© Montanuniversität Leoben
Vom 24.-26. Februar findet an der Montanuniversität Leoben die Österreichische Citizen Science Konferenz 2026 statt. Zahlreiche Forscher*innen, Praktiker*innen und Behördenvertreter*innen aus ganz Österreich und darüber hinaus kommen zusammen und diskutieren neue Erkenntnisse zu Citizen Science. Der letzte Konferenztag, also der 26. Februar, ist ganz der interessierten Öffentlichkeit gewidmet.
Das Programm
Am 26. Februar gibt es ein spezielles Programm für interessierte Besucher*innen aller Altersstufen. Bei kostenlosem Eintritt kann man an Workshops teilnehmen, öffentliche Vorträge hören, künstlerische Beiträge anschauen oder sich im Ausstellungsbereich mit unterschiedlichen Projekten auseinandersetzen. Wann genau welcher Beitrag besucht werden kann bzw. stattfindet, kann der Programmübersicht entnommen werden.
Öffentliche Vorträge
Forest Groove – wenn Biodiversität hörbar wird
Im Projekt „Forest Groove" erforschen Schüler:innen gemeinsam mit Forschenden die akustische Biodiversität des Waldes. Mit professionellen und selbstgebauten Aufnahmegeräten sammeln sie Waldklänge, dokumentieren Arten auf der Citizen Science Plattform „iNaturalist", erheben die Lebensraumvielfalt von Wäldern und erleben so Forschung hautnah.
Vogelrufe, Insektensummen und Blätterrauschen: Diese akustische Vielfalt enthält Informationen über die Biodiversität des Waldes. Schüler:innen gestalten daraus kreative Wald-Soundmixes. So verbindet Forest Groove Wissenschaft, Bildung und Kunst und zeigt, wie Biodiversität erfahrbar gemacht werden kann. Workshops, Forschungsübernachtungen, Exkursionen und begleitende Unterrichtsmaterialien verstärken die Wirkung und eröffnen Jugendlichen neue Perspektiven auf Biodiversität und Wissenschaft. Dabei werden sie nicht nur zu jungen Forschenden, sondern auch zu Klangkünstler:innen, die ihre eigenen Bioakustik-Daten vom Wald hörbar machen. So wächst ein neues Bewusstsein für die Vielfalt unserer Wälder – und für die Verantwortung, sie zu schützen.
Summende Nachbarschaften - Citizen Science für Wildbienen
Insektenhotels sind vielen bereits bekannt - und besonders in Städten eine einfache und hilfreiche Methode für das Aufrechterhalten der Biodiversität von Bestäubern. Besonders solitäre Wildbienen, denen es sonst an Nistplätzen mangelt, profitieren von Bienenhotels. Doch über diese direkte Unterstützung hinaus schlummert in Bienenhotels noch mehr Potential: auch Daten über das Nutzungsverhalten können damit gesammelt werden. Genau hier möchte unser Projekt UrbanBEE ansetzen, das ab dem Frühjahr 2026 mit Hilfe der Bewohner Wiens Informationen über die Besiedlung von Bienenhotels entlang urbaner und sozio-ökonomischer Gradienten sammeln möchte. Und nicht nur das - auch mit internationalen Projektpartnern in Europa und Südafrika werden diese Daten verglichen. Durch das Kombinieren von direkter Hilfe für Wildbienen mit dem Generieren eines großen Datensatzes und der Einbindung von Bürger*innen möchte das UrbanBEE Projekt Menschen, Biodiversität und Städte miteinander verbinden.
Regionales Wissen (re-)präsentieren
Mit regionalem Wissen repräsentieren möchten die Autoren zum Ausdruck bringen, lokale Kenntnisse, Erfahrungen, Traditionen und Besonderheiten einer bestimmten Region sichtbar, verständlich und zugänglich zu machen. Dieses Wissen ist insbesondere für eine nachhaltige Raumplanung von großer Bedeutung. Im Kontext von Dorf- und Stadtentwicklungen gilt es, die regionalen bzw. lokalen Eigenheiten zu kennen, um partizipativ bestangepasste Lösungen zu realisieren. Die präsentierte Case Study „Sorgende Stadt Hemau" ist ein Projekt der Stadt Hemau in Kooperation mit der Lars und Christian Engel (LUCE) Stiftung und deren Kooperationspartner SEGA e. V. auf Basis des Modellprojekts „Agil leben im Alter" (ALIA). Sie zeigt, wie sich analoge und digitale Formate zur Sammlung des lokalen Wissens gewinnbringend verwenden lassen. Das hierbei produzierte Wissen fließt in einen nachhaltigen partizipativen Innovationsprozess ein, der in kollaborativer Zukunftsgestaltung hin zu einer „Sorgenden Stadt" mündet, vgl. https://pubinplan.th-deg.de/sorgende-stadt-hemau. Konkret werden Zwischenergebnisse der bisherigen Bürgerbeteiligungsphasen präsentiert.
