Natur, Gesellschaft, Gesundheit. Wir stellen nicht nur in wissenschaftlichen Untersuchungen, sondern auch in unserem alltäglichen Leben fest, wie stark diese Begriffe miteinander verbunden sind. Nicht abstrakt, sondern real und mit teils extremen Auswirkungen.
Diese Verbindung ist ein grundlegender Bestandteil von Citizen Science, denn wir forschen mit der Gesellschaft an Themen aus den Natur-, Sozial-, Geistes-, und Gesundheitswissenschaften.
In Citizen Science-Projekten wird gemeinsam Wissen für verschiedenste Fragestellungen und in unterschiedlichsten Kontexten mit vielfältigen Ergebnissen geschaffen. Mit der Österreichischen Citizen Science Konferenz 2027 möchten wir diese Verbindungen und die Ergebnisse, die durch das gemeinsame Schaffen von Wissen erzeugt werden, sichtbar machen.
Seien es neue Erkenntnisse, die ohne den Einsatz von Citizen Science nicht gewonnen werden konnten, nachhaltige Veränderungen und Transformationen, die durch die Zusammenarbeit zwischen professionellen Wissenschaftler*innen und Bürger*innen auf verschiedenen Ebenen (z.B. institutionelle Ebene, fachliche Ebene, persönliche Ebene) zustande kamen oder neue Ideen bzw. Inspirationen, die durch Citizen Science gefördert wurden: all dies und noch vieles mehr möchten wir bei der Österreichischen Citizen Science Konferenz diskutieren. Dabei soll auch explizit Raum für Kritik und nicht erfolgreiche Ansätze gegeben sein.
Mit dem Motto “Wissen verbindet” möchten wir alle Forschungsbereiche von den Gesundheitswissenschaften über die Sozial-, Geistes- und Naturwissenschaften bis hin zur künstlerischen Forschung einladen, sich aktiv mit einem Beitrag an der Konferenz zu beteiligen.
Österreichische Citizen Science Konferenz 2027 - Wissen verbindet
24.-26. Februar 2027
Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)
Spargelfeldstr. 191
1220 Wien
Themenschwerpunkte bei der Österreichischen Citizen Science Konferenz 2027
Zu folgenden Themenschwerpunkten können ab 15. Juli 2026 Beiträge eingereicht werden:
1. Wissen verbindet Personen und Institutionen
Durch Citizen Science-Projekte finden Menschen mit unterschiedlichem kulturellem, beruflichem oder sozialem Hintergrund zu einem bestimmten Projektthema zusammen. In vielen Fällen ist es die Intention der Projekte, Menschen für die Wissenschaft zu begeistern, die in ihrem Alltag keine oder nur wenige Berührungspunkte mit Wissenschaft und Forschung haben, oder die großes Erfahrungswissen aufgebaut haben, das eine wertvolle Ergänzung zu wissenschaftlicher Expertise sein kann. Mitunter werden Projekte auch von mehreren Institutionen gemeinsam durchgeführt, die bislang noch nie zusammengearbeitet haben, oder gleich von interessierten Privatpersonen koordiniert. Dabei werden Rollenbilder, Vorstellungen des Zusammenarbeitens und Visionen der involvierten Akteur*innen miteinander diskutiert und ausverhandelt. Im Themenschwerpunkt Wissen verbindet Personen und Institutionen sind alle eingeladen, qualitative und quantitative Ergebnisse aus Projekten der unterschiedlichsten Fachrichtungen zu präsentieren, die durch diese Wissensverbindung von Personen und/oder Institutionen entstanden sind. Darüber hinaus sollen es auch Raum geben, die Faktoren zu diskutieren, die diese Verbindungen zwischen Personen und Institutionen fördern oder hemmen.
2. Gemeinsames Wissen schaffen als Basis für Transformation
Durch die Zusammenarbeit unterschiedlichster Akteur*innen in Citizen Science-Projekten werden nicht nur wissenschaftliche Ergebnisse erzeugt, sondern es werden mitunter auch transformative Prozesse auf unterschiedlichen Ebenen angestoßen, sei es auf der persönlichen, der institutionellen oder sogar der gesellschaftlichen Ebene. Transformation entsteht dabei nicht von selbst, sondern muss durch wertschätzendes Verhalten und Offenheit aller Beteiligten gefördert werden. Die Rolle von transformativen Prozessen in Citizen Science bzw. das Potential von Citizen Science zum Anstoßen transformativer Prozesse wurde bislang in Österreich noch kaum beleuchtet und soll im Themenschwerpunkt Gemeinsames Wissen schaffen als Basis für Transformation diskutiert werden. Dabei sollen über Disziplinengrenzen hinweg erfolgreiche transformative Prozesse, die durch Citizen Science angestoßen wurden, oder Faktoren und Ergebnisse aus Citizen Science Projekten, die das Potential haben, eine Transformation anzustoßen, vorgestellt werden.
