In der Lehre - Citizen-Science.at

Citizen Science

Citizen Science wird weltweit unterschiedlich definiert. Einen Überblick der Konzepte und Ideen finden Sie unter "Was ist Citizen Science?"

 

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In der Lehre

Citizen Science wird auch in der Lehre eingesetzt. Erfahren Sie hier welche Vor- und Nachteile sich dadurch ergeben und welche Projekte mit den Studierenden und Schülern durchgeführt werden.
LV Hörsaal D_univie CC BY-NC 2.0: Universität Wien | flickr (bit.ly/24wLMrA)

An der Hochschule

In den letzten Jahren hat Citizen Science in Österreich einen enormen Auftrieb erlebt. Dies schlägt sich mittlerweile auch in diversen Curricula nieder. Nachstehend finden Sie eine Liste von uns bekannten Lehrveranstaltungen mit dem Thema Citizen Science. Diese Liste erhebt nicht den Anspruch von Vollständigkeit oder Aktualität. Sollten Sie selbst eine Lehrveranstaltung zum Thema Citizen Science durchführen und diese nicht in der Liste finden, würde es uns freuen, wenn Sie uns davon in Kenntnis setzen würden. Ihre Lehrveranstaltung wird dann selbstverständlich ergänzt.

Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik
Berufsbegleitender Lehrgang Citizen Science - Gemeinsam entdecken und forschen im Kontext der Nachhaltigkeit

Universität für Bodenkultur Wien
Citizen Science in der Ökologie
Biologie terrestrischer Tiere
Interdisziplinäres Projekt UBRM

Universität Wien
Wissenschaft, Öffentlichkeit, Demokratie - Vom Zuschauer zum Citizen Scientist: Das Verhältnis von Wissenschaft, Öffentlichkeit und Demokratie

Alpen Adria Universität Klagenfurt
Citizen Science
Citizen Science, Dialog und Partizipation: Wissensproduktion im öffentlichen Raum

Warum wird Citizen Science in der Hochschullehre eingesetzt?

Wer die Kontroverse um Zugangsbeschränkungen an den Universitäten der letzten Jahre verfolgt hat, weiß: die Studierendenzahlen sind massiv gestiegen. Dagegen sind die Zahlen der Lehrenden nicht in gleichem Ausmaß erhöht worden. Auch die Infrastruktur, die zur fachgerechten Betreuung der hohen Studierendenzahlen nötig wäre (angefangen von Praktikumsräumen, Laborplätzen, Mikroskopen etc.), wurde nicht entsprechend ausgebaut.

Um den Studierenden trotzdem eine ansprechende, fachgerechte und vor allem auch praktische Ausbildung zu ermöglichen, werden Citizen Science Projekte eingesetzt. Durch diesen Ansatz wird das Problem der fehlenden Infrastruktur teilweise umgangen. Studierende können praktische Forschungsarbeit leisten, in dem sie in ihren Gärten, auf ihren täglichen Wegen oder ganz allgemein im öffentlichen Raum Daten sammeln, diese auswerten und so wissenschaftliche Arbeitsweisen kennenlernen. So können auch Lehrveranstaltungen mit über 500 Studierenden praktisches Wissen vermitteln.

Was allerdings festgehalten werden muss, ist, dass diese Methode keinesfalls die zu geringen Lehrendenzahlen kompensieren kann. Gerade bei Citizen Science Projekten ist eine schnelle, ständige und kompetente Betreuung der Teilnehmenden wichtig. Auch ist diese Methode nicht für spezifische Ausbildungen, die bestimmte Infrastruktur (z.B. Laborgeräte) voraussetzt, geeignet.

Vorteile und Nachteile von Citizen Science in der Hochschullehre

Citizen Science bietet sowohl Studierenden, als auch Lehrenden zahlreiche Vorteile:

  • Studierende lernen an angewandten Projekten Methoden wissenschaftlicher Arbeit.
  • Studierende können flexibel an den Projekten teilnehmen und sind nicht an einen Ort oder eine bestimmte Zeit gebunden.
  • Es kann trotz hoher Studierendenzahl ein Übungscharakter in der Lehrveranstaltung angeboten werden.
  • Studierende lernen Zusammenhänge herzustellen und Alltagserfahrungen kritisch zu hinterfragen.
  • Lehrende bzw. ProjektleiterInnen können ein neues Citizen Science Projekt testen, bevor es für die breite Öffentlichkeit zugänglich wird. Studierende haben so die Möglichkeit an der Entwicklung eines wissenschaftlichen Projektes direkt mitwirken zu können.
  • Bei bereits laufenden Citizen Science Projekten wirken Studierende als Multiplikatoren. So kann auf lange Sicht eine hohe TeilnehmerInnenzahl im Projekt ermöglicht werden.Durch den Einsatz moderner Technologien (Smartphones, Tablets, Phablets) und Software (Apps, Websites, Facebook, Twitter) können Lehrende Studierende einfacher erreichen.

Aber auch Nachteile ergeben sich durch den Einsatz von Citizen Science in der Lehre:

  • Studierende können aufgrund der hohen Teilnehmendenzahl nicht persönlich sondern nur online betreut werden.
  • Für einzelne Studierende und Lehrende ergeben sich technische Hürden (z.B. kein Smartphone, keine Internetkenntnisse etc.).
  • Für Lehrende ergibt sich ein hoher Betreuungsaufwand (Beantwortung von Mails, Forumseinträge, zeitnahes Feedback, etc.).
  • Viele verschiedene Plattformen (Facebook, Moodle, Twitter, etc)  zu bespielen setzt eine hohe Motivation der Lehrenden voraus.

An der Schule

Von Sparkling Science zu Citizen Science

In Österreich fördert das BMWFW seit 2007 durch das Forschungsprogramm Sparkling Science Projekte, in denen Schülerinnen und Schüler aktiv in den Forschungsprozess eingebunden werden. So haben bisher über 1.500 Lehrkräfte und fast 75.000 Schülerinnen sehr intensiv an gemeinsamen Projekten geforscht. Die Zusammenarbeit war dabei sehr eng und für beide Seiten sehr produktiv.

Über das Zentrum für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Schule – Young Science – gibt es jedoch auch Projekte, in denen Schülerinnen und Schüler aus ganz Österreich ohne direkten Kontakt mit den Forschungseinrichtungen mitforschen können: So wurden 2015 erstmals acht Young Citizen Science-Pilotprojekte gefördert. Ebenfalls 2015 initiierte das BMWFW den Citizen Science Award (CSA): Schulklassen konnten dabei im Oktober an vier Projekten mitforschen, Beiträge zur heimischen Forschung leisten und dabei bis zu 3.000 Euro für die Klassenkassa gewinnen.

Im Rahmen des Citizen Science Awards 2016 sind nun Interessierte aller Altersklassen zum Mitforschen eingeladen - Schulen stehen jedoch erneut im Fokus. Abgewickelt wird der Award vom Zentrum für Citizen Science. Das vom BMWFW finanzierte und bei der OeAD-GmbH angesiedelte Zentrum wurde 2015 eingerichtet und dient als Informations- und Servicestelle für Forschende, Bürgerinnen und Bürger sowie Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachgebiete. Zentrale Aufgabenschwerpunkte sind neben der Information und Vernetzung, auch die Beratung zu Fördermöglichkeiten generell sowie die Abwicklung von Citizen Science-Förderprogrammen des BMWFW.  

Gelesen 9754 mal| Letzte Änderung am Donnerstag, 29 Dezember 2016 16:53