CO₂-Umwandlung mit Citizen Scientists - Ein Sparkling Science 2.0 Erfahrungsbericht
Um das Hauptziel des „Europäischen Green Deal" (Klimaneutralität bis 2050) zu erreichen, müssen wir Wege finden, den Anstieg von CO₂ zu bremsen. Eine Möglichkeit besteht im Schließen des CO₂-Kreislaufs durch chemische CO₂-Umwandlung: Dabei wird CO₂ aus industriellen Abgasen mit erneuerbarer Energie in chemische Roh- oder Brennstoffe umgewandelt, die gespeichert oder genutzt werden können. Dafür sind drei Schritte notwendig:
(i) Methoden zur Umwandlung des chemisch sehr stabilen CO₂ müssen entwickelt werden.
(ii) CO₂ aus industriellen Abgasen muss abgeschieden werden.
(iii) Das Bewusstsein für CO₂ nicht nur als Abgas, sondern auch als wertvolle Ressource, die helfen kann, das Problem des Klimawandels zu lösen, muss geschärft werden.
Das Projekt ""CO₂-Umwandlung"", das im März 2026 zu Ende geht, setzte bei all diesen Schritten an: Gemeinsam mit HTL-Schüler:innen wurden Katalysatormaterialien in einem eigens gebauten Testreaktor untersucht. Mit Partnern aus der Industrie wurden Möglichkeiten der CO₂-Abscheidung aus Abgasen simuliert. Zusätzlich wurden mit Graphikschüler:innen Workshops abgehalten und Infomaterialien zum Thema entwickelt, die in einer Ausstellung präsentiert wurden.
Zukunft gestalten - mehr als nur ein Märchen!
Die sieben Zwerge bauen Erz ab, Rumpelstilzchen spinnt Stroh zu Gold. Volksschüler*innen besuchen im Projekt ""Es wird einmal..."" eine Märchenwerkstatt und lernen dabei Geschichten kennen, die sich mit Rohstoffen beschäftigen. Sie werden zu Forscher*innen, die anschließend als Citizen Scientists in der Kreislaufwerkstatt und bei Exkursionen regionale Rohstoffe kennenlernen. In der Zukunftswerkstatt lernen die Jungforscher*innen das Buchstabieren der Zukünfte und erwerben damit die Fähigkeit von ""Futures Literacy"". Sie fotografieren, zeichnen, filmen und schreiben neue Geschichten für die Zukunft, die sich mit Rohstoffen auseinandersetzen. Bei einer Jungforscher*innenkonferenz werden die Ergebnisse präsentiert. Das Sparkling-Science-Projekt ""Es wird einmal..."": Wertstoffgeschichten erzählen im Anthropozän an der Pädagogischen Hochschule NÖ fördert die Forscherfreude von Volksschüler*innen und begleitet diese beim Erlernen einer Zukunftsgestaltungsfähigkeit aus der Sicht der Lebenswelt von Kindern.
Schreiben Sie Geschichte … in den Crowdsourcing-Projekten der Wienbibliothek im Rathaus
Als zentraler Wissensspeicher sammelt, bewahrt und erschließt die Wienbibliothek im Rathaus das schriftliche Kulturerbe Wiens. In unseren Crowdsourcing-Projekten arbeiten wir seit 2022 gemeinsam mit Interessierten an der Erschließung historischer Dokumente, um so das Gedächtnis der Stadt in Wissen für zukünftige Generationen zu verwandeln.
