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Der dritte Citizen Science-Tag in Slowenien – Ein Rückblick mit Ausblick

Dan občanske znanosti 2025 Sackerl Logo des slowenischen Citizen Science-Netzwerks (C) Mreža občanske znanosti

In Slowenien wird Citizen Science großgeschrieben – und gelebt, insbesondere am Citizen Science-Tag.

Zum „Dan obcanske znanosti 2025", dem slowenischen Citizen Science-Tag 2025 lud die Bibliothek Goriška knjižnica Franceta Bevka in Nova Gorica, mitten in der aktuellen Kulturhauptstadt Europas, die gemeinsam mit dem italienischen Gorizia unter dem Motto „Go Borderless" dazu einlädt, Grenzen zu überschreiten (geografisch, kulturell und auch gedanklich). Genau der richtige Ort also, um über Citizen Science über Grenzen hinweg zu sprechen.

Beim dritten Citizen Science-Tag in Slowenien kamen Vertreter*innen von Bibliotheken, Forschungseinrichtungen, Universitäten, NGOs sowie Wissenschaftskommunikator*innen zusammen. Ich durfte als eine von drei geladenen Impulsredner*innen zu Citizen Science in Österreich berichten und Tipps geben, wie man Freiwillige nicht nur gewinnt, sondern auch langfristig für ein Projekt begeistert.

Nova Gorica in Slowenien und Gorizia in Italien sind Kulturhauptstadt Europas 2025.

CSI – Kein Krimi, sondern „Citizen Science Italia"

Den Auftakt machte Giorgia Mocilnik aus Italien. Sie lieferte uns einen Fall, der fast zehn Jahre zurückführt: Italien im Jahr 2016. Damals legte ein kleines, informelles Forscher*innen-Netzwerk den Grundstein für das, was später als CSI (Citizen Science Italia) bekannt werden sollte. Österreich forscht hatte bereits 2024 sein 10-jähriges Jubiläum gefeiert: Wir hatten also ein wasserfestes Alibi.

Dann kam der Lockdown, und plötzlich spielte sich die gesamte (Ermittlungs-)Arbeit im Homeoffice ab. Während die einen begannen, Sauerteig anzusetzen, entdeckte CSI eine Chance: Wissenschaftsbeteiligung von zu Hause aus (Remote Investigation sozusagen). Der Ermittlungszweig „Citizen Science etablieren" bekam dadurch neuen Auftrieb.

Ähnlich wie das Citizen Science Network Austria geht CSI ähnlichen Spuren nach: CSI möchte Citizen Science in Italien sichtbarer machen und sowohl in der Forschung als auch in der Gesellschaft stärker verankern. Das Netzwerk versteht sich als nationales Sprachrohr der Citizen Science-Community (nach innen wie nach außen): Dabei gilt es, die Kommunikation zwischen Wissenschaft, Politik und Bürger*innen zu stärken, die gesellschaftliche Wirkung zu erhöhen und das wissenschaftliche Grundverständnis zu fördern. Und das alles streng nach den drei Grundprinzipien des Einsatzkommandos: Open Science, aktive Teilhabe und Nachhaltigkeit.

Wie jedes gute Team arbeitet CSI mit Spezialeinheiten: Eine Taskforce zu Citizen Science und Bildung, eine zu Citizen Science und Gesundheit oder Initiativen zur stärkeren Verankerung an Universitäten sind Beweise dafür, dass Italien und Österreich ähnlichen Fahndungserfolg haben. CSI ist inzwischen offiziell als nationale Plattform institutionalisiert und in europäische Großoperationen wie RIECS eingebunden, die die Citizen Science-Infrastruktur europaweit stärken sollen.

Giorgia Mocilnik öffnete zudem die Fallakte „Warum Menschen bei Citizen Science-Projekten mitmachen?". Die Motive Mitmachen zu begehen sind vielfältig: Lernen, Neugier, soziale Interaktion, persönliche Entwicklung, Naturverbundenheit oder das Bedürfnis, Werte zu leben. CSI unterscheidet dabei (ganz kriminalistisch) zwischen intrinsischer Motivation (Neugier, Interesse, Spaß) und extrinsischer Motivation (z.B. Belohnungen). Die Motivationen der Beteiligten verändern sich außerdem im Laufe der Zeit: Viele steigen aus reiner Neugier ein, bleiben aber (länger), weil sie gemeinsame Werte leben, ein Verantwortungsgefühl entwickeln oder eine hohe Zufriedenheit verspüren.

