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Ein Paar sitzt vor einem Bergsee auf einem Felsen und der Mann zeigt auf die Berge.
Bild von Pexels, Pixabay Lizenz (https://tinyurl.com/w9mu2x86)

Wenn wir auf das Jahr 2025 zurückblicken, dann stellen wir fest, dass es ein außergewöhnliches Jahr für das Citizen Science Network Austria und die dazugehörige Plattform Österreich forscht war. In den letzten Jahren reflektierten wir an dieser Stelle vor allem große Veranstaltungen wie die jährliche Österreichische Citizen Science Konferenz oder neue Entwicklungen auf der Onlineplattform Österreich forscht, doch 2025 war anders: Es gab keine Österreichische Citizen Science Konferenz und auch auf Österreich forscht stehen die großen Entwicklungen erst für 2026 an.

Dennoch wurde 2025 einiges vorbereitet, das uns auch in den nächsten Jahren intensiv beschäftigen wird. Wir nutzten die Zeit, um uns Kernelemente von Citizen Science und Österreich forscht genauer anzusehen. Die Qualitätskriterien für Citizen-Science-Projekte auf Österreich forscht wurden einer intensiven Evaluation unterzogen, was zum einen zu einer neuen Version der Kriterien geführt hat, aber andererseits auch zu einer Publikation über die Auswirkungen der Kriterien auf Citizen-Science-Projekte, die 2026 erscheinen wird.

Ebenso wichtig ist die Kooperation zwischen den Projekten auf Österreich forscht, die wir uns ebenfalls in einer Studie angeschaut haben und deren Ergebnisse beim Erscheinen dieses Berichts bereits im Fachjournal Public Understanding of Science veröffentlicht sein werden. 
Auch unsere internationalen Partnerschaften konnten wir pflegen: So waren wir bei den Kolleg*innen in der Schweiz bei der CitSci Helvetia 2025 ebenso zu Gast wie bei der PartWiss 25 in Deutschland. In der von uns geleiteten europäischen Arbeitsgruppe Citizen Science Networks der European Citizen Science Association waren wir damit beschäftigt, die Erfahrungen in der Koordination von nationalen Citizen-Science-Plattformen und -Netzwerken zusammenzutragen und ebenfalls Anfang 2026 zu veröffentlichen. Dies sind nur einige wenige Beispiele für die Aktivitäten, die wir 2025 anstoßen und vollenden konnten, und die für 2026 einiges versprechen. 
Doch nicht nur wir, sondern viele Projekte und Institutionen haben im vergangenen Jahr intensiv im Bereich Citizen Science gearbeitet, wie die vielen Projekt- und Partnerupdates der auf Österreich forscht gelisteten Projekte bzw. der Partnerinstitutionen im Citizen Science Network Austria im Leistungsbericht zeigen.

Wir möchten uns bei allen Projektleiter*innen, Partnerinstitutionen und Unterstützer*innen im Jahr 2025 bedanken und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen dieses Leistungsberichtes.

Die Koordinatoren des Citizen Science Network Austria,

Dr. Florian Heigl und Dr. Daniel Dörler

Vision

Österreich forscht schafft durch Citizen Science eine neue Kultur der Zusammenarbeit für die Wissenschaft in Österreich. Durch gemeinsames Wirken unterschiedlichster Personen und Institutionen, durch gegenseitige Wertschätzung und Offenheit transformiert Österreich forscht die Art und Weise, wie Wissenschaft in Österreich gedacht und gelebt wird. Wissenschaft soll von jedem Menschen als Werkzeug verstanden und zu friedlichen Zwecken angewandt werden, um GEMEINSAM AKTIV den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft begegnen zu können. Österreich forscht ermöglicht allen Menschen einen Zugang zu Wissenschaft: denn ALLE können Teil eines Forschungsprojekts sein.

Zur Erreichung dieser Vision wurden vier Handlungsfelder mit zahlreichen Zielen und Maßnahmen formuliert. Die Handlungsfelder und Ziele samt den jeweils bereits erfüllten Maßnahmen werden hier aufgelistet. Es konnte für alle Ziele ein Fortschritt verzeichnet werden, wobei 2025 keine zusätzlichen Ziele im Vergleich zu 2024 erfüllt wurden.

  1. Gemeinsames Wirken unterschiedlicher Personen und Institutionen.
    • Ziel 1.1: Bis 2027 sollen Synergien im Netzwerk und international stärker genutzt werden. 
      Erfüllte Maßnahme:
      • Darstellung der Maßnahmen der verschiedenen übergeordneten Citizen-Science-Koordinationsstellen in Österreich und im deutschsprachigen Raum auf einer Seite, um Synergiepotential aufzuzeigen. 
        Siehe: https://www.citizen-science.at/eintauchen/weltweit 
    • Ziel 1.2: Gemeinsames Wirken bewerben, um neue Personengruppen und Institutionen zu erreichen. 
      Erfüllte Maßnahmen: 
      • Das Netzwerk kommuniziert die Aktivitäten der Partnerinstitutionen nach außen. 
        • Im Österreich forscht Leistungsbericht werden Projektupdates und Neuigkeiten der Netzwerkpartner kommuniziert (Abschnitt Berichte aus den auf Österreich forscht gelisteten Projekten und Partnerupdates).
        • Im Newsletter werden Aktivitäten von Projekten und Netzwerkpartnern kommuniziert (2025: 97 News von Projekten und Partnerinstitutionen).
        • Es werden Veranstaltungen organisiert, um über Österreich forscht und das Citizen Science Network Austria (CSNA) zu informieren (Abschnitt Organisierte Veranstaltungen).
        • Österreich forscht bzw. das CSNA werden in Pressemitteilungen erwähnt (Abschnitt Presseerwähnungen).
        • In Vorträgen werden Österreich forscht bzw. das CSNA vorgestellt (Abschnitt Vorträge).
        • Im Podcast “Wissen macht Leute” wird über Projekte und Partnerinstitutionen berichtet (Abschnitt Podcast und Radiosendung).
  2. Gegenseitige Wertschätzung und Offenheit als zentrales Element der Zusammenarbeit in der Wissenschaft.
    • Ziel 2.1: Bis 2027 wird die gegenseitige Wertschätzung und Offenheit der Projekte und der Plattform Österreich forscht verstärkt gefördert. 
      Erfüllte Maßnahmen:
      • Projektübergreifende Kooperationen durch neue Unterstützungsformate fördern.
        • Umfrage zu Kooperationen unter Projekten wurde durchgeführt und ein Blogbeitrag zu Ergebnissen auf Österreich forscht veröffentlicht. Das Österreich forscht Projektleiter*innentreffen wurde als erstes Unterstützungsformat implementiert.
  3. Österreich forscht ermöglicht allen Menschen einen Zugang zu Wissenschaft.
    • Ziel 3.1: Bis 2027 kennen > 10 % der Österreicher*innen Österreich forscht
      Erfüllte Maßnahme:
      • Eine von der BOKU in Auftrag gegebene und von Gallup durchgeführte repräsentative Umfrage hat ergeben, dass 13 % der Österreicher*innen Österreich forscht kennen.
  4. Wissenschaft soll von jedem Menschen als Werkzeug verstanden und zu friedlichen Zwecken angewandt werden, um GEMEINSAM AKTIV den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft begegnen zu können.

Das Citizen Science Network Austria

Im Jahr 2017 wurde das Citizen Science Network Austria (CSNA) gegründet, das von der BOKU University koordiniert wird. Durch dieses Netzwerk soll Citizen Science in Österreich weiter ausgebaut, der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gestärkt und die Qualität gefördert werden.

Um diese Aufgaben des Netzwerks auch formal festzuhalten, wurde von allen Institutionen im Netzwerk ein Memorandum of Understanding unterschrieben. Die wichtigsten Auszüge aus diesem MoU finden Sie hier:

Die weiter unten gelisteten Institutionen aus Wissenschaft, Forschung, Bildung und Praxis erklären, unter Berücksichtigung des jeweiligen institutionellen Wirkungsbereichs, die nachstehend genannten Ziele zu verfolgen:

  • Citizen Science in Österreich stärker etablieren
  • Qualität von Citizen Science in Österreich fördern
  • Die Bekanntheit von Citizen Science in Österreich stärken

Diese Partnerinstitutionen erklären, zur Erreichung dieser Ziele insbesondere nachstehende Aufgaben erfüllen zu wollen:

  • Teilnahme an jährlichen Treffen im Rahmen der Österreichischen Citizen Science Konferenz.
  • Nutzung der Online Plattform Österreich forscht (www.citizen-science.at) für die Sichtbarmachung von Citizen Science und Citizen-Science-Projekten nach außen.
  • Etablierung von und aktive Zusammenarbeit in Arbeitsgruppen zu spezifischen Themen durch Vertreter*innen der unterzeichnenden Partnerinstitutionen.

Die Neuaufnahme von Partnern ins CSNA wird von Ziel 3.2 der Vision (Bis 2027 sind 10 Partnerinstitutionen als Multiplikatoren ins Netzwerk aufgenommen worden, um Personengruppen zu erreichen, die bisher zu wenig im Fokus der etablierten Wissenschaftsgemeinschaft standen) geleitet. Folgende 59 Institutionen haben das Memorandum of Understanding bis zum 31.12.2025 unterschrieben, darunter 6 neue Partner. Die Institutionen sind nach Zeitpunkt des Beitritts gelistet:

Folgende Institutionen sind dem CSNA im Jahr 2025 beigetreten:

Zusätzlich wurde auch mit internationalen Partner*innen ein Memorandum of Understanding (MoU) zur internationalen Zusammenarbeit unterzeichnet. Diese MoUs unterscheiden sich je nach Partner*in aufgrund individueller Schwerpunkte der Zusammenarbeit. Die Partnerorganisationen sind:

Arbeitsgruppen

Auf Österreich forscht finden sich derzeit sechs Arbeitsgruppen, in denen Menschen von verschiedensten Institutionen zu einem bestimmten Thema arbeiten, sich austauschen und diskutieren. Diese Arbeitsgruppen sind dezentral organisiert. Lediglich die Arbeitsgruppenleitung muss von einer Institution kommen, die Partnerin im Citizen Science Network Austria ist. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sollen auf Österreich forscht offen zur Verfügung gestellt werden und, nach Möglichkeit, von den Mitgliedern der jeweiligen Arbeitsgruppe auch für ihre Arbeit genutzt bzw. in diese integriert werden können. Seit 2022 werden die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen auf einer eigenen Seite auf Österreich forscht zusammengefasst.

Tabelle der aktiven Arbeitsgruppen im Jahr 2025 samt kurzer Beschreibung deren Ziele

Arbeitsgruppe

Ziel

AG für Qualitätskriterien

(Weiter-)Entwicklung und Evaluation von Qualitätskriterien für Projekte auf Österreich forscht.

AG für Open Science Trainings

Organisation von Informationsveranstaltungen und Trainings zur Verwendung von Open Science Tools zur Durchführung eigener Projekte.

AG für die Österreichische Citizen Science Konferenz

Organisation der Österreichischen Citizen Science Konferenz und Zusammenfassung der Erfahrungen in der Konferenzorganisation.

AG für Citizen Science an/mit Schulen

Zusammenführung der Erfahrungen verschiedener Akteur*innen in der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Schule.

AG D-A-CH

Etablierung und Förderung des Austausches und der Zusammenarbeit zwischen den deutschsprachigen Ländern im Bereich Citizen Science.

AG Strategie

Entwicklung einer Strategie inklusive Maßnahmenplan für die Entwicklung des Citizen Science Network Austria und der dazugehörigen Plattform Österreich forscht bis 2027.

Die Arbeitsgruppen auf Österreich forscht tragen zum Ziel 1.1 (Bis 2027 sollen Synergien im Netzwerk und international stärker genutzt werden) bei. 

Leistungen 2025

Projekte auf der Plattform Österreich forscht

Mit 31.12.2025 finden sich 99 aktuelle und 53 abgeschlossene Projekte auf Österreich forscht. Im Jahr 2025 wurden 7 Projekte abgeschlossen und 16 neue Projekte kamen hinzu. Alle 99 aktuellen Projekte erfüllen die Qualitätskriterien für Citizen-Science-Projekte auf Österreich forscht.

Wenn man sich die fachlichen thematischen Hintergründe der Projekte auf Österreich forscht ansieht (Abb. 1), dann fällt auf, dass es neben den dominierenden ökologischen Projekten auch sehr viele Projekte aus anderen Disziplinen gibt.