In den beiden Projekten ""Briefe 1914-1919"" und ""Briefe 1920-1934"" werden unikale Korrespondenzen aus unseren Beständen transkribiert und dadurch die wichtige Volltextsuche ermöglicht. Das Projekt ""Wiener Theaterzettel 1930-1939"" hat die crowd-basierte Erschließung historischer Theaterzettel Wiener Spielstätten zum Ziel, wodurch eine bisher nicht vorhandene, umfassende und präzise Erfassung erfolgt.
Das durch die Crowd generierte Wissen wird in der Digitalen Wienbibliothek veröffentlicht und steht dort allen frei zur Verfügung. Es erlaubt bisher nicht durchführbare Suchabfragen und neue Recherchen, ob von interessierten Bürger*innen oder Forschenden.
Wiener Sukzession - Potentiale unter der Oberfläche
Mittlerweile ist es, zumindest in wissenschaftlichen Kreisen, common sense, dass wir für die klimafitte Stadt der Zukunft weniger Asphalt und mehr versickerungsfähigen Boden und Raum für Grün brauchen und dass in Österreich nach wie vor viel zu viel versiegelt wird. Dass es ganz schön zäh und langwierig sein kann, Beton und Asphalt wieder aufzubrechen und dem vorherrschenden Versiegelungsparadigma etwas entgegenzusetzen, war uns von Anfang an klar. So entstand die Idee, uns, je nach Kontext, mit künstlerischen, wissenschaftlichen und partizipativen Perspektiven und Methoden mit dem Prozess der Entsiegelung auseinanderzusetzen. Zentral waren dabei der administrative und soziale Weg zum Loch, die gemeinsame Entsiegelung und die künstlerische Arbeit mit dem Material, das plötzlich nicht mehr seiner ursprünglichen Bestimmung dient. In unserem Beitrag nehmen wir Sie mit auf den Weg von der ersten Idee zum konkreten Loch – über Asphaltkrokant und Straßen aus Zucker, Betonkorken, die neues Versiegeln und music concrete mit ganz speziellen Klängen des Aufbruchs.
Wir laden Sie ein, gemeinsam die Potentiale unter der Oberfläche zu erkunden.
Link zu unserem Musikvideo: https://www.youtube.com/watch?v=oyfwgWtVtvM
Link zur Website: https://www.wienersukzession.at/
Hinweis: zu diesem öffentlichen Vortrag gibt es auch eine Videoinstallation.
Öffentliche Workshops
Ko-Forschung erleben: Was bedeutet Gesundheitskompetenz aus Sicht von Jugendlichen? Erkenntnisse und Methoden aus dem KoKo-Health-Projekt zum Mitmachen und Mitreden für alle Generationen.
Gesundheitskompetenz ist zentral für ein gesundes Aufwachsen. Jugendliche werden erstmals mit bestimmten Gesundheitsfragen konfrontiert und lernen, mit vielfältigen Gesundheitsinformationen umzugehen. Das Projekt ‚KoKo-Health' setzt hier an und entwickelt mit Jugendlichen ein jugendzentriertes Gesundheitskompetenzmodell.
45 Jugendliche im Alter von 15–19 Jahren forschten dafür als Ko-Forschende zu Gesundheitskompetenz. Über Interviews, Fokusgruppen, Photovoice, Workshops und Umfragen erreichten sie 300 Jugendliche. Um Ergebnisse der Ko-Forschung zusammenzuführen, fanden zwei Workshops mit jugendlichen und erwachsenen Ko-Forschenden statt. Die Ergebnisse zeigen, dass Gesundheitskompetenz aus Sicht von Jugendlichen vor allem durch persönliche und psychosoziale Faktoren beeinflusst wird und sowohl in persönlichen Gesprächen als auch im digitalen Raum entsteht.
Im Workshop wird das jugendzentrierte Gesundheitskompetenzmodell für die Workshopteilnehmenden erlebbar gemacht. Ziel des Workshops ist, dass die Teilnehmenden, durch das Erproben der Ko-Forschungsmethoden eigene Perspektiven auf Gesundheitskompetenz entdecken und ihre Erkenntnisse im Generationendialog miteinander diskutieren.
Heiße Tage, coole Köpfe: Wie Schulen mit Citizen Science hitzeresilient werden
Der Klimawandel ist quer durch viele Bereiche des Lebens spürbar. Auch in der Schule werden hohe Temperaturen zunehmend zum Problem. Während Hitzetage ehemals hauptsächlich im Juli und August auftraten, dehnt sich die heiße Jahreszeit rasant auf Mai bis September aus.