Als Beweisstücke für erfolgreich gelöste Citizen Science-Fälle in Italien präsentierte Giorgia Mocilnik unter anderem „School of Ants - a scuola con le formiche". Bei diesem Ameisenprojekt fungieren (unter anderem) Schüler*innen als Naturdetektiv*innen. Ihre Mission: herausfinden, welche einheimischen Ameisenarten in städtischen Gebieten unterwegs sind und wo sich invasive Arten breitmachen. Ausgestattet mit einem Kit sammeln sie Ameisen, verschicken ihre Funde an die Forschenden und erhalten im Gegenzug spannende ökologische Erkenntnisse. Bis dato konnten bereits über 67 Ameisenarten in 16 Regionen Italiens dokumentiert werden. Wer hätte gedacht, dass so kleine Stadtbewohner so große Geschichten erzählen können?

Ein weiteres spannendes Fallbeispiel: „Siena BiodiverCity". Hier gilt es, so viele Arten wie möglich in kurzer Zeit aufzuspüren, ein echter Bioblitz also. Tiere, Pflanzen, Pilze: alles wird unter die Lupe genommen. Ganz ähnlich läuft es auch in Österreich ab, zum Beispiel bei der City Nature Challenge, wo die Teilnehmenden zu Naturdetektiv*innen auf Zeit werden.

Giorgia Mocilnik betonte zum Schluss, dass Citizen Science weit mehr ist als bloßes Datensammeln. Es geht darum, Wissen zu schaffen, Teilnehmende auszubilden und zu motivieren. Selbst kleine Fragen können zu großen Aha-Erlebnissen führen. Damit ist ihr die Einbindung der Jüngsten besonders wichtig.

Citizen Science in Kroatien

Tomislav Ivanjko beschrieb die Entwicklung von Citizen Science in Kroatien anhand eines Dreiphasenmodells: von den ersten, naturnahen Projekten (Phase 1) über die Öffnung in Richtung Kultur- und Gedächtnisinstitutionen (Phase 2) bis hin zur Einbettung an Universitäten (Phase 3). Vom Schutz der Schildkröten über das Entziffern alter Handschriften bis hin zur Universitätslehrveranstaltung also. Die größte Herausforderung bei alle dem? Die Kunst, Teilnahme in langfristige Wirkung zu übersetzen, so Tomislav Ivanjko.

Die erste Citizen Science-Phase in Kroatien war durch Umwelt- und Naturschutzprojekte gekennzeichnet. Ein Beispiel ist die eTurtle-App, mit der Naturkundemuseen und Bürger*innen den Schutz bestimmter Schildkrötenarten im Sinn hatten. Umweltorganisationen sammelten in dieser Phase mithilfe der Öffentlichkeit außerdem nicht nur mehr, sondern vor allem qualitativ hochwertigere Daten über die Tierwelt Kroatiens. Aus dieser frühen Welle an Projekten entstand schließlich ein eigenes Handbuch für Citizen Science („Priručnik za građansku znanost").

In Phase 2 (ganz unter dem Motto „Citizen Science in der Wissenschaft") nahm Citizen Science in Kroatien Fahrt auf: Citizen Science wurde wissenschaftlich anschlussfähig, wobei hier Kultur- und Gedächtnisinstitutionen besonders stark vertreten sind.

So konnten Bürger*innen im Rahmen eines Projekts zur glagolitischen Schrift, der ältesten slawischen Schrift, selbst aktiv werden: Sie lernten Glagoliza und transkribierten historische Texte. Auch pensionierte Sportjournalist*innen brachten sich in dieser Phase ein, indem sie historische Sportfotos mit präzisen Metadaten versahen (und anführten, wie sicher sie bei ihren Angaben waren). Durch diese zusätzliche Transparenz ließen sich die Angaben der Teilnehmenden weiter überprüfen. Crowdsourcing-Wettbewerbe oder die Bestimmung von Musikgenres historischer Aufnahmen gehören ebenfalls in diese Phase.

Ein großes Dachprojekt ist das CeOS_SE Projekt, das Open Science und Citizen Science in Südosteuropa stärken möchte. Wissenschaftliche Bibliotheken sind hierbei ein wesentliches Bindeglied zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Neben Weiterbildungsangeboten ist auch ein Sammelband geplant, der Theorie und Praxis von Citizen Science in Zentral- und Osteuropa beleuchten soll.