Thematische Hintergründe der Projekte auf Österreich forscht als Kreisdiagramm. Die meisten Projekte sind den Kategorien Tiere (19 %), Landnutzung (13 %), Pflanzen (10 %) und Gesundheit (9 %) zugeordnet. In der Kategorie Kultur sind 6 % der Projekte,  Wasser 5 %. Jeweils 4 % der Projekte sind den Kategorien Geschichte, Nahrungsmittel, Zusammenleben und Wetter. Je 3 % sind Medien, Sprache, Pilze, Geologie und Abfall zugeordnet. Den Kategorien Wirtschaft, Katastrophen und Politik sind jeweils 2 % der Projekte zugeordnet, den Kategorien Verkehr und Gender 1 %.

Thematische Hintergründe der Projekte auf Österreich forscht. Projekte können gleichzeitig mehreren Themen zugeordnet sein. In Klammer ist die Änderung zum Leistungsbericht 2024 angegeben.

Veranstaltungen

Die Organisation von Veranstaltungen trägt direkt zu Ziel 1.2 (Gemeinsames Wirken bewerben, um neue Personengruppen und Institutionen zu erreichen) bei. Von Österreich forscht wurden im Jahr 2025 folgende Veranstaltungen organisiert:

Veranstaltungstitel

Datum

Veranstaltungsthemen

Pub forscht - das Citizen Science Pub Quiz: Horizon Europe

15.01.2025

Ausgabe der beliebten Pub Quiz Reihe in Kooperation mit der FFG zum Thema Horizon Europe

Citizen Science Seminar: Das jungsteinzeitliche „Massaker von Asparn/Schletz“ – transdisziplinäre Forschung mit Citizen Scientists

22.01.2025

Vortrag von Johanna Irrgeher (Montanuniversität Leoben), Julia Längauer (Universität für Weiterbildung Krems, Zentrum für Museale Sammlungs-wissenschaften) und Jakob Maurer (Universität für Weiterbildung Krems, Zentrum für Museale Sammlungswissenschaften) zum Projekt “Durch die Krise vereint?”

CSNA-Netzwerktreffen

28.01.2025

Treffen der CSNA-Netzwerkpartner

FWF Proposers Day - Wie kann ich Citizen Science in meine Forschung integrieren?

06.02.2025

Workshop zur Umsetzung von Citizen Science für Einreichende im Top Citizen Science Förderprogramm des FWF

Österreich forscht-Projektleiter*innenwebinar: Podcast

26.02.2025

Infoveranstaltung für Österreich forscht-Projektleiter*innen zum Podcast “Wissen macht Leute”

Eintauchen in Citizen Science

27.02.2025

Fortbildung zu Citizen Science für BOKU- und TU Wien Forschende

Citizen Science Seminar: City-Zen Boden - „Gesunder Boden“ Forschungsplattform für Wiener Gemeinschaftsgärten

09.04.2025

Vortrag von Franz Zehetner, Rebecca Hood-Nowotny und Constantin Müller von der BOKU University zum Projekt City-Zen Boden

Österreich forscht-Projektleiter*innenwebinar: Social Media

24.04.2025

Infoveranstaltung für Österreich forscht-Projektleiter*innen zu den Österreich forscht Social-Media-Kanälen

Citizen Science Seminar: Beweisstück-Unterhose – Mit vergrabenen Unterhosen die Bodengesundheit untersuchen

07.05.2025

Vortrag von Franz Bender zum Projekt “Beweisstück Unterhose”

Österreich forscht Projektleiter*innentreffen

02.06.2025

Vernetzungstreffen für Österreich forscht Projektleiter*innen

Citizen Science Seminar: Amphibien und Reptilien Österreichs unter Beobachtung: 35 Jahre Langzeitmonitoring mit Unterstützung von Citizen Scientists

11.06.2025

Vortrag von Silke Schweiger (Naturhistorisches Museum Wien) zum Projekt “Herpetofauna”

Österreich forscht Projektleiter*innenwebinar: Arbeitsgruppen

25.06.2025

Infoveranstaltung für Österreich forscht Projektleiter*innen zu den Österreich forscht Arbeitsgruppen

Österreich forscht Projektleiter*innenwebinar: Blog

14.10.2025

Infoveranstaltung für Österreich forscht Projektleiter*innen zum Österreich forscht Blog

Citizen Science Seminar: Frosch im Wassertropfen Österreich

05.11.2025

Vortrag von Corinna Wallinger von der von der Universität Innsbruck zum Projekt “Frosch im Wassertropfen Österreich”

Buch Wien

16.11.2025

“Ich forsche, du forscht, Österreich forscht” Workshop

Österreich forscht Projektleiter*innentreffen

25.11.2025

Vernetzungstreffen für Österreich forscht Projektleiter*innen

Citizen Science Seminar: KoKo-Health

10.12.2025

Vortrag von Sigrid Moick, Karolina Seidl (beide Universität für Weiterbildung Krems) und Anna Wahl (Gesundheit Österreich GmbH)

Vorträge

Das Vorstellen von Österreich forscht und dem CSNA trägt direkt zu Ziel 1.2 (Gemeinsames Wirken bewerben, um neue Personengruppen und Institutionen zu erreichen) bei. Im Jahr 2025 wurden folgende Vorträge unter Beteiligung des Teams von Österreich forscht gehalten:

Vortragstitel

Datum

Veranstaltung

Vortragende

Funding for Citizen Science in Austria

13.02.2025

Basic principles of citizen science and project funding options

Dörler, D; Heigl, F

Aurora European University Alliance: Trusted local communicators Workshop: Citizen Science at University Innsbruck

25.02.2025

AURORA Universities Allianz

Westreicher, F

Citizen Science - eine Chance für Bibliotheken?

26.03.2025

2. Österreichischer Bibliothekskongress

Dörler, D; Heigl, F

Working Group Citizen Science Networks - Achievements and future activities

11.04.2025

ECSA General Assembly 2025

Dörler, D; Heigl, F

ECSA/ÖCSK 2024 - a recap

11.04.2025

ECSA General Assembly 2025

Dörler, D; Heigl, F

Warum Kooperationen zwischen Citizen Science Projekten schwierig sind…

06.06.2025

CitSci Helvetia 25

Heinisch, B; Heigl, F; Dörler, D

Citizen Science - An Introduction 

14.07.2025

HUMANITA Summer School 2025

Dörler, D; Heigl, F

Expert Roundtable: Openness in Dialogue: Science, Citizens, Communication

08.09.2025

Open Science Festival 2025

Dörler, D

Mit Citizen Science für die Missionen Boden und Wasser

29.09.2025

Auftaktveranstaltung BOKU-interne Vernetzung: Unsere Mission: Gesunde Böden & Gewässer

Dörler, D; Heigl, F; Rummel, H

Citizen Science - warum Menschen (nicht) mitforschen

13.11.2025

PartWiss 25

Dörler, D; Reithner, G; Kräftner, D; Posselt, C; Heinisch, B; Paul KT; Heigl, F

Österreich forscht und das Citizen Science Netzwerk Österreich

18.11.2025

FTI Vernetzungsveranstaltung

Dörler, D; Heigl, F

Medien

Presseerwähnungen

Die Erwähnung von Österreich forscht und dem CSNA in der Presse trägt direkt zu Ziel 1.2 (Gemeinsames Wirken bewerben, um neue Personengruppen und Institutionen zu erreichen) bei. Insgesamt gab es im Jahr 2025 acht Presseerwähnungen von Österreich forscht in acht Medien.

Medium

Erscheinungstermin

Beitrag

noe.orf.at

08.03.2025

Zecke per Post für Forschungszwecke

steiermark.orf.at

12.04.2025

Graz sagt der Tigermücke den Kampf an

ZDF

03.07.2025

Heute in Europa

BBC Future

08.07.2025

The Vienna cemetery where endangered species and biodiversity thrive

Kurier Fake Busters

30.09.2025

Die Dino Verschwörung: Evolutionslehre vs. religiöse Mythen

www.zeitung-zeitlos.at

10.10.2025

Wissenschaft zum Mitmachen

Falter

21.10.2025

Peters Tiergarten - Das Ende ist nah!

Online-Aktivitäten

Podcast und Radiosendung

Seit März 2022 produziert Österreich forscht eine monatliche Radiosendung mit dem Titel “Wissen macht Leute”, die auf Radio Orange 94.0 (Wien) und seit 2023 auch auf folgenden weiteren freien Radios in Österreich ausgestrahlt wird:

  • auf Radio Proton (Vorarlberg) jeden 3. oder 4. Mittwoch im Monat von 12:30-13:00 Uhr,
  • auf Radio Freirad (Innsbruck/Tirol) jeden 3. Freitag im Monat von 16:06-16:37 Uhr,
  • bei der Radiofabrik (Salzburg) jeden 4. Dienstag im Monat um 18:30 Uhr, 
  • auf Radio B138 (Oberösterreich) jeden 4. Montag im Monat um 13:15 Uhr,
  • auf Radio Fro (Linz, Oberösterreich) jeden geraden Montag von 17:00-17:30 Uhr,
  • und am Campus & City Radio St. Pölten 94.4 (Niederösterreich) jeden 3. Montag im Monat von 17:30-18:00 Uhr.

Darüber hinaus kann die Sendung auf Österreich forscht sowie auf Spotify und Apple Podcasts angehört werden.

Im Jahr 2025 wurden folgende Sendungen produziert:

Die Reichweite des Podcast lässt sich für Spotify und Apple Podcasts messen: Bis zum 31.12.2025 gab es insgesamt 514 Abonnent*innen (2024: 413) und alle Folgen zusammen hatten bislang 2.715 Hörer*innen.

Der Podcast “Wissen macht Leute” trägt direkt zu Ziel 1.2 (Gemeinsames Wirken bewerben, um neue Personengruppen und Institutionen zu erreichen) bei. 

Österreich forscht Blog

Insgesamt wurden im Jahr 2025 120 Blogbeiträge in sieben Kategorien veröffentlicht. Jede Kategorie kann dabei von Leser*innen abonniert werden. Abonnent*innen erhalten automatische E-Mail-Benachrichtigungen, wenn ein neuer Beitrag in der abonnierten Kategorie veröffentlicht wurde. 

Anzahl der Beiträge, die 2024 in den einzelnen Blogkategorien veröffentlicht wurden. Ein Beitrag kann mehreren Kategorien zugeordnet sein.

Blogkategorie

Anzahl Beiträge, die 2025 veröffentlicht wurden

von Österreich forscht

27

Literatur

16

Allgemein

49

Events

41

Meinung

5

Podcast

10

aus den Projekten

69

Zusätzlich zu den Kategorien können Beiträge auch in sogenannten Teams veröffentlicht werden. Teambeiträge haben immer einen gemeinsamen Hintergrund (z. B. kommen sie aus dem gleichen Projekt bzw. von der gleichen Institution) und ermöglichen es mehreren Autor*innen, zu einem gemeinsamen Thema Beiträge zu veröffentlichen. Wie die Blogkategorien bieten auch Teams die Möglichkeit, dass Leser*innen sie abonnieren, d. h. automatisch per Mail benachrichtigt werden, wenn ein neuer Beitrag im Team veröffentlicht wird.

Folgende Teams waren 2025 aktiv:

  • Team Young Citizen Scientists against Disinformation 
  • Team SoilRise
  • Team Citizen Science Seminar
  • Team AmphiBiom
  • Team Projekt Roadkill
  • Team Fossilfinder

Zugriffszahlen und Statistiken von Österreich forscht

Kennwerte und Zugriffszahlen auf Österreich forscht. Veränderungen zu 2024 in Klammer. 

Kennwert

Zahlen

Besuche

86.530 (+35,5 %)

Seitenansichten

150.975 (+18 %)

Durchschnittliche Besuche pro Tag

237 (+35,4 %)

Zeit auf Österreich forscht

2.259 Stunden (+8,9 %)

Social Media

Unsere Social-Media-Aktivitäten werden auf Facebook, LinkedIn, YouTube und Instagram durchgeführt. Die Anzahl der Follower*innen hat sich auf allen Kanälen nach oben entwickelt. Die angegebenen Entwicklungen sind alle organisch erreicht worden, d. h. es wurde kein Geld in die Bewerbung von Kanälen oder Beiträgen investiert.

Format

Beiträge/Videos

neue Follower*innen

Impressionen/Reichweite/Views

Erwähnungen/Interaktionen

Facebook

248 neu

184 neu (1.633 gesamt)

24.588

963

LinkedIn

56 neu

1.110 neu (2.101 gesamt)

58.390

1.555

YouTube

43 insgesamt

27 neu (146 gesamt)

2.270

58

Instagram

48 neu

220 neu (431 gesamt)

68.887

1.612

Newsletter

2025 wurden zwölf reguläre Newsletter verschickt. Sie informieren über aktuelle Entwicklungen in Citizen Science-Projekten, Veranstaltungen und neue Netzwerkpartnerinstitutionen. Mit 31. Dezember 2025 gab es 737 Newsletter-Abonnent*innen. Reguläre Newsletter hatten eine durchschnittliche Öffnungsrate von 28,92 % und eine Klickrate von 11,95 %.