Ein zentrales Element des Citizen Science-Projekts „Climate Ready Schools" sind interaktive Workshops, in denen Schüler:innen und Lehrer:innen gemeinsam mit Wissenschaftler:innen konkrete Lösungsstrategien gegen Hitzebelastung im Schulalltag entwickeln. Teilnehmende erarbeiten mit der Kopfstandmethode zunächst Ideen, wie Schule gestaltet sein müsste, um die Hitze unerträglich zu machen. Diese dienen als kreative Grundlage aus der anschließend sinnvolle Maßnahmen zur Reduktion der Hitzebelastung generiert werden. Die Ergebnisse werden systematisch nach Zeitrahmen und Verantwortungsbereichen aufbereitet.
Als Expert:innen des eigenen Schulalltags bringen Teilnehmende wertvolles Erfahrungswissen ein, das direkt in die Entwicklung eines praxisorientierten Klimaresilienz-Handbuchs für österreichische Schulen einfließt. Gemeinsam erforschen wir, wie Schulen zu klimaresilienten Lernorten werden können.
Wetter melden, Warnen helfen, Gefahr vermeiden - Citizen Science bei Extremwetter
Die automatischen Wetterstationen des österreichischen Wetterdienstes GeoSphere Austria können die direkten Auswirkungen von Wetter und Unwettern am Boden nur teilweise oder gar nicht erfassen. Temperatur, Wind, Luftdruck und Niederschlagsmenge können wir mit genauen Wettersensoren mit hoher Genauigkeit erfassen. Ob jedoch ein Sturm Schäden an Bäumen oder Häusern anrichtet, ob intensiver Regen zu Überschwemmungen führt, oder auch nur den Unterschied zwischen Regen, Schneeregen und Graupel können wir dagegen nicht mit unseren Stationen messen. Hierfür ist weiterhin die menschliche Beobachtung nötig. Wir präsentieren, wie diese Beobachtungen die MeteorologInnen im Dienst innerhalb weniger Sekunden erreichen und was mit diesen wertvollen Informationen passiert. Wir stellen auch unsere Kooperationspartner und das Trusted Spotter Network Austria als Trainingsprogramm für besonders engagierte BeobachterInnen vor. Citizen Science bedeutet, gegenseitig von einander zu lernen. Als Schwerpunkt zeigen wir, wie der Wissensaustausch zwischen BeobachterInnen und ExpertInnen seit mehr als zehn Jahren als Win-Win funktioniert.
Do it yourself: Nachhaltigkeitsbilanz im Alltag – einfach, kostenlos, verständlich
Die Bewältigung globaler Umwelt- und Klimaherausforderungen hängt nicht allein von politischen Entscheidungen oder großen Institutionen ab, sondern ebenso vom Wissen, Engagement und den Handlungsmöglichkeiten jedes einzelnen Menschen. In diesem Workshop laden wir die Teilnehmenden ein, selbst in die Rolle von Umweltmanager:innen zu schlüpfen, mit openLCA, einer frei verfügbaren Software für Lebenszyklus- und Umweltbilanzen.
Schritt für Schritt werden die zentralen Funktionen vorgestellt und durch praktische Beispiele veranschaulicht. Gemeinsam üben wir hilfreiche Kniffe und Best Practices ein, sodass die Teilnehmenden lernen, ihr eigenes Leben, oder auch ihr lokales Umfeld zu modellieren. Dabei geht es nicht um abstrakte Theorie, sondern um ganz konkrete Handlungsmacht: Wie kann jede:r zu Hause Bilanzen erstellen, Umweltwirkungen sichtbar machen und fundierte Entscheidungen für einen nachhaltigeren Alltag treffen?
Am Ende des Workshops sind die Teilnehmenden in der Lage, ein eigenes kleines openLCA-Projekt zu starten. Dieser Ansatz stärkt Transparenz, vermittelt Wissen und eröffnet neue Möglichkeiten demokratischer Teilhabe an der sozial-ökologischen Transformation.