3. Citizen Science als Zugang zu Wissenschaft und Forschung
Citizen Science Projekte, besonders jene, die an und mit Schulen durchgeführt werden, sind oftmals der erste bewusste Berührungspunkt der Teilnehmenden mit Wissenschaft und Forschung. Wie eine repräsentative Umfrage im Jahr 2023 gezeigt hat, haben vor allem Menschen, die keine höhere Schulausbildung haben, oftmals keinen Kontakt zu Wissenschaft und sehen Wissenschaft und Forschung als nicht relevant für ihr Leben. Citizen Science versucht mit vielen verschiedenen Methoden eine Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, als dessen Teil sich die Wissenschaft auch sieht, zu schlagen. Dabei werden Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen eingeladen, sich an Forschung zu beteiligen. Die Relevanz von Citizen Science als Zugang zur Wissenschaft bleibt dabei noch unbeleuchtet. Im Themenschwerpunkt Citizen Science als Zugang zu Wissenschaft und Forschung soll diese Relevanz aus allen Forschungsbereichen herausgearbeitet werden. Quantitative und qualitative Erkenntnisse, die belegen, wie Citizen Science diesen Zugang bieten kann, sollen präsentiert werden. Im Themenschwerpunkt soll aber auch kritisch hinterfragt werden, welche Hürden dennoch bestehen und inwieweit Citizen Science den Ansprüchen, die von Politik und Wissenschaft in Bezug auf Inklusion gestellt werden, gerecht werden kann.
4. Methoden zur Realisierung von (Selbst-)Wirksamkeit in Citizen Science
Citizen Science ist eine der wenigen Forschungsmethoden, die sich über Disziplinengrenzen hinweg in vielen Forschungsprojekten realisieren lässt. Die letzten Jahre haben gezeigt, wie divers Citizen Science in den Sozial-, Natur- und Geisteswissenschaften und in der künstlerischen Forschung eingesetzt wird. Ein wichtiger Aspekt aller Citizen Science Projekte ist dabei die Wirksamkeit der Projekte zur Erreichung der jeweiligen Projektziele, aber zunehmend auch das Fördern der Selbstwirksamkeit der eingebundenen Citizen Scientists. Doch sind sowohl Wirksamkeit, als auch Selbstwirksamkeit keine sich selbst einstellenden Elemente, sondern müssen durch entsprechende Methodenwahl gefördert werden. Im Themenschwerpunkt Methoden zur Realisierung von (Selbst-) Wirksamkeit in Citizen Science sollen Methoden aus allen Forschungsbereichen vorgestellt und diskutiert werden, die die Wirksamkeit von Citizen Science Projekten an sich oder auch die Selbstwirksamkeit von in den Projekten Teilnehmenden fördern können.
Zeitplan zur Österreichischen Citizen Science Konferenz 2027
15. Juli 2026
Beitragseinreichung öffnet
30. September 2026
Letzter Tag der Beitragseinreichung (keine Verlängerung möglich)
30. Oktober 2026
Early Bird-Registrierung für vergünstigte Teilnahme öffnet
05. November 2026
Einreichende bekommen Bescheid bezüglich Annahme/Ablehnung des Beitrags
19. November 2026
Konferenzprogramm wird veröffentlicht
01. Dezember 2026
Early Bird-Registrierung schließt
Reguläre Konferenzregistrierung öffnet
03. Februar 2027
Reguläre Konferenzregistrierung schließt
24.-26. Februar 2027
Österreichische Citizen Science Konferenz 2027 findet statt
Einreichzeitraum und weitere wichtige Konferenzinformationen werden in den nächsten Wochen hier auf Österreich forscht veröffentlicht. Wer keine Informationen verpassen möchte, registriert sich für den Österreich forscht-Newsletter.