Insgesamt wurden 97 News im Jahr 2025 von Projekten und Partnerinstitutionen über Newsletter an die Abonnent*innen verteilt. Die Anmeldung zum Newsletter finden Sie auf der Newsletterseite.

Kooperationen

2025 arbeitete Österreich forscht mit unterschiedlichen Kooperationspartnern in diversen Initiativen zusammen: 

Kooperationspartner

Kooperationsprojekt

Naturhistorisches Museum Wien

Organisation der Vortragsreihe "Vielfalt kennenlernen"

Zentrum für Citizen Science

Regelmäßiger Austausch

AG CS an/mit Schulen

Workshopreihe Open Data

AGES

Lehrveranstaltung "Inter- and transdisciplinary approaches and processes"

FWF

Organisation von zwei Workshops für Projekteinreichende im Rahmen von Top Citizen Science

Zusammenarbeit bei Panel Discussion zu Citizen Science beim Open Science Festival

Universität Innsbruck

Gemeinsame Postkartenkampagne

Universität Wien

Zusammenarbeit bei Vorbereitung Publikation zu repräsentativer Umfrage

Vortrag zu Citizen Science über das Postgraduate Center

Abhaltung Kurs zu Citizen Science in Lehrgang “Library and Information Studies”

Universität Salzburg

Newsletteraussendung zu Österreich forscht an Uni 55Plus

Schweiz forscht

Workshopreihe Open Data

Mitgliedschaft im Konferenzbeirat der CitSci Helvetia

mit:forschen (früher: Bürger schaffen wissen)

Workshopreihe Open Data

Zentrum für Soziale Innovation

Aufbereitung Evaluation Qualitätskriterien in Publikation

Verband der Österreichischen Volkshochschulen

Konzeptentwicklung für Training für Kursleitende an Volkshochschulen

Wiener Volkshochschulen

Antrag zur Förderung von Citizen Science

Berichte aus den auf Österreich forscht gelisteten Projekten

Projektleitung: Corinna Wallinger

Überreichung der Preistrophäe und eines Schecks über 1000 € an die Projektleiterin durch die Inhaberin und Geschäftsführerin auf der Bühne eines Festsaals im Technischen Museum Wien.

Verleihung des Peter Petrich Award for Sustainability 2025.  Public Domain, Biotop P&P International GmbH

Das „Projekt Frosch im Wassertropfen Österreich“ erhielt den Peter Petrich Sustainability Award 2025, gestiftet von der Firma Biotop P&P International GmbH, welche Filtersysteme für chemiefreie Schwimmteiche und Badeanalgen erzeugt. Dieser Preis wurde am 6.11.2025 im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung des 40-Jahre-Jubiläums des Unternehmens von der Eigentümerin Helene Polak, BA, und der Geschäftsführerin DI Marion Hanek im Technischen Museum Wien an die Projektleiterin Dr. Corinna Wallinger überreicht. Das Projekt verbindet Citizen Science, also Bürger*innenwissenschaft, mit der DNA-Spurenanalyse, um Amphibienarten unter anderem auch in privaten Gartenteichen aufzuspüren. Ebenso ging es darum, ein bundesweites Monitoring zur Ausbreitung des bedrohlichen Amphibienpilzes durchzuführen und damit einen wichtigen Beitrag zum Schutze dieser bedrohten Tiergruppe zu leisten.

Projektleitung: Anette Herburger

Zeig mir deine Maus, Katze! CC-BY inatura – Bild mit KI erstellt. Erstveröffentlichung: https://www.inatura.at/forschung-und-wissen/beobachtungen-melden/zeig-mir-deine-maus-katze

Maus ist nicht gleich Maus! Sechs Monate lang standen die Katzen Vorarlbergs im Dienst der Wissenschaft. Die inatura - Erlebnis Naturschau Dornbirn rief von Juni bis November 2024 Katzenbesitzer*innen dazu auf, kleine Säugetiere abzugeben, die ihre Katzen als Beute nach Hause brachten. 770 kleine Beutetiere sind das erfreuliche Ergebnis von „Zeig mir Deine Maus. Katze!“. Insgesamt 177 Katzenbesitzer*innen haben uns dankenswerter dabei unterstützt. Zur Artbestimmung wurden Körperlängen und Schädelmerkmale vermessen. Bei schwer identifizierbaren Exemplaren kamen genetische Untersuchungen zum Einsatz. Die meisten Beutetiere – 24 % – stammten von Wiesen und Weiden im Rheintal. Weitere 22 % kamen aus Wäldern, 18 % aus besiedelten Gebieten, der Rest aus Straßenrändern, Ackerflächen und bebauten Zonen. Am häufigsten vertreten war die Ostschermaus. Auf Platz zwei folgte die Hausspitzmaus, die österreichweit nur in Vorarlberg vorkommt. Ebenfalls häufig waren Hausmaus, Waldmaus, Wanderratte und Rötelmaus. Selten vertreten waren dagegen Feldspitzmaus, Feldmaus und Sumpfspitzmaus. Die von apodemus durchgeführten weiteren fachlichen Erhebungen im Gelände laufen noch bis Ende des Jahres. Mit der Erstellung der Roten Liste Kleinsäuger Vorarlberg und der Roten Liste Säugtiere Österreich wird das Projekt abgeschlossen.

Als Dankeschön für ihr Engagement erhielten die Katzenbesitzer*innen einen Brief mit den individuellen Bestimmungsergebnissen der von ihren Katzen erbeuteten Säugetieren. Die toten Tiere wurden nach Projektende nicht einfach entsorgt. Sie wurden der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH AGES und der Uniklinik Wien zu weiteren Untersuchungen zu Verfügung gestellt.

Projektleitung: Sabine Hennig

Vortrag in einem Hörsaal, Schüler*innen hören einem vortragenden Mann zu. Auf der Präsentationsfolie steht: Lannst du ein konkretes Beispiel zur Zusammenarbeit nennen?

Eindruck vom u3Green Aktionstag 2025, CC-BY Universität Salzburg, Z_GIS, Olga Syvovok

Das Sparkling Science 2.0-Projekt u3Green nähert sich dem Ende seiner Laufzeit und die Forschungsarbeiten mit den beteiligten jungen Menschen sind bereits abgeschlossen. Ein besonderes Highlight im Jahr 2025 stellte das Abschlussevent am 30.06.25 in Form eines Aktionstags mit interdisziplinärer Paneldiskussion dar. Hier nahmen etwa 150 Schüler*innen aus fünf Salzburger Schulklassen gemeinsam mit ihren Lehrpersonen an der Veranstaltung teil. Im Rahmen des Events traten die Jugendlichen in einen direkten Austausch mit Vertreter*innen aus Wissenschaft, Stadtplanung und Politik. Ziel war es, die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse zu urbanen Grünflächen zu reflektieren und Anstöße für zukünftige Planungsprozesse zu setzen. Das große Interesse und die aktive Beteiligung der Jugendlichen unterstrichen die Relevanz des Themas und zeigten deutlich, wie wichtig zielgruppengerechte Beteiligungsformate für junge Menschen im Bereich der Stadtentwicklung sind.

Das Abschlussevent markierte damit einen wichtigen Meilenstein im Projekt und lieferte zugleich wertvollen Input, um Städte und Grünraumplanung künftig noch kinder- und jugendfreundlicher zu gestalten. Das Projekt u3Green wird am Fachbereich für Geoinformatik der Universität Salzburg durchgeführt und vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung im Programm Sparkling Science 2.0 gefördert.

Projektlaufzeit: 10/2022 – 03/2026

Projektleitung: Clara Holzinger, Elisabeth Scheibelhofer, Anna-Katharina Draxl

Arbeitsgruppe sitzt um einen Tisch, daneben steht eine Frau, die an einem Plakat an der Wand arbeitet.

Plakaterstellung im Abschlussworkshop, CC-BY Anna-Katharina Draxl

Das Projekt DGE („Diskriminierung Gemeinsam Erforschen“) möchte neue Blickwinkel auf das Thema (rassistische) Diskriminierung eröffnen. In Forschungswerkstätten mit Citizen Scientists wurde Datenmaterial aus Interviews analysiert. Nach dem Kick-Off-Workshop im April, in dem Grundlagen der qualitativen Datenanalyse vermittelt wurden, fanden von Mai bis Juni die ersten Forschungswerkstätten statt. Gemeinsam mit den Citizen Scientists wurde darin Datenmaterial aus dem FWF-Projekt DeMiCo analysiert. In den Forschungswerkstätten brachten die Teilnehmenden unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven ein, die zu einem in der Gruppe erarbeiteten vertieften Verständnis von Diskriminierung beitragen. Im Oktober 2025 fand der Abschlussworkshop statt, bei dem auch Journalistinnen des Wissenschaftsradios dabei waren. Der Radiobeitrag ist als Podcast auf https://www.radio-radieschen.at/citizen-science/ nachzuhören.

Projektleitung: Andreas Baur

Expeditionsteilnehmer*innen bei der Vogelbeobachtung. Public Domain MA 21/Christian Fürthner. Erstveröffentlichung: https://mitgestalten.wien.gv.at/de-DE/projects/citizen-science-am-heidjochl

Im zukünftigen Stadtteil Am Heidjöchl in der Donaustadt entsteht nicht nur Wohnraum für rund 11.000 Menschen, sondern auch die Natur bekommt hier ihren Platz. Das Projekt „Citizen Science Am Heidjöchl“ der Wiener Stadtteilplanung hat ein klares Ziel: Die Artenvielfalt im neuen Stadtquartier soll von Anfang an erhalten und gefördert werden.

Zwischen Mai und Juli 2025 fanden neun geführte Expeditionen in biologisch spannende Teilbereiche des Stadtentwicklungsgebietes statt. Unter fachkundiger Anleitung dokumentierten interessierte Bürger*innen – sogenannte Stadtforscher*innen – die Biodiversität. Auch Schulklassen waren eingeladen, aktiv mitzuwirken. Die Themenschwerpunkte reichten von Botanik über Reptilien und Tagfalter bis hin zu Fledermäusen in der Nacht. Begleitet von Wissenschaftler*innen sammelten die Stadtforscher*innen dabei über 280 Beobachtungen von 185 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten und trugen diese in die Forschungs-App iNaturalist ein. Das Ergebnis beeindruckt, denn es zeigt, welches Potenzial in der ökologischen Stadtplanung steckt und, dass auch urbane Räume wertvolle Lebensräume für Flora und Fauna bieten können. Die Erkenntnisse fließen direkt in die künftige Grünraumgestaltung ein – ein innovativer Ansatz für eine ökologische Stadtentwicklung von Anfang an.

Projektleitung: Johannes Rüdisser

Apollofalter (Parnassius apollo), ein in Europa streng geschützter Schmetterling. CC-BY Valérian Goueset

Schmetterlinge sind besonders geeignet, um Veränderungen in Wiesenlebensräumen aufzuzeigen. Beim Viel-Falter Monitoring verbinden wir Citizen Science mit professionellen Erhebungen zu Tag- und Nachtfaltern. Diese Erhebungen bilden die Grundlage, um die Verbreitung und Entwicklung der heimischen Tagfalter abschätzen zu können, und leisten so einen wichtigen Beitrag zu einem dauerhaften Biodiversitäts-Monitoring in Österreich. Die erhobenen Daten sind ein wichtiger Baustein des europäischen Grünlandschmetterlingsindikators und unterstützen damit auch die Umsetzung und Erfolgskontrolle der EU-Wiederherstellungsverordnung.

2025 war beim Viel-Falter Monitoring das achte Erhebungsjahr. Die in ganz Österreich verteilten Standorte sind in dieser Zeit von 100 auf über 500 angestiegen. Im Jahr 2025 führten 19 Expert*innen 468 Tagfaltererhebungen und 80 Nachterhebungen an insgesamt 119 Standorten durch. Parallel führten 66 Citizen Scientists 747 Tagfaltererhebungen an 160 Standorten durch. 45 Personen meldeten sich neu zur Mitarbeit an. Wissensvermittlung mit dem Ziel, für die Bedeutung der biologischen Vielfalt und den Erhalt wertvoller Lebensräume zu sensibilisieren, blieb auch 2025 wichtig:  Bei 20 Veranstaltungen und acht Vorträgen erreichten wir über 1.300 Personen direkt. In 20 Medienbeiträgen wurde über das Monitoring berichtet. In Salzburg konnten wir das Viel-Falter Monitoring 2025 schwerpunktmäßig – mit 80 neuen Standorten – ausbauen. Ein weiterer Meilenstein war die Publikation eines Datensatzes mit über 500.000 Tagfalterfotos von Citizen Scientists des Partnerprojekts Schmetterlinge Österreich zum Training neuronaler Netze für die automatisierte Bestimmung von Schmetterlingsbildern.