Wie das Smartphone hilft, den Kohlenstoffspeicher von Bäumen zu schätzen
In diesem Workshop können die Teilnehmer mit ihrem Smartphone Bäume in einem nahegelegenen Park scannen. Dabei nutzen sie 3D- und Augmented-Reality-Funktionen, um herauszufinden, wie viel Kohlenstoff ein Baum speichert. Sie erfahren außerdem, wie viel CO₂ das entspricht – zum Beispiel im Vergleich zu einer Autofahrt. Wir zeigen auch, wie solche Baumdaten mit Hilfe von Satellitenbildern und künstlicher Intelligenz genutzt werden, um den Kohlenstoffspeicher von Bäumen auf der ganzen Welt sichtbar zu machen.
Der Workshop startet mit einer kurzen Einführung (ca. 15 Minuten). Danach helfen wir beim Herunterladen und Einrichten der App Geo-Quest auf dem Smartphone. Anschließend machen wir gemeinsam einen Spaziergang in einen nahegelegenen Park (etwa 10–15 Minuten zu Fuß), um dort Bäume zu messen. Am Ende schauen wir uns die Ergebnisse an und sprechen darüber, wie viel Kohlenstoff in den Bäumen gespeichert ist. Damit es mehr Spaß macht, gibt es eine Online-Bestenliste. Dort kann man sehen, wie viele Messungen die anderen gemacht haben – und wer gerade vorne liegt!
Wie gesund ist unser Boden? Praktische Experimente für eine nachhaltige Zukunft
Boden ist die Grundlage unseres Lebens – er speichert Wasser und Nährstoffe, filtert Schadstoffe, ist Lebensraum unzähliger Organismen und Voraussetzung für unsere Ernährung. Dennoch wird seine Bedeutung oft unterschätzt. Im Rahmen des Workshops möchten wir Bodengesundheit erlebbar machen: Nach einer kurzen Einführung zu Funktionen und Herausforderungen gesunder Böden laden wir die Teilnehmenden ein, selbst aktiv zu werden. In kleinen Experimenten testen wir pH-Werte unterschiedlicher Bodenproben und diskutieren deren Einfluss auf das Pflanzenwachstum. Die Besucher*innen werden eingeladen, eigene Bodenproben zur pH-Messung mitzubringen. Gemeinsam stellen wir Samenbomben her, die Biodiversität fördern. Außerdem bauen wir einfache Filter aus Kohlenstoff und erfahren so, wie Böden zur Reinigung von Wasser beitragen. Der Workshop ist praxisorientiert, niedrigschwellig und richtet sich an alle, die ein Bewusstsein für die Relevanz von Bodengesundheit entwickeln und eigene Handlungsmöglichkeiten entdecken möchten.
Mobilität mit Sinn für Gerechtigkeit: Teilhabe und Innovation gemeinsam gestalten!
Die sozial-ökologische Transformation der Mobilität verlangt einen gerechten Übergang, der strukturelle Ungleichheiten zwischen Regionen ausgleicht: Zwischen Equality (gleiche Angebote) und Equity (bedarfsgerechter Ressourceneinsatz) entstehen häufig Zielkonflikte für Teilhabe und Gemeinwohl. Besonders vulnerable und bislang ungehörte Gruppen, etwa Frauen mit spezifischen Mobilitätsbedürfnissen, sind hierbei oft benachteiligt und sollten in Beteiligungsformaten gezielter berücksichtigt und eingebunden werden. Ein Workshop bietet die Gelegenheit, diese Spannungsfelder gemeinsam zu reflektieren, voneinander zu lernen und praxisnahe Impulse für eine gerechtere, inklusivere und zukunftsfähige Mobilitätskultur zu entwickeln.
Mitforschen im Rahmen der Citizen Science Awards 2026
Am 26. Februar 2026, 15.30-17.00 Uhr, findet ein Einschulungs-Workshop zum Mitforschen beim Citizen Science Award statt. Der OeAD lädt dazu im Rahmen der Österreichischen Citizen Science Konferenz an die Montanuniversität Leoben. Jedes Jahr von 1. April bis 31. Juli können Schulklassen und Jugendgruppen im Rahmen des Forschungswettbewerbs Citizen Science Award aktiv an aktuellen Forschungsprojekten mitforschen. In diesem Workshop erfahren Lehrpersonen und weitere Interessierte, wie sie mit ihren Klassen bzw. Gruppen an den Citizen-Science-Award-Projekten Climate Agents, Forest Groove, Tree-Quest und Schmetterlingen auf der Spur 2026 teilnehmen können.