Ein weiteres Ergebnis dieser Phase, das sich sehen lassen kann, ist das Buch „Građanska znanost", das nicht nur die Geschichte, Methoden und Evaluationsansätze von Citizen Science-Projekten behandelt, sondern auch partizipative Methoden generell genauer unter die Lupe nimmt.

In der dritten Phase hielt Citizen Science Einzug an Hochschulen in Kroatien. Dass Citizen Science am Unicampus angekommen ist, zeigt sich unter anderem in der Studienrichtung „Information and Communication Science". Denn in dieser gibt es inzwischen eine eigene Lehrveranstaltung, die Studierende fachlich, praktisch und methodisch auf die Durchführung eigener Citizen Science-Projekte vorbereitet. Besonders betont wurde hier die Bedeutung von Service Learning, einer Unterrichtsmethode, die Fachwissen mit gesellschaftlichem Engagement verbindet und Studierende nicht nur theoretisch an Beteiligung heranführt, sondern sie praktisch erlebbar macht.

Auch abseits von Universitäten werden in Kroatien Fortbildungen zu Citizen Science angeboten, etwa für Bibliothekar*innen, die als Multiplikator*innen fungieren können.

Zum Abschluss fasste Tomislav Ivanjko das Erfolgsrezept für ein nachhaltiges Citizen Science-Netzwerk prägnant zusammen: „Es braucht nur zwei Zutaten: eine Gemeinschaft – und Menschen". Manchmal braucht es halt gar nicht viel.

Citizen Science in Österreich

Mein Impulsvortrag widmete sich zunächst der Geschichte von Citizen Science in Österreich (mit der 2014 gegründeten Plattform Österreich forscht und dem 2017 ins Leben gerufenen Citizen Science Network Austria). Auch die diversen Arbeitsgruppen (zu Qualitätskriterien, Citizen Science und Schulen oder Zusammenarbeit zwischen Plattformen) sowie die Qualitätskriterien, die Citizen Science-Projekte auf Österreich forscht erfüllen müssen, standen im Zentrum.

Citizen Science hat enormes Potenzial (das betonen auch die Koordinatoren von Österreich forscht, Daniel Dörler und Florian Heigl):

  • Für die Teilnehmenden bedeutet Citizen Science weit mehr als nur Daten sammeln: Citizen Science kann Wissen vermitteln, ein Gemeinschaftsgefühl schaffen, die eigene Handlungsmacht stärken, das wissenschaftliche Grundverständnis erweitern (zum Beispiel, wie Forschung überhaupt abläuft) und in manchen Fällen sogar helfen, gesellschaftliche Fragestellungen aktiv mitzugestalten, wie es in partizipativer Forschung in den Sozialwissenschaften der Fall sein kann.
  • Für die Forschenden eröffnet Citizen Science ebenfalls neue Möglichkeiten: Durch die Einbindung von Bürger*innen gewinnt man nicht nur einen frischen Blick auf die eigene Forschung, sondern auch neue Fragestellungen und erzielt wissenschaftlichen Fortschritt. Zudem kann die Datengrundlage räumlich und zeitlich erweitert werden: schließlich kann ein*e Wissenschafter*in alleine selten ganz Österreich abdecken. Gleichzeitig wird die gesellschaftliche Relevanz der Forschung durch Citizen Science sichtbarer und kann vielleicht auch besser vermittelt werden.

Im Zentrum des Vortrags stand vor allem die Kommunikation mit den (potenziellen) Teilnehmenden. Anhand der beiden Citizen-Science-Projekte Roadkill und „IamDiÖ -In aller Munde und aller Köpfe: Deutsch in Österreich" habe ich verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Zielgruppen klar zu definieren. Denn „die breite Öffentlichkeit" ist als Zielgruppe einfach zu unspezifisch.

Am Projekt Roadkill, bei dem überfahrene Tiere auf Österreichs Straßen dokumentiert und analysiert werden, lässt sich die Breite möglicher Teilnehmender gut demonstrieren:

  • Umweltschützer*innen, die zwar versiert in der Artbestimmung sind, aber lieber bei Sonnenschein (als im Regen) geschützte Arten beobachten.
  • Förster*innen und Jäger*innen, die überfahrene Tiere melden, jedoch oft mehr an jagbarem Wild als an Reptilien oder Amphibien interessiert sind.
  • Straßenmeistereien, die regelmäßig Straßen befahren, aber kaum ins Biodiversitätsmonitoring involviert sind.
  • Pendler*innen, die regelmäßig dieselbe Strecke fahren, aber laut Straßenverkehrsordnung ihr Smartphone nicht während der Fahrt zücken dürfen.

