichen Experten von einigen PolitikerInnen angezweifelt werden, mit potentiell katastrophalen Konsequenzen für den Planeten, scheint es einfältig zu sein die wissenschaftliche Kritikfähigkeit als Ziel von Citizen Science hervorzuheben. Aber mehr Vertrauen in die Wissenschaft muss durch eine stärkere Anerkennung der wissenschaftlichen Methode und durch einen offeneren und inklusiveren Ansatz geschehen um wissenschaftlichen Fortschritt zu ermöglichen.
(At a time when the opinions of scientific experts are being put in doubt by some politicians, with potentially disastrous consequences for the planet, it might seem foolish to emphasize the importance of scientific doubt as a goal of citizen science. However, more confidence in science must pass through a deeper appreciation of the scientific method, and a more open and inclusive approach to achieving scientific progress.)                  

Einen guten Überblick über den Inhalt der gesamten Ausgabe bietet der Artikel von Muki Haklay.           

Wenn man den Inhalt über Kreativität und Lernen in Citizen Cyberscience kurz zusammenfasst, kann man schreiben, dass Projektentwickler darauf achten sollten ein Projekt zu starten, welches die Kommunikation zwischen den TeilnehmerInnen und auch zwischen TeilnehmerInnen und WissenschaftlerInnen ermöglicht. Selbst wenn es keine Komplettlösung gibt, soll Citizen Science den Wunsch der TeilnehmerInnen nach Mitwirkung und auch nach dem Verstehen ihres Beitrags zur Wissenschaft fördern und eine sichere Umgebung schaffen um zu forschen, zu lernen und zu gestalten.
Am Ende der Sonderausgabe finden sich noch drei kurze Artikel zu Beispielen aus der Praxis. Der erste Artikel versucht eine Art Guideline zu schaffen um online Citizen Science Projekte aufzubauen, der zweite behandelt die Verbindung von Citizen Science und Agrarökologie um nachhaltige Lebensmittel zu produzieren und der dritte stellt ein Projekt vor, in dem Luftverschmutzung mit Do-it-yourself Methoden gemessen werden kann.

Zusammengefasst, eine meiner Meinung nach ganz interessante Sonderausgabe, die zwar lesenswert ist, wenn man sich mit Bildung und Kreativität in Citizen Science Projekten beschäftigen möchte, aber insgesamt bleiben die Autoren auf einer relativ flachen Ebene und gehen nur selten in die Tiefe der Materie.

Mittwoch, 01 Februar 2017

Citizen Science – Publ. Part. in Environm. Res.

Janis L. Dickinson und Rick Bonney (2012) Citizen Science – Public Participation in Environmental Research

Als ich begonnen habe mich mit Citizen Science zu beschäftigen und die Plattform "Österreich forscht" aufzubauen, musste ich mir Literatur zu diesem Feld erst zusammensuchen. Ich fing mit einigen wissenschaftlichen Artikeln an und kam bald zu dem Schluss, dass mir der grobe Überblick fehlte, den ich mir normalerweise über Bücher beschaffe. Glücklicherweise kam genau in diesem Jahr eines der ersten Citizen Science Bücher auf den Markt: "Citizen Science – Public Participation in Environmental Science" herausgegeben von Janis L. Dickinson und Rick Bonney und in englischer Sprache gedruckt durch die Cornell University Press 2012. Dieses Buch bietet einen guten ersten Einstieg in das Thema und versucht auf breiter Basis zu informieren, bleibt aber sehr auf den U.S. amerikanischen Raum fokussiert. Wie der Titel bereits vorausschickt, behandeln die Autoren dieses Buches Citizen Science in den Umweltwissenschaften, schließen also unter anderem Geistes- und Sozialwissenschaften aus. Das Inhaltsverzeichnis des Buches kann über Google Books eingesehen werden, aber grundsätzlich teilt es sich in drei Abschnitte, beginnend mit State of the Art: Was versteht man unter Citizen Science, ein kurzer geschichtlicher Abriss und eine Projektauswahl werden geboten sowie ein kurzes Kapitel zur Evaluierung. Im zweiten Abschnitt wird auf die Vorteile von Citizen Science vor allem für Monitoringprogramme eingegangen, es werden aber auch hilfreiche Tools wie z.B. im Data Mining vorgestellt. Im dritten Abschnitt begibt man sich auf eine Metaebene in der den LeserInnen die pädagogischen, sozialen und verhaltensbezogenen Aspekte von Citizen Science näher gebracht werden. Dieses Buch ist für den Einstieg in Citizen Science sehr zu empfehlen, da es durch Dickinson und Bonney herausgegeben, aber von vielen unterschiedlichen Autoren mit großem Fachwissen geschrieben wurde. Daraus resultiert zwar eine Informationsfülle, jedoch leidet mitunter die Lesbarkeit. Der recht gute Index ermöglicht es das Buch auch sehr gut als Nachschlagewerk zu verwenden. Wem nach dem Lesen erst so richtig der Wissensdurst in Citizen Science gepackt hat, der kann das 33 seitige Literaturverzeichnis nach interessanten Studien durchwühlen.

Zusammengefasst, ein gutes Einsteigerbuch mit Qualität zum Nachschlagewerk mit Fokus auf die U.S.A.