Workshop für Lehrkräfte der Primarstufe (ab 3. Klasse), Sek I und Sek II, Jugendgruppen-Leiter/innen, Bibliothekar/innen u. ä. am 26. Februar 2026, 15:30 bis 17:00 Uhr im Rahmen der Österreichischen Citizen Science Konferenz an der Montanuniversität Leoben.
Um Anmeldung bis zum 23. Februar 2026 unter https://youngscience.oead.at/de/workshop-fuer-lehrkraefte wird gebeten. Spontane Teilnahmen sind auch möglich.
Forschungkioske
Forest Groove – wenn Biodiversität hörbar wird
Am Forschungskiosk von „Forest Groove" – einem Citizen-Science-Projekt des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) – können Besucher:innen selbst ausprobieren, wie Biodiversität klingt: Mit selbstgebauten Plant-Pot-Mics, die auch Schüler:innen im Projekt einsetzen, lassen sich Waldgeräusche einfangen und hörbar machen. Zusätzlich werden Methoden wie Batcorder (zum Aufzeichnen von Fledermaus-Rufen) oder fixe Audiorekorder vorgestellt, die im Projekt für das akustische Monitoring genutzt werden.
Originalaufnahmen aus dem Wald laden dazu ein, in die Klangwelt von Vögeln, Insekten oder Fledermäusen einzutauchen. So zeigt der Forschungskiosk, wie Citizen Science funktionieren kann, welche Rolle Bioakustik für das Biodiversitätsmonitoring spielt und wie junge Menschen dabei selbst zu Forschenden werden. Hinhören, Staunen, Ausprobieren – und Biodiversität mit den Ohren entdecken.
Österreich forscht - Forschen Sie mit!
Citizen Science lebt vom Austausch und von der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Forschung und interessierten Bürger*innen. Österreich forscht ist die österreichische Citizen-Science-Plattform, auf der sich fast 100 unterschiedliche Projekte einer interessierten Öffentlichkeit präsentieren. Darüber hinaus bietet Österreich forscht auch einen Citizen-Science-Blog, auf dem man nicht nur wöchentlich neue Informationen zu Projekten, Veranstaltungen und vielem mehr findet, sondern auch mit Projektleiter*innen in Kontakt treten kann. Auch der monatliche Podcast "Wissen macht Leute" bietet unterhaltsame Informationen zu Citizen Science. Der Forschungskiosk Österreich forscht gibt einen Ein- und Überblick über die vielfältigen Beteiligungsformen und Citizen Science Projekte in Österreich und gibt unter Begleitung die Möglichkeit, die Plattform mittels Touch Screen selbst zu durchstöbern und in die Tiefen von Österreich forscht einzutauchen um über die Konferenz hinaus mit der Citizen Science Community verbunden zu bleiben.
Climate Ready Schools: Lösungswerkstatt für hitzeresiliente Schulen
Steigende Temperaturen machen österreichischen Schulen bereits heute zu schaffen. Gemeinsam entwickeln wir am Climate Ready Schools Forschungskiosk in drei Formaten kreative und praktikable Lösungen gegen Hitzebelastung.
Im „Schulparcours" führen Besucher:innen Legofiguren durch einen fiktiven Schulplan und markieren Hitze-Hotspots aus der eigenen Schulerfahrung. An diesen Stellen überlegen wir konkrete Verbesserungsideen, die einen kühlen Kopf bewahren lassen. Bei „Lösungskarten" warten schulspezifische Themenbereiche wie Stundenplanung, Raumnutzung oder Pausengestaltung. Zu jedem gezogenen Bereich entwickeln die Teilnehmenden passende Klimaanpassungsideen. Die „Würfel-Matrix" kombiniert Zufall mit System: Ein 10-seitiger Würfel bestimmt das Feld einer 3x3-Matrix (Akteure × Zeithorizonte), für das Lösungsansätze gesucht werden. Von Akutmaßnahmen während Hitzewellen für Schüler:innen bis zu langfristigen Gebäudeadaptierungen ist alles gefragt.
Sämtliche entwickelte Ideen werden in einer großen Ergebnismatrix gesammelt und schaffen so ein gemeinsames Bild klimaresilienter Schulgestaltung. Nehmen Sie Inspiration und konkrete Handlungsansätze für Ihre eigenen Projekte mit!