Projektleitung: Susanne Waiblinger

Erster Workshop auf der Vetfarm, CC-BY Anna Rademann

Im April 2025 startete das von Vetmeduni Wien, BOKU und Caritas begleitete Projekt „COwWEL - ‘One Welfare’ und Vulnerabilität in der Ernährung“. Zu Beginn wurden je vier bis sechs Citizen Scientists aus drei Gruppen rekrutiert: Personen aus dem arabischsprachigen Raum, Ukrainer*innen sowie ehemals von Ernährungsarmut betroffene Österreicherinnen. Bei einem ersten gemeinsamen Workshop auf der „Vetfarm“, Standort Kremesberg, dem Milchrinderbetrieb der Vetmeduni in Niederösterreich, standen Kennenlernen und Wissensaufbau im Fokus: Es wurden Grundlagen zur Rinderhaltung in Österreich und Tierschutzaspekte vermittelt und der Rinderstall besichtigt. Anschließend arbeitete die Gruppe zu fördernden und erschwerenden Faktoren eines nachhaltigen Lebensmittelkonsums mit besonderem Blick auf Rindfleisch, Milch und andere Rinderprodukte. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Abendessen.

Auf Basis der Workshop-Ergebnisse wurde ein Fragebogen entwickelt, dessen Inhalte (und für Arabisch bzw. Ukrainisch die Übersetzung) von den Citizen Scientists geprüft wurden. Danach folgte ein Training zur Datenaufnahme: Rekrutierung, Gesprächsführung, Datenschutz und Dokumentation. Seit November 2025 läuft die Erhebung: Jede*r Citizen Scientist befragt mindestens 10–13 Personen im eigenen Umfeld, um Einstellungen, Barrieren und Möglichkeiten für nachhaltigen Konsum und Zusammenhänge mit der Mensch-Tier Beziehung zu ermitteln. Das Ende der Datenerhebung ist für März 2026 geplant. Im Anschluss werden die Daten ausgewertet und mit NGOs, öffentlichen Institutionen, dem Handel und weiteren Stakeholdern in einem Strategieworkshop diskutiert, um praxistaugliche Maßnahmen für sozial gerechte und nachhaltige Ernährung zu entwickeln.

Projektleitung: Ines Lemberger

Schwalbenschwanz, Schmetterling des Jahres 2025, CC-BY Walter Ederer/Schmetterlingsapp.at, Erstveröffentlichung: https://www.ots.at/presseaussendung/OTM_20250314_OTM0004/der-schwalbenschwanz-ist-schmetterling-des-jahres-2025 

Erste Daten zur Jahresauswertung 2025 zeigen: Mehr als 138.000 Schmetterlinge wurden von Citizen Scientists 2025 in Österreich gesichtet, fotografiert und über das Citizen-Science-Projekt von Blühendes Österreich gemeldet. Die meisten Tagfalter wurden in Niederösterreich beobachtet, gefolgt von Oberösterreich und der Steiermark. Zu den Sichtungen wurden 67.000 Kommentare abgegeben, die Fotos erhielten zusammen mehr als eine Million Likes. Bei der Wahl zum Schmetterling des Jahres 2025, ausgerufen durch die BILLA Stiftung Blühendes Österreich und die NÖ-Umweltbewegung „Natur im Garten“, gab es einen klaren Sieger: Den Schwalbenschwanz.

Mit dem “Falter-Freitag” hat die Stiftung Blühendes Österreich einen neuen Schwerpunkt auf ihren Social-Media-Kanälen gesetzt und stellt jede Woche eine heimische Schmetterlingsart vor.

Die wissenschaftliche Auswertung der Meldungen ist noch nicht abgeschlossen, der Jahresbericht 2025 wird im zweiten Quartal veröffentlicht. 

Projektleitung: Marlene Kritz

Projektteam mit Informationsstand (Hochtisch) im Einkaufszentrum, dahinter ein Weihnachtsbaum, ein Infobildschirm und Roll-Ups zum Projekt.

Projektteam am Informationsstand des Citizen-Science-Projekts Mall-Walking Austria im Shopping Center SCS. CC-BY Marlene Kritz

Das Projekt „Mall-Walking Austria“ ist ein Citizen-Science-Forschungsprojekt zur Untersuchung der Machbarkeit eines peer-geleiteten Mall-Walking-Pilotprogramms, das 2026 erstmals in Österreich im Shopping Center SCS umgesetzt wird. Ziel des Projekts ist es, körperliche Aktivität, soziale Teilhabe und Wohlbefinden bei älteren Erwachsenen in Niederösterreich zu fördern, insbesondere bei Personen, die körperlich inaktiv oder sozial isoliert sind. Mall Walking bezeichnet eine strukturierte Form des gemeinschaftlichen Gehens in Einkaufszentren vor den regulären Öffnungszeiten. Diese bieten eine sichere, witterungsunabhängige und barrierearme Umgebung und eignen sich daher besonders für ältere Erwachsene.

Das Projekt startete im August 2025. In der zweiten Jahreshälfte 2025 lag der Schwerpunkt auf dem Projektaufbau sowie der qualitativen Bedarfserhebung. Erste Interviews und Gespräche mit älteren Erwachsenen, Expert*innen und Angehörigen wurden durchgeführt, um zentrale Barrieren, Bedürfnisse und förderliche Faktoren für die Teilnahme an (Mall-) Walking-Programmen zu identifizieren. 

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der Citizen-Science-Ansatz, bei dem ältere Erwachsene aktiv in den Forschungsprozess eingebunden werden. Am 17.12. und 19.12.2025 war das Projektteam mit einem Informationsstand im Shopping Center SCS vor Ort. Dort wurden interessierte Besucher*innen über das Projekt informiert und Interviews direkt vor Ort durchgeführt. Gleichzeitig konnten die ersten Citizen Scientists für eine Mitarbeit am Projekt gewonnen werden.

Projektleitung: Sophia Götzinger

Projektleiterin mit Kindern im Garten, wie sie ein Experiment durchführen. 4 Kinder stehen im Hintergrund, zwei knien mit der Leiterin.

Schüler*innen der VS Prießnitzgasse mit SoilBlitz-Österreich Projektleiterin Sophia Götzinger (AGES), CC-BY AGES/Lehmann

Im Rahmen des Citizen Science Award 2025 hat sich das Projekt SoilBlitz vom 1. April bis zum 5. Juli mit über 700 Schüler*innen aus 25 Schulklassen aus ganz Österreich dem Thema Bodengesundheit gewidmet. An über 400 Standorten sind Schulklassen selbstständig ausgeschwärmt und haben mit einem Soil Health Toolkit Bodengesundheitsindikatoren wie Bodentextur, Bodenfarbe, Wasserinfiltrationsrate, Regenwurmaufkommen und Vegetationsbedeckung untersucht. Der Großteil der SoilBlitze wurde im Grünland (>140 Beobachtungen) sowie in städtischer Umgebung (>150 Beobachtungen) durchgeführt. Insgesamt wurden 1.552 Regenwürmer gezählt. Die meisten identifizierten Bodenarten waren sand- bzw. tonbasiert und der Großteil der Beprobungsstellen war zu >80 % mit Pflanzen bedeckt. Diese und viele weitere Daten wurden gesammelt und ausgewertet. Die drei Schulklassen mit den meisten qualitativ vollständigen Einträgen wurden für ihr Engagement beim Young Science Congress im Oktober an der Johannes-Kepler-Universität in Linz ausgezeichnet. Unter den Gewinnerklassen waren zwei Klassen des BRG Gmünd (Niederösterreich) und eine Klasse der HBLA Pitzelstätten (Kärnten) vertreten. Ebenfalls wurde eine Auswertung der Ergebnisse im Dezember 2025 bei der Tagung der Österreichischen Bodengesellschaft (ÖBG) in Innsbruck präsentiert sowie ein Poster an der Conference der European Citizen Science Assoziation (ECSA) in Finnland 2026 akzeptiert. Eine Infokarte mit einer Übersicht der SoilBlitz-Ergebnisse wurde allen Teilnehmenden geschickt und ist ebenfalls auf der Projektwebsite unter www.ages.at/soilblitz erhältlich.

Projektleitung: Pia Euteneuer

SoilRise-Logo, Public Domain Pia Euteneuer

Im Rahmen des Projekts SoilRise wurden 2025 mithilfe von Citizen Scientists und Mentor*innen an 180 neuen Standorten Daten zur Regenwurmpopulation erhoben. Davon waren ca. 70 % Ackerflächen, 15 % Grünland und der Rest verteilt sich auf Parks, Gärtnereien und private Hausgärten. Der Schwerpunkt lag dabei im Osten Österreichs, es gab jedoch Datenpunkte aus allen neun Ländern.

Besonders hervorzuheben sind der Fund von 2.185 Regenwürmern pro m² in einem Garten in Vorarlberg im Vergleich zum Durchschnitt von 250 Regenwürmern pro m² sowie zwei neue für Österreich entdeckte Regenwurmarten, von denen eine in Vorarlberg und die andere in Wien gefunden wurde. Neben Landwirt*innen und Gärtner*innen haben sich auch landwirtschaftliche Fachschulen am Projekt beteiligt. Circa 200 Schüler*innen (ab 14 Jahren) erhielten dafür eine halbtägige Einschulung zum Thema „Regenwürmer in der Landwirtschaft” sowie zur praktischen Regenwurmsuche vom Projektteam und von freiwilligen Mentor*innen. Anschließend suchten die Schüler*innen auf dem Schulgelände oder zu Hause nach Regenwürmern. Dabei verglichen sie unterschiedliche Bewirtschaftungsmaßnahmen und verwendeten diese Daten für ihre vorwissenschaftliche Arbeit.

Zusätzlich hat sich SoilRise am Schultag von „Voraussäen“ in Wieselburg beteiligt und 30-minütige Workshops für weitere 180 Schüler*innen aus der Steiermark, Niederösterreich und Oberösterreich gegeben sowie am nachfolgenden Feldtag Fragen des Fachpublikums beantwortet.

Projektleitung: Irmgard Krisai-Greilhuber

Anzahl der Pilzmeldungen pro Monat (Absolutwerte) im Pilzfinder im Jahr 2025 als Balkendiagramm. Spitzenwerte im September (448) und Oktober (546).

Pilzmeldungen pro Monat im Pilzfinder im Jahr 2025, CC-BY Markus Sabor

Das Citizen-Science-Projekt Pilzfinder der Österreichischen Mykologischen Gesellschaft gemeinsam mit dem Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien war im Jahr 2025 sehr erfolgreich. Es konnten 2025 exakt 2.458 Pilzmeldungen aus Österreich und 17 aus Belgien auf Artniveau bestimmt werden. Diese stehen damit allen interessierten Personen für weitere Auswertungen zur Verfügung. Die Meldungen betrafen 767 Arten und verteilten sich übers ganze Jahr, mit Spitzenwerten im September und Oktober. Die Schmetterlingstramete, der Fliegenpilz und der Rotrandige Baumschwamm belegen die drei Spitzenplätze an gemeldeten Arten. Die Top-5 Melder luden beinahe 74 % aller Meldungen hoch! Insgesamt haben sich über 180 Personen an den Meldungen beteiligt. Danke an unsere Validierenden und vor allem an alle Melder*innen! Wir freuen uns auf viele weitere Funde 2026!

Projektleitung: Irmgard Krisai-Greilhuber

Zahlenmäßige Verteilung der Pilzfundmeldungen im Jahr 2025 auf die österreichischen Bundesländer in einem Tortendiagramm. Meiste Funde (fast 75%) in Niederösterreich (3595), Oberösterreich (2691) und Vorarlberg (1743).