Eine vollständige Liste der potenziellen Teilnehmenden im Roadkill-Projekt findet ihr im Artikel: Bíl, M., Heigl, F., Janoška, Z., Vercayie, D., Perkins, S.E., 2020. Benefits and challenges of collaborating with volunteers: Examples from National Wildlife Roadkill Reporting Systems in Europe. Journal for Nature Conservation 54, 125798. https://doi.org/10.1016/j.jnc.2020.125798

Dieses Beispiel zeigt, dass jede Gruppe unterschiedliches Vorwissen und unterschiedliche Motive hat, um an einem Citizen Science-Projekt mitzumachen: Während für die einen „Artenschutz" oder „Leben retten" ein zentrales Motiv sein kann, kann es für die anderen „Sicherheit im Straßenverkehr" oder „mein Auto ist mir heilig" sein. Damit gilt es auch in der Kommunikation auf diese Bedürfnisse oder Motive einzugehen (mit dem Hinweis, dass es auch innerhalb dieser Gruppen Unterschiede gibt und sich die Motivation im Laufe der Zeit ändern kann, wie im ersten Impulsvortrag dargestellt).

Im bereits abgeschlossenen sprachwissenschaftlichen Citizen Science-Projekt „In aller Munde und aller Köpfe – Deutsch in Österreich" wiederum stand die Erforschung der deutschen Sprache in Österreich im Vordergrund, wobei Teilnehmende in verschiedene Phasen des Forschungsprozesses eingebunden wurden. Hier sind die naheliegendsten Teilnehmendengruppen Lehrende und Studierende der Germanistik oder weiterer sprachbezogener Studien (allerdings stellt sich hier die Frage, ob dies als Citizen Science bezeichnet werden kann, denn diese Personen sind nicht nur wissenschaftlich gebildet, sondern auch im Fach des Projekts selbst). Weiters standen auch Lehrkräfte an Sekundarschulen und Dialektvereine im Vordergrund. Diese wurden auf unterschiedlichen Kommunikationswegen erreicht, wobei sich der persönliche Kontakt oder das direkte Anschreiben als erfolgreichste Option erwiesen hat.

Auch die Ergebnisse unserer österreichweiten Umfrage zur Bekanntheit von und Teilnahme an Citizen Science durfte ich vorstellen: Vor allem jüngere Menschen mit einer höheren formalen Ausbildung und Kontakt zu Wissenschafter*innen nehmen an Citizen-Science-Projekten teil (bzw. würden teilnehmen) (häufig aus Neugier, Interesse an Wissenschaft oder dem Wunsch nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung).

Gleichzeitig wird dadurch sichtbar, dass nicht alle Menschen die gleichen Möglichkeiten oder das gleiche Interesse haben, bei Citizen Science mitzumachen. Der größte Stolperstein: „Keine Zeit". Diese Hürde verdeutlicht, dass Teilhabe an Wissenschaft auch immer mit Lebensrealitäten zu tun hat und dass Citizen Science umso inklusiver wird, je besser Projekte auf unterschiedliche Rahmenbedingungen eingehen und realistischere Wirkungsversprechen machen.

Diese Erkenntnisse sind auch für die Kommunikation mit (potenziellen) Teilnehmenden von Nutzen. Wer mitforscht, möchte wissen, was genau zu tun ist, wofür das Projekt steht, wie der Erfolg gemessen wird und welche Zwischenergebnisse es bereits gibt. Genauso wichtig sind Updates zum Projektfortschritt und eine verständliche Beschreibung, welchen Nutzen die gesammelten Daten bzw. Beiträge der Teilnehmenden am Ende wirklich haben.

Die Beitragenden wollen außerdem wissen, was aus ihrem Beitrag geworden ist und welchen Mehrwert das Projekt für sie persönlich bietet. Wertschätzung zeigt sich eben nicht nur im „Danke", sondern auch darin, sichtbar zu machen, dass ihr Engagement tatsächlich etwas bewirkt.