Projekt Roadkill: Gemeinsam für mehr Wissen, Schutz und Verständnis
Straßen durchziehen unsere Landschaft – und sie stellen eine Gefahr für viele Tiere dar. Jedes Jahr sterben tausende Wirbeltiere auf Österreichs Straßen, doch zu den meisten Arten fehlen genaue Daten. Im Projekt Roadkill erfassen wir seit 2014 gemeinsam mit Bürger*innen, wo und welche Tiere überfahren werden. So wollen wir besser verstehen, warum es zu diesen Unfällen kommt – und langfristig Maßnahmen zum Schutz von Tieren und Menschen entwickeln.
Aus dem Projekt sind bereits 10 wissenschaftliche Publikationen und wichtige Partnerschaften im Naturschutz entstanden. Bei uns am Stand möchten wir interaktiv die zahlreichen Möglichkeiten des Mitforschens vorstellen und mit den Besucher*innen über Ihre Erfahrungen mit Roadkills sprechen.
„Es wird einmal …": Wertstoffgeschichten erzählen für Zukünfte im Anthropozän
""Es wird einmal..."": Zukünfte gestalten – mehr als nur ein Märchen!
Märchen stellen den Ausgangspunkt dar, um mit Schüler*innen der Primarstufe Stoffkreisläufe zu erforschen und dabei das Potenzial von Storytelling für Zukünftebildung zu nutzen. Der Boden ist ein Schatz, der nicht nur zu heben, sondern nachhaltig zu pflegen ist.
Welche neuen Erzählungen erzeugen ein Denken in Kreisläufen? Welche Bilder helfen dabei, aus dieser neuen Sichtweise die Lebensläufe von regionalen Rohstoffen als nachhaltige Wertstoffgeschichten zu erzählen? Wie bewähren sie sich als neue Form der Wissenschaftskommunikation?
Volksschüler*innen aus Niederösterreich erforschen als Citizen Scientists in einer Zukunftswerkstatt und bei regionalen Exkursionen die materialen Ressourcen von Märchen und gestalten multimodale Stoffgeschichten. Dabei entstehen Zukunftserzählungen, deren Auswertung Aufschlüsse über Futures Literacy ermöglicht.
Am Marktstand des Wissens, betreut durch Studierende der PH NOE wird das Sparkling-Science-Projekt ""Es wird einmal..."" der PN NOE TRF vorgestellt.
Forschung erlebbar machen: Digitale Tools und Gamification im Bildungskontext
Der Forschungskiosk lädt Besucher:innen dazu ein, aktuelle Projekte und deren innovative Bildungsmaterialien auf interaktive Weise zu entdecken. Im Mittelpunkt stehen zukünftige Fähigkeiten und Fertigkeiten, die durch digitale Werkzeuge für komplexe Themenfelder gefördert werden. So zeigen wir etwa den Einsatz von XR-Formaten in der Ingenieurausbildung und im Community Engagement, wie er von Projekten wie Pro-Slo und Mirebooks entwickelt wurde. Dabei werden immersive Lernumgebungen genutzt, um abstrakte oder technisch anspruchsvolle Inhalte anschaulich zu vermitteln und neue Zugänge zu schaffen. Ergänzend setzen wir auf spielerische Ansätze, etwa durch Gamification, um Forschungsergebnisse verständlich und ansprechend zu verbreiten. Der Forschungskiosk versteht sich als offene Lern- und Experimentierfläche, in der Besucher:innen digitale Bildungstools erproben, ihre eigene Perspektive einbringen und neue Formen des Wissenstransfers erleben können. Damit wird ein Beitrag geleistet, Forschung sichtbarer, erlebbarer und für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
DigiPath – Krebs sichtbar machen mit digitaler Mikroskopie und KI
Krebs frühzeitig und präzise zu erkennen, ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung. Doch wie können Computer dabei helfen? Im Sparkling-Science-Projekt 'DigiPath' erforschen wir zusammen mit Schüler:innen, wie digitale Mikroskopie und künstliche Intelligenz die Arbeit von Patholog:innen – also Ärzt:innen, die Gewebeproben untersuchen – unterstützen können. In unserem Projekt werden Schüler:innen zu Forscher:innen – am Forschungskiosk laden wir Besucher:innen ein, selbst aktiv zu werden.