Verteilung der Pilzfundmeldungen im Jahr 2025 auf die österreichischen Bundesländer. CC-BY Markus Sabor

In der Mykologischen Datenbank Pilzdaten-Austria.eu der Österreichischen Mykologischen Gesellschaft befinden sich mit Ende 2024 dynamische Karten von etwa 17.000 Pilzarten (incl. Synonyme) von beinahe 75.830 Fundorten mit insgesamt über 811.000 Funddaten, die jede*r als Tabellen nach diversen Auswahlkriterien und Sortierungen herunterladen kann. 2025 wurden in diesem Projekt insgesamt 34.000 neue und auch ältere Funde hochgeladen. Wenn wir nach dem Funddatum im Jahr 2025 gehen, dann sind das 11.785 Einträge (täglich werden jedoch noch weitere Meldungen hochgeladen). Es wurden hier die meisten Funde in den Monaten August, September und Oktober getätigt. Auf Bundesländerebene kamen fast 75 % der Meldungen aus Niederösterreich, Oberösterreich, Vorarlberg und der Steiermark. Häufigkeitsmäßig gehen die drei ersten Plätze an die Schmetterlingstramete, den Rotrandigen Baumschwamm und den Perlpilz. Die Top-5 Melder sind für ca. 30 % verantwortlich. Die weiteren Prozente verteilen sich auf viele weitere Sammler*innen. Erfreulicherweise betreffen 16 Meldungen in der Roten Liste als vom Aussterben bedrohte eingeschätzte Arten, 131 stark gefährdete, 301 gefährdete und 527 potenziell gefährdete Arten. Frauentäubling und Eierschwammerl sind ungefährdet und finden sich unter den ersten zehn häufigsten Arten. Ein großes Dankeschön ergeht an unsere Validierenden und vor allem an alle Meldenden! Wir freuen uns auf viele weitere Funde 2026!

Projektleitung: Florian Heigl

Jahresrückblick 2025 (Ausschnitt), CC-BY Design by Science+Design, Erstveröffentlichung: https://roadkill.at/forschung-ergebnisse/jaehrliche-analysen 

Im Jahr 2025 verzeichnete das Projekt Roadkill insgesamt 3.140 Meldungen, von 188 engagierten Citizen Scientists. Ein bedeutender Meilenstein war kurz vor Jahresende die Genehmigung des neuen Projekts „Achtung Igel!“ durch das Land Niederösterreich. Hier werden 2026 wichtige neue Funktionen in die App integriert, die unsere Forschung deutlich verbessern werden. Besonders bemerkenswert sind neue Nachweise der Alpenspitzmaus. Diese sehr seltene und äußerst schwer zu beobachtende Säugetierart zählt zu den am wenigsten dokumentierten Säugetieren der Alpen. Von unseren Citizen Scientists wurden gleich sieben Exemplare gemeldet.

Im Rahmen einer Lehrveranstaltung an der BOKU wurden Kurzvideos veröffentlicht, die zeigen, wie die App effizient genutzt werden kann. Außerdem untersuchten Studierende Motivationsfaktoren von Citizen Scientists. Besonders wichtig erscheinen u. a. verbesserte technische Unterstützung und eine stärkere Kommunikation von Projekterfolgen. Eine neue Studie zu Igeln und Dachsen in Wien liefert spannende Einblicke in die Anpassungsfähigkeit dieser beiden Säugetiere an den urbanen Raum und ihr Zusammenleben mit dem Menschen.

Ein zentraler Schritt war die neue Kooperation mit der Niederösterreichischen Umweltanwaltschaft.  Als Projektpartnerin kann sie die gesammelten Daten in Verwaltungsverfahren – etwa bei Umweltverträglichkeitsprüfungen – einbringen und darauf aufbauend konkrete Schutzmaßnahmen einfordern. Gleichzeitig fungiert sie als wichtige Schnittstelle zu Amtssachverständigen und zur Naturschutzabteilung des Landes Niederösterreich. Weitere Details zu unseren Leistungen finden Sie im Blog: https://www.citizen-science.at/blog/teamblog/projekt-roadkill.  

Projektleitung: Edwin Herzberger

Das Bild besteht aus drei Teilen: Links ein aufgegrabenes 50cm tiefes Bodenprofil, in der Mitte einen Kindergruppe, die beim Wasserversickerungsversuch beobachtet, rechts wird untersucht, wie lange eine bestimmte Menge Wasser braucht, um innerhalb eines von oben in den Boden gedrückten Metallrings zu versickern.

Bodenuntersuchungen im Sommer, CC-BY Edwin Herzberger

Im Jahr 2025 wurden neun Schulworkshops in drei Mittelschulen in Wien und Innsbruck zu Boden-Baum-Themen abgehalten. Dabei gab es spannende Versuche zu Wasserversickerung, Boden-pH und Bodendichte. Und in virtuellen Spaziergängen beurteilten die Schüler*innen Standort und Vitalität von Stadtbäumen. Wöchentlich lasen die Schüler*innen an den Versuchsbäumen in ihrem Schulumfeld Zuwachswerte von den Dendrometern ab. So konnte bei über 120 Jugendlichen ein Verständnis für den Schutz städtischer Böden und Bäume aufgebaut werden. Im Sommer wurden an 50 (Wien) bzw. 25 Standorten (Innsbruck) kleine Boden(Profil-)gruben geöffnet und daraus Proben aus zwei Tiefenstufen geworben. Im Labor sollen sie auf organischen Kohlenstoff sowie die Anteile an Sand, Schluff und Ton (Bodentextur) untersucht werden. Die Speicherung von Kohlenstoff im Boden österreichischer Städte ist mit großen Unsicherheiten behaftet. Unsere Erhebungen sollen ein wenig zur Verringerung dieser Unsicherheiten beitragen. Die Bodentextur gibt zusammen mit dem Steingehalt des Bodens Auskunft über die Wasserspeicherfähigkeit der Böden und damit der Menge Wasser, die Bäumen und anderen Pflanzen während Trockenphasen zur Verfügung steht. An jedem Standort wurde auch die Versickerungsgeschwindigkeit bei wassergesättigtem Boden ermittelt. Diese ist ein Maß dafür, wie gut ein Boden bei Starkregen für eine rasche Versickerung des Niederschlagswassers sorgen und zur Dämpfung möglicher Überflutungen beitragen kann. Und dann waren alle Personen aus/in Wien und Innsbruck eingeladen, sich an den Dendrometermessungen [BB1.1] im Stadtgebiet zu beteiligen. Eine große Anzahl an Messungen zeigt, dass Menschen sich für die Gesundheit der Bäume und Böden im städtischen Umfeld begeistern.

Projektleitung: Lukas Landler

Informatives Bild im Kontext: Sammlung mehrerer Fotos aus dem Projekt AmphiBiom, auf denen Teiche, Kröten und Projekt-Mitarbeiter*innen bei der Arbeit zu sehen sind.

2023 startete das Citizen Science Projekt AmphiBiom, welches am Department für Ökosystemmanagement, Klima und Biodiversität der BOKU University Wien koordiniert und durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert wurde.

Im letzten Projektjahr 2025 beobachteten und kontrollierten zwischen März und August 252 aktiv im Projekt verbliebene Teichprofis im 14-tägigen Rhythmus ihre Teichschalen. Dabei dokumentierten sie zum einen die Entwicklung des Teiches (u. a. Ansiedlung verschiedener Wasserinsekten), als natürlich auch, ob sich Amphibien in den Teichen niederließen.

Im gesamten Projektverlauf dokumentierten wir elf Amphibienarten an diesen Teichen, wovon wir für neun Arten Hinweise auf Fortpflanzung gesammelt haben. In den beiden Jahren der Teichinitiative (2024 und 2025) stellten wir in ca. 10 % der Teiche Fortpflanzungshinweise fest. Im Zuge des Rufmonitorings nahmen wir mit „AmphiBiom - Amphibien erlauschen und Arten schützen“ im letzten Projektjahr 2025 am Citizen Science Award Teil. 

Dank vieler engagierter Amphibien-Lauscher*innen verzeichneten wir einen starken Anstieg der Rufaufnahmen über unsere AmphiApp (über 150 Aufnahmen allein von Arten des sogenannten Wasserfrosch-Komplexes (Pelophylax spp.)). Mit diesem erfolgreichen Jahr 2025 endete unser Projekt. Für Nachfragen zum Projekt sind wir weiterhin über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. für unsere Teichprofis erreichbar. Das Team des Projekts AmphiBiom bedankt sich bei allen Teichprofis im Projekt und natürlich allen anderen Co-Forscher*innen, ohne die das Projekt schlicht nicht möglich gewesen wäre. Weitere Informationen und Ergebnisse verfügbar unter: www.amphi.at.

Projektleitung: Rebecca Hood-Nowotny

Citizen Scientists bei der gemeinsamen Feldarbeit im Wald.

Exkursion zum Schneeberg, CC-BY Katharina Schott

Das Citizen-Science-Projekt Adapt4K adressiert zentrale Herausforderungen des Klimawandels im Waldsektor und entwickelt gemeinsam mit Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft Lösungsansätze zur Stärkung der Anpassungsfähigkeit von Waldökosystemen. Ziel ist es, den Wissensaustausch zu fördern, Akteur*innen zu vernetzen und praxisnahe Erkenntnisse zu gewinnen. Im Jänner 2025 wurde die Projekt-Homepage veröffentlicht. Sie dient als zentrale Plattform zur Information, Vernetzung und Einladung potenzieller Citizen Scientists sowie weiterer Interessensgruppen.

Im Februar 2025 wurde Adapt4K bei einer Pressekonferenz im Landhaus St. Pölten vorgestellt. Zusätzlich erreichte das Projekt durch einen Beitrag in der Sendung „Niederösterreich Heute“ ein breites Publikum. Zur laufenden Ansprache interessierter Personen nutzt das Projekt soziale Medien (LinkedIn, Facebook, Instagram). Ergänzend wurden mehrere partizipative Formate umgesetzt, darunter ein Kick-off-Meeting, Workshops mit Schulklassen sowie drei Mitmach-Exkursionen in Niederösterreich.

Im Berichtszeitraum konnten vier Standorte in das geplante Forest Living Lab integriert werden. Diese Living Labs ermöglichen praxisnahen Austausch, gemeinsames Lernen und die Entwicklung konkreter Anpassungsmaßnahmen durch gemeinsame Feldarbeiten.

Projektleitung: Andreas Wagner

Im Jahr 2025 wurden von Citizen Scientists gezogene Proben mittels HPLC hinsichtlich der BPA-Konzentration analysiert. Die ermittelten Werte dienen zur Information und stellen stichprobenartige Einzelwerte dar. Die Einschätzung hinsichtlich gesundheitlicher Risiken ausgehend von Bisphenol A (in Lebensmitteln) wurde von der ESFA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) durchgeführt. Nähere Informationen finden Sie unter: https://www.efsa.europa.eu/de/news/bisphenol-food-health-risk.

Im Jahr 2025 wurden 189 Proben-Pakete versendet und 638 Probenröhrchen für Analysen bereitgestellt. Der Probenrücklauf gliederte sich nach Bundesländern (die ersten 4): Tirol> Salzburg > Niederösterreich > Oberösterreich. Von den versendeten Proben wurden 408 Proben an uns zurückgeschickt und analysiert (das entspricht einer ca. 65%igen Rücklaufquote). Es wurden 375 Analyse-Ergebnisse an die Citizen Scientists per Mail versendet. Derzeit befinden sich 33 Proben im Analysezyklus.

Die analysierten Proben teilten sich auf in: 

  • 97 % Feststoffproben (v. a. Boden, Sediment), 
  • 2 % Wasserproben (Trink-, Teichwasser),
  • Proben mit Kot von Haustieren (Hamster, Maus),
  • Proben von Lebensmitteln o. Ä. (Fruchtsaft, Spülmittel).

Gemessene BPA-Konzentrationen:

  • 94 Proben mit BPA-Konzentration c > 5 µg/kg FG.
  • Die höchste gemessene Bisphenol A Konzentration wurde in Tirol gefunden: 3,4 mg/kg auf einem Standort: „Wiesenfläche neben Autobahn“.
  • Die durchschnittliche Konzentration der BPA-positiven Proben war ca. 100 µg/kg (einige Proben mit sehr hohen Konzentrationen heben den Durchschnitt), aber 92,7 % der Proben lagen unter 100 µg/kg.
  • In ca. 75 % der Proben (281) konnte kein BPA nachgewiesen werden (BPA-Konzentration = "not detectable").

Projektleitung: Gudrun Obersteiner

Im Hintergrund ist das Team Bank 99, bestehend aus 8 Personen mit Bank 99 T-Shirts zu sehen. Im Vordergrund sind eine Plane mit Markierungen sowie diversen Kübeln zu sehen, die genutzt wird um Abfälle in Fraktionen zu sortieren.