Und damit komme ich zu meinem letzten Ratschlag des Vortrags: Unterschätzt niemals den Aufwand für die Kommunikation mit euren Teilnehmenden!

Citizen Science in Slowenien: Was tut sich da?

Trg Evrope in Nova Gorica

Nachdem wir einen Abstecher in die Citizen Science-Landschaften der Nachbarländer Sloweniens (Italien, Kroatien und Österreich) gemacht hatten, ging es nun ans Eingemachte: konkrete Projekte (aus Slowenien) boten einen Einblick in ihre Aktivitäten.

Eine Plattform, Handreichungen und viele Projekte

Das Citizen Science-Netzwerk in Slowenien wurde 2023 gegründet. Mittlerweile sind 70 Partner an Bord, darunter Universitäten, Büchereien, Museen, Vereinigungen und Gesellschaften, sowie Einzelpersonen. Auf der dazugehörigen Plattform citizenscience.si findet man, ähnlich wie bei Österreich forscht, einen Projektkatalog mit aktuell 85 gelisteten Citizen Science-Projekten (hauptsächlich aus den Bereichen Biologie und Ökologie), einen Veranstaltungskalender, Literaturempfehlungen und ein praktisches Instrumentarium, um Citizen Science-Projekte erfolgreich ins Leben zu rufen. Besonders sichtbar wurde das Netzwerk mit einer Ausstellung im Zentrum von Ljubljana, bei der rund 30 Projekte vorgestellt wurden.

Wer selbst ein Citizen Science-Projekt starten möchte, findet in dem Handbuch „Občanska znanost v 5 korakih" eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Vom Finden einer Frage über die Auswahl der passenden Methode bis hin zur Datenanalyse, wissenschaftlicher Integrität, offenen Daten, Ethik und Kommunikation; alles wird erklärt und sogar in einer praktischen Checkliste zusammengefasst.

Nach dem Überblick über die Aktivitäten des Netzwerks standen konkrete Citizen Science-Projekte auf dem Programm. Eines davon war „Modrosti pod lup" – ein Projekt im Bereich partizipativer Wissenschaftskommunikation. Ziel ist es, Bauernregeln und Volksweisheiten zu den Themen Gesundheit, Umwelt und Ernährung zu sammeln und gemeinsam mit den Teilnehmenden Methoden zu entwickeln, um korrekte Informationen von irreführenden oder falschen zu unterscheiden.

Büchereien als Dreh- und Angelpunkt

Büchereien spielen eine große Rolle in der Citizen Science-Gemeinschaft in Slowenien. Es gibt bereits sehr viele Citizen Science-Projekte an slowenischen Büchereien. Allerdings sind sich manche Bibliothekar*innen gar nicht bewusst, dass sie hier eigentlich Citizen Science betreiben. Dazu zählen Projekte wie die Topothek, das es auch in Österreich gibt. Außerdem wünschen sich viele Bibliothekar*innen finanzielle Ressourcen und Weiterbildungsmöglichkeiten, um Citizen Science noch besser verankern zu können.  

Zukunftspläne für Citizen Science in Slowenien

Natürlich ging es beim Citizen Science-Tag auch um die Zukunft des slowenischen Citizen Science-Netzwerks. In der Diskussion zeigte sich, dass sich das Citizen Science-Netzwerk in Slowenien ähnliche Fragen stellt, wie die gesamte Citizen Science-Landschaft:

  • Wie schafft man es, dass Citizen-Science-Projekte (politische) Wirkung entfalten?
  • Wie kann man die grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärken (sowohl zwischen Projekten aus verschiedenen Ländern als auch zwischen den Netzwerken der Nachbarländer)?
  • Wie kann die Vernetzung zwischen Bibliothekar*innen, Forschungsinstitutionen und Universitäten noch besser funktionieren?
  • Wie erreichen wir Menschen, die weniger „wissenschaftliches Kapital" mitbringen?
  • Und natürlich das leidige Thema: Wer finanziert das alles?

Für mich war es spannend zu sehen, was sich in Slowenien im Bereich Citizen Science tut. Citizen Science genießt dort gerade Aufwind und im Vergleich zu manchen anderen nationalen Citizen Science-Plattformen sind nicht Universitäten, sondern Bibliotheken die treibenden Kräfte.

Damit wünsche ich dem Citizen Science Netzwerk in Slowenien weiterhin viel Erfolg und hoffe, auf weiteren fruchtbaren Austausch.

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