Sie lernen, wie gesundes Gewebe aussieht, woran man Tumore erkennen kann, und probieren analoge sowie digitale Mikroskopie aus. Außerdem erleben sie, wie künstliche Intelligenz bei der Krebsdiagnose eingesetzt werden kann.
Für jüngere Gäste gibt es ein Mitmach-Spiel, das sie spielerisch in die faszinierende Welt der Pathologie führt. So zeigt DigiPath: Krebsforschung ist nicht nur Hightech – sie kann auch verständlich, interaktiv und spannend sein.
Künstlerische Beiträge
A Liadl, ans üwa KI – Kann ein Lied Künstliche Intelligenz erklären?
Künstliche Intelligenz (KI) betrifft uns alle – ob wir wollen oder nicht! So weitreichend und zukunftsträchtig sich KI derzeit verbreitet, ist es extrem wichtig, dass möglichst viele Menschen ein Grundverständnis von KI erlangen, sogenannte „AI Literacy". Doch wie schaffen wir das?
Das haben wir in einem partizipativen Prozess mit 20 Citizen Scientists, Künstler*innen und KI-Expert*innen gemeinsam erforscht. Dabei sind Ergebnisse herausgekommen, die ohne diese Vielzahl an Perspektiven nie möglich gewesen wären: eine Sammlung von Fragen zu KI, eine Fülle an Antwortmöglichkeiten und eine spezielle Form der Wissenskommunikation: ein Song.
Ausgangsbasis für den Inhalt des Songs waren die mit den Citizen Scientists gesammelten Fragen zu KI z.B., „Was unterscheidet uns Menschen von KI?" oder „Wie erkenne ich KI?". In Kooperation mit dem Singer-Songwriter „Blonder Engel" ist daraus „A Liadl, ans üwa KI" entstanden, das auf humorvolle Art und Weise ganz anders informiert als Fachartikel es vermögen.
Der Song inklusive Musikvideo und Texten (in oberösterreichischem Dialekt, Hochdeutsch, Englisch und Spanisch) sind frei verfügbar: https://www.jku.at/ki-liadl
Weiterführende Links:
Song „A Liadl, ans üwa KI", inklusive Text-Download: https://www.jku.at/ki-liadl
Projekt „How to explain AI": https://www.jku.at/lit-robopsychology-lab/explai
Wiener Sukzession
Mittlerweile ist es, zumindest in wissenschaftlichen Kreisen, common sense, dass wir für die klimafitte Stadt der Zukunft weniger Asphalt und mehr versickerungsfähigen Boden und Raum für Grün brauchen und dass in Österreich nach wie vor viel zu viel versiegelt wird. Dass es ganz schön zäh und langwierig sein kann, Beton und Asphalt wieder aufzubrechen und dem vorherrschenden Versiegelungsparadigma etwas entgegenzusetzen, war uns von Anfang an klar. So entstand die Idee, uns, je nach Kontext, mit künstlerischen, wissenschaftlichen und partizipativen Perspektiven und Methoden mit dem Prozess der Entsiegelung auseinanderzusetzen. Zentral waren dabei der administrative und soziale Weg zum Loch, die gemeinsame Entsiegelung und die künstlerische Arbeit mit dem Material, das plötzlich nicht mehr seiner ursprünglichen Bestimmung dient. In unserem Beitrag nehmen wir Sie mit auf den Weg von der ersten Idee zum konkreten Loch – über Asphaltkrokant und Straßen aus Zucker, Betonkorken, die neues Versiegeln und music concrete mit ganz speziellen Klängen des Aufbruchs.
Wir laden Sie ein, gemeinsam die Potentiale unter der Oberfläche zu erkunden.
Link zu unserem Musikvideo: https://www.youtube.com/watch?v=oyfwgWtVtvM
Link zur Website: https://www.wienersukzession.at/
Hinweis: zu diesem Video findet auch ein öffentlicher Vortrag statt
Wenn ihr also am 26. Februar noch nichts vorhabt, dann kommt vorbei und lernt Citizen Science kennen! Wir und alle Teilnehmenden freuen uns sehr über viele Besucher*innen!
Die Österreichische Citizen Science Konferenz 2026 wird organisiert von:
Die Österreichische Citizen Science Konferenz 2026 wird unterstützt von:
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