Team Bank 99, Donauinsel am 17. Juni 2025, CC-BY Anna Noichl. Erstveröffentlichung: https://www.facebook.com/photo?fbid=701558786027314&set=pcb.701566976026495&locale=fr_CA 

Plastic Pirates – Go Europe! wird seit 2022 in Österreich umgesetzt und verzeichnet einen kontinuierlichen Zuwachs auf nationaler sowie europäischer Ebene. In den ersten drei Projektjahren beteiligten sich vorwiegend Schüler*innen an den Erhebungen. Heuer nahmen erstmals zusätzlich der Verein Ocean Blue (Verein zur Erhaltung und Reinigung des Meeres) sowie Mitarbeiter*innen der BAWAG und der Bank 99 an den Sammelaktionen teil. Die Betreuung der Teilnehmer*innen erfolgte via E-Mail, Telefon und Online-Webinare durch das Plastic Pirates Team Österreich.

Die bestehenden Aktionsmaterialien (u. a. Aktionsheft, Lehrmaterialien, Checklisten) wurden heuer um ein zusätzliches Erklärvideo erweitert. Ergänzend wurde das Thema Mikroplastik in Fließgewässern im Rahmen eines persönlichen Austauschs mit Schülerinnen der AHS Maria Regina im 19. Wiener Gemeindebezirk vertieft. 

Seit Projektbeginn nahmen in Österreich insgesamt 3.463 Personen an der Initiative teil. Dabei wurden mehr als 20.000 Abfallstücke nach standardisierten wissenschaftlichen Methoden in und an Fließgewässern gesammelt, kategorisiert und dokumentiert, darunter über 6.100 Kunststoffabfälle.

Die erhobenen Makro- und Mikroplastikdaten werden laufend von Wissenschaftler*innen des Instituts für Abfall- und Kreislaufwirtschaft (ABFK) der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU Wien) geprüft, ausgewertet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt (https://plastic-pirates.boku.ac.at/Plastic-Pirates_in_Oesterreich.html)

Projektleitung: Ursula Griebler

Das HealthCheckR-Logo besteht aus aus dem Schriftzug "HealthCheckR" und dem Untertitel "Fakten statt Fakes" und einem Icon das ein grünes Kreuz unter einer Lupe zeigt. Die Farben sind grün, beige und orange.

CC-BY HealthCheckR, Universität für Weiterbildung Krems

Das Projekt HealthCheckR verfolgt das Ziel, ein laienfreundliches und wissenschaftlich validiertes Tool zur Bewertung der Zuverlässigkeit von Gesundheitsinformationen auf Social Media zu entwickeln. Die Zielgruppe sind Personen, die regelmäßig Gesundheitsinformationen über soziale Medien beziehen – insbesondere Menschen der Generation Y (ca. 26–42 Jahre) und der Generation Z (ca. 14–25 Jahre). Das Projekt startete Anfang 2025. Zu Beginn wurde ein Stakeholder-Mapping durchgeführt, anschließend wurden gezielt Expert*innen, Multiplikator*innen und Citizen Scientists eingeladen, im Projektbeirat mitzuwirken. Der Projektbeirat setzt sich aus insgesamt 13 Personen zusammen – 5 Citizen Scientists, 2 Expertinnen und 6 Multiplikator*innen – und traf sich im Jahr 2025 dreimal. In den Sitzungen wurden die inhaltliche Ausrichtung des Projekts, der Projektname, das Logo sowie die Konzeption der Co-Forschungsworkshops besprochen. Beim dritten Treffen wurden zudem die Ergebnisse einer Literaturrecherche zu bekannten Merkmalen diskutiert und eingeordnet, die beeinflussen, wann Gesundheitsinformationen auf Social Media als vertrauenswürdig wahrgenommen werden. Die Projektwebseite ist seit November online: www.healthcheckr.at. Über die Projekt-E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. ist eine unkomplizierte Kontaktaufnahme möglich.

Projektleitung: Silke Schweiger

Ankündigung vom Herpetorace 2025 mit dem Wettbewerbszeitraum.

Herpetorace 2025, CC-BY Kai Kolodziej. Erstveröffentlichung: https://www.herpetozoa.at/aktivitaeten/herpetorace?view=article&id=249:herpetorace-2025&catid=11 

Im Jahr 2025 hat sich im Projekt „Amphibien und Reptilien in Österreich unter Beobachtung“ dank der Unterstützung durch den Biodiversitätsfonds viel getan. Konkret wollen wir vom „Herpetorace“ berichten, das erstmals 2024 in ganz Österreich stattfand und 2025 weiter ausgebaut wurde. Eine Teilnahme steht allen Interessierten offen – von Herpetolog*innen bis hin zu naturinteressierten Citizen Scientists. Die Aufgabe der Raceteams besteht darin, an einem bestimmten Frühsommer-Wochenende innerhalb von 48 Stunden so viele Amphibien und Reptilien wie möglich zu finden und zu melden. Aufgrund eines ausgeklügelten Punktesystems erhöhen sich die Chancen auf eine Top-Platzierung deutlich, wenn man in schlecht bearbeiteten Gebieten – den sogenannten „Weißen Flecken“ – unterwegs ist.

Dadurch wird der Wert des Bewerbs für unsere Verbreitungskenntnisse zur österreichischen Herpetofauna deutlich gesteigert. Die Beobachtungen können unter anderem über gängige Online-Meldeplattformen eingegeben werden. Als zusätzlicher Ansporn für die Teilnahme werden attraktive Preise verlost, etwa eine hochwertige Taschenlampe von Ledlenser und eine Outdoor-Kamera von Olympus. Die Hauptpreise wurden 2025 von der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) gestiftet. Waren es 2024 noch 21 Teams, so hat sich 2025 diese Zahl auf 83 erhöht, und die Meldungszahl stieg im Jahresvergleich um sagenhafte 540 % auf 1.170 Nachweise! Der Bewerb soll als jährlicher Fixtermin etabliert werden. So steht auch bereits der Termin für das Herpetorace 2026 fest: das Wochenende des 30. und 31. Mai. Wir hoffen auch heuer auf rege Teilnahme! Nähere Infos und die Race-Unterlagen für die Exkursionsplanung finden sich unter herpetorace.herpetozoa.at

StadtWildTiere und WIlde Nachbarn

Neugierige Hauskatze blickt hinter einem Baumstamm hervor, vorne sitzt ein Hirschkäfer am Stamm.

Katze mit Hirschkäfer, CC-BY Sandra Koller

Das Jahr 2025 stand bei den Projekten des Vereins „Entdecke und Bewahre Natur“ erneut im Zeichen engagierter Beteiligung und wertvoller Datensammlung. Insgesamt gingen 2.800 Meldungen zu 6.240 Tieren ein. Jede Beobachtung trägt dazu bei, die Verbreitung und Lebensraumnutzung heimischer Wildtiere im Siedlungsraum besser zu verstehen.

Erfasst wurden 130 Vogelarten, 64 Säugetierarten, 16 Amphibienarten, 15 Reptilienarten sowie 56 Insektenarten. Besonders erfreulich ist der Zuwachs von 305 neuen Nutzer*innen, die sich 2025 erstmals an der Datenerhebung beteiligten. Auch der persönliche Austausch mit Naturinteressierten spielte eine wichtige Rolle. Bei Infoständen, etwa beim Forschungsfest im Wiener Rathaus und bei den Artenschutztagen in Schönbrunn, konnten wir unsere Projekte vorstellen und viele Gespräche mit Citizen Scientists führen.

Ein Schwerpunkt 2025 war das neu gestartete Citizen-Science Projekt „Katzen und ihre Wilden Nachbarn“. Ziel dieses Projekts ist es, gemeinsam mit Katzenhalter*innen besser zu verstehen, welche Wildtiere von Freigängerkatzen erbeutet werden und wie sich Jagdverhalten und Beutezusammensetzung in Stadt und Land unterscheiden – und damit neue Erkenntnisse zu gewinnen, die sowohl dem Artenschutz als auch dem Zusammenleben von Mensch, Katze und Wildtier dienen.

Insgesamt beteiligten sich rund 70 Melder*innen und dokumentierten 180 Beutetiere aus 30 Arten. Am häufigsten handelte es sich um Haus-, Wald- und Wühlmäuse; vereinzelt wurden auch Amphibien, Reptilien, Fledermäuse und Bilche gemeldet. Wir danken allen Citizen Scientists herzlich für ihr Engagement und freuen uns auch im kommenden Jahr auf eure spannenden Meldungen.

Projektleitung: Jennifer Hatlauf

Jennifer Hatlauf hält lächelnd ihr Buch in die Kamera, im Hintergrund eine Wiese und Berge.

Die Autorin Dr. Hatlauf mit dem Goldschakalbuch "Lebenskünstler auf leisen Pfoten“. CC-BY R. Krickl

Nach 10 Jahren Goldschakalprojekt war es im Jahr 2025 nun endlich so weit: Das BUCH „Der Goldschakal – Lebenskünstler auf leisen Pfoten“ (Band 1) ist herausgekommen. Mit diesem Buch füllt Dr. Jennifer Hatlauf eine große Lücke und präsentiert neben den Ergebnissen der Grundlagenarbeit aus der Forschung im Feld und im Labor, auch die Ergebnisse der engagierten Arbeit von Citizen Scientists! So gab es in diesen Jahren über 1.000 Sichtungsmeldungen sowie unglaublich wertvolle Hinweise von aufmerksamen Beobachter*innen in unserer Kulturlandschaft. Dieses Buch ist nun ein großes Projektupdate, und sowohl eine Zusammenfassung der Ergebnisse aber auch als ein großes Danke zu sehen - in dem Wunsch, dass sich Engagement und Unterstützung bezahlt machen und nun wiederum Wissen geteilt wird. Außerdem konnten im Jahr 2025 einige Proben gesammelt werden, die uns mehr über die Nahrungsgewohnheiten von Goldschakalen verraten werden – seien Sie also auf die nächsten Updates und Jahresberichte gespannt!

Projektleitung: Petra Sumasgutner

Ein Bienenhotel von UrbanBEE aus Holz mit Löchern, im Hintergrund Pflanzen.

Beispielfoto für ein Bienenhotel von UrbanBEE, Public Domain Theresa Ranieri

UrbanBEE ist ein internationales Forschungsprojekt, das mehr über Wildbienen und den Einsatz von Bienenhotels in städtischen Räumen herausfinden möchte, so auch in Wien. Das Projekt hat planmäßig im März 2025 gestartet. Zu Beginn lag der Schwerpunkt in der Ausarbeitung des Konzeptes in Abstimmung mit unseren internationalen Partnern. In der zweiten Jahreshälfte startete die Suche nach Freiwilligen in Wien, die bereit sind, ein Bienenhotel bei sich im Garten, auf dem Balkon oder in einem anderen Außenbereich zu platzieren. Dafür wurde eine Website eingerichtet, zahlreiche Social Media Beiträge auf Instagram (@myurbanbee_vienna) und Facebook (UrbanBee Vienna) hochgeladen und das Projekt auf der Citizen Science Plattform Österreich forscht veröffentlicht. Zum Jahresende und leicht darüber hinaus konnten durch die Öffentlichkeitsarbeit die gesuchten 200 Citizen Scientists für das Projekt gewonnen werden. Die in kurzer Zeit so große Resonanz bestätigt das Interesse an Wildbienen in urbanen Ökosystemen. Das Team freut sich über die zahlreichen Anmeldungen und hofft auf ein erfolgreiches Bienenjahr 2026 mit zahlreichen Belegungen in den Bienenhotels! 

Projektleitung: Anna-Margarita Schötta

Ergebnisse des Zeckenmonitorings 2025 wie in der Zusammenfassung beschrieben grafisch dargestellt.

Zeckenmonitoring 2025, CC-BY AGES

Im Jahr 2025 erreichten uns mit insgesamt 8.298 Zecken mehr als fünfmal so viele Zecken wie im ersten Jahr des Projekts. Wir möchten uns daher herzlich bei allen Citizen Scientists für die zahlreichen Zeckenspenden bedanken! Die meisten Zecken erhielten wir aus Niederösterreich (2.900), gefolgt von Oberösterreich (1.868), der Steiermark (1.117), Tirol (901), Kärnten (468), Wien (234), dem Burgenland (201) und Salzburg (158). Zecken der Gattung Ixodes, zu welcher auch der gemeine Holzbock (I. ricinus) gehört, stellten den größten Teil mit 96 % dar. Insgesamt wurden sechs Ixodes Arten nachgewiesenen - darunter erstmals für Österreich auch Zecken der Art I. frontalis. Die Gattung Dermacentor war durch D. reticulatus und D. marginatus in 3 % aller Zecken vertreten, gefolgt von Haemaphysalis Zecken der Art H. concinna in weniger als 1%. Neben einheimischen Arten wurden letztes Jahr auch neun „Riesenzecken“ (Hyalomma marginatum) gemeldet, von welchen sieben im Labor untersucht wurden. Das gefährliche Krim-Kongo hämorrhagische Fieber Virus konnte in keiner Zecke nachgewiesen werden, jedoch trug ein Großteil (43 %) dieser Zeckenart Rickettsia aeschlimannii in sich. Ungefähr die Hälfte der erhaltenen Zecken wurde auf Krankheitserreger untersucht. Lyme Borrelien, Erreger der Lyme Borreliose, wurden mit 24 % am häufigsten nachgewiesen. Weiters wurden Rickettsien (13 %), Spiroplasmen (10 %), Anaplasmen (8 %), Neoehrlichien (5 %), Rückfallfieber-Borrelien (2 %) und Francisellen (<1 %) gefunden. Da die Infektionsraten stark davon abhingen, ob Zecken von einem Wirt oder aus bestimmten Regionen stammten, verweisen wir für weitere Details zu den Ergebnissen auf den Jahresbericht des Zeckenmonitorings der AGES, welcher demnächst verfasst wird.

Projektleitung: Ursula Griebler

CC-BY Universität für Weiterbildung Krems

Das Projekt „KoKo-Health" entwickelte ein Modell von Gesundheitskompetenz aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen und empowerte Jugendliche als Ko-Forschende. Die Ko-Forschung wurde mit zwei außerschulischen Jugendorganisationen, einer Schulklasse und drei eigenständig teilnehmenden Jugendlichen durchgeführt. Insgesamt erreichten 55 Ko-Forschende ca. 300 teilnehmende Jugendliche. Gemeinsam forschten sie zu ihren Interessen bei Gesundheitskompetenz mittels Workshops, qualitativen Interviews, Umfragen, Fokusgruppen, Photovoice und Videoproduktion. Im Jahr 2025 lag der Fokus auf der Zusammenführung und Auswertung aller Daten. In zwei Ko-Forschungsworkshops zur Finalisierung des Modells entwickelten Jugendliche unter Verwendung aller ausgewerteten qualitativen Kodes verschiedene Modelle zu Gesundheitskompetenz. Die Ergebnisse zeigen, dass Jugendliche ein anderes Konzept von Gesundheitskompetenz als Erwachsene haben. Ihr spezifisches Verständnis und ihre Lebenswelten sollten bei Interventionen berücksichtigt werden. Bei Jugendlichen stehen intuitive und situative Entscheidungen im Zentrum, und Vertrauen in soziale Beziehungen spielt eine wesentliche Rolle.

Die Projektergebnisse wurden mit jugendlichen Ko-Forschenden bei Konferenzen präsentiert. Zudem entstanden ein Video mit der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) für politische Entscheidungsträger*innen, ein Podcast, ein Messestand beim Forschungsfest Niederösterreich und Publikationen. Das Projekt wurde von der Universität für Weiterbildung Krems, Gesundheit Österreich GmbH und der TU München durchgeführt und von der Gesellschaft für Forschungsförderung Niederösterreich gefördert. 

Projektleitung: Karin Bakran-Lebl

Balkendiagramm der Anzahl der Mückenmeldungen. Die Verteilung wird im Text erklärt.

Anzahl der Meldungen adulter Stechmücken 2025. „Andere Arten“ umfasst sowohl andere Stechmückenarten (nicht-Zielarten) als auch andere Insekten. „Nicht identifizierbar“ gibt Individuen an, die zwar als Stechmücke erkannt werden konnten, aber keine genaue Art bestimmt werden konnte. CC-BY Karin Bakran-Lebl

Das Citizen Science Projekt „Mosquito Alert” bietet Bürger*innen die Möglichkeit, über eine App Tigermücken zu melden und ist damit eine wertvolle Ergänzung zu von Expert*innen durchgeführten Monitoring-Projekten. Im Jahr 2025 wurden 4.974 adulte Gelsen gemeldet, dies war etwas mehr als im Vorjahr (Vergleich 2024: 4.577). Die meisten Meldungen stammten aus der Steiermark (2.945), gefolgt von Wien (1.307), Niederösterreich (212) und Oberösterreich (183). Von Mitte Juli bis Mitte September wurde am meisten gemeldet. Unter den insgesamt 4.974 Meldungen identifizierten Expert*innen:

  • 2.697 Ae. albopictus (Asiatische Tigermücke, Vergleich 2023: 568, 2024: 1.517)
  • 239 Ae. japonicus (Japanische Buschmücke, Vergleich 2024: 251)
  • 2 Ae. koreicus (Koreanische Buschmücke, Vergleich 2024: 3)
  • 149 Culex sp. (heimische Haus-Gelsen, Vergleich 2024: 105).

Die Funde konzentrieren sich mit 91.2 % weiterhin sehr stark auf den urbanen Raum. In Wien, Graz und Linz, wo bereits in den Vorjahren Tigermücken gemeldet wurden, registrierte die „Mosquito Alert“-App eine Zunahme und deutliche Ausbreitung der Tigermückenpopulation 2025 im Vergleich zu den Jahren 2023 und 2024.

Partnerupdates

Citizen Science und Erwachsenenbildung – Potenziale für die Volkshochschulen

Volkshochschulen sind eine traditionsreiche Bildungseinrichtung mit einem besonders engen Verhältnis zur Wissenschaft. Die aktuellen Leistungen der Volkshochschulen können hier auf drei Ebene festgehalten werden.

  • Ein klar deklariertes Kursangebot: Jährlich gibt es über 200.000 Personen, die VHS-Kurse und Einzelveranstaltungen aus den Bereichen Naturwissenschaften, Technik und Umwelt bzw. Politik, Gesellschaft und Kultur besuchen und übrigens auch bezahlen.
  • Hinzu kommen 65.000 Kursteilnehmende im Bereich Basis- und Grundbildung sowie zweiter Bildungsweg, die sich intensiv mit Themen/Fächern wie Natur und Technik oder Deutsch, Gesellschaft und Kultur befassen.
  • Der – bewusst gewählte - Anspruch an das Gesamtprogramm, nur wissenschaftsbasierte Angebote anzubieten. Volkshochschulen haben darüber hinaus eine lange Tradition in der „Bürgerforschung“, die von Ihren Anfängen bis zu aktuellen, v. a. lokalgeschichtlichen Projekten reicht.

Beispiele für Projekte und Kooperationen 2025:

  • Kooperation Wiener Volkshochschulen/ FWF,
  • Projekt BEEP (Basisbildung und politische Beteiligung),
  • Projekt “Das kurze Leben der Ruth Maier“,
  • Kooperation Volkshochschulen und BirdLife.

Das internationale Projekt Open Urban Sustainability Hubs (OPUSH), durchgeführt vom future.lab Research Center der Fakultät für Architektur und Raumplanung in Kooperation mit der TU Wien Bibliothek, wurde 2025 erfolgreich beendet. Die TU Wien hat in zwei Pilotprojekten die Anwendbarkeit von Citizen Science in der nachhaltigen Stadtplanung getestet: Insgesamt nahmen über 100 Personen im Alter von 11 bis 84 Jahren an Workshops teil, die sich mit den Fokusthemen urbane Hitze und partizipative Stadtplanung beschäftigten. Das Projekt war 2024 mit dem Staatspreis für Klimawandelanpassung und dem Citizen Science Award ausgezeichnet worden. Auf dem 2. Österreichischen Bibliothekskongress wurde die Rolle der Bibliothek in der städtischen Nachhaltigkeitstransformation präsentiert. Die meisten Projektergebnisse sind auf Zenodo öffentlich zugänglich: https://zenodo.org/communities/opush/records?q=&l=list&p=1&s=10&sort=newest

Naturkalender Pollenservice Wien der MedUni Wien als Partner der GeoSphere Austria für die Citizen Science Plattform für Phänologie

Der Naturkalender und die Naturkalender App wurden 2025 um allergene Pflanzen erweitert. Das Bildmaterial und die Beschreibung der Pflanzen wurde vom Team des Pollenservice Wien der MedUni Wien (Maximilian Bastl, Katharina Bastl, Karen Kölzer) übernommen. Folgende Pflanzen wurden hinzugefügt: 

  • Ailanthus altissima (Götterbaum)
  • Alnus glutinosa/Alnus incana (Schwarz-/Grauerle) 
  • Alnus x spaethii (Purpurerle) 
  • Arrhenatherum elatius (Glatthafer) 
  • Artemisia (Beifuß) 
  • Corylus colurna (Baumhasel) 
  • Fraxinus excelsior (Gemeine Esche) 
  • Fraxinus ornus (Manna-Esche) 
  • Phleum pratense (Wiesenlieschgras)

Zusätzlich gab es eine Presseaussendung der MedUni Wien am 4. März 2025, um diese Erweiterung bekannt zu machen. Katharina Bastl von der MedUni Wien war gemeinsam mit Thomas Hübner von der GeoSphere Austria im Frühling 2025 zum Interview in „Studio 2“ auf „ORF2“ eingeladen, um über den Naturkalender zu berichten. Maximilian Bastl von der MedUni Wien trat in der Podcast-Folge „Von Apfelblüte, Flieder und fliegenden Pollen“ im Citizen Science Podcast „Wissen macht Leute“ auf und berichtete von der Erweiterung und warum diese wichtig ist. Die MedUni Wien erscheint als Partner in der Naturkalender App und auf www.phenowatch.at. Außerdem sind Katharina und Maximilian Bastl (MedUni Wien) auf der Naturkalender App mit einem „Moderator“ Account aktiv.

An der BOKU University startete 2025 eine neue Initiative, um Citizen Science im Bereich der EU-Missionen (insbesondere, aber nicht nur „Restore our Ocean, Seas and Waters by 2030“ und „A Soil Deal for Europe“) zu stärken. Dazu wurde 2025 eine technische Überarbeitung der von der BOKU koordinierten Plattform Österreich forscht in Auftrag gegeben, um einen Missionhub für Citizen Science zu etablieren. Auf der BOKU-internen Citizen Science-Übersichtsseite (www.boku.ac.at/citizen-science) wurden drei neue Citizen Science-Projekte, sowie drei neue Publikationen gelistet. 

Beim erstmals vergebenen BOKU Leading Lights Preis für Wissenschaftskommunikation, der sich an Nachwuchswissenschaftler*innen an der BOKU richtet, wurde in der Kategorie „Biodiversität und Ökosystemmanagement“ ein Citizen Science Projekt, nämlich das Projekt Biodiversität am Friedhof, das am Institut für Zoologie verankert ist, ausgezeichnet. In einem Podcast wird dieses Projekt näher vorgestellt.

Neben bereits bestehenden Fortbildungen zu Citizen Science im Personalentwicklungsprogramm der BOKU University, wurden 2025 auch zusätzliche Kurse zu Wissenschaftskommunikation und Science Engagement aufgenommen, um Citizen-Science-Projektleitenden zusätzliche Fähigkeiten im Bereich Kommunikation zu vermitteln. Als Partner bei der Organisation der Österreichischen Citizen Science Konferenz 2026 an der Montanuniversität Leoben investierte die BOKU auch 2025 bereits Ressourcen in Organisation und Vorbereitung dieser Konferenz. Damit war Citizen Science nicht nur 2025 ein wichtiger Bereich von Forschung und Third Mission an der BOKU, sondern wird dies auch in den kommenden Jahren noch bleiben.

In der Mykologischen Datenbank Pilzdaten-Austria.eu der Österreichischen Mykologischen Gesellschaft befinden sich mit Ende 2024 dynamische Karten von etwa 17.000 Pilzarten (incl. Synonyme) von beinahe 75.830 Fundorten mit insgesamt über 811.000 Funddaten, die jede*r als Tabellen nach diversen Auswahlkriterien und Sortierungen herunterladen kann. 2025 wurden in diesem Projekt insgesamt 34.000 neue und auch ältere Funde hochgeladen. Wenn wir nach dem Funddatum im Jahr 2025 gehen, dann sind das 11.785 Einträge (täglich werden jedoch noch weitere Meldungen hochgeladen). Es wurden hier die meisten Funde in den Monaten August, September und Oktober getätigt. Auf Bundesländerebene kamen fast 75 % der Meldungen aus Niederösterreich, Oberösterreich, Vorarlberg und der Steiermark. Häufigkeitsmäßig gehen die drei ersten Plätze an die Schmetterlingstramete, den Rotrandigen Baumschwamm und den Perlpilz. Die Top-5 Melder sind für ca. 30 % verantwortlich. Die weiteren Prozente verteilen sich auf viele weitere Sammler*innen. Erfreulicherweise betreffen 16 Meldungen in der Roten Liste als vom Aussterben bedrohte eingeschätzte Arten, 131 stark gefährdete, 301 gefährdete und 527 potenziell gefährdete Arten. Frauentäubling und Eierschwammerl sind ungefährdet und finden sich unter den ersten zehn häufigsten Arten. Ein großes Dankeschön ergeht an unsere Validierenden und vor allem an alle Meldenden! Wir freuen uns auf viele weitere Funde 2026! 

Im Juni 2025 wurde die Koordinationsstelle "Wissenschaftskommunikation und Citizen Science" eingerichtet, die in Zukunft Forschende der Universität Wien bei der Durchführung und Bewerbung ihrer Citizen Science-Projekte unterstützen soll. Erste nationale und internationale Vernetzungen fanden bereits statt, unter anderem mit der LIBER Working Group Citizen Science.

Außerdem ist geplant, dass auch die UB Wien gemeinsam mit Kooperationspartner*innen partizipative Projekte durchführen wird, um die eigenen Bestände zu optimieren und sichtbarer zu machen. Die Koordinationsstelle wird eng mit dem Forschungsservice (Wissensaustausch, Technologietransfer und Nationale Förderungen) an der Universität Wien zusammenarbeiten.

Die vom OeAD koordinierte AG „Citizen Science an/mit Schulen“ hat am 20. November 2025 zum zweiten Mal eine Citizen-Science-Lehrkräftefortbildung über die PH Wien virtuell durchgeführt und hierzu eine begleitende Materialsammlung zu Citizen Science in der Schule erarbeitet. Teilgenommen haben 30 Lehrer*innen aus verschiedenen Bundesländern und Schultypen.

Beim 10. Citizen Science Award konnten Schulklassen, Jugendgruppen, Familien und Einzelpersonen zwischen dem 1. April und dem 31. Juli 2025 erneut an sieben Citizen Science-Projekten teilnehmen. Besonders engagierte Klassen und Mitforschende wurden am 23. Oktober beim 4. Young-Science-Kongress in Linz vom OeAD und dem BMFWF mit Geld- und Sachpreisen ausgezeichnet. 
Im Mai und November 2025 wurden die Mitglieder des Netzwerks der Young-Science- und Citizen-Science-Kontaktpersonen zu Netzwerktreffen eingeladen. Das OeAD-Zentrum für Citizen Science organisierte außerdem eine dreiteilige Fortbildungsreihe zum Thema "Künstliche Intelligenz in der Wissenschaftskommunikation" für das Netzwerk.

Das OeAD-Zentrum für Citizen Science organisierte zwei transdisziplinäre Podiumsdiskussionen zu den Themen „Demokratie und Resilienz in Zeiten von Social Media“ und „Wirkung von Wissenschafts- und Demokratieinitiativen mit Schulen“ sowie sieben Sparkling-Science-Spotlights, in denen sich aktuelle Projekte präsentierten. 

Als Partner im europäischen Projekt „RIECS-Concept“ hat das OeAD-Zentrum für Citizen Science drei Workshops mit österreichischen Citizen Scientists und Forschenden sowie einen internationalen Workshop mit Bildungsvertreter*innen durchgeführt, um Bedarfe für eine Citizen-Science-Forschungsinfrastruktur zu erheben. 

Im Jahr 2025 konnte das Projekt “Das ABC der Dialekte” folgende Aktivitäten verzeichnen:

  • Podcast “Wissen macht Leute mit dem ABC der Dialekte” bei Radio Orange. Ausstrahlung am 17.02.2025, nachhörbar am Österreich forscht Blog und auf Podcast-Plattformen.
  • Eine wissenschaftliche Publikation (in Begutachtung): Dorn, A., Stocker, R., Stöckle, P. & Lenz, A., (eingereicht) Historische Dialektdaten im Fokus von Citizen Science: Potentiale und Herausforderungen am Beispiel des "ABC der Dialekte" in: Sprachwissenschaft.
  • Zeitungsartikel zum Projekt im KURIER mit dem Titel “Dialektforschung: Von Noagerln, Pängeln und Dreschflegeln”. Beitrag vom 13.12.2025.

Vor allem Schüler*innen forschen in Citizen-Science-Projekten gemeinsam mit Wissenschaftler*innen der Universität Klagenfurt. In zwei Projekten zur Relevanz von Mathematikunterricht sowie zu fächerübergreifenden Themen im Mathematikunterricht bringen sich Schüler*innen als Forschende aktiv in die fachdidaktische Forschung ein. In beiden Projekten hat die abgeschlossene oder fast abgeschlossene Datenerhebung viel Interesse bei den Schüler*innen geweckt und spannende Einsichten ermöglicht, die nun zur Verbesserung des Forschungsstands und des Unterrichts ausgewertet und publiziert werden. 

Die vom IIASA entwickelte Geo-Quest-App ermöglicht Bürger*innen weltweit, durch eine Smartphone-Anwendung am Umweltmonitoring teilzunehmen. Das Modul Tree-Quest nutzt Smartphone-Sensoren und Augmented-Reality-Technologie zur Vermessung einzelner Bäume und sammelt Daten zu Baumdurchmesser, -höhe und Artbestimmung zur Abschätzung der Kohlenstoffspeicherkapazität. Die 2025 in Wien gestartete globale Kampagne unterstützt Forscher*innen bei der Verbesserung von KI-Modellen zur Kartierung von Waldbiomasse aus Satellitendaten. Weitere Module wie „Forest-Quest" und „Crop Capture" erfassen systematisch Wald- und Landwirtschaftsdaten. Alle Daten werden offen zugänglich gemacht und unterstützen Klimaschutzinitiativen sowie Remote-Sensing-Technologien.

Als Gastinstitution gründete IIASA die Citizen Science Global Partnership (CSGP), ein transformatives Netzwerk, das Bürger*innenwissenschaftsverbände, Praktiker*innen und Forscher*innen auf sechs Kontinenten verbindet. 2025 starteten CSGP und 13 Partner in acht Ländern das RIECS-Concept-Projekt zur Entwicklung einer paneuropäischen Forschungsinfrastruktur für exzellente Bürger*innenwissenschaft.

Zwei ausgewählte Projekte zeigen beispielhaft, wie die Universität Salzburg Bürger*innen aktiv in Forschungsprozesse einbindet und dabei besonders die Zusammenarbeit mit Schulen stärkt: 

  • u3Green widmet sich der Frage, wie Städte kinder- und jugendfreundlicher werden können. Da junge Menschen oft andere Erwartungen an Grünräume haben als Erwachsene, werden sie in Workshops, Camps, Praktika und weiteren Formaten direkt eingebunden. So entstehen nicht nur neue Ideen für eine lebenswertere Stadt, sondern auch wertvolle Erfahrungen im MINT-Bereich und im wissenschaftlichen Arbeiten. 
  • „Wenker 2.0" lädt Bürger*innen dazu ein, ihre eigenen Dialekte zu erforschen. Mit der speziell entwickelten, kostenlosen OeAD-App können Wörter gesammelt, Sprachproben aufgenommen und regionale Unterschiede sichtbar gemacht werden. Die Daten fließen sowohl in persönliche Entdeckungen als auch in die wissenschaftliche Auswertung des Projekts ein. 

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) ist eine Expert*innenorganisation und ein Unternehmen im Eigentum der Republik Österreich. Sie wurde 2002 nach dem One-Health-Ansatz gegründet und hat den gesetzlichen Auftrag, den Schutz der Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze zu wahren.

Die AGES führt in unterschiedlichen Themenbereichen eigene Citizen Science Projekte durch: 

  • Mosquito Alert: Teilnehmende unterstützen dabei, die Verbreitung der Tigermücke in Österreich zu erheben, indem sie Sichtungen in einer App melden.
  • SoilBlitz: Durch einfache und schnelle Bodentests wird ein „Schnappschuss“ der lokalen Bodengesundheit erfasst und so wichtige Daten zu Bodenqualität gesammelt.
  • SoilPlastic: Plastikfunde in Böden werden dokumentiert, um das Ausmaß und die Auswirkungen von Kunststoffrückständen im Boden besser zu verstehen und zur Verringerung von Plastikverschmutzung beizutragen.
  • Tea Bag Index: Hier untersuchen Citizen Scientists mit Hilfe von Teebeuteln wie schnell organisches Material im Boden zersetzt wird.
  • UrbanBEE: Bürger*innen beobachten wöchentlich die in Wien aufgestellten Bienenhotels, um herauszufinden, wie Wildbienen städtische Lebensräume nutzen. 
  • Zecken entdecken zu Forschungszwecken: Mit von Bürger*innen abgegebene Zecken wird überwacht, welche Zeckenarten und Krankheitserreger in Zecken in Österreich vorkommen.

Das Zentrum für Soziale Innovation (ZSI) war auch 2025 auf europäischer Ebene und in Österreich aktiv an Citizen Science Aktivitäten beteiligt.

In EU-Citizen.Science (ECS), einem zentralen Projekt zur Verbreitung von Citizen Science in Europa, waren wir mit der Evaluierung und Wirkungsanalyse beschäftigt. Die Auswirkung der Citizen Science Projekte auf politischer Ebene spielen dabei eine große Rolle. Eine weitere Auflage von “Impact Stories” soll daher praktische Beispiele aus der Zusammenarbeit von Citizen Scientists und politischen Entscheidungsträger*innen liefern. Die Publikation ist für Mitte 2026 geplant.

Als aktives Mitglied der European Citizen Science Association ECSA hat Teresa Holocher die Koordination der Arbeitsgruppe „Impact Assessment of Citizen Science“ übernommen. 2025 hat diese ein Special Issue zur Wirkungsmessung initiiert, das 2026 mit zwei Beiträgen von ZSI-Mitarbeiterinnen erscheinen wird. Weiters arbeitet die Gruppe an einer Sammlung von Ansätzen zur Evaluation und Wirkungsmessung in Citizen Science. Im Rahmen des Projekts InChildHealth haben wir 2025 die Arbeit mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) fortgesetzt, um die Ergebnisse der Citizen-Science-Aktivitäten in Wiener Schulen zur Erforschung der Luftqualität in Innenräumen auszuwerten und mit Erfahrungen in anderen europäischen Städten zu vergleichen. Mit dem Projekt GREAT wurde ein partizipativer Online Data Workshop umgesetzt. Dabei wurden Bürger*innen eingeladen, zusammen einen globalen Datensatz zum Thema Klimawandel und Videospiele zu explorieren, zu analysieren und auf Basis ihrer Ergebnisse Vorschläge für Maßnahmen zu entwickeln.

DANUBE4all hat zum Ziel, Süßwasserökosysteme im Donaubecken wiederherzustellen. Dabei werden alle relevanten Akteur*innen inklusive der lokalen Bevölkerung einbezogen. Das ZSI unterstützte dabei die Entwicklung neuer Citizen Science Initiativen im Donauraum und half 2025 dabei, drei neue Initiativen zu realisieren: Mit Hilfe des IMPETUS-Accelerator konnten die Pannonian Rangers und Persina4Danube umgesetzt werden, und eine Kollaboration mit dem JRC ermöglichte, Citizen Science mit der Gems of Water-Methodologie im Joint Danube Survey zu pilotieren.

Insgesamt war auch 2025 wieder ein äußerst aktives und erfolgreiches Jahr für Citizen Science am ZSI.

Ausblick 2026

Das kommende Jahr wird wieder von einer Österreichischen Citizen Science Konferenz geprägt sein. Nach einem Jahr Pause wird die ÖCSK 2026 an der Montanuniversität Leoben stattfinden und die österreichische Citizen Science Community in der Steiermark zusammenbringen. Neben der ÖCSK wird 2026 weiterhin vom Relaunch von Österreich forscht geprägt sein, der vermutlich im ersten Halbjahr abgeschlossen sein wird. Wir freuen uns auf neue Funktionen, eine intuitivere Bedienung und auf ein frisches Design.

Die Zahl der Projekte auf Österreich forscht wird vermutlich weiterhin steigen, und die 100er-Marke aktiver Projekte übersteigen. Damit erfüllt Österreich forscht nicht nur seinen Kernauftrag, sondern zeigt dadurch, wie stark Citizen Science in Österreich nach wie vor ist. Wir sind zuversichtlich, dass Citizen Science auch strukturell in Österreich noch Wachstumspotential hat und sich das auch in der Forschungsinfrastruktur nachhaltig niederschlagen wird. Neue Initiativen und Forschungsansätze werden auch 2026 Innovationen im Bereich Citizen Science nach sich ziehen, und wir sind schon gespannt, in welche Richtung sich das Feld 2026 weiterentwickeln wird. Wir freuen uns jedenfalls, den Weg gemeinsam mit den Projektleiter*innen und Partnerinstitutionen im Citizen Science Network Austria gehen zu dürfen.